Der DFB

Internationale Beziehungen

Der Dialog zwischen dem DFB und Fußball-Nationalverbänden sowie der direkte Zugang zur Fußballfamilie weltweit ist wichtiger Grundstein für die aktive Gestaltung und Entwicklung des Fußballs in der Zukunft. Dabei spielen fußballspezifische, überfachliche sowie auch gesellschaftsrelevante Themen eine große Rolle.

Der Bereich Internationale Beziehungen verantwortet Projekte auf und neben dem Platz, um aktiv dazu beizutragen, Netzwerke zu erweitern, Wissen auszutauschen, Kompetenzen zu stärken, Haltung zu zeigen und Menschen durch den Fußball zusammen zu bringen.

Dabei spielen aktuell drei relevante internationale Angebote eine große Rolle in der internationalen Zusammenarbeit: Das Leadership-Format „Future Leaders in Football“, der „International Instructor Course“ ein überfachlicher Kompetenzlehrgang für Ausbilder*innen und Trainer*innen sowie diverse Austauschformate mit Fußball-Nationalverbänden.

Die Partnerschaften des DFB

Eine zentrale Aufgabe des Bereichs Internationale Beziehungen ist die Pflege und Ausgestaltung der bilateralen Beziehungen des DFB zu anderen Nationalverbänden. Dies beinhaltet insbesondere neben der strukturierten Auswahl und Anbahnung von bilateralen Partnerschaften auch das Unterhalten der formalisierten Kooperationen, deren Inhalte in Absichtserklärungen (Memoranda of Understanding, MoU) definiert werden.

Gegenwärtig ist der DFB mit verschiedenen Nationalverbänden auf diese Weise partnerschaftlich verbunden. Dazu gehören etwa der englische Fußballverband (The FA), der Fußballverband Japans (JFA) sowie der niederländische Fußballverband (KNVB) und der Fußballverband aus Israel (IFA).

Die Partnerschaften des DFB

Niederlande

Erzrivalen auf dem Platz – freundschaftlich verbunden darüber hinaus

Der DFB und der KNVB unterhalten seit langer Zeit gute Beziehungen und stehen auf verschiedenen Ebenen im Austausch. Die Zusammenarbeit geht über die kürzlich leider gescheiterte Bewerbung um die Austragung der Frauen-Weltmeisterschaft 2027 gemeinsam mit dem belgischen Fußballverband hinaus. Seit September 2019 sind der KNVB und der DFB in einer bilateralen Partnerschaft vereint.

Die enge Partnerschaft zeigt sich auf verschiedenen Ebenen. Trainer*innen und Verantwortliche der U-Teams sowie Sicherheitsexperten beider Verbände tauschen sich regelmäßig aus. Beide Verbände veranstalteten rund um ein Länderspiel beider Nationen einen Taktik-Hackathon. Zudem sind aus der Partnerschaft bedeutende gemeinsame Projekte, zum Beispiel im Bereich der Schiedsrichter entstanden.

Japan

Big in Japan

Der DFB und der Fußballverband Japans (JFA) haben ihre seit 2011 bestehende Zusammenarbeit im September 2022 um zwei Jahre verlängert. Im Rahmen von früheren Kooperationen hatte der DFB bereits Ausbilder für Trainerkurse nach Japan entsandt. Japanische Trainer*innen haben zudem in Deutschland an internationalen Trainerkursen des DFB teilgenommen und japanische Nationalteams Trainingslager in Deutschland durchgeführt.

Kernpunkte der aktuellen Kooperation sind der Wissensaustausch im Bereich der Trainerausbildung, Talentförderung, aber auch der Ligen-Organisation, insbesondere im Frauenfußball. Zudem wurden gegenseitige Delegationsbesuche und die Durchführung von Testspielen der Nationalmannschaften verschiedener Altersklassen angedacht.

Indien

MoU auf höchster staatlicher Ebene

Der DFB und der Indische Fußball-Verband AIFF (All India Football Federation) haben ihr Memorandum of Understanding (MoU) am Rande der Regierungskonsultation zwischen Deutschland und Indien 2019 in Neu-Delhi geschlossen. Die Partnerschaft, die zunächst auf fünf Jahre angelegt ist, umfasst Kooperationsmaßnahmen in den Bereichen Trainerausbildung, Talentsichtung und -förderung, Entwicklungs- und Innovationstechnologie im Fußball, Administration und Fußballkultur.

Die Bundesregierung begrüßte das Engagement des DFB in Indien und das mit der AIFF abgeschlossene Partnerschaftsabkommen ausdrücklich. Sie sehe darin einen wichtigen Baustein für die Stärkung des sportlichen Austausches zwischen beiden Ländern. In Indien ist Fußball nach Cricket zweitbeliebteste Sportart und erfreut sich wachsender Begeisterung. DFB und AIFF hatten bereits im April 2015 ein MoU unterzeichnet, damals mit einer Laufzeit von zwei Jahren.

China

Viele namhafte Vorreiter

Die Partnerschaft im Fußball zwischen China und Deutschland fußt auf einem starken historischen Fundament: Immer wieder war der deutsche Fußball in China vertreten. Schon zu Beginn der 90er-Jahre hat Klaus Schlappner die Nationalmannschaft Chinas betreut, zudem war er als technischer Berater des Chinesischen Fußball-Verbandes tätig. Als DFB-Auslandsexperte hat auch Eckhard Krautzun in China gewirkt, unter anderem als Trainer der U 20-Nationalmannschaft und als Berater der Frauen-Nationalmannschaft.

Das erste "Memorandum of Understanding" zwischen den Fußballverbänden Deutschlands und Chinas wurde vor mehr als zehn Jahren unterschrieben, in dessen Folge leitete DFB-Auslandsexperte Horst Kriete in den Jahren 2009 bis 2012 in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt ein Langzeitprojekt in China. Die Beliebtheit des deutschen Fußballs im Reich der Mitte hat mehrere, vielfältige Gründe. Analog ist auch die Partnerschaft mit dem chinesischen Fußball divers aufgestellt und umfasste in der Vergangenheit beispielsweise die Organisation von Trainings-Camps oder auch die Entsendung von Expert*innen in verschiedene Regionen des Landes.

Israel

Kooperation über den Fußball hinaus

Der DFB und der israelische Fußballverband (IFA) sind seit 2009 mit Unterbrechungen partnerschaftlich verbunden. Das gegenwärtige MoU ist bereits im Jahr 2020 ausverhandelt worden, konnte wegen der corona-bedingten Reiserestriktionen aber erst verspätet unterzeichnet werden. Beide Verbände haben damit den ohnehin gelebten intensiven Austausch auf verschiedenen Ebenen, nicht nur im sportlichen Bereich, sondern auch im Rahmen der Verbandsarbeit, in Kultur und Völkerverständigung, formalisiert.

Parallel zur bilateralen Partnerschaft mit der IFA unterhält der DFB regelmäßige Aktivitäten im deutsch-israelischen bzw. im deutsch-jüdischen Kontext: So reist die U 18-Nationalmannschaft des DFB regelmäßig nach Israel, um dort an einem Vier-Nationen-Turnier teilzunehmen. Darüber hinaus verleiht der DFB alljährlich den Julius Hirsch Preis, und arbeitet seit 2004 mit der freien Initiative “!NieWieder - Erinnerungstag im deutschen Fußball” zusammen und erinnert so am Internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar an die NS-Verbrechen. Zudem kooperiert der DFB im Projekt „zusammen1“ mit Makkabi Deutschland.

Ron Prosor, Israels Botschafter in Deutschland, war bereits zu Gast am DFB-Campus, um sich unter anderem über die Partnerschaft der beiden Verbände zu informieren.

Spanien

Sportlicher Austausch mit dem Europameister

Der spanische Verband (RFEF) setzt sportliche Maßstäbe. Die Männer wurden 2024 in Deutschland nach 1964, 2008 und 2012 zu vierten Mal Europameister, die Frauen 2023 Weltmeister. Nicht nur die sportlichen Leistungen der spanischen Nationalmannschaften sind sehr gute Gründe für den DFB, eine bilaterale Partnerschaft mit dem RFEF einzugehen. Die spanische Jugendarbeit, und somit die Arbeit an einer sportlich erfolgreichen Zukunft, gehört zu den besten der Welt.

Beide Verbände haben vor allem in den Bereichen des Trainer- und Schiedsrichterwesens sowie im Futsal gemeinsame Projekte umgesetzt. Zentraler Bestandteil der Kooperation ist die gemeinsame Verbandsarbeit, durchlebte der spanische Verband in jüngster Vergangenheit eine strategische Neuausrichtung.

Future Leaders in Football

Die wachsenden sozialen Herausforderungen rund um den Globus sowie die an Relevanz gewinnenden Themen wie u.a. Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung, Bildung und Gesundheit, haben in der heutigen Gesellschaft an Bedeutung gewonnen und sind in unserem Handeln nicht mehr wegzudenken.

Der DFB nimmt seine gesellschaftspolitische Verantwortung als größter Sportfachverband der Welt nicht nur national, sondern auch international wahr und setzt bereits seit Jahrzehnten weltweit Projekte zur Entwicklung im und durch den Fußball um.

Was die Gleichstellung der Geschlechter betrifft, so sind Frauen und Mädchen weltweit immer noch mit Problemen und Hindernissen konfrontiert, die sie daran hindern, ihr Potenzial auszuschöpfen. Dies spiegelt sich auch im Sport wider, wo Frauen unterrepräsentiert sind, sei es als Spielerinnen, Funktionärinnen oder in Führungspositionen von Verbänden.

Das 5-tägige Leadership Workshop „Future Leaders in Football“ richtet sich an Personen aus dem Berufsfeld Fußball. Hierbei werden junge angehende Führungskräfte aus aller Welt - vor allem junge Frauen – für ihre künftige Führungsrolle im Berufsfeld Sport stark gemacht. 

Das Motto lautet: "Fähigkeiten entwickeln und Maßnahmen ergreifen, um Herausforderungen in Sport und Gesellschaft zu bewältigen".

Konkrete Lernziele des Workshops:

  • Verstehen, Entwickeln und Anwenden von methodischen, kulturellen und sozialen Kompetenzen als Führungskräfte.
  • Erwerb von methodischem Wissen wie Vielfalt, Kultur und Nachhaltigkeit im Kontext von Sport Leadership.
  • Entwicklung von Strategien zur Bewältigung aktueller Führungsherausforderungen im Sport und Anwendung der neu erworbenen Fähigkeiten.
  • Training zur eigenen kritischen Reflexion von sich selbst und anderen, um effektive Kommunikation umzusetzen und Führungsqualitäten auszubauen.
  • Verbesserung der interkulturellen Kommunikationsfähigkeiten.

Seit der Pilotierung 2021 haben in insgesamt 90 Teilnehmer*innen aus 37 Nationen von den Inhalten des Leadership-Workshops profitiert. Die bisher vier Editionen fanden in Amman (Jordanien),  Doha (Katar), Durres (Albanien) sowie in Berlin (Deutschland) statt. Die erlernten Inhalte wurden in ca. 25 Fußballverbände weltweit getragen. Kooperationspartner sind das BMZ, GIZ, Volkswagen und UEFA-Assist.

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