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Gewalt im Fußball früh erkennen & entgegenwirken

Eines von 2.000 Amateurspielen muss abgebrochen werden. 0,05 Prozent –mathematisch ein niedriger Wert. Den Schiedsrichter in der Kreisliga beruhigen Statistiken indes nicht. Auch weil im Social-Media-Zeitalter zehntausende den Faustschlag gegen den Unparteiischen zu sehen bekommen, wird immer häufiger über die Gewalt auf den Fußballplätzen gesprochen. Und viele beobachten, dass die Intensität der Gewalttaten wächst.

"Wir müssen erstmals einen leichten Anstieg von Fällen verzeichnen, bei denen Schiedsrichter angegriffen wurden. Und das, obwohl gegenüber der Vorsaison knapp 50.000 Spiele weniger absolviert wurden“, sagte DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann, als die Zahlen des Lagebilds 2019 veröffentlicht wurden.

Im zweiten Baustein des Gewaltpräventionskonzepts wird die Früherkennung von Vorfällen vereinfacht und geschärft. Seit der Saison 2014/2015 erhebt der DFB kontinuierlich anhand der Schiedsrichter-Angaben im Online-Spielbericht im DFBnet ein bundesweites Lagebild. Dies ermöglicht die flächendeckende Erfassung wöchentlich aktualisierter Daten, auf deren Grundlage Präventions- und Interventionsmaßnahmen zugeschnitten und potentielle Risikospiele antizipiert werden können. Bei bereits auffällig gewordenen Vereinen und Mannschaften werden verstärkt Spielbeobachtungen durchgeführt, um künftigen Gewalthandlungen vorzubeugen.

Eine weitere Maßnahme, um Gewaltvorfällen im Amateurfußball vorzubeugen, ist auch die Stärkung der Ordner*innen. Deshalb stattete der DFB zur Saison 2014/2015 alle knapp 22.000 aktiv am Spielbetrieb teilnehmenden Vereine mit je vier Ordnerwesten aus und erstellte und verbreitete Schulungsmaterialien für Ordner*innen.

Mit Beginn der Saison 2016/2017 hat der DFB für die Vereine Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Sicherheit im Amateurfußball erarbeitet. Das Ziel: Vereinen Hilfestellungen mit auf den Weg zu geben, um gewalttätige und diskriminierende Vorfälle in ihrem Zuständigkeitsbereich möglichst zu verhindern. Daraus ist im April 2018 der "Leitfaden Sicherheit im Amateurfußball" entstanden. Dieser ist an die Landesverbände gesandt worden, die ihn den zuständigen Mitarbeiter*innen und über ihre Homepage allen Interessierten zur Verfügung stellen. Die regelmäßig stattfindenden Tagungen der LV-Sicherheitsbeauftragten sollen nunmehr auch dazu dienen, den Leitfaden kontinuierlich weiterzuentwickeln, um den Bedarfen der LV und deren Vereinen gerecht zu werden.