Google Pixel Frauen-Bundesliga

4:2 in Essen: Union kommt Klassenverbleib näher

31.01.2026
Big Point im Abstiegskampf: Union vergrößert Vorsprung auf Gefahrenzone auf neun Punkte Foto: IMAGO

Aufsteiger 1. FC Union Berlin ist dem Klassenverbleib in der Google Pixel Frauen-Bundesliga einen großen Schritt nähergekommen. Das Team von Trainerin Ailien Poese kam am 16. Spieltag trotz eines 0:2-Rückstands noch zu einem 4:2 (1:2)-Auswärtssieg beim Tabellenvorletzten SGS Essen und baute den Abstand zur Gefahrenzone damit auf recht komfortable neun Punkte aus.

Vor 1502 Zuschauer*innen im Stadion an der Hafenstraße brachten Paulina Platner (36.) und Ramona Maier (43.) zunächst die Essenerinnen 2:0 in Führung. Union-Kapitänin Lisa Heiseler (45.+2) verkürzte aber unmittelbar vor der Pause. In der zweiten Halbzeit brachte ein Doppelpack von Eileen Campbell (51./63.) die Gästinnen auf die Siegerstraße, ehe Lia Kamber (90.+8) praktisch mit dem Schlusspfiff für den Endstand sorgte. Die SGS Essen ging zum dritten Mal nacheinander leer aus und bleibt auf einem Abstiegsplatz.

Lisa Heiseler: "Knoten geplatzt"

"Wir hatten in der ersten Halbzeit einige Probleme, die richtigen Lösungen zu finden", sagte die Berliner Torschützin Lisa Heiseler im Interview. "Wir haben jedoch auf unsere Stärken vertraut und nach der Pause ist der Knoten geplatzt."

Matchwinnerin Eileen Campbell erklärte: "Wir haben viel Mentalität gezeigt, nach dem Rückstand alles gegeben und uns am Ende belohnt. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft mit den beiden Toren helfen konnte, habe aber auch sehr gute Vorlagen bekommen."

Essens Angreiferin Ramona Maier meinte: "Dass wir unmittelbar vor der Halbzeit noch den Anschlusstreffer bekommen haben, war sehr ärgerlich. Bei den Gegentoren haben wir immer wieder ähnliche Fehler gemacht. Das müssen wir aufarbeiten, die Köpfe hochnehmen und uns gut auf den nächsten Gegner vorbereiten."

SGS-Mittelfeldspielerin Paulina Platner betonte: "Trotz der Niederlage können wir auf die gezeigte Leistung aufbauen. Es sind noch sehr viele Spiele, wir müssen einfach weitermachen."

Debüt für Dänin Maria Olsen

Bei ihrer Heimpremiere als neue SGS-Cheftrainerin setzte Heleen Jaques auf dieselbe Anfangsformation, die im ersten Ligaspiel nach der Winterpause beim direkten Konkurrenten Hamburger SV (1:2) begonnen hatte. Neu im Kader war die dänische Angreiferin Maria Agerholm Olsen, die erst am Vortag vom österreichischen Tabellenführer Austria Wien ins Ruhrgebiet gewechselt war. Die 25-Jährige nahm zunächst auf der Bank Platz, wurde aber in der Schlussphase erstmals eingewechselt und feierte ihr Debüt.

Beim 1. FC Union, der im Hinspiel (2:0) seinen ersten Dreier überhaupt in der höchsten deutschen Frauen-Spielklasse gelandet hatte, rückten im Vergleich zur 1:2-Heimniederlage zum Auftakt gegen Bayer 04 Leverkusen mit Hannah Eurlings und Winterzugang Lia Kamber zwei neue Spielerinnen in die Startelf. Sie ersetzten Antonia Halverkamps (Bank) und Sophie Weidauer, die verletzungsbedingt passen musste. Außerdem mussten die "Eisernen" auf die Dienste von Anna Aehling, Korina Janež, Mariann Noack, Tomke Schneider und Judith Steinert verzichten. Außerdem fehlte Jenny Hipp wegen der fünften Gelbe Karte.

SGS-Doppelschlag zum 2:0

Schon früh verzeichneten beide Teams vielversprechende Offensivaktionen. Während Essens Offensivspielerin Shari van Belle mit einer Direktabnahme an Union-Torfrau Cara Bösl scheiterte, klärte SGS-Abwehrspielerin Lena Ostermeier nach einem Kopfball von Eileen Campbell kurz vor der Torlinie.

Insgesamt hatten die Gäste aus der Hauptstadt in den ersten 30 Minuten etwas mehr vom Spiel, konnten daraus aber kein Kapital schlagen. Wesentlich effektiver präsentierte sich zunächst die SGS Essen. Zunächst traf Mittelfeldspielerin Paulina Platner mit einem Aufsetzer aus etwa 22 Metern zum 1:0 (36.). Nur wenig später erhöhte Mittelstürmerin Ramona Maier auf 2:0 (43.), nachdem sie sich im Anschluss an einen Einwurf von Kapitänin Jacqueline Meißner geschickt um ihre Gegenspielerin Samantha Steuerwald drehte. Kurz zuvor hatte SGS-Torhüterin Kim Sindermann einen weiteren Kopfball von Eileen Campbell stark pariert und den möglichen Ausgleich verhindert.

Als alles darauf hindeutete, dass die Esserinnen mit einem 2:0-Vorsprung in die Kabinen gehen würden, schlugen die "Eisernen" in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs doch noch zu. Eine Hereingabe von Eileen Campbell drückte Union-Spielführerin Lisa Heiseler aus kurzer Entfernung zum 2:1 (45.+2) ins Netz.

Campbell dreht das Spiel

Obwohl Essens Offensivspielerin Leonie Köpp, die schon in der Anfangsphase für die angeschlagene Laureta Elmazi eingewechselt worden war, den ersten Abschluss der zweiten Halbzeit verzeichnete und dabei das Union-Tor mit einem Flachschuss verfehlte, machten die Berlinerinnen zu Beginn der zweiten Halbzeit deutlich mehr Druck. So musste Essens Torhüterin Kim Sindermann bei einem Abschluss von Lisa Heiseler schon ihr gesamtes Können aufbieten, um den Ball über die Latte zu lenken. Kurz darauf konnte sie jedoch den 2:2-Ausgleich (51.) durch Eileen Campbell nicht verhindern. Einen Eckball konnten die Essenerinnen nicht aus der Gefahrenzone befördern, so dass die Österreicherin im Nachsetzen zur Stelle war.

Trotz des verspielten Vorsprungs ließen die Gastgeberinnen nicht die Köpfe hängen, sondern hätten fast schon im Gegenzug den erneuten Führungstreffer erzielt. Nach einem Querpass von Ramona Maier kam Shari van Belle kurz vor dem Tor an die Kugel, traf sie aber nicht richtig, so dass Cara Bösl noch klären konnte.

Nach einer Stunde bewies Union-Trainerin Ailien Poese mit der Einwechslung von Naika Reissner ein glückliches Händchen. Gleich mit ihrer ersten Aktion bereitete die 21 Jahre alte Offensivspielerin den Siegtreffer vor. Ihre Flanke nahm Eileen Campbell am zweiten Pfosten direkt und traf zum 2:3 (62.) ins kurze Eck.

Nach dem Rückstand drängte die SGS Essen auf den Ausgleich, fand aber vor allem in der Schlussphase nicht mehr die richtigen Mittel, um den 1. FC Union noch in arge Verlegenheit zu bringen. Viele Angriffe verpufften schon vor dem gegnerischen Strafraum. Die besseren Torchancen hatten die Gäste. Lisa Heiseler verpasste noch den vierten Treffer, als sie im Fallen das leere Tor verfehlte. Tief in der Nachspielzeit stellte jedoch die Schweizerin Lia Kamber bei ihrem Startelfdebüt per Kopfball den 4:2-Endstand her (90.+8).

Kategorien: Google Pixel Frauen-Bundesliga

Autor: mspw