Neue Spielformen im Kinderfußball gehen in nächste Pilotphase

Leuchtende Kinderaugen, Spaß am Fußball, persönliche Erfolgserlebnisse, dazu die Verbesserung der individuellen spielerischen Fähigkeiten - all das sind die Ziele, die mit den neuen Spielformen in den Altersklassen von der U 6 bis zur U 11 verfolgt werden. Das Konzept stellt zudem eine weitere gemeinsame Maßnahme dar, das Ausbildungs- und Talentfördersystem in Deutschland weiterzuentwickeln. Nach einigen Testläufen und der ersten Pilotphase in der vergangenen Saison geht das Modell für G-, F- und E-Jugend in der Saison 2020/2021 in die nächste Pilot-Stufe, an der sich alle 21 Landesverbände beteiligen. 

Im Kern sehen die Spielformen kleinere Mannschaftsgrößen auf kleineren Spielfeldern vor. So wird in der G-Jugend im Zwei-gegen-Zwei oder Drei-gegen-Drei auf vier Minitore gespielt. In der F-Jugend wird ebenfalls das Drei-gegen-Drei empfohlen, ehe in der E-Jugend fest zum Fünf-gegen-Fünf und Sieben-gegen-Sieben mit Kleinfeldtoren und Torhütern übergegangen wird. Um den Leistungsdruck zu minimieren und die sportliche Entwicklung der Kinder stärker in den Vordergrund zu rücken, wird beim neuen Modell in den betreffenden Altersklassen keine Meisterschaftsrunde ausgetragen. Stattdessen sind Turniere mit mehreren Mannschaften und Spielfeldern vorgesehen. Die bisher gemachten Erfahrungen mit den im Test befindlichen Veränderungen sind sehr positiv.

"Kinder erlernen noch besser grundsätzliche Werte des Fußballs"

"Jedes Kind ist am Spielgeschehen beteiligt und hat viele Aktionen am Ball", sagt Ronny Zimmermann, DFB-Vizepräsident Jugend. "Die Kinder spielen ein kindgerechtes Spiel, das sich an ihren Fähigkeiten und Interessen orientiert. Die Kinder erlernen noch besser grundsätzliche Werte des Fußballs, nämlich: Fair Play, Freude am Spiel sowie Umgang mit Siegen und Niederlagen. Und das ohne die Langfristigkeit einer Tabelle, die Erfolgsdruck erzeugt und dadurch kontraproduktiv zum Erleben von Freude und Spaß ist. Denn Druck in diesem jungen Alter wirkt sich negativ darauf aus, die Kinder beim Fußball zu halten.“

Die Kinder setzen - wie aus der Fair-Play-Liga in den unteren Altersklassen seit Jahren gewohnt - die Spielregeln möglichst selbstständig um, Schiedsrichter*innen sind nicht im Einsatz. Trainer*innen und Betreuer*innen fungieren als Turnierleitung und sollen nur bei Bedarf eingreifen. Zum Konzept gehört auch, dass innerhalb der Mannschaften während der Spiele regelmäßig nach festgelegten Rotationsprinzipien gewechselt wird, so dass jeder Spieler und jede Spielerin zu ausreichenden Einsatzzeiten kommt.

"Fußball in der neuen Ausgestaltung kindgerechter"

Markus Hirte, Leiter Talentförderung beim DFB, erklärt: "In der neuen Ausgestaltung ist der Fußball kindgerechter. Denn: Je größer die Gruppen, desto weniger Ballkontakte haben die einzelnen Spieler und Spielerinnen. Gerade leistungsschwächere oder auch körperlich unterlegene Kinder gehen dabei zum Teil völlig unter, verlieren dadurch den Spaß und die Chance auf Weiterentwicklung. Darüber hinaus wird im Kinderfußball häufig zu früh Wert auf Taktik gelegt, worunter die Ausbildung der fußballerischen Grundlagen leidet. Dies haben viele Untersuchungen gezeigt. Die neuen Spielformen sollen diesen Problemen entgegenwirken."

Bei den neuen Spielformen handelt es sich um ein Pilotprojekt, das seit einem Jahr großflächig läuft und zur neuen Saison ausgeweitet wird. Alle Landesverbände sind nun dabei. Die Intensivierung der Testphase soll helfen, gemeinsam mit den Vereinen auch im Hinblick auf organisatorische Aspekte weitere Erfahrungswerte zu sammeln, um gegebenenfalls noch Anpassungen vorzunehmen, ehe das Konzept bundesweit ausgerollt werden kann. Natürlich sind Umfang und Durchführung der Turniernachmittage wie aktuell alle sportlichen Wettkampfformen von der Pandemie-Situation und den jeweiligen behördlichen Verfügungslagen vor Ort abhängig.

Das veränderte Modell des Kinderfußballs stellt aktuell eine Alternative dar, die bisher praktizierten Spielformen in G-, F- und E-Jugend sind in der Saison 2020/2021 grundsätzlich weiter möglich. "Am Ende werden die Kinder durch ihre Begeisterung über das weitere Vorgehen entscheiden", sagt Markus Hirte.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den neuen Spielformen im Kinderfußball sind im FAQ zusammengefasst. Bei Fragen und Anregungen schreibe uns gerne an jugendfussball@dfb.de.

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Leuchtende Kinderaugen, Spaß am Fußball, persönliche Erfolgserlebnisse, dazu die Verbesserung der individuellen spielerischen Fähigkeiten - all das sind die Ziele, die mit den neuen Spielformen in den Altersklassen von der U 6 bis zur U 11 verfolgt werden. Das Konzept stellt zudem eine weitere gemeinsame Maßnahme dar, das Ausbildungs- und Talentfördersystem in Deutschland weiterzuentwickeln. Nach einigen Testläufen und der ersten Pilotphase in der vergangenen Saison geht das Modell für G-, F- und E-Jugend in der Saison 2020/2021 in die nächste Pilot-Stufe, an der sich alle 21 Landesverbände beteiligen. 

Im Kern sehen die Spielformen kleinere Mannschaftsgrößen auf kleineren Spielfeldern vor. So wird in der G-Jugend im Zwei-gegen-Zwei oder Drei-gegen-Drei auf vier Minitore gespielt. In der F-Jugend wird ebenfalls das Drei-gegen-Drei empfohlen, ehe in der E-Jugend fest zum Fünf-gegen-Fünf und Sieben-gegen-Sieben mit Kleinfeldtoren und Torhütern übergegangen wird. Um den Leistungsdruck zu minimieren und die sportliche Entwicklung der Kinder stärker in den Vordergrund zu rücken, wird beim neuen Modell in den betreffenden Altersklassen keine Meisterschaftsrunde ausgetragen. Stattdessen sind Turniere mit mehreren Mannschaften und Spielfeldern vorgesehen. Die bisher gemachten Erfahrungen mit den im Test befindlichen Veränderungen sind sehr positiv.

"Kinder erlernen noch besser grundsätzliche Werte des Fußballs"

"Jedes Kind ist am Spielgeschehen beteiligt und hat viele Aktionen am Ball", sagt Ronny Zimmermann, DFB-Vizepräsident Jugend. "Die Kinder spielen ein kindgerechtes Spiel, das sich an ihren Fähigkeiten und Interessen orientiert. Die Kinder erlernen noch besser grundsätzliche Werte des Fußballs, nämlich: Fair Play, Freude am Spiel sowie Umgang mit Siegen und Niederlagen. Und das ohne die Langfristigkeit einer Tabelle, die Erfolgsdruck erzeugt und dadurch kontraproduktiv zum Erleben von Freude und Spaß ist. Denn Druck in diesem jungen Alter wirkt sich negativ darauf aus, die Kinder beim Fußball zu halten.“

Die Kinder setzen - wie aus der Fair-Play-Liga in den unteren Altersklassen seit Jahren gewohnt - die Spielregeln möglichst selbstständig um, Schiedsrichter*innen sind nicht im Einsatz. Trainer*innen und Betreuer*innen fungieren als Turnierleitung und sollen nur bei Bedarf eingreifen. Zum Konzept gehört auch, dass innerhalb der Mannschaften während der Spiele regelmäßig nach festgelegten Rotationsprinzipien gewechselt wird, so dass jeder Spieler und jede Spielerin zu ausreichenden Einsatzzeiten kommt.

"Fußball in der neuen Ausgestaltung kindgerechter"

Markus Hirte, Leiter Talentförderung beim DFB, erklärt: "In der neuen Ausgestaltung ist der Fußball kindgerechter. Denn: Je größer die Gruppen, desto weniger Ballkontakte haben die einzelnen Spieler und Spielerinnen. Gerade leistungsschwächere oder auch körperlich unterlegene Kinder gehen dabei zum Teil völlig unter, verlieren dadurch den Spaß und die Chance auf Weiterentwicklung. Darüber hinaus wird im Kinderfußball häufig zu früh Wert auf Taktik gelegt, worunter die Ausbildung der fußballerischen Grundlagen leidet. Dies haben viele Untersuchungen gezeigt. Die neuen Spielformen sollen diesen Problemen entgegenwirken."

Bei den neuen Spielformen handelt es sich um ein Pilotprojekt, das seit einem Jahr großflächig läuft und zur neuen Saison ausgeweitet wird. Alle Landesverbände sind nun dabei. Die Intensivierung der Testphase soll helfen, gemeinsam mit den Vereinen auch im Hinblick auf organisatorische Aspekte weitere Erfahrungswerte zu sammeln, um gegebenenfalls noch Anpassungen vorzunehmen, ehe das Konzept bundesweit ausgerollt werden kann. Natürlich sind Umfang und Durchführung der Turniernachmittage wie aktuell alle sportlichen Wettkampfformen von der Pandemie-Situation und den jeweiligen behördlichen Verfügungslagen vor Ort abhängig.

Das veränderte Modell des Kinderfußballs stellt aktuell eine Alternative dar, die bisher praktizierten Spielformen in G-, F- und E-Jugend sind in der Saison 2020/2021 grundsätzlich weiter möglich. "Am Ende werden die Kinder durch ihre Begeisterung über das weitere Vorgehen entscheiden", sagt Markus Hirte.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den neuen Spielformen im Kinderfußball sind im FAQ zusammengefasst. Bei Fragen und Anregungen schreibe uns gerne an jugendfussball@dfb.de.

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