Videoblog: Hätte Bendtners Treffer zählen dürfen, Herr Fröhlich?

Berechtigter Elfmeter oder doch eine Fehlentscheidung? Abseits oder nicht? War der Platzverweis angemessen, oder hätte es auch eine Verwarnung getan? Handspiel oder nicht? Über diese und andere Fragen diskutiert Fußball-Deutschland nach jedem Bundesliga-Spieltag.

Ab dieser Saison beteiligen sich auch Vertreter der DFB-Schiedsrichter-Kommission an dieser Diskussion. Beziehungsweise: Sie bringen Licht in so manch dunkle Regelfrage. Und zwar durch einen Videoblog auf DFB-TV. Heute im Fokus: drei Spielszenen vom 11. Spieltag in der Bundesliga, die für DFB.de Lutz Michael Fröhlich analysiert, beim DFB der Abteilungsleiter Schiedsrichter.

Nicklas Bendtners Treffer für den VfL Wolfsburg zählt, obwohl eine Abseitsstellung vorlag: Der Wolfsburger Bendtner trifft nach einem Pass seines Mitspielers Vieirinha zum 1:0 gegen Bayer Leverkusen, allerdings befand sich Vieirinha zuvor im Abseits. Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) gab den Treffer, obwohl sein Assistent zuvor eine Abseitsstellung angezeigt hatte. Fröhlich dazu: "Schiedsrichter Manuel Gräfe hat wahrgenommen, dass in dieser Situation der Abwehrspieler den Ball bewusst nach hinten gespielt hat und somit bewusst die Abseitsstellung aufgehoben hat. Grundsätzlich gilt, dass der Schiedsrichter zu 100 Prozent sicher sein muss, wenn er seinen Assistenten überstimmt. Hier hat es einen Treffer gegeben, der nicht hätte zählen dürfen."

Handelfmeter und Gelb gegen den Mainzer Pablo de Blasis nach einem Schuss aus kurzer Distanz von Augsburgs Kapitän Paul Verhaegh: Eine schwierige Situation: Verhaegh schießt von der Strafraumgrenze aufs Tor, de Blasis wirft sich mit dem Rücken zum Ball in den Schuss und wehrt den Ball mit dem Arm ab. Der Unparteiische Marco Fritz (Korb) entscheidet auf Strafstoß und verwarnt den Mainzer zudem. Dazu führt Fröhlich aus: "Eine wirklich schwierige Situation für den Schiedsrichter. Die Frage war, ob es sich um eine natürliche Bewegung oder eine bewusste Bewegung handelt. Die Fernsehbilder sprechen eher dafür, dass es sich um eine natürliche Bewegung handelte. Aus unserer Sicht wäre die Entscheidung, weiterzuspielen, richtig gewesen."

Kein Handelfmeter für den 1. FC Köln, obwohl Hoffenheims Tobias Strobl den Ball im eigenen Strafraum mit der Hand berührte: Stürmer Anthony Modeste köpft im Strafraum auf das Tor. Sein Gegenspieler Strobl versucht, den Ball abzuwehren und berührt ihn dabei mit der Hand. Schiedsrichter Günter Perl (Pullach) lässt weiterspielen. Fröhlich sagt zu dieser Entscheidung: "Auch hier haben wir es mit einer kurzen Distanz des Spielers zum Ball zu tun, dennoch geht der Spieler von Hoffenheim mit weit abgespreizten Armen vom Körper zum Ball in die Flugbahn des Balles, auch wenn er das in dieser Situation nicht einschätzen kann. Eine solche Handhaltung ist in jedem Fall unnatürlich. Am Ende ist das hier ein strafbares Handspiel, für das einen Strafstoß geben sollte."