Die Geschichte des DFB-Pokals

Der Pokal, so heisst es seit jeher im Volksmund, hat seine eigenen Gesetze. Doch nicht nur das, er schreibt zudem seine eigenen Geschichten.

Und zwar reichlich. In der mittlerweile über 70-jährigen Historie des Vereinspokals des Deutschen Fußball-Bundes, eigentlich nur DFB-Pokal genannt, sind zahllose interessante Anekdoten zusammengekommen. Schon eine kleine Auswahl zeigt, warum sich der DFB-Pokal solch großer Beliebtheit erfreut.

Die erste Geschichte des deutschen Pokals schrieben die „Clubberer“. Am 8. Dezember 1935 war das. An diesem Tag besiegte der 1. FC Nürnberg vor 60.000 Zuschauern im ausverkauften Düsseldorfer Rheinstadion den amtierenden Deutschen Meister FC Schalke 04 mit 2:0 und wurde somit erster deutscher Pokalsieger. Und die Nürnberger waren es auch, die vier Jahre später als erster Verein zum zweiten Mal den Pokal gewinnen konnten. Bis zum Jahr 2007 folgte dann jedoch 1962 nur noch ein weiterer Erfolg, sodass der „Club“ heute in der Liste der erfolgreichsten Pokalmannschaften nicht mehr ganz vorne zu finden ist.

Dort rangiert, wie es sich für den deutschen Rekordmeister gehört, der FC Bayern München mit insgesamt 16 Erfolgen (bei 19 Finalteilnahmen) unangefochten an der Spitze. Zudem gelang den Bayern mit dem 16:1 gegen die Amateure der DJK Waldberg in der Saison 1997/1998 auch der bislang höchste Sieg in der deutschen Cup-Geschichte.

Der FC Bayern war freilich auch ab und an mit von der Partie, wenn der DFB-Pokal seine eigenen Gesetze offenbarte, der fußballerische David dem Goliath richtig eins auswischte und dadurch den besonderen Mythos des Vereinspokals untermauerte. So flogen die Münchener seit Einführung der Bundesliga gleich dreimal frühzeitig gegen Amateurmannschaften aus dem Wettbewerb: 1990 beim FV 09 Weinheim, vier Jahre später gegen den Bayernligisten TSV Vestenbergsgreuth und in der Saison 2000/2001 beim damaligen Oberligisten 1. FC Magdeburg.

Doch das Los, „negativer“ Teil einer echten Pokalsensation zu sein, teilt der FC Bayern wohl mit allen Bundesligisten. Eigentlich in jeder Spielzeit gelang und gelingt es einem oder mehreren der sogenannten „Kleinen“, den etablierten Klubs ein Bein zu stellen. „Auf die Spitze“ trieb es dabei die Eintracht aus Trier. In der Saison 1997/1998 schmiss der damalige Drittligist in der zweiten Runde zunächst den amtierenden UEFA-Pokal-Sieger FC Schalke 04 aus dem Pokal, ehe eine Runde später dann der Champions-League-Titelträger Borussia Dortmund dran glauben musste.

Was der Trierer Eintracht allerdings verwehrt blieb, der Einzug in das Endspiel des nationalen Pokals, gelang drei anderen Amateurmannschaften: der zweiten Mannschaft von Hertha BSC Berlin (1993 gegen Bayer 04 Leverkusen), Energie Cottbus (1997 gegen den VfB Stuttgart) und zuletzt dem 1. FC Union Berlin (2001 gegen den FC Schalke 04). Die ganz große Sensation blieb allerdings aus, denn in den Finalspielen setzten sich die favorisierten Bundesligisten jeweils durch.