Google Pixel Frauen-Bundesliga

Torspektakel in Hamburg mit Stoldt-Dreierpack

25.10.2026
Torreiches Remis zum Spieltagsabschluss: Hamburg und Union trennen sich 4:4 Foto: IMAGO

Der Hamburger SV und der 1. FC Union Berlin lieferten sich in der Google Pixel Frauen-Bundesliga die torreichste Partie des 8. Spieltages. Das erste von zwei Aufeinandertreffen innerhalb einer Woche endete 4:4 (2:1). Schon am kommenden Samstag, 31. Oktober (ab 13 Uhr), kommt es im Achtelfinale des DFB-Pokals zum erneuten Duell in Hamburg.

Vor 3836 Zuschauer*innen im Volksparkstadion brachten Svea Stoldt (10.) und Camilla Linberg (15.) den HSV gegen spielbestimmende Berlinerinnen mit zwei Treffern in Führung. Lia Kamber (45.+2) konnte kurz vor der Pause für den 1. FC Union verkürzen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit stellte Svea Stoldt (49., Foulelfmeter) den alten Abstand wieder her. Nele Bauereisen (50.) brachte die Berlinerinnen im direkten Gegenzug erneut auf einen Treffer heran, ehe Jill Janssens (67.) sogar der Ausgleich gelang. Svea Stoldt (72., Foulelfmeter) ließ den HSV mit ihrem dritten Tor wieder auf den zweiten Saisonsieg hoffen. Berlins Einwechselspielerin Dina Orschmann (85.) gelang aber noch der Treffer zum Endstand.

Durch das Unentschieden hat der vor eigenem Publikum weiterhin unbesiegte Hamburger SV (sechs Zähler aus vier Begegnungen) nun einen Punkt Vorsprung auf die Abstiegszone. Sämtliche Zähler holten die Hamburgerinnen zu Hause. Der 1. FC Union Berlin ging erstmals seit vier Pflichtspielen nicht als Sieger vom Feld.

Cardoso: "Deutlich mehr drin"

"Vor der Partie hätte ich einen Punkt gegen Union unterschrieben, aber nach so einem ereignisreichen Spiel, in dem für uns deutlich mehr drin war, ist das Ergebnis natürlich ärgerlich", sagte HSV-Trainer Rodolfo Cardoso. "Alle Spielerinnen haben sich reingehauen und versucht, unser Spiel durchzuziehen. Aber natürlich spielt auch der Gegner mit. Wir haben selbst viel Qualität in der Mannschaft, konnten unsere zwischenzeitlichen Führungen aber leider nicht über die Zeit bringen. Es war ein intensives Spiel mit vielen Wendungen und Chancen auf beiden Seiten. Daraus müssen wir das Positive mitnehmen."

Dreifachtorschützin Svea Stoldt erklärte: "Es war ein sehr umkämpftes Spiel. Wir wollten es auf jeden Fall besser machen als zuletzt, das ist uns gelungen. Wir haben gut dagegengehalten, waren in den Zweikämpfen präsent und wollten zeigen, was wir können, dass wir zusammenstehen und als Team auftreten. Wenn wir vorne Tore erzielen, müssen wir hinten natürlich auch konsequent verteidigen und konzentriert bleiben. Das ist uns am Ende leider nicht ganz gelungen. Dennoch sind wir zu Hause weiterhin ungeschlagen. Das liegt sicherlich auch an unseren Fans, die uns in jedem Spiel pushen und immer da sind."

Eta: "Einen Punkt gewonnen"

"Ich blicke sehr zwiegespalten auf die Begegnung", meinte Union-Trainerin Marie-Louise Eta im Interview. "Wir haben über 90 Minuten ein starkes Spiel abgeliefert. Wir mussten immer wieder Rückschläge verkraften. Aber wir haben uns immer wieder zurückgekämpft, was nicht selbstverständlich ist. Gefühlt lief sehr viel gegen uns, aber davon haben wir uns nicht beirren lassen. Grundsätzlich haben wir am Ende einen Punkt gewonnen"

Angreiferin Dina Orschmann erklärte: "Es war ein sehr wildes Spiel. Die Rückstände haben sich für uns teilweise sehr surreal angefühlt. Ich bin stolz auf uns, dass wir immer wieder zurückgekommen sind. Ein solches Spiel wird uns für den weiteren Saisonverlauf noch sehr viel bringen. Diese Mentalität

Wiedersehen für Duo

Der HSV startete im Vergleich zum 1:3 beim 1. FC Köln mit zwei personellen Veränderungen. Trainer Rodolfo Cardoso stellte Nigar Mirzaliyeva und Leni Eggert von Beginn an auf. Während Magou Doucouré wegen ihrer Sperre nach einer Gelb-Roten Karte im Aufgebot fehlte, saß Jonna Wrede zunächst auf der Bank.

Beim 1. FC Union Berlin gab es gegenüber dem 2:1 gegen den 1. FC Nürnberg einen Wechsel. Sophie Weidauer ersetzte Eileen Campbell. Verzichten musste das Trainerteam um Marie-Louise Eta auf die Dienste von Anna Aehling, Cara Bösl, Hannah Eurlings, Kapitänin Lisa Heiseler, Korina Janež, Ida Heikkinen, Mariann Noack und Nelly Smolarczyk.

Auf Seiten der Unionerinnen kam es für Jella Veit zum Wiedersehen mit ihrem Ex-Klub. Die Abwehrspielerin trug in der Jugend von 2019 bis 2021 das Trikot der Hanseatinnen. Auch Union-Cheftrainerin Marie-Louise Eta hat eine Hamburger Vergangenheit. In der Saison 2011/2012 spielte sie für ein Jahr in der Bundesliga für den HSV.

HSV ist äußerst effektiv

Der 1. FC Union Berlin drängte schon früh nach vorne. Nach einer Kombination über Jill Janssens und Nele Bauereisen landete der Ball bei Lina Hausicke, die aus rund 13 Metern an den Pfosten schoss. Wenige Augenblicke später setzten die Berlinerinnen mit einem Diagonalball Jill Janssens in Szene. Ihren Versuch konnte HSV-Torhüterin Kinga Szemik aber festhalten. Deutlicher effizienter präsentierten sich die Hamburgerinnen. Paulina Bartz legte in zentraler Position auf Svea Stoldt quer, die - noch von Union-Kapitänin Samantha Steuerwald abgefälscht - zur 1:0-Führung (10.) für die Gastgeberinnen traf.

Dem 1. FC Union Berlin wäre fast die schnelle Antwort gelungen. Nele Bauereisen hatte aber im Eins-gegen-eins das Nachsehen gegenüber Torhüterin Kinga Szemik. Stattdessen bestrafte der HSV die Chancenverwertung der Berlinerinnen erneut: Camilla Linberg verwandelte einen Freistoß aus halbrechter Position sehenswert zum 2:0 (15.). Auch danach war der 1. FC Union das spielbestimmende Team. Eine Hereingabe von Naika Reissner fälschte Hamburgs Svea Stoldt in Richtung des eigenen Tores ab, Torhüterin Kinga Szemik war aber erneut reaktionsschnell zur Stelle.

Die Hamburgerinnen kamen nur selten zur Entlastung. Ein Doppelpass mit Nele Bauereisen leitete den nächsten Berliner Angriff ein, den Schuss von Naika Reissner wehrte Kinga Szemik zur Ecke ab. Kurz vor der Pause konnte der 1. FC Union dann aber doch verkürzen. Eine Flanke von Naika Reissner bekam die HSV-Defensive nicht entscheidend geklärt. Lia Kamber setzte an der Strafraumgrenze nach und erzielte den 2:1-Anschlusstreffer (45.+2).

Union antwortet schnell

Auch in der zweiten Halbzeit dauerte es nicht lange bis zur ersten Chance. Berlins Naika Reissner kam bei einem Klärungsversuch gegen Camilla Linberg zu spät. Svea Stoldt nutzte den fälligen Foulelfmeter, um auf 3:1 (49.) zu stellen. Berlins Torhüterin Nadine Böhi war zwar mit der Hand am Ball, konnte den Treffer allerdings nicht verhindern. Im direkten Gegenzug verkürzten die Berlinerinnen erneut. Nele Bauereisen köpfte eine Flanke von Judit Pujols unhaltbar zum 3:2 (50.) ein.

Auch die nächste gute Gelegenheit der Berlinerinnen leitete Judit Pujols ein. Nach ihrem Steilpass tauchte Sophie Weidauer alleine vor Torhüterin Kinga Szemik auf. Ihr Lupfer geriet aber zu ungenau. Nach etwas mehr als einer Stunde meldete sich der 1. FC Union Berlin endgültig im Spiel zurück. Nach einem Steilpass entschied Nele Bauereisen das Laufduell mit Svea Stoldt für sich. Die 22-Jährige legte in die Mitte zurück, wo Jill Janssens zur Stelle war und zum 3:3 (67.) ausgleichen konnte.

Orschmann trifft per Kopf

Diesmal gelang dem Hamburger SV die schnelle Antwort. Camilla Linberg wurde im Strafraum von Union-Kapitänin Samantha Steuerwald zu Fall gebracht. Svea Stoldt verwandelte den Foulelfmeter erneut gegen Nadine Böhi zum 4:3 (72.). Es war bereits ihr dritter Treffer an diesem Tag.

Das Tempo des Spiels blieb auch in der Schlussphase hoch. Berlins Einwechselspielerin Lisanne Gräwe zielte aus der Distanz knapp vorbei. Auf der Gegenseite musste Nadine Böhi bei einem Versuch von der eingewechselten Jonna Wrede eingreifen. Kurz vor dem Ende kamen die Berlinerinnen erneut zum Ausgleich. Nach einer Flanke von Judit Pujols war die eingewechselte Dina Orschmann mit dem Kopf schneller am Ball als HSV-Torhüterin Kinga Szemik und stellte auf 4:4 (85.). In den Schlussminuten drängten beide Teams auf den Siegtreffer. Es blieb aber beim Unentschieden.

Kategorien: Google Pixel Frauen-Bundesliga

Autor: mspw