Spendenakquise

Die Beschaffung von Spenden ist eine wichtige Aufgabe, da Vereine zur Aufrechterhaltung ihres Vereinslebens auf Spendeneinnahmen häufig angewiesen sind. Um überhaupt Spenden, die beim Spender auch steuerlich berücksichtigt werden können, generieren zu können, müssen nachfolgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Der Verein muss durch das zuständige Finanzamt als steuerbegünstigt im Sinne der §§ 51 ff. der Abgabenordnung (AO) anerkannt sein. Nur dann darf der Verein Zuwendungsbestätigungen (ugs. Spendenbescheinigungen) ausstellen.
  • In § 52 Abs. 2 Nr. 21 AO ist die Förderung des Sports als steuerbegünstigt anerkannt. Wenn der Verein berechtigt ist, Spendenbescheinigungen auszustellen, müssen die Vorschriften des § 10b Einkommensteuergesetz (EStG) zwingend beachtet werden.
  • 10b EStG schreibt vor, dass der Spendenabzug beim Spender nur zugelassen ist, wenn die Spende beim Spendenempfänger (Verein) unmittelbar für den begünstigten satzungsmäßigen Zweck verwendet wird.

Als Spenden kommen nicht nur Zuwendungen in Geld, sondern auch durch Verzicht auf die Auszahlung von Aufwandserstattung (sog. Aufwandsspenden, z.B. Betriebskosten für den PKW, Telefon, Porto, Reisekosten und Übernachtungskosten) in Betracht. Voraussetzung hierfür ist gem. § 10b Abs. 3 EStG, dass den betreffenden Personen ein Anspruch auf Erstattung der Aufwendungen durch Vertrag oder Satzung eingeräumt wurde und diese Personen auf die Erstattung der Aufwendungen verzichten. Die Spendenbescheinigung ist dann als Geldspende auszustellen. Als weitere Spendenart können auch Sachspenden (z. B. Bälle, Trainingsanzüge, Schuhe und Trikots) vorkommen.

Fakten zur Spende/Spendenbescheinigung

Und wie kommt der Verein nun an seine Spenden?

Zuerst sollten Sie ein Konzept erstellen, aus dem deutlich wird, für welchen Zweck Spenden generiert werden sollen. Danach ist die einfachste und ertragreichste Art der Spendenakquise das sogenannte „Klinkenputzen“. Hier werden alle potenziellen Spender persönlich angesprochen und überzeugt, zu spenden.

Es empfiehlt sich aber für den Verein, einen festen Spendenbeauftragten/Ansprechpartner zu installieren, bei dem alle Spendenaktivitäten zusammenlaufen. Nur so ist gewährleistet, dass ein potenzieller Spender nicht von mehreren Personen angesprochen wird und dann abspringt.

Weitere Maßnahmen zur Spendenakquise:

  • Verteilen von Handzetteln mit Nennung des Spendenzwecks durch Vereinsmitglieder an private Haushalte in der Umgebung des Vereinsgeländes
  • Hinweise auf der eigenen Homepage und auf Plakaten im Schaukasten des Vereinsheims
  • Flyer im Vereinsheim und/oder als Postwurfsendung
  • Spendenaufrufe bei Heimspielen und Turnieren sowie während den Trainingszeiten
  • Infostände auf Wochenmärkten und regionalen Veranstaltungen
  • Sammelbüchsen bei Heimspielen
  • Annoncen in Vereinszeitungen und regionalen Zeitungen mit Darstellung des Verwendungszwecks durch Interviews oder Berichterstattungen
  • Vereinsportrait im regionalen Radio (hier gibt es Zeiten für Vereine)
  • Berichte im regionalen TV über das Vorhaben
  • Anschreiben der Bundesligavereine bezüglich der Bitte um Zusendung von Sachspenden (Trikots, Bälle, Wimpel usw.)
  • Crowdfunding: Präsentation des Projektes im Internet und Sammeln der Spenden über entsprechende Fundraising-Plattformen

Die Aufzählung der verschiedenen Möglichkeiten der Spendenakquise ist nicht vollständig und nur als Anregung zu verstehen. Den unterschiedlichen Möglichkeiten/Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass das Vorhaben so präzise wie möglich beschrieben werden muss, damit der potenzielle Spender sich auch mit seiner Spende identifizieren kann und gerne voller Überzeugung spendet.