Frauen-Nationalmannschaft
DFB-Debütantin Lisa Baum: "Mein Kindheitstraum ist in Erfüllung gegangen"

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft bestreitet nach der langen Sommerpause ihre ersten Länderspiele. Am Freitag trifft das Team von Bundestrainer Christian Wück in Karlsruhe auf Australien, am Dienstag steht in Bremen das Duell gegen Japan an. Auf DFB.de haben DFB-Debütantin Lisa Baum und Janina Minge über die letzten Tage im Team, die Entwicklung der Mannschaft und ihre eigenen Werdegänge gesprochen.
Lisa Baum über ...
... ihre erste DFB-Nominierung: Die ersten Tage waren sehr positiv. Es ist natürlich ein neues Umfeld, aber ich mag es, diese Erfahrung zu sammeln. Über meine erste Nominierung habe ich mich sehr gefreut, mein Kindheitstraum ist in Erfüllung gegangen.
... ihren starken linken Fuß: Ich weiß nicht, ob ich zum Linksfuß geboren bin – aber seit ich den Ball am Fuß hatte, habe ich den linken benutzt. Meine Art des Fußballspielens ist vom Bolzplatz geprägt. Davon, frei zu spielen, als ob man gar keine Gedanken hat. Über die Jahre hat man sich dann natürlich technisch weiterentwickelt.
... ihre Ankunft im DFB-Team: Die Mädels haben mich sehr gut aufgenommen. Jede war sehr offen, und ich hatte schon ein, zwei Gespräche beim Mittag- und Abendessen. Es ist toll, hier eine Spielerin zu sein.
... ihre ersten Tage im DFB-Team: Für mich ging es in den ersten Tagen darum, anzukommen, reinzuschnuppern und die Abläufe und meine Mitspielerinnen kennenzulernen, sowohl auf als auch neben dem Platz. Alle waren sehr respektvoll und haben mich direkt aufgenommen. Da war keine dabei, mit der ich nicht abklatschen wollte. Ich bin sehr happy hier.
... ihren Wechsel zum FC Arsenal: Die Bedingungen bei den Topklubs in England sind sehr gut, auch bei Arsenal sind sie top. Ich bin froh, diese Erfahrung zu sammeln.
... ihre Gründe dafür: Für jede einzelne Spielerin ist es eine persönliche Entscheidung. Ich hatte ein sehr gutes Gefühl und habe viele Gespräche mit dem Klub geführt. Die Trainerin und die Mitspielerinnen haben mich sehr herzlich aufgenommen, und von Tag eins an habe ich mich einfach wohlgefühlt.
... den Support in England: Die Fans sind unglaublich, jedes Wochenende vor so vielen Menschen zu spielen ist unglaublich. Generell ist der Frauenfußball in England, aber auch in Deutschland, sehr am Wachsen.
... ihre deutschen Ex-Vereine: Ich bin sehr dankbar für die Vereine, bei denen ich angefangen habe. Beim HSV und in Leipzig habe ich mich auch als Mensch weiterentwickelt. Ich denke noch sehr oft an die Heimat, weil meine Familie dort noch lebt. Manchmal besuche ich noch meine alten Klubs und Freunde, die ich dort habe, und freue mich, sie immer wieder zu sehen. Den HSV verfolge ich noch.
... ihr Geburtsland Tansania: Ich habe noch großen Bezug zu dem Land, in dem ich geboren und aufgewachsen bin. Meine Tante, mein Onkel und meine Oma – sie leben alle noch da. Ich rufe sie auch zwei- bis dreimal pro Woche über FaceTime an, ich habe also noch sehr viel Draht und Nähe zu ihnen.
Janina Minge über ...
... das Zusammentreffen im Team: Man hat uns allen angemerkt, dass wir uns enorm freuen, wieder hier im Kreis der Nationalmannschaft zu sein. Wir genießen jeden Augenblick, den wir hier zusammen haben.
... ihre Entwicklung und Rolle im Team: Das zeigt ganz gut, wie schnell es im Fußball manchmal gehen kann. Ich bin unglaublich dankbar und glücklich darüber, wie sich mein Weg in der Nationalmannschaft entwickelt hat, und genieße jeden Moment. Dahinter steckt aber auch ein langer Weg mit vielen einzelnen Schritten, die mich dorthin gebracht haben. Das Vertrauen, das ich bekommen habe, bedeutet mir viel, und ich versuche, meine Rolle bestmöglich auszufülle
... ihre Ausbildung neben dem Fußball: Ich habe mich bewusst dafür entschieden, neben dem Fußball noch eine Polizeiausbildung zu machen. Es war kein Zwang, sondern ich wollte einfach diese Sicherheit haben. Zu wissen, nach dem Fußball noch ein zweites Standbein zu haben. Es hat mir enorm viel Spaß gemacht, ich habe viele Leute kennengelernt und habe noch ein anderes Leben außerhalb des Fußballs. Nichtsdestotrotz konnte ich mich zu 100 Prozent auf den Fußball konzentrieren.
... die WM-Chancen im nächsten Jahr: Seit der Europameisterschaft haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht. In unserem Spiel sieht man, dass wir mittlerweile sehr guten und erfolgreichen Fußball spielen können.. Wir haben sehr gute Einzelspielerinnen, Teamgeist und tragen alle diese deutsche Mentalität in uns.
... den Fokus in den Testspielen: Natürlich sind das Spiele, in denen wir die Chance haben, Dinge auszuprobieren und unser Spiel anzupassen. Nichtsdestotrotz haben die Testspiele einen sehr großen Stellenwert, denn es kommt nicht alltäglich vor, dass wir gegen nichteuropäische Teams testen. Das werden enorme Gradmesser, bei denen wir wirklich sehen, wo wir als Mannschaft stehen. Da kommen andere Spielstile auf uns zu, die wir auch annehmen müssen und auf die wir unser Spiel anpassen müssen.
Kategorien: Frauen-Nationalmannschaft
Autor: dfb

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