Die aktuelle Situation: Was der Trainer jetzt tun kann bzw. muss!

In diesen Tagen ist der Fortgang der Saison ungewisser denn je, die Corona-Zahlen sind wieder auf einem Höchststand! In einigen Verbänden wurde bereits reagiert, und der Spielbetrieb ruht schon wieder, in anderen soll es (noch) weitergehen. Es ist oftmals beschrieben worden, dass die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung auf dem Fußballplatz äußerst gering ist. Doch da ist ja noch mehr: die Kabine, das gemeinsame Zusammenstehen usw.! Und im Herbst kommt zudem das bekannte "Schmuddelwetter". Der Trainer muss auf die Gesundheit seiner Spieler achten.

Die Krankheiten lauern überall: Wenn coronabedingt überhaupt noch Fußball gespielt werden kann, so stehen vielerorts Kabinen häufig nur für eine begrenzte Anzahl an Spielern zur Verfügung. Und die anderen? Draußen warten ist bei nasskaltem Wetter auch ganz unabhängig von Corona keine gute Idee. Entsprechend gilt es, die örtlichen Bedingungen und Vorschriften genau zu kennen. Und für alle gilt natürlich gleichermaßen: Mittels sorgfältig geführter Teilnehmerlisten soll die Nachverfolgbarkeit möglichst lückenlos gewährleistet sein.

Dies ist natürlich der Idealzustand! Dem Abstandsgebot steht hier nichts im Wege. Zusätzlich sollten die Spieler und Trainer in Innenräumen immer ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Darüber hinaus gilt es, unbedingt darauf zu achten, dass jeweils nur die Teammitglieder einer Mannschaft untereinander Kontakt haben. Ist dies gewährleistet, so können sich die Spieler auf mehrere Kabinen aufteilen und Abstand halten. Beim Duschen gilt: Die vorgeschriebenen Nutzungshöchstwerte (Spieler gleichzeitig in der Dusche) nie überschreiten!

Wer sich an dies alles hält, der kann – sofern in der jeweiligen Stadt/Kreis/Verband/Bundesland erlaubt – zunächst einmal mit Training und Spiel fortfahren.

Hier kann es bereits eng werden! Zunächst einmal gilt es zu klären, für wie viele Spieler die Kabine gleichzeitig nutzbar ist. Dabei scheint eines klar zu sein: Sind nach den örtlichen Regularien Abstandsgebot und (!) Mund-Nasen-Schutz vorgeschrieben, wird wohl keine Kabine groß genug sein, dass sich alle Spieler gleichzeitig umziehen können.

Und hier beginnen die Probleme: Was im Sommer bei warmen Temperaturen noch kein Problem war, kann jetzt schnell zu Krankheit führen. Müssen Spieler bei kalter Witterung draußen warten, so dient dies zwar dem Schutz vor Corona, nicht aber von den anderen ebenso unerwünschten Erkrankungen im Herbst/Winter. Daher unsere Tipps:

  • Je nach Entfernung der Spieler zum Wohnort eine "Prioritätenliste" erstellen, welche Spieler sich am Platz bevorzugt umziehen bzw. duschen müssen.
  • Allen übrigen Spielern das Duschen zuhause empfehlen.
  • Ist die Fahrt nach Hause gegebenenfalls zu weit, sollte der Trainer das Training je nach Wetter lieber einmal ausfallen lassen, anstatt die Gesundheit seiner Spieler zu gefährden!

Haben es alle Spieler nicht weit nach Hause und/oder ist es trocken und nicht zu kalt, lässt sich die eine oder andere Einheit entsprechend den vor einigen Monaten geltenden Regeln sicher noch durchführen: Hier sollten die Spieler stets kurz vor Trainingsbeginn umgezogen zum Platz kommen und sofort nach dem Training oder Spiel wieder nach Hause fahren.

Müssen die Spieler weite Strecken nach Hause fahren und/oder die Witterung ist nass und kalt, so sollte der Trainer gut abwägen, ob er ein Training überhaupt verantworten kann. So hart es klingt: Im Zweifel gilt es, lieber einmal weniger zu trainieren, als Erkrankungen der Spieler zu riskieren!

Auch die Situation in anderen Vereinen prüfen

Schon die Organisation der Heimspiele und Trainingseinheiten auf der eigenen Anlage wird unter den oben genannten Gegebenheiten zu einer echten Herausforderung. Wenn man die eigenen Abläufe jedoch zunächst einmal eingespielt hat, so klappt der Betrieb zumeist ganz gut. Allerdings sollte der Trainer immer auch Verständnis für aufkommende Probleme und Schwierigkeiten aufbringen: Während er nur die Belange seiner Mannschaft im Auge halten muss, muss der Abteilungsvorstand gegebenenfalls das große Ganze betrachten und die genannten Anforderungen gleich für mehrere Teams organisieren.

Doch damit längst noch nicht genug: Bei Auswärtsspielen müssen die Trainer außerdem auch die Situation in den anderen Vereinen abfragen. Wie bzw. wo kann man sich umziehen? Besteht hier nur der leiseste Zweifel, so ist zu empfehlen, nach Möglichkeit bereits umgezogen zum Spiel zu erscheinen und nach der Partie sofort auch wieder abzureisen. Für Heimteams gebietet es zudem die Fairness, gegebenenfalls eher der Gastmannschaft die Möglichkeit zum Umziehen und Duschen zu bieten, falls eine solche eben nur für eine Mannschaft zur Verfügung steht. Schließlich ist davon auszugehen, dass der Gast einen weiteren An- bzw. Abfahrtsweg zum/vom Spiel hat. Der gegnerische Trainer steht vor den gleichen Problemen und Herausforderungen und hat gegenüber seinen Spielern ebenfalls eine Fürsorgepflicht!