Integration

Integration ist ein Beleg für die Kraft des Fußballs. Sie schreibt längst Sportgeschichte. Europas große Fußballnationen schicken heute Spieler auf den Platz, deren Eltern einst zugewandert sind – nach Frankreich, in die Niederlande, auch nach Deutschland. Der DFB hat viel bewegt im Bemühen, die Integration, verstanden als aktives Werben für ein respektvolles Zusammenleben von Menschen kulturell unterschiedlicher Herkunft, bei den Amateurvereinen weiter voranzutreiben.

Seit Herbst 2006 ist das Thema Integration in den Strukturen des DFB fest verankert: durch den ehrenamtlichen Integrationsbeauftragten Cacau, der das Amt im November 2016 von Gül Keskinler übernahm, und einen zuständigen DFB-Vizepräsidenten. Innerhalb der DFB-Zentralverwaltung wurde Integration von Beginn an als Querschnittsaufgabe verstanden und ist in der „gesellschaftlichen Verantwortung” angesiedelt. Durch die Ernennung von Landesverbands-Beauftragten entstand auch regional die nötige Grundlage. Somit wurden innerhalb des föderal organisierten Verbandes trag-fähige Strukturen zur Förderung der Integration geschaffen.

Integrationspreis, Aktionstag, Praxishandbuch und TV-Spot

Der „DFB und Mercedes-Benz Integrationspreis“ ist mit 150.000 Euro in Sach- und Geldpreisen eine der höchstdotierten sozialen Auszeichnungen in Deutschland. Seit 2007 wird der Preis jährlich unter der Schirmherrschaft von Oliver Bierhoff verliehen. Sami Khedira, Jérôme Boateng und Ilkay Gündogan waren 2012 Ehrengäste der Preisgala, 2011 hielt Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel eine Ansprache. Im Frühjahr 2009 fand an mehr als 650 Standorten der DFB-Mini-Spielfelder ein Aktionstag zur Integration statt. Eine Experten-Kommission formulierte Leitlinien für das Vorgehen. Das 2011 entwickelte „Praxishandbuch Integration“ enthält über 200 Praxistipps. Mehr als 100.000 Exemplare wurden an die Vereine verteilt. Fast fünf Jahre lief vor der Übertragung eines A-Länderspiels ein von Regisseur Sönke Wortmann gedrehter Integrationsspot. Addiert sahen 335 Millionen TV-Zuschauer diesen Spot.

Deutschland braucht alle seine Menschen für eine tragfähige Prosperität. Und der Fußball braucht den Nachwuchs, um stark zu sein und stark zu bleiben. Der Blick auf einige Zahlen zur Bevölkerungsstruktur zeigt: Bei einer Gesamtbevölkerung von 82,3 Millionen Bürgern hatten laut Angaben des Statistischen Bundesamtes 15,4 Millionen Menschen einen Migrationshintergrund (Stand 2009). Rund ein Fünftel der Menschen in Deutschland sind zugewandert, haben ausländische Eltern, wurden eingebürgert oder sind Spätaussiedler. Bei den Kindern bis fünf Jahren betrug der Anteil dagegen schon mehr als 50 Prozent (1,16 Millionen deutsche Kinder, 582.000 Kinder mit Migrationshintergrund). Fast jedes fünfte Mitglied im DFB hat einen Migrationshintergrund – deutlich mehr als im gesamten Sport, für den der Anteil bei unter zehn Prozent liegt.

„Mit großem Engagement leistet der DFB einen wertvollen Beitrag"

Jeder zweite deutsche Nationalspieler der WM 2030 dürfte also einen Migrationshintergrund haben. Auch als „Anbieter“ der stärksten Partizipationssportart müssen den DFB diese Zahlen interessieren. Fußball will zukunftsfähig bleiben, dafür müssen die Vereine ein „kundenorientiertes“ Angebot machen. Das Spiel mit dem Fußball schafft die vielleicht wichtigsten Begegnungsstätten für Ausländer, Migranten und Deutsche.

Die Entwicklung eines Schulungsmoduls „Interkulturelle Kompetenz“ im Rahmen der Trainer-C-Lizenz war eine von zehn Aufgaben, zu denen sich der DFB gegenüber der Bundesregierung im Nationalen Integrationsplan (NIP) verpflichtet hatte. Prof. Dr. Maria Böhmer, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, sagt: „Mit seinem großen Engagement leistet der DFB einen wertvollen Beitrag. Mesut Özil und Jérôme Boateng sind Brückenbauer und wichtige Vorbilder für Migranten: Wer sich anstrengt, kann den sozialen Aufstieg schaffen. Zugleich bringt der DFB Integration in die Fläche.“