Zum Wohle der Kinder Brasiliens

Kinderträume 2014: Der deutsche Fußball spendet eine halbe Million Euro für Projekte in Brasilien

Mario Götze schoss die DFB-Auswahl in Brasilien zum Titel, der deutsche Fußball ist weltweit so angesehen wie selten. Auch außerhalb des Platzes setzten die deutschen Nationalspieler entscheidende Akzente. Dank der Unterstützung der DFB-Stiftung Egidius Braun, der Bundesliga-Stiftung und des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ konnten 15 Projekte im WM-Gastgeberland Brasilien mit mehr als 500.000 Euro gefördert werden. Profitiert haben immer Brasiliens Kinder und Jugendliche. Die großangelegte Kampagne stand unter dem Leitmotiv „Sonhos de Crianças 2014“ (Kinderträume 2014).

Einige Beispiele: In Simes Filho, einem Jugendzentrum bei Salvador, übergab das Netzwerk 20.000 Euro für einen Bolzplatz, für Schwimm- und Backkurse, für die ganze Vielfalt eines wertvollen Engagements. Rainer Koch, 1. Vizepräsident des DFB, sagte: „Diese Aktivitäten zeigen der Welt, was der deutsche Fußball mit seinen Amateuren, Profis und Stiftungen leisten kann und will.“

Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach besuchte mehrere Projekte in Brasilien, so etwa die Kindertagesstätte Casa Mateus nahe der brasilianischen Metropole Sao Paulo. Niersbach und Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball wurden dabei von Dr. Reinhold Huber, Lufthansa-Bereichsleiter Produkt und Marketing, begleitet. Die Hilfsorganisation der Lufthansa, die Help Alliance, unterstützt diese Einrichtung schon seit geraumer Zeit. Verschenkt wurden 15.000 Euro und, wohl zur noch größeren Freude der Kinder, Trikots der deutschen Nationalmannschaft. Überreicht wurden die Trikots vom 23-maligen deutschen Nationalspieler Cacau, der ganz in der Nähe aufwuchs und dort das Fußballspielen erlernte, bevor er das Flugzeug nach Deutschland bestieg und seine große Bundesliga-Karriere begann. Wolfgang Niersbach sagte im Casa Mateus: "Es freut mich, dass wir Cacau bei diesem tollen Projekt 'Sports for Life' in seiner Heimatregion unterstützen können. Wir wollen auch abseits desPlatzes Akzente in Brasilien setzen, so wie es die Mexico-Hilfe seit fast 30 Jahren macht."

Abseits des Platzes hatte sich auch Kurt Gaugler, Geschäftsführender Vorstand der Bundesliga-Stiftung, begeben. In Recife besuchte er zusammen mit deutschen Fans, die für einen Tag den Strand Strand sein ließen, die Favela Caranguejo. „Alle Gassen waren höchstens einen Meter breit. Teilweise war der Holzboden, auf dem wir entlang gingen, so morsch, dass er einzubrechen drohte“, beobachtete Gaugler. „Unfassbar, das ist ein ganz anderes Leben. Die Häuser sind teilweise aus Holz und Pappe, die Gassen sind eng und verdreckt“, ergänzte ein deutscher Fan. Eines beeindruckte alle Angereisten jedoch sehr: „Die Fröhlichkeit der Menschen ist ein unglaublicher Gegensatz zu dem, was die Umgebung an Eindrücken vermittelt“, so Gaugler.

Mit den Geldern aus der Kinderträume-Initiative wird hier das Projekt AdoleScER unterstützt. Gesundheit, Bildung und Bürgerrechte – das sind die drei Pfeiler, auf die auch AdoleScER baut. Die etablierte Initiative errichtete in vier der insgesamt über 600 Favelas der Metropole Recife sogenannte Referenzzentren. Jugendliche werden über Drogen, Sexualität oder Gewaltprävention aufgeklärt und ausgebildet, übernehmen anschließend Verantwortung und klären wiederum ihre Freunde auf. Als Multiplikatoren leisten sie damit Hilfe zur Selbsthilfe. Das funktioniert. Aber nur vier von 600!

Das Kindermissionswerk unterstützt und begleitet das gesamte Projekt bereits seit mehreren Jahren: „Das besondere an dieser Arbeit ist der Multiplikationsansatz. Dadurch können viele Jugendliche erreicht werden und die Lebenssituation der Menschen verbessert sich langfristig“, so Dr. Gotthard Kleine, Geschäftsführer des Hilfswerks. Die stolze Spendensumme von 50.000 Euro floss direkt in die Arbeit mit den Jugendlichen. Nur eines unter 15 Projekten, die dank der Förderung durch den deutschen Fußball auch künftig erfolgreich arbeiten können. Im kleinen Fischerort Santo André, dort wo die Nationalmannschaft ihr Teamquartier bezogen hatte, leistete man kleine und ganz konkrete Hilfe: Baumaßnahmen in der Grundschule, das Instandsetzen eines Bolzplatzes im Ort. Nachhaltige Strukturaufwertung. Auf immer aber wird den Kindern der Besuch der deutschen Nationalspieler bleiben. An einem Nachmittag zu Beginn des Turniers schauten sechs spätere Weltmeister in der kleinen Schule vorbei: Julian Draxler, Matthias Ginter, Kevin Großkreutz, Mesut Özil, Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger.