Videoblog: War das Gelb-Rot gegen Boateng, Herr Fröhlich?

Berechtigter Elfmeter oder doch eine Fehlentscheidung? Abseits oder nicht? War der Platzverweis angemessenm, oder hätte es auch eine Verwarnung getan? Über diese und andere Fragen diskutiert Fußball-Deutschland nach jedem Bundesliga-Spieltag.

Ab dieser Saison beteiligen sich auch Vertreter der DFB-Schiedsrichter-Kommission an dieser Diskussion. Beziehungsweise: Sie bringen Licht in so manch dunkle Regelfrage. Und zwar durch einen neuen Videoblog auf DFB-TV. Heute im Fokus: drei Szenen vom zweiten Spieltag, die für DFB.de Lutz Michael Fröhlich analysiert, beim DFB der Abteilungsleiter Schiedsrichter.

Gelb-Rote Karte gegen Jérôme Boateng (Bayern München): Im Spiel bei 1899 Hoffenheim wehrt der Weltmeister einen Freistoß im Strafraum mit der Hand ab und sieht dafür die Gelb-Rote Karte. Für Fröhlich war dies die richtige Entscheidung, da Boateng "den rechten Arm in einer deutlichen Bewegung in die Flugbahn des Balles" geführt habe: "Da durch dieses Handspiel ein Torschuss abgewehrt wurde, ist eine Gelbe Karte zwingend erforderlich nach dem Regelwerk."

Gelbe Karte gegen Makoto Hasebe (Eintracht Frankfurt): Der Japaner kreuzt den Laufweg des in die Spitze startenden Alexander Esswein und sieht dafür die Gelbe Karte. Fröhlich wertet diese Einschätzung der Szene als richtig. Zwar sei es "unzweifelhaft ein klares Foul, doch weil ein weiterer Frankfurter Spieler dem Ball noch näher war, war keine klare Torchance für den Augsburger Spieler gegeben", analysiert Fröhlich.

Gelb-Rote Karte gegen Florian Klein (VfB Stuttgart): Beim Auswärtsspiel des VfB beim Hamburger SV begeht der Österreicher zwei Foulspiele in kurzen Zeitabständen, Schiedsrichter Günter Perl bestraft beide Aktionen mit der Gelben Karte und schickt Klein mit Gelb-Rot vorzeitig vom Platz. Fröhlich ist mit der zweiten Gelben Karte nicht einverstanden. "Das erste Foul ist ein eindeutiges Beinstellen, das ist zumindest ein taktisches Foul, und deshalb ist die Gelbe Karte hier völlig berechtigt", sagt er zwar, doch beim zweiten Foul handele "es sich um einen Fußangriff mit der offenen Sohle in den Schienbeinbereich des gegnerischen Spielers. Für diesen Einsatz muss es eine Rote Karte geben, weil diese Spielweise eindeutig eine Gesundheitsgefährdung für den gegnerischen Spieler darstellt."