Deutsches Fußballmuseum

Digitale Erinnerungskultur im Deutschen Fußballmuseum

22.01.2026
Im Fußballmuseum: Ausstellung zu Fußball und Verfolgung in NS-Zeit und Fußball in Weltkriegen erweitert Foto: DFM/Carsten Kobow

Das Deutsche Fußballmuseum erweitert im Zuge laufender Umbauarbeiten seinen Ausstellungsbereich zu "Fußball und Verfolgung in der NS-Zeit und Fußball in den Weltkriegen". Dabei wird die Dauerausstellung unter anderem durch die Implementierung des Online-Lexikons "Niemals vergessen" ergänzt, das sich den Lebensgeschichten verfolgter und heute zumeist vergessener jüdischer Fußballer widmet. Es wurde anlässlich des 100. Geburtstages der Maccabi World Union vor fünf Jahren ins Leben gerufen und spiegelt den aktuellen Recherchestand zu inzwischen über 400 rekonstruierten Biografien wider.

Zugleich sollen durch dieses Projekt Interessierte ermutigt werden, in ihrem Umfeld weitere Lebensgeschichten zu erforschen und ihre Erkenntnisse zu veröffentlichen. Zu den Kooperationspartnern des Deutschen Fußballmuseums zählen neben über 20 Profivereinen aus allen Teilen Deutschlands auch führende Bildungseinrichtungen wie die Gedenkstätten Buchenwald und Bergen Belsen, das Fritz Bauer Forum in Bochum und das Museo Judio de Chile.

Social Wall "Voices of the pitch"

Darüber hinaus entsteht in der Ausstellung mit "Voices of the pitch" eine Social Wall, auf der Initiativen gegen Antisemitismus und für einen fairen und demokratischen Fußball gesammelt und erklärt werden. Die Plattform soll vor allem junge Menschen in ihrem gewohnten Medienumfeld erreichen und für gesellschaftliche Themen sensibilisieren. Um sich zu informieren und zu engagieren, können Interessierte auf Instagram und TikTok @voicesofthepitch folgen. Die Inhalte der Onlinepräsenz werden auf der Social Wall auch im Museum zu sehen sein und somit dauerhaft als digitales Ausstellungsstück verankert.

Museumsdirektor Manuel Neukirchner: "Die Biografien jüdischer Fußballspieler, Vereinsgründer, Schiedsrichter, Sportjournalisten und Fußballfans dokumentieren die Verbrechen an Juden im NS-Regime. Sie berichten von Entrechtung, Enteignung, Vertreibung und Ermordung. Fußballgeschichte darf deshalb nicht ausschließlich in den Grenzen des Erfolges erzählt werden. In ihr spiegeln sich immer auch Zeitgeist, Zeitgeschichte und Entwicklungen, die sich niemals wiederholen dürfen. Dieser Erinnerungskultur fühlt sich das Deutsche Fußballmuseum im Besonderen verpflichtet. Leider gehören antisemitische und rassistische Anfeindungen zum Alltag im Fußball. Doch gibt es zahlreiche Aktionen, die dagegen ankämpfen und klare Haltung zeigen. Ihnen wollen wir in unserer Ausstellung zu mehr Sichtbarkeit verhelfen."

Ausstellungsbereich ab 10. Februar offen

Der neu gestaltete Ausstellungsbereich wird ab dem 10. Februar für die Besuchenden des Deutschen Fußballmuseums zugänglich sein.

Weitere Initiativen zum Gedenken an verfolgte und vergessene jüdische Fußballer sind bereits in Planung. Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Mexiko, den USA und Kanada konzipiert das Deutsche Fußballmuseum in Zusammenarbeit mit dem Holocaust Museum LA die Sonderausstellung "THE BEAUTIFUL GAME – THE UNTOLD STORY", die ab Juni 2026 zunächst in Los Angeles zu sehen sein wird. 2027 soll die Ausstellung dann nach Deutschland kommen.

Kategorien: Deutsches Fußballmuseum

Autor: dfb