DFB-Pokal

Erster Bundesligist raus: Bochum stürzt Mainz

27.10.2026
Jubel an der Castroper Straße: Der VfL Bochum wirft Mainz 05 aus dem Pokal Foto: imago

Die ersten Achtelfinalisten im DFB-Pokal stehen fest! In den ersten Spielen der zweiten Runde setzte sich der VfL Bochum am Dienstagabend überraschend 2:0 (0:0) gegen den 1. FSV Mainz 05 durch und kegelte damit den ersten Bundesligisten aus dem Wettbewerb. Der FC Augsburg triumphierte 4:2 (2:1) in Großaspach, im Bundesligaduell gewann Eintracht Frankfurt 3:1 (0:0) beim Hamburger SV und RB Leipzig drehte nach einem Halbzeitrückstand die Partie gegen Rot-Weiss Essen und siegte 2:1 (0:1).

An der Castroper Straße begegneten sich Bochum und Mainz zunächst abwartend. Die 05er wurden im Spielaufbau immer wieder von den selbstbewussten Hausherren gestört. Taz leitete dann die erste Bochumer Chance ein, als er Holtmann über links schickte. Dessen scharfe Flanke vors Tor landete allerdings bei Schwolow (14.). Becker versuchte es auf der anderen Seite aus der Distanz, scheiterte aber an Horn (24.). Ohne weitere Großchancen ging es in die Pause. Bis dahin ließ der VfL keinen Klassenunterschied erkennen und hielt gut dagegen.

Bochum kam mit voller Wucht aus der Kabine. Holtmann und Taz kombinierten sich auf der linken Seite durch die Mainzer Abwehr, dann bediente Holtmann Rasmussen. Dessen Abschluss fälschte Sano noch entscheidend ab, sodass der Ball über Schwolow zum 1:0 für die Hausherren ins Tor segelte (46.). Bochum ließ im weiteren Spielverlauf nicht locker: Holtmann verfehlte den Kasten aus halblinker Position nur knapp (60.). Mit dem nächsten Konter erhöhte der VfL: Hofmann kam nach einer sehenswerten Passstafette unbedrängt im Sechzehner zum Abschluss und verwandelte zum 2:0 (75.). Für die Mainzer wurde es nun ein Spiel gegen die Zeit, doch gegen spielstarke Bochumer gelang es ihnen kaum noch, Torgefahr auszustrahlen. Den letzten Mainzer Versuch vereitelte Horn, als er einen Kopfball von Posch noch von der Linie kratzte (90.+3). Die Pokalüberraschung war perfekt.

Frankfurt überzeugt in Halbzeit zwei

Im Bundesligaduell im Volksparkstadion wurde es zunächst für die Gäste aus Frankfurt gefährlich, als Nandja nach einer Flanke aus kurzer Distanz zum Kopfball kam, aber nicht genug Druck hinter den Ball bekam (6.). In der Folge gelang es keinem Team, sich in der gegnerischen Hälfte festzuspielen. Grönbaek – clever von Lokonga durch die Eintracht-Abwehrkette geschickt – stand dann plötzlich frei vor Atubolu, sein Schuss rollte jedoch knapp am rechten Pfosten vorbei (29.). In der Schlussphase der ersten Halbzeit köpfte Bornow noch einmal knapp über das Tor der Hessen, es ging aber torlos in die Kabinen.

Der HSV, eigentlich mit etwas mehr Spielanteilen, geriet dann in Rückstand: Nach einer hohen Flanke von rechts legte Burkardt gekonnt auf Koch ab, der den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte (65.). Moffi verpasste kurz darauf die große Chance zum Ausgleich, als er nach einer Ecke aus aussichtsreicher Position zum Kopfball kam. Das Spielgerät segelte allerdings links am Tor vorbei. Stattdessen nutzte die SGE ihre Chancen: Burkardt brachte den Ball nach einer weiteren hohen Flanke technisch versiert im Sechzehner unter Kontrolle und traf in Torjägermanier zum 2:0 (71.). Nur vier Minuten später tanzte Ebnoutalib die Hamburger Abwehr aus und erhöhte souverän auf 3:0 (75.). Einen wuchtigen Abschluss von Daka konnte Atubolu nur unzureichend abwehren, Moffi schob den Abpraller zum 3:1 ein (79.). Doch die Hamburger schafften es nicht mehr, die Hessen weiter unter Druck zu setzen, und schieden so gegen effektive Frankfurter aus.

Leipzig dreht Rückstand in Unterzahl 

Die Essener erwischten gegen RB Leipzig einen Blitzstart: Nach einem verunglückten Rückpass von Castello Lukeba umkurvte Lucas Brumme Torhüter Örjan Nyland und netzte zum 1:0 ein (9.). Auch in der Folge blieb der Underdog die gefährlichere Mannschaft; Torschütze Brumme verpasste per Freistoß das 2:0 nur knapp (25.). Leipzig hatte zwar viel Ballbesitz, kam aber bis zur Pause kaum zum Abschluss. Kurz vor der Halbzeit schwächte sich der Favorit dann auch noch selbst: Nicolas Seiwald, der zehn Minuten zuvor bereits Gelb gesehen hatte, flog nach einem Foul an Essens Reisig mit der Ampelkarte vom Platz (44.).

In der zweiten Halbzeit erhöhten die Leipziger die Schlagzahl: Jakob Golz verhinderte nach einem Flachschuss von Gomis den Ausgleich (59.), kurz darauf hatte Nationalspieler David Raum ihn auf dem Kopf (63.). Es entwickelte sich ein Abnutzungskampf für den Drittligisten, in dem es lange Zeit nach einer Pokalsensation aussah. Doch in der Schlussviertelstunde zeigte der Champions-League-Teilnehmer seine Klasse: Antonio Nusa setzte sich über links durch und bediente in der Mitte Christoph Baumgartner, der zum 1:1 nur noch den Fuß hinhalten musste (78.). Vier Minuten später war es erneut Baumgartner, der einen Freistoß von rechts aus kurzer Distanz zum 1:2 über die Linie drückte (82.). Essen kämpfte im Anschluss tapfer weiter, kam aber nicht mehr zum Ausgleich.

Augsburg tut sich in Großaspach lange schwer

In Großaspach erwischte Bundesligist FC Augsburg den besseren Start. Nach einem langen Ball in den Strafraum legte Robin Fellhauer per Kopf für Rodrigo Ribeiro ab, der aus der Drehung zum 0:1 vollendete (13.). Kurz darauf hatte der Drittligist großes Pech: Marius Kunde scheiterte mit einem Distanzschuss am Innenpfosten und verpasste ein absolutes Traumtor um Zentimeter. Im direkten Gegenzug erhöhten die Gäste nach einem weiteren langen Ball auf 0:2, erneut traf Ribeiro (21.). Doch der Außenseiter ließ sich auch davon nicht beeindrucken und verkürzte zwei Minuten später durch Luca Molinari auf 1:2 (23.). Die Gastgeber waren im Anschluss gut im Spiel, kurz vor der Halbzeit verhinderte Finn Dahmen nach einem abgefälschten Schuss von Loris Maier den Ausgleich (45.).

Kurz nach der Pause kam der "Dorfklub" dann zum verdienten Ausgleich: Nach einer Ecke stieg Kapitän Volkan Celiktas am höchsten und erzielte per Kopf das 2:2 (47.). Ein Zweiklassenunterschied war kaum zu erkennen, doch dann schlug der Bundesligist zurück: Joker Arijon Ibrahimovic schlenzte einen zu kurz geklärten Ball sehenswert zum 2:3 in die lange Ecke (70.). Das war der endgültige Dosenöffner für die Schwaben, die keine fünf Minuten später durch den ebenfalls eingewechselten Anton Kade auf 2:4 erhöhten (74.). Von diesem Doppelschlag erholte sich der Drittligist nicht mehr.

Kategorien: DFB-Pokal

Autor: dfb