Ach so - Na klar!

Der Videobeweis

© Witters
War der Ball wirklich hinter der Torlinie? Oder das Foul so hart, dass es Elfmeter geben muss? Solche wichtigen Entscheidungen trifft in einem Fußballspiel der Schiedsrichter. Er sorgt dafür, dass alles so fair wie möglich abläuft. Doch auch der Unparteiische hat nur zwei Augen – und sieht daher nicht immer alles. Nun bekommen die Schiedsrichter Unterstützung. Ab der Saison 2017/18 kommt erstmals in der Bundesliga der Videobeweis zum Einsatz. Diese Technik soll dabei helfen, dass es auf dem Platz noch gerechter und fairer zugeht.
 
Doch wie genau läuft das ab? Während der Schiedsrichter auch weiterhin auf dem Platz steht, verfolgt ein Video-Assistent das Spiel auf Bildschirmen in einem Studio in Köln. Dabei hat er mindestens einen Helfer. Bei einer kniffligen Entscheidung – wie beispielsweise einem Elfmeter – kann sich der Video-Assistent die entsprechende Szene aus vielen verschiedenen Kamerawinkeln noch einmal genau anschauen.

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Innerhalb weniger Sekunden kann er so überprüfen, ob die Entscheidung des Schiedsrichters richtig oder falsch war. Dann gibt er ihm über Funk Bescheid. Der Schiedsrichter zeichnet mit den Fingern eine Art Viereck in die Luft, das an einen Bildschirm erinnert. So wissen alle: Er beschäftigt sich jetzt mit dem Videobeweis. Dann kann er sich überlegen, ob er seine Entscheidung rückwirkend ändern möchte.


In manchen Sportarten ist es schon üblich, dass Entscheidungen von Schieds- und Linienrichtern mit einem Videobeweis nachträglich überprüft werden. Vor allem in Sportarten wie Tennis oder Badminton können Spieler bei kniffligen Linienentscheidungen einen Videobeweis anfordern. Möglich macht es das sogenannte „Hawk-Eye“. Das heißt übersetzt: Habicht-Auge. Hier berechnen Hochgeschwindigkeitskameras die Flugbahn des Balles und zeigen anschließend auf einem Bildschirm an, ob der Ball innerhalb oder außerhalb des Feldes gelandet ist.
Einige krasse Fehlentscheidungen im Fußball hätte es mit dem Videoschiedsrichter wohl nicht gegeben. Zum Beispiel die berühmte „Hand Gottes“ von Maradona. Hier erzielte der damalige Kapitän der argentinischen Nationalelf im Viertelfinale der WM gegen England 1986 das Siegtor mit der Hand. Das Tor zählte trotzdem, weil der Schiedsrichter den Einsatz der Hand nicht gesehen hatte. Eine weitere bekannte Fehlentscheidung war das „Wembley-Tor“ im Endspiel der WM 1966 zwischen England und Deutschland. Hier traf der Engländer Geoff Hurst in der Verlängerung die Latte. Von dort prallte der Ball senkrecht nach unten, ehe er von einem Verteidiger weggeschossen wurde. Der Schiedsrichter entschied auf Tor – ein Fehler, wie sich später herausstellte. England gewann am Ende mit 4:2.
Der Videobeweis ist nicht die erste technische Hilfe, die zur Unterstützung des Schiedsrichters eingeführt wird. Vor einiger Zeit wurde bereits die „Torlinientechnik“ eingeführt. Wie beim Tennis lässt sich hier mit dem „Hawk-Eye“ überprüfen, ob ein Ball wirklich ganz hinter der Torlinie war. Viele Kameras übermitteln dafür Bilder an einen Computer, der anschließend die Flugbahn des Balles berechnet.

In diesen Fällen kommt der Videobeweis zum Einsatz

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