Integrationsbotschafter

Der Kosovo, Kamerun und Frankreich und die USA: Das sind die kulturellen Wurzeln der Botschafter des DFB beim Thema Integration. Fatmire "Lira" Alushi, Jimmy Hartwig und Celia Sasic tun dies aus Überzeugung und mit viel Einsatz. Hier haben die Botschafter das Wort.

Fatmire ‚Lira’ Alushi
"Der Fußball erleichtert einem das Ankommen. Dass der DFB und Mercedes-Benz jährlich einen Integrationspreis verleihen, ist einfach gut. Die Erstplatzierten gewinnen einen Transporter, der in der Jugendabteilung immer gebraucht wird. Noch wichtiger aber ist es, dass hier Vorbilder ausgezeichnet werden. Für alle Einwanderer scheint mir der wichtigste Ratschlag zu sein: ‚Lernt die Sprache. Und treibt Sport, denn der Sport verbindet.’ Am Anfang, als meine Familie aus dem Kosovo nach Deutschland kam, war es wirklich nicht einfach. Ich wusste nicht, worüber die anderen Kinder redeten, ich war draußen. Neben der Schule hat mir der Fußball am meisten geholfen. Es ist schön, wenn man als Vorbild angesehen wird. Gerade von Kindern. Das macht mich stolz. Und daraus resultiert eine Verantwortung im Alltag, die ich gerne wahrnehme."

Jimmy Hartwig
"Seit ein paar Jahren häufen sich bei mir die Anfragen. Große Firmen rufen mich an, damit ich vor den Belegschaften über Integration, Chancen und Teilhabe spreche. Auch etliche Schulklassen. Ich komme ran an die Kids und kann wirklich etwas bewegen. Wenn ich mit Talenten spreche, sage ich ihnen: In fünf Minuten kann der Fußball erledigt sein. Schule ist wichtig. Was in deinem Kopf ist, kann dir keiner wegnehmen. Schon in den Schulen bilden sich die Cliquen. Das ist mir viel zu viel Abschottung und Abgrenzung. Wir müssen neugieriger aufeinander sein."

Celia Sasic
"Mein Vater stammt aus Kamerun, meine Mutter ist Französin, die Familie meines Ehemanns stammt aus Kroatien. Anfang 2004 nahm ich die deutsche Staatsbürgerschaft an, rund ein Jahr später bestritt ich als zweitjüngste Debütantin überhaupt mein erstes Länderspiel für die Frauen-Nationalmannschaft. In meinem Elternhaus wurde früher ausschließlich Französisch gesprochen. Der Fußball hat mir sehr geholfen, mich problemlos in die deutsche Gesellschaft zu integrieren, sodass ich studieren konnte und für die Nationalmannschaft spielen kann. Durch den Sport wurde mir bewusst, dass auch Kinder mit Migrationshintergrund Aufstiegschancen haben."