Google Pixel Frauen-Bundesliga

FC-Abwehrduo Hegering und Hendrich: "Kein Ausflug nach Wolfsburg"

23.10.2026
Seit Jahren gemeinsam erfolgreich: Kathrin Hendrich (l.) und Marina Hegering Foto: Imago

Wie schon bei Bayer 04 Leverkusen, beim VfL Wolfsburg und vor allem bei der deutschen Nationalmannschaft stehen Marina Hegering (36) und Kathrin Hendrich (34) jetzt beim 1. FC Köln in der Google Pixel Frauen-Bundesliga gemeinsam auf dem Platz. Im DFB.de-Interview spricht das Abwehrduo mit Mitarbeiter Ralf Debat über das Topspiel in Wolfsburg am Samstag (ab 12 Uhr, live bei MagentaSport und DAZN).

DFB.de: Steigt am Samstag in Wolfsburg ein echtes Spitzenspiel der Google Pixel Frauen-Bundesliga, Frau Hegering und Frau Hendrich?

Marina Hegering: Das kommt auf die Definition an. Die Wolfsburgerinnen gehören ganz sicher zu den Spitzenmannschaften der Liga. Unser Ziel ist es, sie zu ärgern.

Kathrin Hendrich: Ich würde nicht gleich von einem Spitzenspiel sprechen, da haben wir noch einen guten Schritt zu gehen. Aber es ist definitiv eine attraktive Aufgabe für uns.

DFB.de: Welche Qualitäten haben den FC in diese gute Position nach sieben Spieltagen gebracht?

Hegering: Wir haben schon während der zurückliegenden Saison konstante Leistungen gezeigt und uns dadurch eine Stabilität erarbeitet. Daran knüpfen wir jetzt an.

DFB.de: Für Sie beide könnte es der erste Einsatz in Wolfsburg seit Ihrem Abschied sein. Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf Ihre gemeinsame Zeit beim VfL zurück?

Hegering: Es war auf jeden Fall eine sehr schöne Zeit, in der wir viel erlebt haben und die auch erfolgreich war. Ich blicke gerne darauf zurück.

Hendrich: Das geht mir auch so, obwohl es neben den Höhen auch Tiefen gab. Ich freue mich darauf, viele Weggefährten zu treffen und bekannte Gesichter zu sehen. Der Fokus liegt aber ganz klar auf dem Spiel. Wir machen schließlich keinen Ausflug, sondern werden hochkonzentriert sein.

DFB.de: Der VfL liegt nach sieben Partien drei Punkte hinter dem FC Bayern. Trauen Sie den Wölfinnen zu, dem Titelverteidiger in dieser Saison wieder gefährlich werden zu können?

Hegering: Aktuell sind sie dran. Entscheidend werden aber ganz sicher die direkten Duelle sein. Grundsätzlich ist Wolfsburg immer in der Lage, auch den FC Bayern zu besiegen. Ob sie auf Strecke mithalten können, wird man sehen. Ich bin selbst sehr gespannt.

DFB.de: Was ist für den FC in diesem Duell drin und worauf wird es ankommen?

Hegering: Wir haben in der zurückliegenden Saison zweimal sehr gut dagegengehalten, unser Heimspiel beispielsweise erst in den Schlussminuten verloren. Wir trauen uns definitiv zu, auch in Wolfsburg eine gute Leistung abzurufen.

Hendrich: Wir haben Selbstvertrauen getankt und werden alles reinwerfen.

DFB.de: Nach Ihrer längeren Verletzungspause gehörten Sie beim 3:1 gegen den Hamburger SV erstmals wieder zum Spieltagaufgebot, Frau Hendrich. Sind Sie schon bei 100 Prozent?

Hendrich: Der Fuß hält auf jeden Fall, ich kann alles problemlos mitmachen. Unsere medizinische Abteilung hat sehr gute Arbeit geleistet. Ich bin voll einsatzfähig und freue mich sehr, wieder dabei zu sein.

DFB.de: Gleich nach dem ersten Spieltag fielen Sie für fast zwei Monate aus. Wie schwierig war es, mit dieser Situation umzugehen?

Hendrich: Verletzungen sind immer doof. Wenn man neu bei einem Verein ist, gilt das natürlich erst recht. Ich habe jedoch privat und auch beim FC ein sehr gutes Umfeld, das mich immer maximal unterstützt. Auch das Team hat es mir sehr leichtgemacht, beim FC anzukommen und mich sofort wohlzufühlen. 

DFB.de: Sie haben schon über viele Jahre zusammengespielt. Haben Sie sich über Kathys Verpflichtung im Sommer besonders gefreut, Frau Hegering?

Hegering: Total. Man weiß schließlich, was man bekommt, wenn man Kathy verpflichtet. (lacht) Fußballerisch, aber auch menschlich war das eine sehr schöne Nachricht für mich.

DFB.de: Welchen Anteil hat Trainerin Britta Carlson daran, dass Sie jetzt beide in Köln sind?

Hendrich: Durch unsere frühere Zusammenarbeit weiß sie, was sie an uns hat, und wir wissen, welche Spielphilosophie sie verfolgt. Damit können wir uns beide gut identifizieren. Dass Gespräche mit dem Trainerteam bei einem Transfer immer eine wesentliche Rolle spielen, versteht sich von selbst.

DFB.de: Warum ergänzen Sie sich auf dem Spielfeld so gut?

Hegering: Nach so vielen gemeinsamen Spielen wissen wir genau, was wir voneinander erwarten können. Ich würde auch sagen, dass wir eine ähnliche Idee haben, wie wir Fußball spielen wollen. Es ist ein schönes Gefühl, wieder gemeinsam auf dem Platz zu stehen.

DFB.de: Sind bei Ihnen überhaupt noch Absprachen notwendig? 

Hegering: Ich würde da schon von einem blinden Verständnis sprechen.

Hendrich: Das heißt aber nicht, dass wir auf dem Platz gar nicht miteinander reden. (lacht) Gerade auf unserer Position in der Innenverteidigung ist es wichtig, sich gegenseitig zu coachen.

DFB.de: Welche Qualitäten hätten Sie gerne von der jeweils anderen?

Hegering: Ganz klar Kathys Stärke in Eins-gegen-Eins-Situationen und ihre Schnelligkeit.

Hendrich: In Sachen Kopfball kann ich von Marina sehr viel lernen. Aber auch ihre Robustheit, ihre Zweikampfhärte und ihr harter Schuss sind beeindruckend.

DFB.de: Verstehen Sie sich auch außerhalb des Platzes so gut?

Hegering: Ich glaube, das merkt man, oder? (lacht) Es passt einfach. Auch neben dem Fußball haben wir durchaus einige Gemeinsamkeiten und auch ähnliche Interessen.

DFB.de: Welche gemeinsamen Erlebnisse verbinden Sie besonders?

Hegering: Puh, das sind so viele. Da fällt es mir schwer, einen Moment herauszupicken.

Hendrich: Mir kommt spontan unsere Feier nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei Olympia in Paris in den Sinn. Es war ein besonderes Turnier, ein besonderer Erfolg und ein besonderes Erlebnis, speziell mit Dir und Alexandra Popp zusammen.

DFB.de: Sicher ist nach dem Rücktritt von Marina Hegering, dass Sie nicht mehr zusammen für die Nationalmannschaft spielen werden. Wie beurteilen Sie Ihre Perspektive bei den DFB-Frauen, Frau Hendrich?

Hendrich: Ich bin nach wie vor Teil des Teams. Zunächst geht es für mich aber darum, wieder richtig fit zu werden und wieder regelmäßig zu spielen. Dann wird man sehen, wie es sich entwickelt.

DFB.de: Haben Sie denn vor, im Sommer in Brasilien Ihre dritte WM zu spielen?

Hendrich: Wenn es nach mir geht, auf jeden Fall. Immer gerne. Aber wie gesagt: Zunächst stehen andere Schritte im Fokus.

DFB.de: Zum Abschluss: Was wollen Sie gemeinsam mit dem 1. FC Köln erreichen?

Hegering: Unser Ziel ist, in dieser Saison möglichst noch zweimal im RheinEnergieStadion zu spielen - einmal in der Bundesliga, einmal im Pokalfinale. Das wäre für uns alle etwas ganz Besonderes. In der Liga liegt die Priorität darauf, unsere starke Vorsaison zu bestätigen oder noch zu toppen. Bisher sind wir auf einem guten Weg.

Kategorien: Google Pixel Frauen-Bundesliga

Autor: mspw