DFB-Reporter

Zu Besuch bei einem Platzwart

Mit Mütze und dick gefütterter schwarzer Jacke läuft Dieter Peters über den Rasenplatz. Hier verbringt der Mann sehr viel Zeit. Er ist aber kein Fußballspieler. Er ist Platzwart in Hamburg, einer Stadt im Norden. Dieter Peters ist einer von vielen Platzwarten in Deutschland, die sich um die Fußballfelder kümmern. In einer großen Sportanlage sorgt er dafür, dass die Vereine, die hier zuhause sind, jeder Zeit Fußball spielen können. Da er für vier Plätze verantwortlich ist, gibt es immer viel zu tun.
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Alle vier Plätz ständig zu mähen, würde er nicht schaffen. Deshalb bekommt er Hilfe: von einem kleinen Mäh-Roboter. Die Maschine fährt umher und sorgt dafür, dass das Gras immer gleich hoch ist. „Etwas Besseres könnte es für den Rasen nicht geben“, erklärt Peters. Nicht jeder Verein hat so einen Roboter. In vielen anderen Clubs mähen die Platzwarte den Rasen selber. Natürlich muss sich Dieter Peters um den Roboter kümmern und die Maschine aufladen.
  „Heute wird der Rasen nicht gemäht“, erzählt Peters. In Hamburg hat es nämlich geschneit. Der Roboter hat deshalb eigentlich Pause. Für uns lässt Platzwart Peters ihn aber trotzdem mal kurz laufen.
 
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Die Linien muss Dieter Peters selbst ziehen. „Das machen wir mit einer Kreidemaschine“, sagt er und zeigt uns das Gerät. Diese Kreidemaschine ist gefüllt mit flüssiger Markierfarbe. Die Masse sieht so aus, als hätte man weiße Kreide klein gebröselt und in Wasser aufgelöst. Die Farbe ist umweltschonend, erzählt der Platzwart.
  Vor jedem Spiel muss er dann kontrollieren, ob die Linien gut zu sehen sind. Hierzu läuft er zu Fuß mit der Maschine über das Spielfeld – als würde er den Rasen mähen. Neben den Außenlinien müssen die Mittellinie und der Mittelkreis markiert werden. Und auch die Strafraum-Linie und der Elfmeterpunkt müssen sichtbar sein. „Normalerweise sind die alten Linien noch zu sehen. Dann kann man die einfach abfahren“, erzählt Dieter Peters.
   
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Manchmal, wenn es sehr viel regnet, sind die alten Markierungen aber auch komplett verschwunden. Dann muss der Platzwart die Linien neu nachmessen. Das ist sehr viel Aufwand. Mit Hilfe einer Schnur sorgt er dafür, dass die Linien nicht schief und krumm werden und die richtige Länge haben. Er spannt die Schnur entlang des Spielfelds und läuft diese dann mit dem Kreidewagen ab. Der Platzwart ist außerdem verantwortlich für die Tornetze. Manchmal kommt es zum Beispiel vor, dass in den Netzen Löcher entstehen, dann muss der Platzwart sie reparieren.
Vom Schneeschippen bleibt er aber in der Regel verschont. Bei einer kleinen Schneedecke wird einfach auf dem Schnee gespielt, erklärt Herr Peters. „Bei 22 Männern auf dem Feld ist der Schnee dann auch schnell plattgetrampelt.“ Dann kontrolliert er aber, dass die Linien frei sind. Bei extrem viel Schnee, wird das Spiel abgesagt.
   
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Auch abseits des Fußballplatzes kümmert sich Platzwart Peters darum, dass alles sauber ist. Das gilt auch für die Umkleiden und Toiletten. „Es kommt auch mal vor, dass das Klo verstopft ist, da muss ich auch ran.“ Dasselbe gilt, wenn mal eine Lampe gewechselt werden muss oder die Hecken zu hoch gewachsen sind. Er ist also der Mann für alles, was auf und neben dem Platz anfällt. Seit 30 Jahren arbeitet Peters bereits als Platzwart. Gelernt hat er den Beruf des Landschaftsgärtners: „Ein Job im Büro könnte ich mir nicht vorstellen“, sagt er. Für ihn ist das Schöne an seinem Beruf, dass er viel draußen ist. Wenn es mal regnet oder schneit, macht Peters das nichts aus: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung“, sagt er und lässt den Mäh-Roboter zurück in sein Häuschen fahren.

 
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