Google Pixel Frauen-Bundesliga

4:2 in Freiburg: Wolfsburg ist erneut Vizemeister

09.05.2026
Dreier zur Vizemeisterschaft: Wolfsburg sichert sich die Champions-League-Teilnahme Foto: DFB/dpa Picture-Alliance

Der VfL Wolfsburg wird die Spielzeit 2025/2026 in der Google Pixel Frauen-Bundesliga erneut als Vizemeister beenden. Das Team von Trainer Stephan Lerch gewann seine Auswärtspartie am 25. Spieltag beim SC Freiburg 4:2 (2:1), kann beim Saisonfinale am Sonntag, 17. Mai, nicht mehr vom zweiten Tabellenplatz verdrängt werden und ist damit auch für die Gruppenphase der UEFA Women's Champions League qualifiziert.

Vor der großen Kulisse von 5770 Zuschauer*innen beim Freiburger Heimabschluss im Dreisamstadion, begleitet von einem bunten Rahmenprogramm, gerieten die Wölfinnen zunächst durch einen frühen Treffer von Selina Vobian (5.) in Rückstand. Zwei Kopfballtore von Camilla Küver (33.) und Lena Lattwein (45.+4) sorgten aber noch vor der Pause für die Wende. In der zweiten Halbzeit brachten Sarai Linder (61.) und die eingewechselte Ella Peddemors (76.) den 17. Wolfsburger Saisonsieg endgültig unter Dach und Fach. Zwischenzeitlich hatte Alena Bienz (63.) noch einmal für den Sport-Club verkürzt.

Für den VfL Wolfsburg war es eine gelungene Generalprobe für das Finale um den DFB-Pokal. Am kommenden Donnerstag, 14. Mai (ab 16 Uhr, live bei Sky und im ZDF), treffen die Wölfinnen als Rekordpokalsiegerinnen im Kölner RheinEnergieSTADION auf die Meisterinnen und Titelverteidigerinnen des FC Bayern München.

Stephan Lerch: "Ziel erreicht"

"Wir haben unser Ziel erreicht: Platz zwei und damit die Qualifikation für Europa", sagte VfL-Trainer Stephan Lech: "Das macht uns sehr zufrieden, denn eine Tabelle lügt nicht. Das Spiel war ein Stück weit ein Spiegel der Saison: Viel Dominanz, viele Chancen, vier Tore, aber auch wieder individuelle Fehler, die den Gegner ins Spiel bringen. Entscheidend ist, wie die Mannschaft damit umgeht - und da haben wir erneut große Mentalität und Comeback-Qualitäten gezeigt. Dennoch müssen wir genau an diesen kleinen Fehlern arbeiten, weil sie auf diesem Niveau bestraft werden. Wenn wir daran arbeiten, haben wir am Donnerstag im Pokalfinale gegen den FC Bayern München die Möglichkeit, für eine Überraschung zu sorgen."

Freiburgs Trainer Edmond Kapllani meinte: "Trotz der Niederlage muss ich meiner Mannschaft ein Kompliment aussprechen. Die Spielerinnen haben großen Willen gezeigt und alles reingeworfen. Am Ende haben sich die Qualität und die Reife von Wolfsburgs durchgesetzt. Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben dann aber nach und nach ein wenig die Kontrolle verloren."

Alex Popp zurück im Kader

Im Vergleich zum 5:1-Auswärtserfolg beim FC Carl Zeiss Jena stellte Freiburgs Trainer Edmond Kapllani seine Anfangsformation auf vier Positionen um. Julia Stierli, Selina Vobian, Maj Schneider und Greta Stegemann starteten für U 23-Nationalspielerin Luca Birkholz (wegen muskulärer Beschwerden nicht im Kader) sowie Ingibjörg Sigurdardottir, Sophie Charlotte Nachtigall und Zoe Schick (alle Bank). Neben Birkholz fehlten auch weiterhin Ally Gudorf, die ihre Karriere aus persönlichen Gründen beenden wird, sowie Laura Benkarth (schwanger), Nia Szenk (muskuläre Probleme) und Tessa Blumenberg (Reha nach Knie-Operation).

Beim VfL Wolfsburg gab es gegenüber dem 3:2-Heimerfolg gegen RB Leipzig drei Umstellungen. Lena Lattwein, die nach ihrer Einwechslung gegen die Sächsinnen zwei Treffer erzielt hatte, sowie Janou Levels (nach Rotsperre) und Vivien Endemann rückten für Smilla Vallotto, Thea Bjelde und Ella Peddemors in die Startelf. Während die Partie für die angeschlagenen Kessya Bussy, Caitlin Dijkstra und Torhüterin Martina Tufekovic noch zu früh kam, gehörte die langjährige DFB-Kapitänin Alexandra Popp erstmals nach ihrer wochenlangen Verletzungspause wegen eines Muskelfaserrisses wieder zum Aufgebot, kam aber noch nicht zum Einsatz.

Die Begegnung bot gleich mehrere personelle Verbindungen zwischen beiden Klubs. Auf Seiten des VfL kehrten mit Janina Minge und Cora Zicai zwei Nationalspielerinnen an ihre frühere Wirkungsstätte zurück. Auf der Gegenseite lief Meret Felde, die von 2016 bis 2019 das Trikot der Wölfinnen getragen hatte, von Beginn an auf. Mit Tessa Blumenberg musste eine weitere Ex-Wolfsburgerin verletzungsbedingt zuschauen.

Selina Vobian nutzt Fehler

Für den Tabellenzweiten aus Wolfsburg begann die Partie denkbar schlecht. Im Aufbauspiel missglückte ein Rückpass von Justine Kielland komplett. Sie spielte den Ball unfreiwillig in den Lauf von Freiburgs U 23-Nationalspielerin Selina Vobien, die VfL-Torfrau Stina Johannes beim frühen 1:0 (5.) keine Abwehrchance ließ.

Auch in der Folgezeit störten die Breisgauerinnen die Gäste immer geschickt im Spielaufbau, ließen die Wölfinnen so nicht richtig zur Entfaltung kommen. Erst ab der Mitte der ersten Halbzeit bekam der VfL mehr Spielkontrolle und konnte sich dann auch erste gute Torchancen erarbeiten. So scheiterte DFB-Vizekapitänin Janina Minge beim Duell mit ihrem Ex-Klub aus etwa elf Metern an der glänzend reagierenden Torhüterin Rebecca Adamczyk.

Lattwein legt vor und trifft

Eine Standardsituation führte dann aber zum Ausgleich. Ein Freistoß von Svenja Huth aus dem Halbfeld konnte von der Freiburger Abwehr nicht entscheidend geklärt werden. Lena Lattwein brachte den Ball gefühlvoll nach innen, wo Nationalverteidigerin Camilla Küver per Kopfball zum 1:1 (33.) traf.

Kurz vor der Pause hatte Freiburgs Kapitänin Lisa Karl nach einem Zuspiel von Svenja Fölmli die Möglichkeit, ihr Team erneut in Führung zu bringen, konnte Stina Johannes jedoch nicht überwinden. Stattdessen legten die Wolfsburgerinnen nach. Eine Maßflanke von Sarai Linder köpfte Lena Lattwein präzise per Aufsetzer zum 1:2 (45.+4) ins Netz.

Johannes im Blickpunkt

In der Anfangsphase der zweiten Halbzeit musste der SC Freiburg erstmals wechseln, weil sich Svenja Fölmli verletzt hatte. Die Schweizer Mittelstürmerin, die zur neuen Saison zur TSG Hoffenheim wechseln wird, wurde von Sophie Nachtigall ersetzt. Einen weiteren Rückschlag mussten die Breisgauerinnen hinnehmen, als Nationalspielerin Sarai Linder aus der Drehung von der Strafraumgrenze abzog und der Ball zum 1:3 (61.) ins Netz kullerte. Torhüterin Rebecca Adamczyk, die ab der kommenden Spielzeit für den 1. FC Nürnberg spielen wird, ließ die Kugel unter ihrem Körper durchrutschen.

Der SC Freiburg schlug aber sofort zurück und verkürzte nahezu postwendend. Die eingewechselte Sophie Nachtigall setzte sich auf der rechten Seite gegen zwei Wolfsburgerinnen durch und legte mustergültig für Alena Bienz auf, die unhaltbar zum 2:3 (63.) erfolgreich war. Vom Innenpfosten sprang die Kugel ins Netz. Damit leitete die Schweizerin eine Drangphase der Breisgauerinnen ein. Immer wieder stand Stina Johannes im Blickpunkt, der Ausgleich gelang jedoch nicht.

Stattdessen stellte der VfL Wolfsburg den alten Abstand wieder her. Nach einer kurz ausgeführten Ecke und der folgenden Flanke von Svenja Huth traf Janina Minge mit einem Kopfball die Latte. Den Abpraller drückte jedoch die eingewechselte Ella Peddemors ebenfalls per Kopf zum 2:4 (75.) über die Linie. Dabei blieb es bis zum Abpfiff.

Kategorien: Google Pixel Frauen-Bundesliga

Autor: mspw