Wettspiele mit Aktiven: Jetzt gilt es!

Wenngleich die Ausbildung auch mit dem Eintritt ins Aktivenalter nicht von heute auf morgen beendet ist, so weht bei den Erwachsenen doch ein deutlich anderer Wind: Die Prioritäten verschieben sich eindeutig in Richtung ergebnisbezogener Denkweisen und Zielsetzungen. Am Platzaufbau sowie den grundsätzlichen Regeln ändert sich jedoch nichts.

Wettspiele für Aktive

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Spielformen: 11 gegen 11

Spielfeld: etwa 100 x 70 Meter

Torgröße: 7,32 Meter breit, 2,44 Meter hoch

Spielbetrieb: Meisterschaftsbetrieb

Ballart: Größe 5

Spielzeiten: bei Spielen 2 x 45 Minuten


Spielkonzepte im Leistungsfußball sind zunehmend das Resultat einer aktuellen Leistungssteuerung und basieren häufig auf differenzierten Gegneranalysen. Ziel ist es, sich im direkten Vergleich mit den anderen Teams der Liga zu positionieren und gegebenenfalls abzusetzen. Hierbei sollen auch taktische Automatismen sowie eine breit gefächerte Variabilität im Spiel helfen, die sich stets an den aktuellen Trends im Spitzenfußball orientieren sollten.

Je nach Spielklasse müssen die Trainer mit sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen zurechtkommen. Auch ein besonderes Talent zur Organisation sowie teils sogar zur Improvisation ist als Fußballtrainer im Amateurbereich vonnöten, um erfolgreich zu sein.

Außerdem muss der Trainer in der Lage sein, im Spiel flexibel auf unterschiedliche Situationen und Verläufe zu reagieren und mittels gezieltem Coaching regulierend einzugreifen. Verschiedene Traineraufgaben vor, während und nach dem Spiel sind wiederum spielklassenunabhängig gleich oder zumindest ähnlich:

  • Dauer: maximal 30 Minuten!
  • Möglichst einfach und deutlich sprechen!
  • Die Spieler zum Mitdenken veranlassen (z. B. durch direktes Ansprechen)!
  • Die Aussagen klar gliedern – Spannung erzeugen!
  • Blickkontakt zu allen Spielern suchen!
  • Humor zeigen!
  • Anschauliche Bilder und Vergleiche verwenden!
  • Anregende Fragen zum Einleiten einer Diskussion stellen!
  • Die Spieler zu Wort kommen lassen!
  • Hilfsmittel wie etwa eine Taktiktafel einsetzen!
  • Treffpunkt/Anreise zum (Auswärts-)Spiel abstimmen!
  • Auf eine komplette und vernünftige Ausrüstung achten!
  • Spielerkader überprüfen und benennen! Gibt es Ausfälle?
  • Witterungseinflüsse einkalkulieren und die Spieler darauf rechtzeitig vorbereiten!
  • Erste-Hilfe-Koffer überprüfen und bereitstellen!
  • Für Halbzeitgetränke sorgen!
  • Die Spiel-Vorbesprechung vorbereiten!
  • Direkt nach der Ankunft das Spielfeld besichtigen!
  • Für eine konzentrierte Atmosphäre in der Kabine sorgen!
  • In der Spielvorbesprechung die Aufstellung nennen und kurz und prägnant die wichtigsten taktischen Leitlinien aus der Abschlussbesprechung wiederholen!
  • Sensible Spieler beruhigen, phlegmatische 'anheizen'!
  • Das Aufwärmprogramm begleiten – Gesprächskontakte mit einzelnen Spielern suchen!
  • Nach dem Aufwärmen ein letztes Zusammenkommen in der Kabine: Mut machen, positiv motivieren!
  • Die Spielzeit mitstoppen!
  • Schnellstmöglich analysieren und feststellen, ob das taktische Konzept passt!
  • Stärken und Schwächen des Gegners erkennen!
  • Eventuelle Umstellungen einleiten!
  • Einzelnen Spielern kurze, prägnante Anweisungen/Tipps geben!
  • Spieler ein- und auswechseln!
  • Zwischendurch motivieren, loben und anfeuern!
  • Sich um verletzte Spieler kümmern!
  • Zeit zur Erholung geben – Getränke reichen!
  • Nach Verletzungen/Problemen erkundigen!
  • Positive Atmosphäre schaffen – keine gereizte Stimmung!
  • Gegenseitige Vorwürfe strikt unterbinden!
  • Keine persönliche, emotionsgeladene Kritik!
  • Weniger zentrale Informationen sind besser als zu viele!
  • Informationen strukturiert, knapp, einsichtig und motivierend vermitteln!
  • Zielorientierte Tipps für die 2. Halbzeit geben – nicht zu häufig auf die 1. Halbzeit zurückblicken!
  • Die Spieler mit einem positiven Schlussappell in die 2. Halbzeit schicken!
  • Verletzte Spieler versorgen!
  • Keine direkte, emotionale Kritik an Mannschaft und Einzelspielern – Abstand gewinnen!
  • Bei einem Sieg gratulieren – zuviel Euphorie jedoch dämpfen!
  • Bei Niederlagen trösten, Spieler aufrichten!
  • Nicht direkt auseinanderlaufen, noch länger zusammensitzen!
  • Informationen zur nächsten Trainingswoche geben!
  • Das letzte Spiel auswerten und einen Wochentrainingsplan erstellen!
  • Die Spiel-Nachbesprechung vorbereiten!
  • Einzelgespräche suchen!
  • Sich speziell um ‚Sorgenkinder‘ kümmern!
  • Verletzte Spieler weiterversorgen (z. B. Arzttermine vereinbaren und ggf. gemeinsam wahrnehmen)!
  • „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel!"

Basis für langjährige sportliche Erlebnisse

Gelingt es dem Trainer zudem, die Individualität seiner erwachsenen Spieler gezielt zu vereinen und in der Interessengemeinschaft Fußball einen starken Mannschaftsgeist zu entfachen, dann legt er die Basis für langjährige gemeinsame sportliche Erlebnisse!