Video: War das Rot für Draxler, Herr Krug?

Berechtigter Elfmeter oder doch eine Fehlentscheidung? Abseits oder nicht? War der Platzverweis angemessen, oder hätte es auch eine Verwarnung getan? Handspiel oder nicht? Über diese und andere Fragen diskutiert Fußball-Deutschland nach jedem Bundesliga-Spieltag.

Ab dieser Saison beteiligen sich auch Vertreter der DFB-Schiedsrichter-Kommission an dieser Diskussion. Beziehungsweise: Sie bringen Licht in so manch dunkle Regelfrage. Und zwar durch einen Videoblog auf DFB-TV. Heute im Fokus: drei Spielszenen vom 12. Spieltag in der Bundesliga, die für DFB.de Hellmut Krug analysiert, der Schiedsrichtermanager bei der DFL.

Rote Karte für Julian Draxler vom VfL Wolfsburg beim Spiel beim 1. FSV Mainz 05: Der Wolfsburger Weltmeister Draxler geht mit gestrecktem, hohem Bein zum Ball, scheint seinen herannahenden Mainzer Gegenspieler Gonzalo Jara allerdings nicht zu sehen und trifft diesen mit der Fußsohle an der Schulter. Schiedsrichter Daniel Siebert (Berlin) zieht sofort die Rote Karte. Krug dazu: "Hier gibt es für den Schiedsrichter nur eine Strafe. Das ist brutal, das ist übermäßige Härte - in der Konsequenz muss das Rot sein."

Rote Karte für Bayer Leverkusens Kyriakos Papadopoulos beim rheinischen Derby gegen den 1. FC Köln: Der Kölner Angreifer Anthony Modeste befindet sich in der gegnerischen Hälfte im Laufduell mit Papadopoulos, der Bayer-Verteidiger berührt Modeste an der Schulter, woraufhin der Kölner stürzt. Der Unparteiische Felix Zwayer (Berlin) zeigt Papadopoulos für diese Notbremse die Rote Karte. Dazu führt Krug aus: "Papadopoulos geht Richtung Gegner, aber versucht keineswegs, den Ball zu spielen. Im Gegenteil: Er nutzt nur seinen linken Arm, um den Gegner zu beeinträchtigen. Felix Zwayer hat sich hier für Rot entschieden, dies ist absolut berechtigt. Der Spieler Modeste ist frei durch, und auch die Argumentation, er hätte sich den Ball zu weit vorgelegt, können wir nicht nachvollziehen. Hier können wir von einer 100-prozentigen Torchance sprechen."

Elfmeter für den Hamburger SV nach einem Foulspiel von Darmstadts Peter Niemeyer an Michael Gregoritsch: HSV-Angreifer Gregoritsch bekommt den Ball an der Strafraumgrenze stehend zugespielt, Niemeyer foult den Hamburger, woraufhin Referee Wolfgang Stark (Ergolding) auf Strafstoß für den HSV entscheidet. Krug sagt zu dieser Entscheidung: "Wolfgang Stark ist in einer idealen Position und sieht, dass der Spieler Gregoritsch von seinem Gegenspieler am Fuß getroffen wird. Schwer ist für den Schiedsrichter aus seiner Position zu sehen, ob das Foul im Strafraum stattfand oder knapp außerhalb. Hier braucht er die Hilfe seines Assistenten, der sehr guten Einblick ins Geschehen hatte. Wolfgang Stark sieht kurz zum Assistenten, er verständigt sich per Headset und bekommt die Information, dass dieses Vergehen im Strafraum stattfand und demzufolge ein Strafstoß zu verhängen ist. Eine tolle Zusammenarbeit, die hier zum richtigen Ergebnis geführt hat."