U 17-Juniorinnen

Loderer vor WM-Achtelfinale: "Mit breitem Grinsen in die K.-o.-Phase"

27.10.2026
U 17-Trainerin Loderer: "Das 'FüreinanGER' ist gerade in Druckmomenten ein starkes Fundament" Foto: DFB/dpa Picture-Alliance

Drei Spiele, drei Siege, neun Punkte: Die deutschen U 17-Juniorinnen haben die Gruppenphase der Weltmeisterschaft in Marokko als souveräner Gruppensieger abgeschlossen. Am Mittwoch (ab 16 Uhr, live auf FIFA+ und DAZN) trifft die Mannschaft von Cheftrainerin Sabine Loderer im WM-Achtelfinale auf Venezuela. Im DFB.de-Interview spricht Loderer über die Entwicklung ihrer Mannschaft, den besonderen Zusammenhalt im Team und die Herausforderungen in der anstehenden K.-o.-Runde.

DFB.de: Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Turnierverlauf, Frau Loderer?

Sabine Loderer: Natürlich sind wir mit neun von neun möglichen Punkten sehr zufrieden. Gleichzeitig betrachten wir jedes Turnierspiel als Teil unseres Entwicklungsprozesses, identifizieren Themen, an denen wir weiter feilen wollen und haben den Anspruch, aus jedem Spiel für alles, was noch kommt, zu lernen. Entsprechend unserer Identität haben wir uns in den Spielen offensiv variabel gezeigt und defensiv intensiv und mit großer Schärfe agiert. Genau daran wollen wir in der K.o.-Phase anknüpfen.

DFB.de: Zum Auftakt gegen Argentinien mussten Sie einen Rückstand drehen, gegen Gastgeber Marokko hat Ihre Mannschaft vier Tore erzielt und gegen Neuseeland zu Null gespielt. Was zeichnet Ihre Mannschaft aus, dass sie auf so unterschiedliche Herausforderungen immer wieder die passenden Antworten findet?

Loderer: Unser Rudel zeichnet sich durch ein großes Selbstverständnis, den Glauben an die eigenen Stärken und das Bewusstsein aus, mit Rückschlägen umgehen zu können. Die Entwicklung dieses besonderen Haufens seit Beginn der gemeinsamen Zeit in der U 16 begleiten zu dürfen, ist ein absolutes Geschenk. Jede Spielerin ist für sich unglaublich gereift, und gleichzeitig ist das Team immer noch enger zusammengewachsen.

DFB.de: Es fällt immer wieder auf, wie sehr sich die Spielerinnen gegenseitig unterstützen und gemeinsam über die Tore freuen. Wie erleben Sie den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft?

Loderer: Das "FüreinanGER" im gesamten Team ist etwas ganz Besonderes und gerade in Druckmomenten, die eine Turnier mit sich bringt, ein starkes Fundament. Dieser Zusammenhalt ist über die gemeinsame Zeit und die besonderen Momente entstanden, die wir miteinander teilen. Darüber hinaus haben wir aus dem Team ums Team heraus - insbesondere durch unsere Sportpsychologin - immer wieder Impulse zur Stärkung unserer Teamidentität gesetzt. Die Mädels leben das mit jeder Faser. In den vergangenen Monaten und Jahren ist zwischen allen ein ganz besonderer Kleber entstanden.

DFB.de: Ein Großteil der Mannschaft hat bereits im Mai gemeinsam die Europameisterschaft bestritten. Welche Entwicklung haben die Spielerinnen seitdem genommen, und in welchen Bereichen ist das Team noch einmal gewachsen?

Loderer: Wir hatten als Team zwischen der EM und der WM insgesamt nur wenig Zeit miteinander. Bei den Mädels ist in den fünf Monaten zwischen den beiden Turnieren aber einiges passiert. Sie trainieren mittlerweile alle in Frauenteams der Topligen in Deutschland, einige unserer Spielerinnen konnten diese Saison auch schon Spielzeit und Erfahrungen in der Bundesliga sammeln. Von dieser individuellen Entwicklung profitieren natürlich auch wir als Team, wenn wir jetzt hier zusammen in Marokko performen. Gleichzeitig merken wir, dass jeder Tag, den wir hier zusammen verbringen und jedes Spiel auf unseren gemeinsamen Prozess einzahlen - und dass wir gemeinsam immer weiter wachsen durch die Erfahrungen, die wir hier bei der WM sammeln.

DFB.de: Mit drei Siegen im Rücken geht es für Ihre Mannschaft nun in die K.-o.-Runde. Welche Erkenntnisse nehmen Sie aus der Gruppenphase mit? Worauf wird es nun besonders ankommen?

Loderer: Wir gehen mit großem Selbstverständnis, Klarheit, voller Überzeugung und einem breiten Grinsen in die K.-o.-Phase. Die Mädels haben in allen drei Gruppenspielen gezeigt, was in ihnen steckt. Jetzt wollen wir im Achtelfinale den nächsten Schritt bei dieser WM machen.

DFB.de: Dort treffen Sie auf Venezuela. Wie schätzen Sie den kommenden Gegner ein?

Loderer: Wir erwarten einen unangenehmen und intensiv spielenden Gegner mit technisch starken Spielerinnen. Durch unser Testspiel gegen Mexiko unmittelbar vor der WM und unser erstes WM-Spiel gegen Argentinien sind wir auf die Spielweise südamerikanischer Mannschaften vorbereitet. Für uns wird es darauf ankommen, erneut die nötige Schärfe mit fußballerischer Klarheit zu verbinden und unser Herz "füreinanGER" auf dem Platz zu lassen.

Kategorien: U 17-Juniorinnen

Autor: mah