Krug: Rot gegen Lasogga für Foul an Dante

Berechtigter Elfmeter oder doch eine Fehlentscheidung? Abseits oder nicht? War der Platzverweis angemessen, oder hätte es auch eine Verwarnung getan? Handspiel oder nicht? Über diese und andere Fragen diskutiert Fußball-Deutschland nach jedem Bundesliga-Spieltag.

Ab dieser Saison beteiligen sich auch Vertreter der DFB-Schiedsrichter-Kommission an dieser Diskussion. Beziehungsweise: Sie bringen Licht in so manch dunkle Regelfrage. Und zwar durch einen Videoblog auf DFB-TV. Heute im Fokus: drei Szenen vom 16. Spieltag in der Bundesliga, in denen es um die Entscheidung geht: Strafstoß oder nicht? Zudem analysiert Hellmut Krug, Schiedsrichtermanager bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL), für DFB.de das Foulspiel von Pierre-Michel Lasogga im Spiel des Hamburger SV beim VfL Wolfsburg.

Hamburgs Pierre-Michel Lasogga grätscht mit gestrecktem Bein und trifft Wolfsburgs Dante am Knöchel. Wolfgang Stark (Ergolding) zückt die Gelbe Karte: Krug stellt fest: "Lasogga attackiert seinen Gegenspieler mit Tempo und springt mit hoher Dynamik in den Zweikampf, tritt seinen Gegenspieler Dante mit offener Sohle und hoher Kontaktintensität auf den Fuß. Damit sind die wichtigsten Kriterien für eine Rote Karte erfüllt. Statt Gelb hätte es Rot für Lasogga geben müssen."

Der Darmstädter Konstantin Rausch dringt in den Strafraum von Hertha BSC ein und kommt dort zu Fall, Referee Günter Perl (Pullach) zeigt ihm daraufhin Gelb wegen einer Schwalbe: Hierzu sagt Krug: "Das war wirklich eine dreiste Schwalbe, mit der Konstantin Rausch versuchte, Gegner und Schiedsrichter hereinzulegen. Die war nicht weit von der legendären Möller-Schwalbe entfernt. Die Verwarnung des Spielers ist mehr als berechtigt."

Bremens Anthony Ujah geht im Duell mit Kölns Dominique Heintz zu Boden. Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) zeigt auf den Punkt und gibt Elfmeter: Der Bremer befindet sich mit dem Kölner Verteidiger im Laufduell und dringt in den Strafraum ein. Dort berührt Heintz den Stürmer leicht, der dann zu Fall kommt. Guido Winkmann entscheidet auf Strafstoß. "Dass es einen Kontakt zwischen Angreifer und Verteidiger gab, ist unstrittig", so Krug. "Auch wenn der Arm von Heintz leicht raus war und es durchaus einen Kontakt mit Ujah gab, ist kein deutlicher Impuls zu erkennen, kein klares Haltevergehen, kein Reißen an der Schulter. Das Spiel hätte weiterlaufen müssen, einen Strafstoßpfiff erwarten wir an dieser Stelle nicht."

Der Leverkusener Chicharito kommt nach einem Rempler des Gladbachers Josip Drmic zu Fall, Referee Tobias Stieler (Hamburg) entscheidet auf Weiterspielen: Diese Entscheidung nennt Krug nach Studie der Fernsehbilder "berechtigt". Der Schiedsrichter habe "sehr gut und auf den ersten Blick erkannt, dass der erste Kontakt nicht vom Gladbacher ausging, sondern im Gegenteil vom Leverkusener provoziert wurde. Drmic geht ausschließlich zum Ball, Chicharito nimmt seinen Gegenspieler wahr und geht mit einem Sidestep in dessen Laufrichtung."