Julia Simic in Potsdam: "Mir geht es gut, das Knie hält"

Wieder diese schlimme Verletzung, wieder ein Kreuzbandriss, wieder ein Jahr Pause. Julia Simic hatte sich gerade auf den Platz zurückgekämpft, da begann das ganze Leid wieder von vorne. "Beim zweiten Mal war es schon schwierig", sagt Simic im DFB.de-Gespräch mit Sven Winterschladen. "Ich habe den ganzen Rehaweg wieder vor mir gesehen und wusste genau, was auf mich zukommt."

Aber sie ist den Weg erneut gegangen. Jetzt ist sie wieder da. Die 24-jährige Mittelfeldspielerin steht jedoch nicht mehr beim FC Bayern München unter Vertrag, sie spielt zukünftig für Turbine Potsdam: "Ich denke, dass der Schritt genau richtig war. Hier gibt es die Möglichkeit, immer oben dabei zu sein. Ich möchte Titel holen."

Inzwischen kehrt auch das Vertrauen in das Knie zurück. Es hält, es geht aufwärts, sie geht wieder ohne große Angst in die Zweikämpfe. Sie ist bereit für den Bundesligaauftakt am 8. September (ab 14 Uhr) gegen FF USV Jena. Dann will Simic wieder ganz die alte sein. Und danach möchte sie sich noch ihren großen Traum erfüllen: den Sprung in die Nationalmannschaft.

DFB.de: Frau Simic, die wahrscheinlich wichtigste Frage zuerst: Wie geht es Ihnen nach den beiden Kreuzbandrissen?

Julia Simic: Mir geht es soweit gut, das Knie hält - das ist wirklich das Wichtigste. Natürlich merke ich, dass da was war. Wenn man so lange in der Reha war, ist das auch normal. Jetzt geht es für mich darum, komplett fit zu werden und wieder an mein altes Leistungsniveau zu kommen. Ich merke von Tag zu Tag, dass es besser wird. In den Spielen zum Beispiel halte ich immer länger durch. Klar ist noch Luft nach oben, aber dafür bin ich auch hier.

DFB.de: Haben Sie also wieder absolutes Vertrauen in Ihr Knie?

Simic: Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, aber das kommt immer mehr. Verschiedene Erlebnisse in den Testspielen und im Training helfen dabei, das Vertrauen zurückzugewinnen.

DFB.de: Zum Beispiel?



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Wieder diese schlimme Verletzung, wieder ein Kreuzbandriss, wieder ein Jahr Pause. Julia Simic hatte sich gerade auf den Platz zurückgekämpft, da begann das ganze Leid wieder von vorne. "Beim zweiten Mal war es schon schwierig", sagt Simic im DFB.de-Gespräch mit Sven Winterschladen. "Ich habe den ganzen Rehaweg wieder vor mir gesehen und wusste genau, was auf mich zukommt."

Aber sie ist den Weg erneut gegangen. Jetzt ist sie wieder da. Die 24-jährige Mittelfeldspielerin steht jedoch nicht mehr beim FC Bayern München unter Vertrag, sie spielt zukünftig für Turbine Potsdam: "Ich denke, dass der Schritt genau richtig war. Hier gibt es die Möglichkeit, immer oben dabei zu sein. Ich möchte Titel holen."

Inzwischen kehrt auch das Vertrauen in das Knie zurück. Es hält, es geht aufwärts, sie geht wieder ohne große Angst in die Zweikämpfe. Sie ist bereit für den Bundesligaauftakt am 8. September (ab 14 Uhr) gegen FF USV Jena. Dann will Simic wieder ganz die alte sein. Und danach möchte sie sich noch ihren großen Traum erfüllen: den Sprung in die Nationalmannschaft.

DFB.de: Frau Simic, die wahrscheinlich wichtigste Frage zuerst: Wie geht es Ihnen nach den beiden Kreuzbandrissen?

Julia Simic: Mir geht es soweit gut, das Knie hält - das ist wirklich das Wichtigste. Natürlich merke ich, dass da was war. Wenn man so lange in der Reha war, ist das auch normal. Jetzt geht es für mich darum, komplett fit zu werden und wieder an mein altes Leistungsniveau zu kommen. Ich merke von Tag zu Tag, dass es besser wird. In den Spielen zum Beispiel halte ich immer länger durch. Klar ist noch Luft nach oben, aber dafür bin ich auch hier.

DFB.de: Haben Sie also wieder absolutes Vertrauen in Ihr Knie?

Simic: Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, aber das kommt immer mehr. Verschiedene Erlebnisse in den Testspielen und im Training helfen dabei, das Vertrauen zurückzugewinnen.

DFB.de: Zum Beispiel?

Simic: Dass man nach einem Foul wieder aufsteht und merkt, es hält alles. Ich denke, das kommt mit der Zeit. Meine ganze Energie geht nicht mehr nur ins Knie, ich verschwende daran immer weniger Gedanken. Das ist ein gutes Zeichen.

DFB.de: Haben Sie sich oft die Fragen gestellt: Warum schon wieder ich?

Simic: Nein, nie. Wenn überhaupt, habe ich mich nach dem zweiten Kreuzbandriss gefragt: Warum das Ganze noch mal? Nach der zweiten Verletzung war es schon schwieriger. Ich habe den ganzen Rehaweg wieder vor mir gesehen und wusste genau, was auf mich zukommt.

DFB.de: Wie war die Zeit der Verletzung? Was macht dann Mut und Hoffnung?

Simic: Sehr viel Mut und Hoffnung hat mir auf jeden Fall mein Hund Coco gegeben, den ich mir nach dem ersten Kreuzbandriss geholt habe. Ich wollte immer gern einen Hund haben, aber ich hatte nie die Zeit dafür. Nach der Verletzung hatte ich das Gefühl, es ist ein guter Zeitpunkt dafür. Coco war für mich so ein bisschen wie ein "Reha-Hund". Ich bin während der Rehazeiten zwar nie in ein richtig tiefes Loch gefallen, aber man hat in solch einer Phase schon viel Zeit für Gedanken, vor allem am Wochenende, wenn die anderen zum Spiel fahren. Eine wichtige Rolle für mich hat auch mein Physiotherapeut Jan Frieling gespielt. Ich habe in der ganzen Zeit schließlich niemanden so oft gesehen wie ihn. Er hat mir sehr geholfen.

DFB.de: Hat sich Ihre Einstellung zum Fußball verändert?

Simic: Ja, insofern, als dass ich jetzt viel mehr zu schätzen weiß, was es bedeutet, gesund und unverletzt zu sein. Das war früher selbstverständlich, heute bin ich sehr viel dankbarer dafür. Ich bin froh über jede Einheit, in der ich Fußball spielen kann. Die Einstellung zum Körper ändert sich, man geht sorgsamer mit sich um.

DFB.de: In knapp zwei Wochen geht die neue Saison los. Sind Sie dann wieder richtig fit?

Simic: Na klar, davon bin ich überzeugt.

DFB.de: Im Sommer sind Sie vom FC Bayern zu Turbine Potsdam gewechselt. Warum dieser Schritt?

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Simic: Ich selbst habe, ehrlich gesagt, auch nicht unbedingt damit gerechnet. Nach der langen Reha war für mich eigentlich klar, dass ich weiter beim FC Bayern München spiele. Dann kam plötzlich der Anruf von Bernd Schröder. Ich habe mir das alles angehört und anschließend Gedanken über einen Wechsel gemacht. Schließlich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass der Schritt vielleicht genau das Richtige für mich ist. Der FCB hat sich sehr gut entwickelt, aber natürlich spielt man auch Fußball, um etwas zu gewinnen. Ich denke, da bin ich in Potsdam gut aufgehoben, wo man immer oben mitspielt. Ich wusste, was in punkto Trainingspensum und härterer Gangart auf mich zukommt, und das hat mich irgendwie auch gereizt. Ich möchte wieder voll angreifen und richtig fit werden, und ich denke, da bin ich in Potsdam genau richtig.

DFB.de: Was ist möglich diese Saison, persönlich und mit der Mannschaft?

Simic: Mein persönliches Ziel ist in erster Linie, gesund zu bleiben, auch wenn ich weiß, dass ich das selbst nicht unbedingt immer beeinflussen kann. Ich möchte endlich wieder auf dem Platz stehen, an meine alte Leistungsstärke anknüpfen und auch für die Mannschaft eine wichtige Rolle spielen. Die Ambitionen mit der Mannschaft sind, möglichst das Maximale zu erreichen. In der Meisterschaft sind Wolfsburg und Frankfurt schon die großen Favoriten auf den Titel. Der Pokal ist da vielleicht schon der "leichtere" Wettbewerb, da möchte ich gern ins Finale nach Köln. Zur Champions League kann ich nicht viel sagen, darauf habe ich einfach nur riesige Lust und Vorfreude, gegen Mannschaften zu spielen, die man noch gar nicht weiter kennt. Darauf freue ich mich mehr, als dass ich irgendwelche großen Erwartungen habe.

DFB.de: Können Sie bereits einen Vergleich ziehen zwischen dem FC Bayern und Turbine?

Simic: Es gibt schon einige Unterschiede. Die Bedingungen in Potsdam sind ein wenig professioneller, wenngleich beim FC Bayern ebenfalls unter guten Bedingungen gearbeitet wird. In Potsdam ist der Tagesablauf der meisten Spielerinnen auf das Training abgestimmt. Hier wird sich noch mehr auf den Fußball konzentriert. Die Gangart des Trainers ist natürlich ein Riesenunterschied, Bernd Schröder und Thomas Wörle unterscheiden sich schon sehr. Auch das Spiel ist in Potsdam ein wenig anders, bekanntermaßen einen Tick offensiver. Das kommt mir entgegen und macht es mir ein wenig einfacher.

DFB.de: Haben Sie auch die Nationalmannschaft noch im Blick?

Simic: Das ist momentan kein direktes Ziel für mich, es hat nicht oberste Priorität. Erst einmal möchte ich wieder regelmäßig spielen und meine Leistung im Verein abrufen. Dann kommt früher oder später sicher auch der Anspruch wieder, oben mit reinzurutschen. Wie gesagt: Voraussetzung ist, dass ich bei Turbine überzeuge.

DFB.de: Haben Sie dennoch die Europameisterschaft in Schweden verfolgt?

Simic: Mit den Gedanken war ich natürlich bei der Mannschaft mit dabei. Ich habe mir alle Spiele der Deutschen angeschaut. Mit Lena Lotzen gehörte eine gute Freundin von mir zum Team, wir haben während der EM auch viel Kontakt gehabt. Ich habe mich riesig gefreut, dass die Mannschaft den Titel erfolgreich verteidigt hat. Es ist immer positiv, wenn eine deutsche Mannschaft ein großes Turnier gewinnt. Ich denke und hoffe, der EM-Titel fördert noch einmal den Wert des Frauenfußballs ins Deutschland und auch der Frauen-Bundesliga.