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Kunstrasen und Mikroplastik

Von besonderer Relevanz, sowohl für die Umwelt als auch für den Fußball, ist die Diskussion über den Austrag von Kunststoffgranulat aus Kunstrasenplätzen in die Umwelt. Aufgrund der intensiven Nutzungsmöglichkeiten leisten Kunstrasenplätze einen wichtigen Beitrag, um ein umfangreiches Sportangebot insbesondere in Großstädten und Ballungsgebieten anzubieten. Gleichzeitig wissen alle, die schon einmal auf einem Kunstrasenplatz gespielt haben, dass das verfüllte Granulat über Schuhe und Kleidung aus dem Spielfeld ausgetragen wird. Hinzu kommen Pflegemaßnahmen oder Wind und Wetter, die einen zusätzlichen Granulataustrag verursachen.

Ausgehend von der Diskussion über die Umweltbelastungen durch Plastikmüll in den Ozeanen und den Bemühungen, den Eintrag von Kunststoffen in die Umwelt zu reduzieren, stellt sich auch die Frage, welche Rolle die in Kunstrasenplätzen verwendeten Materialien spielen. Auf Ebene der Europäischen Union gibt es konkrete Überlegungen, die Verwendung von Kunststoffgranulat nach einer kurzen Übergangszeit zu verbieten. Ein solches Inverkehrsbringungsverbot hätte auch für die rund 5100 Kunstrasenplätze in Deutschland weitreichende Konsequenzen.

Forderung nach Bestandsschutz und langen Übergangsfristen

Der DFB übernimmt gesellschaftliche Verantwortung für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der natürlichen Lebensgrundlagen und setzt sich dafür ein, dass Sportanlagen möglichst umweltfreundlich betrieben werden. Zusammen mit dem DOSB hat sich der DFB im Mai 2019 mit einer gemeinsamen Stellungnahme in den Anhörungsprozess der Europäische Chemikalienagentur (ECHA) eingebracht und darauf hingewiesen, dass ein Verbot der Inverkehrbringung und Verwendung von Kunststoffgranulat über Kunststoffrasenflächen unverhältnismäßig wäre.

Sollte die ECHA zu einem anderen Ergebnis kommen, spricht sich der DFB für ausreichend lange Übergangsfristen bei der Umstellung des Befüllungsmaterials aus. Bei der Festlegung einer ausreichend langen Übergangsfrist sollte nach Ansicht des DFB - aber auch des Deutschen Städte- und Gemeindebunds (DStGB) - die durchschnittliche Lebensdauer einer modernen Kunststoffrasenfläche (zwölf bis 15 Jahre) berücksichtigt werden.

Zu den Handlungsempfehlungen für Kunststoffrasensysteme der DOSB-AG Mikroplastik