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SAISONREPORT 2020/2021: Erträge und Personalkosten trotz Pandemie gestiegen

Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, insbesondere die eingeschränkte Zulassung von Zuschauer*innen, haben in der vergangenen Saison zu spürbaren Verschiebungen innerhalb der Erträge und Aufwendungen in der 3. Liga geführt. Eine dramatische Schieflage hat dies auf die gesamte Liga bezogen nicht ausgelöst - trotz des Insolvenzfalls des KFC Uerdingen im erfassten Zeitraum. Dies ist eine der Haupterkenntnisse aus dem Saisonreport 2020/2021 der 3. Liga, den der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nun veröffentlicht hat.

Bemerkenswert: Die Klubs verbuchten trotz der Auswirkungen der Pandemie mit 215,8 Millionen Euro erneut einen Rekord bei den Gesamterträgen. Durchschnittlich nahm ein Drittligist in der Vorsaison 11,358 Millionen Euro ein und damit so viel wie nie zuvor. Zurückzuführen ist dies auf eine deutliche Steigerung der Sonstigen Erträge, unter die auch öffentliche Zuschüsse wie Corona-Hilfen und Überbrückungsgelder fallen. Die Spielerträge machten aufgrund der gravierenden Einschränkungen bei den Zuschauer*innen in den Stadien nur drei Prozent im Ertragsbereich der Klubs aus.

Lücke zwischen Kosten und Einnahmen deutlich kleiner geworden

Die Lücke zwischen den durchschnittlichen Erträgen und durchschnittlichen Aufwendungen reduzierte sich im Vergleich zu den Spielzeiten 2018/2019 und 2019/2020 deutlich. Die Ausgaben pro Klub sanken im Durchschnitt um 600.000 Euro auf 11,8 Millionen Euro pro Klub. Mit Abstand größter Posten sind die Personalaufwendungen Spielbetrieb, also die Kosten für Mannschaft und Trainerteam. Hier erhöhten sich die Ausgaben der Klubs nochmals auf den neuen Höchstwert von durchschnittlich 4,9 Millionen Euro. Die Personalaufwendungen Spielbetrieb umfassten damit knapp 42 Prozent der Gesamtausgaben.

Sechs Klubs erzielten einen Saisonüberschuss, 13 schlossen die Spielzeit mit einem Fehlbetrag ab. Ein positives Eigenkapital wiesen neun Klubs auf, bei zehn war das Eigenkapital negativ. Im ligaweiten Durchschnitt fiel das Eigenkapital zum zweiten Mal in der Geschichte der 3. Liga positiv aus.

Das traurigste Kapitel der Saison 2020/2021 schrieb der KFC Uerdingen mit seinem Insolvenzantrag. Die Fehlentwicklung bei den Krefeldern führte zunächst zu einem Punktabzug, später dann zur Zulassungsverweigerung für die folgende Spielzeit.

Frymuth: "Verantwortungsvolles Handeln ist unerlässlich"

"Solche Vorkommnisse sind dem Image der 3. Liga sicher nicht zuträglich", sagt Peter Frymuth auch mit Blick auf den Fall Türkgücü München aus der aktuellen Saison 2021/2022: "Gleichzeitig verdeutlicht es, wie wichtig solides Wirtschaften und wie wichtig ein verbindliches Regelwerk in Form des Zulassungsverfahrens ist. Die Erkenntnis ist nicht neu, aber man kann sie nicht oft genug wiederholen: Beim natürlichen Streben nach größtmöglichem sportlichem Erfolg muss jeder Klub die ganzheitliche, nachhaltige Entwicklung seiner Strukturen im Blick behalten. Verantwortungsvolles Handeln ist dabei unerlässlich, es ist die Basis dauerhaften Erfolges."

Umso wichtiger war die Arbeit der Task Force "Wirtschaftliche Stabilität 3. Liga", die im Herbst 2021 zum Abschluss kam. Die Empfehlungen der Task Force und die daraus erfolgten Beschlüsse des DFB-Präsidiums sollen helfen, die Rahmenbedingungen in der 3. Liga zu verbessern, angemessenes Wirtschaften künftig noch stärker zu fördern und die 3. Liga auf ein robusteres Fundament zu stellen.

Die ersten verabschiedeten Maßnahmen greifen mit Beginn der Saison 2022/2023, weitere Beschlüsse wie die Verschärfung der Eigenkapitalauflage und die Verankerung des Financial Fairplay im Zulassungsverfahren sind ab 2023/2024 verbindlich. "Die 3. Liga macht damit einen großen Schritt nach vorne", meint Frymuth.