Gehörlosenfußball

Große Unterschiede zum gewöhnlichen Fußballsport existieren nicht. Auch im Gehörlosenfußball ist der Ball rund und ein Spiel dauert 90 Minuten. Dennoch gibt es einen kleinen Unterschied…

Anders als anderen Arten des Inklusionsfußball, wird Gehörlosenfußball in Deutschland von einer Menge Fußballer gespielt. Gut 55 Vereine mit mehr als 100 Mannschaften und über 2000 Fußballerinnen und Fußballern sind im Gehörlosenfußball aktiv. Viele Teams spielen in den regulären Ligen der DFB-Landesverbände mit.

Große Unterschiede zum gewöhnlichen Fußballsport gibt es nicht. Auch im Gehörlosenfußball wird nach FIFA-Regeln gespielt. Um am Gehörlosenfußball teilnehmen zu können, muss die jeweilige Hörbehinderung durch einen audiologischen Test nachgewiesen werden.

Flagge statt Pfiff

Der hauptsächliche Unterschied liegt in der Kommunikation mit dem Schiedsrichter. Statt der Trillerpfeife benutzen die Schiedsrichter häufig Flaggen, um eine Regelwidrigkeit anzuzeigen. Da es für Schiedsrichter im Fußball ohnehin auch auf Kommunikation mit Körpersprache, Gestik und Mimik ankommt, ist der Unterschied jedoch gar nicht so groß.

Nationaler Spielbetrieb

Auch im Gehörlosensport ist Fußball die Sportart Nummer eins in Deutschland. Somit ist es wenig verwunderlich, dass Fußball beim Deutschen Gehörlosen-Sportverband e.V. die größte Sparte darstellt. Der Deutsche Gehörlosen-Sportverband e.V. und seine Landesverbände organisieren den nationalen Spielbetrieb. Dabei spielen die einzelnen Landesverbände von Frühjahr bis Herbst im Rahmen einer Gruppenphase ihre Landesmeister aus. Anschließend wird der Deutsche Meister im Ko-System ermittelt. Deutscher Meister 2015 wurde übrigens die Mannschaft vom GSG Stuttgart.

Vereinzelte Spieler und Mannschaften nehmen am DFB-Spielbetrieb teil

Neben dem Spielbetrieb des Deutschen Gehörlosen-Sportverbands e.V. jagen auch vereinzelte Spieler in herkömmlichen Fußballvereinen dem runden Leder nach. Auch vollständige Mannschaften aus Gehörlosensportvereinen nehmen am Spielbetrieb der DFB-Landesverbände teil. So spielt der GSV Hamburg in der Kreisklasse 5 des Hamburger Fußball-Verbandes oder der GTSV Essen geht in der Kreisliga C Gruppe 3 des Fußball-Verbandes Niederrhein auf Punktejagd.

Wettbewerbe auf internationaler Ebene

Die Gehörlosen-Nationalmannschaft vertritt die deutschen Farben international. Auf internationaler Ebene gibt es drei bedeutende Wettbewerbe: Die Deaflympics sowie Welt- und Europameisterschaften. Der älteste und bedeutendste Wettbewerb sind die Deaflympics. Die "Olympische Spiele der Gehörlosen" existieren bereits seit dem Jahr 1924, während die Europameisterschaften erstmalig im Jahr 1987 ausgetragen und die Weltmeisterschaften erst im Jahre 2008 ins Leben gerufen wurden. Die deutschen Männer konnten bei den "Deaflympics" in jüngerer Vergangenheit auch beachtliche Erfolge feiern. So holten sie 2001 Silber in Rom sowie in Melbourne 2005, Taipeh 2009 und Sofia 2013 jeweils Bronze. Zudem wurde das deutsche Team Weltmeister 2008 in Griechenland. Leider reichte es bei der Europameisterschaft 2015 "daheim" in Hannover nur zu einem fünften Platz.

Die Frauen nahmen erst zweimal an den "Deaflympics" teil. Erreichten sie 2009 in Taipeh noch Bronze, landeten sie 2012 in Sofia auf dem fünften Platz. Bei der Heim-Europameisterschaft machten es die Frauen gegenüber den Herren aber besser. Sie erreichten einen zweiten Platz und mussten sich nur Russland geschlagen geben.

Weitere Infos zum Gehörlosenfußball in Deutschland unter www.dgs-fussball.de/.