U 17-Juniorinnen
4:2 gegen Marokko: U 17-Juniorinnen sichern vorzeitig Gruppensieg
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Die deutschen U 17-Juniorinnen haben mit einer starken Leistung bei der Weltmeisterschaft in Marokko ihren zweiten Sieg eingefahren und vorzeitig ihren Platz im Achtelfinale gesichert. Mehr noch: Durch das 4:2 (3:0) gegen die Gastgeberinnen in Salé vor den Toren der marokkanischen Hauptstadt Rabat ist der DFB-Auswahl der erste Platz in der Gruppe A durch die gewonnenen Direktvergleiche bereits vor der abschließenden Vorrundenpartie gegen Neuseeland am Freitag (ab 20 Uhr, live bei DAZN und FIFA+) nicht mehr zu nehmen.
In einem ersten Durchgang, in welchem der deutsche Nachwuchs teilweise wie entfesselt agierte, belohnten Marie Kleemann (27.), Lena Martens (34.) und Clara Choisy (45.+2) das Team von DFB-Trainerin Sabine Loderer für ihre teils deutliche Überlegenheit. Nach der Pause traf zunächst Mia Giesen vom Elfmeterpunkt (50.), bevor Nessma Mouradi für die Marokkanerinnen zumindest noch zwei Treffer gelangen (64., 90.+5 per Foulelfmeter).
"Ich bin sehr zufrieden. Wir wollten mit einem Sieg den ersten Platz in der Gruppe und den Einzug in die K.o.-Runde absichern. Das haben wir geschafft. Damit haben wir unser Minimalziel bei der WM erreicht", sagte Loderer. "Die Mädels haben es sehr gut gemacht. In der zweiten Halbzeit wurde es etwas hektisch, aber das ist bei der Atmosphäre hier normal. Die Mädchen in den Alter sind das nicht gewohnt. Wir stehen nun vorzeitig im Achtelfinale - wie schon bei der EM. Nun erholen wir uns und schauen auf den nächsten Schritt - und das ist das Spiel gegen Neuseeland. Wir wollen uns auch da gut präsentieren und uns für die K.o.-Runde einspielen. Wir sind in den vergangenen 28 Monaten, seitdem ich mit den Mädels zusammenarbeite, gut damit gefahren, einen Schritt nach dem anderen zu gehen."
Umkämpfter Spielauftakt
Im Gegensatz zum verhaltenen Start beim 2:1 gegen Argentinien im ersten Spiel legten die nominell unveränderten Europameisterinnen bei mit 22 Grad angenehmen Temperaturen schwungvoller los: Clara Choisy kam bereits nach 50 Sekunden zu einer kleineren Kopfballchance. Auch danach suchte die DFB-Auswahl mit viel Ballbesitz und aggressivem Pressing die Lücke im Abwehrverbund der Gastgeberinnen, die mit einem 4:0 gegen Neuseeland ins Turnier gestartet waren.
Die erste Großchance hatte aber Marokko: Nach einem schnellen Gegenstoß über die Außenbahn schoss Sonia Abajiou freistehend im Rückraum aus etwa zehn Metern in die Arme der deutschen Torhüterin Mirja Kropp (10.). Daraufhin agierte Marokko mutiger, und es entwickelte sich ein umkämpfter Schlagabtausch beider Mannschaften - zumeist im Mittelfeld.
Aber auch Deutschland legte immer wieder den Vorwärtsgang ein und wurde binnen weniger Minuten mehrfach brandgefährlich. Eine tückische Hereingabe von Kleemann von der seitlichen Strafraumgrenze ließ Marokkos Torfrau Fatiha Naam nach vorne prallen, der Nachschuss von Martens wurde geblockt. Nur zwei Minuten später wäre den Gastgeberinnen um ein Haar ein Eigentor unterlaufen: Eine aussichtsreiche Vorlage von Kleemann klärte Hiba Youssoufi mit Mühe und Not an den Außenpfosten (19.). In der 20. Minute rettete Naam danach mit einer Hand vor der einköpfbereiten Laura Ernst (20.).
Kleemann bricht den Bann
Als Marokko die deutsche Drangphase überstanden haben zu schien, schlug das DFB-Team zu: Einen Freistoß aus dem Halbfeld von Mia Giesen klärte Malak Krafia nur halbherzig aus der Gefahrenzone vor die Füße von Kleemann, die den Ball aus etwa sechs Metern ins Tor schob. Naam war zwar noch dran, konnte aber nicht entscheidend abwehren (27.). Die Europameisterinnen blieben am Ball und legten zügig nach. Nach einer Giesen-Flanke von der Grundlinie stand im Zentrum Martens goldrichtig und lenkte den Ball sehenswert mit dem Außenrist zum 2:0 ins Toreck (34.).
Auch danach hatte das deutsche Team das Spiel komplett im Griff. Bei einem Distanzschuss von Muriel Dürr, der knapp am Tor vorbeirauschte, wäre in der 43. Minuten durchaus mehr drin gewesen. Auch ein Freistoßtrick aus 17 Metern zentraler Position von Giesen und Kleemann sorgte für Torgefahr, der satte Schuss von Kleemann zischte aber knapp am gegnerischen Tor vorbei (45.). Doch es war noch immer nicht alles: Nach einem sagenhaften Tempodribbling von Dürr im gegnerischen Sechzehner hatte die Stuttgarterin noch ein Auge für Choisy im Zentrum, die trocken zum dritten Tor abschloss (45.+2).
Elfmeter bringt den vierten Treffer
Bereits zu Beginn des zweiten Durchgangs bekam das deutsche Team nach einem Foul von Amana Lakradi an Giesen an der seitlichen Strafraumgrenze einen Foulelfmeter zugesprochen (47.). Die Gefoulte trat selbst an und verwandelte sicher flach in das von ihr aus gesehene rechte Eck (50.). Mit dem großen Vorsprung im Rücken ging die deutsche Mannschaft nicht mehr mit der allerletzten Konsequenz zu Werke und erlaubte somit auch den Nordafrikanerinnen den einen oder anderen gefälligen Vorstoß. Doch entweder war dann eine deutsche Abwehrspielerin oder Kropp zur Stelle. In der 58. Minute landete eine nicht ungefährliche Flanke auf dem marokkanischen Tordach (58.).
Ein Gegentreffer schärfte dann die Sinne der DFB-Auswahl. Nach einer gelungenen Einzelaktion von Mouradi im Dribbling mit der eingewechselten Miriam Arici stand es dann nur noch 4:1 aus deutscher Sicht (64.). In der Folgezeit boten die Europameisterinnen wieder mehr Offensivaktionen an. Einen vermeintlichen fünften Treffer von Fiona Itgenshorst pfiff die australische Schiedsrichterin Lara Lee wegen einer Abseitsstellung zurück (72.).
Marokko kam mit einem satten Schuss aus der zweiten Reihe von Charaf Boughazi, der knapp am Tor vorbeizischte, einem zweiten Treffer nah (79.). Nach einem Foulspiel von Spielführerin Johanna Hebben an Mouradi gab es diesen dann aber per Foulelfmeter durch die Gefoulte (90.+5). In den letzten Minuten wurde es dann zwar hitzig, der deutsche Erfolg geriet aber nicht mehr in Gefahr.
Kategorien: U 17-Juniorinnen
Autor: sid/bt

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