Volle Punktzahl und nur ein Gegentor: FC Bayern setzt Maßstäbe

66 Punkte! Um diese historische Marke in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga zu erreichen, muss ein Verein die "perfekte" Saison hinlegen und alle 22 Partien gewinnen. Seit Einführung der eingleisigen höchsten Spielklasse 1997 ist dies noch keinem Team gelungen. Heuer ist ein Team noch auf Kurs: Zur Winterpause 2020/2021 steht Tabellenführer FC Bayern München nach zwölf Spielen bei optimalen 36 Zählern. DFB.de mit dem Faktencheck.

Frankfurt hält Punkte-Bestmarke: Den Rekord für die höchste Punktzahl in einer Saison hält seit der Spielzeit 2004/2005 der 1. FFC Frankfurt, der seit Sommer 2020 als Eintracht Frankfurt an den Start geht. Die Hessinnen hatten sich vor rund 15 Jahren die Meisterschaft mit 63 von 66 möglichen Punkten gesichert. Bis zur perfekten Saison fehlte damals nicht viel. Die ersten 19 Begegnungen hatte Frankfurt allesamt für sich entschieden. Erst im 20. Saisonspiel setzte es beim 1:2 gegen den FCR Duisburg, heute MSV Duisburg, die erste und einzige Niederlage. In der vergangenen Spielzeit 2019/2020 kam der VfL Wolfsburg dem Punkterekord am nächsten. Das Team von VfL-Trainer Stephan Lerch gewann den Titel ungeschlagen mit 62 Zählern. Die einzigen Punktverluste gab es in den beiden Duellen mit dem FC Bayern München: 1:1 am 10. Spieltag und 0:0 am 21. Spieltag.

Nur Goeßling traf gegen Bayern: Der verlustpunktfreie Tabellenführer FC Bayern München führt nicht nur die Tabelle, sondern fast zwangsläufig auch die meisten Positivstatistiken der aktuellen Saison 2020/20021 an. Eines der Fundamente der bisher so beeindruckenden Siegesserie ist die Defensive. Nur ein Gegentor musste die von Jens Scheuer trainierte Bayern-Mannschaft hinnehmen. Die langjährige Nationalspielerin Lena Goeßling vom Verfolger VfL Wolfsburg verwandelte beim 1:4 aus Sicht der Wölfinnen in München einen Foulelfmeter gegen FCB-Torhüterin Laura Benkarth. Aus dem Spiel heraus gelang es also keinem Team, gegen die Münchnerinnen einen Treffer zu erzielen. Die Spielerinnen des Spitzenreiters waren auf der anderen Seite auch torhungrig, was 40 Treffer beweisen. Das ist ebenfalls Ligaspitze. Der Tabellenzweite VfL Wolfsburg, der fünf Punkte hinter dem FCB zurückliegt, weist sowohl die zweitbeste Defensive (neun Gegentore) als auch die zweitbeste Offensive (39 Treffer) auf.

Wolfsburger Meisterserie könnte enden: Sollte der VfL Wolfsburg in dieser Saison nicht Meister werden, dann würde eine Serie zu Ende gehen. In den vergangenen vier Spielzeiten hieß der Deutsche Meister stets VfL Wolfsburg. Insgesamt stehen für die Grün-Weißen sechs Meistertitel seit 2012 zu Buche. In den Spielzeiten 2014/2015 sowie 2015/2016 konnte der FC Bayern München die Trophäe in die bayerische Landeshauptstadt holen. Es waren die bisher einzigen Bundesliga-Meisterschaften für den FCB.

Relevantes Rennen um Rang drei: Zum ersten Mal ist in dieser Saison neben den Rängen eins und zwei auch der dritte Tabellenplatz von großer Bedeutung. Dieser berechtigt nämlich ebenfalls zum Start in der UEFA Women's Champions League. Nach aktuellem Stand würde neben Bayern und Wolfsburg die TSG Hoffenheim erstmals in der Königsklasse an den Start gehen. Die Sinsheimerinnen haben nach zwölf Partien 25 Punkte auf dem Konto, drei mehr als der Tabellenvierte 1. FFC Turbine Potsdam (22). Allerdings hat Potsdam noch eine Nachholpartie (am Sonntag, 31. Januar, gegen den SV Werder Bremen) in der Hinterhand. Für Hoffenheim spricht die im Vergleich zum 1. FFC um 19 Treffer bessere Tordifferenz. Auf einige Ausrutscher der Konkurrenz und eine eigene Serie müssen Bayer 04 Leverkusen (20 Punkte) und vielleicht auch Eintracht Frankfurt (17) hoffen, um noch in das Champions-League-Rennen eingreifen zu können. Die Rückstände des SC Freiburg (15) und der SGS Essen (14) sind noch größer.

Aufsteiger über dem Strich: Zumindest ein erstes Etappenziel haben die beiden Aufsteiger SV Werder Bremen und der SV Meppen schon einmal erreicht. Beide Nord-Klubs überwintern über dem Strich. Die Bremerinnen (neun Punkte) rangieren auf Platz neun, Liganeuling Meppen (sechs) ist Zehnter. Die Abstiegsränge belegen dagegen mit dem SC Sand (sechs) und dem MSV Duisburg (drei) zwei langjährige Bundesligisten. Die Duisburgerinnen sind als einzige Mannschaft noch sieglos. Meppen weist mit sechs Treffern die wenigsten Tore auf, Sand kassierte 37 Gegentreffer und damit mehr als jedes anderes Team. Allein 14 Gegentore gab es in den beiden Vergleichen mit Tabellenführer FC Bayern München. Das Hinspiel zu Saisonbeginn endete 0:6, das Rückspiel in Sand kurz vor Weihnachten 0:8. Dies war gleichzeitig das deutlichste Ergebnis bis zur Winterpause. Zum Vergleich: Das höchste Ergebnis in der Geschichte der eingleisigen Frauen-Bundesliga war ein 17:0 des 1. FFC Frankfurt über den Nachbarn FSV Frankfurt in der Saison 2005/2006.

Mehr als ein Tor pro Spiel: In der Liste der erfolgreichsten Torschützinnen hat zur Winterpause eine Spielerin der TSG Hoffenheim die Nase vorn. Nicole Billa traf bei ihren elf Einsätzen nicht weniger als 14-mal und damit im Schnitt 1,27-mal pro Spiel. Die 24 Jahre alte Stürmerin aus Österreich kam dabei erst recht spät richtig auf Touren. In ihren ersten sieben Saisonspielen hatte Billa "nur" vier Treffer markiert. Die beachtliche Bilanz danach: Doppelpack im Spiel beim SC Sand (3:0), Doppelpack beim SC Freiburg (5:1), Viererpack gegen den MSV Duisburg (7:0) und Doppelpack gegen den 1. FFC Turbine Potsdam (5:0). Mit elf Toren liegt Laura Freigang von Eintracht Frankfurt in der Torjägerinnenliste auf Rang zwei. Es folgen Zsanett Jakabfi vom VfL Wolfsburg und Nationalspielerin Sydney Lohmann vom Ligaprimus FC Bayern München als gemeinsame Dritte. Torschützenkönigin der vergangenen Saison war für den VfL Wolfsburg Pernille Harder mit 27 Toren. Die Dänin spielt mittlerweile auf der Insel für Chelsea LFC.

Endspurt ab Februar: Der erste Spieltag nach der Winterpause ist für Anfang Februar angesetzt. Der FC Bayern München will seine Siegesserie dann im Heimspiel gegen den Aufsteiger SV Meppen am Sonntag, 7. Februar (ab 14 Uhr), fortsetzen. "Wir können stolz auf eine starke Hinrunde sein, und so machen wir weiter, wir wollen immer gewinnen", sagt FCB-Spielführerin Carina Wenninger, die vor der Winterpause beim 8:0 gegen den SC Sand ihren 200. Bundesliga-Einsatz für den FC Bayern bestritten hatte. Bereits am Freitag, 5. Februar (ab 19.15 Uhr), ist der Tabellenzweite VfL Wolfsburg im heimischen Stadion gegen den 1. FFC Turbine Potsdam im Einsatz.

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66 Punkte! Um diese historische Marke in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga zu erreichen, muss ein Verein die "perfekte" Saison hinlegen und alle 22 Partien gewinnen. Seit Einführung der eingleisigen höchsten Spielklasse 1997 ist dies noch keinem Team gelungen. Heuer ist ein Team noch auf Kurs: Zur Winterpause 2020/2021 steht Tabellenführer FC Bayern München nach zwölf Spielen bei optimalen 36 Zählern. DFB.de mit dem Faktencheck.

Frankfurt hält Punkte-Bestmarke: Den Rekord für die höchste Punktzahl in einer Saison hält seit der Spielzeit 2004/2005 der 1. FFC Frankfurt, der seit Sommer 2020 als Eintracht Frankfurt an den Start geht. Die Hessinnen hatten sich vor rund 15 Jahren die Meisterschaft mit 63 von 66 möglichen Punkten gesichert. Bis zur perfekten Saison fehlte damals nicht viel. Die ersten 19 Begegnungen hatte Frankfurt allesamt für sich entschieden. Erst im 20. Saisonspiel setzte es beim 1:2 gegen den FCR Duisburg, heute MSV Duisburg, die erste und einzige Niederlage. In der vergangenen Spielzeit 2019/2020 kam der VfL Wolfsburg dem Punkterekord am nächsten. Das Team von VfL-Trainer Stephan Lerch gewann den Titel ungeschlagen mit 62 Zählern. Die einzigen Punktverluste gab es in den beiden Duellen mit dem FC Bayern München: 1:1 am 10. Spieltag und 0:0 am 21. Spieltag.

Nur Goeßling traf gegen Bayern: Der verlustpunktfreie Tabellenführer FC Bayern München führt nicht nur die Tabelle, sondern fast zwangsläufig auch die meisten Positivstatistiken der aktuellen Saison 2020/20021 an. Eines der Fundamente der bisher so beeindruckenden Siegesserie ist die Defensive. Nur ein Gegentor musste die von Jens Scheuer trainierte Bayern-Mannschaft hinnehmen. Die langjährige Nationalspielerin Lena Goeßling vom Verfolger VfL Wolfsburg verwandelte beim 1:4 aus Sicht der Wölfinnen in München einen Foulelfmeter gegen FCB-Torhüterin Laura Benkarth. Aus dem Spiel heraus gelang es also keinem Team, gegen die Münchnerinnen einen Treffer zu erzielen. Die Spielerinnen des Spitzenreiters waren auf der anderen Seite auch torhungrig, was 40 Treffer beweisen. Das ist ebenfalls Ligaspitze. Der Tabellenzweite VfL Wolfsburg, der fünf Punkte hinter dem FCB zurückliegt, weist sowohl die zweitbeste Defensive (neun Gegentore) als auch die zweitbeste Offensive (39 Treffer) auf.

Wolfsburger Meisterserie könnte enden: Sollte der VfL Wolfsburg in dieser Saison nicht Meister werden, dann würde eine Serie zu Ende gehen. In den vergangenen vier Spielzeiten hieß der Deutsche Meister stets VfL Wolfsburg. Insgesamt stehen für die Grün-Weißen sechs Meistertitel seit 2012 zu Buche. In den Spielzeiten 2014/2015 sowie 2015/2016 konnte der FC Bayern München die Trophäe in die bayerische Landeshauptstadt holen. Es waren die bisher einzigen Bundesliga-Meisterschaften für den FCB.

Relevantes Rennen um Rang drei: Zum ersten Mal ist in dieser Saison neben den Rängen eins und zwei auch der dritte Tabellenplatz von großer Bedeutung. Dieser berechtigt nämlich ebenfalls zum Start in der UEFA Women's Champions League. Nach aktuellem Stand würde neben Bayern und Wolfsburg die TSG Hoffenheim erstmals in der Königsklasse an den Start gehen. Die Sinsheimerinnen haben nach zwölf Partien 25 Punkte auf dem Konto, drei mehr als der Tabellenvierte 1. FFC Turbine Potsdam (22). Allerdings hat Potsdam noch eine Nachholpartie (am Sonntag, 31. Januar, gegen den SV Werder Bremen) in der Hinterhand. Für Hoffenheim spricht die im Vergleich zum 1. FFC um 19 Treffer bessere Tordifferenz. Auf einige Ausrutscher der Konkurrenz und eine eigene Serie müssen Bayer 04 Leverkusen (20 Punkte) und vielleicht auch Eintracht Frankfurt (17) hoffen, um noch in das Champions-League-Rennen eingreifen zu können. Die Rückstände des SC Freiburg (15) und der SGS Essen (14) sind noch größer.

Aufsteiger über dem Strich: Zumindest ein erstes Etappenziel haben die beiden Aufsteiger SV Werder Bremen und der SV Meppen schon einmal erreicht. Beide Nord-Klubs überwintern über dem Strich. Die Bremerinnen (neun Punkte) rangieren auf Platz neun, Liganeuling Meppen (sechs) ist Zehnter. Die Abstiegsränge belegen dagegen mit dem SC Sand (sechs) und dem MSV Duisburg (drei) zwei langjährige Bundesligisten. Die Duisburgerinnen sind als einzige Mannschaft noch sieglos. Meppen weist mit sechs Treffern die wenigsten Tore auf, Sand kassierte 37 Gegentreffer und damit mehr als jedes anderes Team. Allein 14 Gegentore gab es in den beiden Vergleichen mit Tabellenführer FC Bayern München. Das Hinspiel zu Saisonbeginn endete 0:6, das Rückspiel in Sand kurz vor Weihnachten 0:8. Dies war gleichzeitig das deutlichste Ergebnis bis zur Winterpause. Zum Vergleich: Das höchste Ergebnis in der Geschichte der eingleisigen Frauen-Bundesliga war ein 17:0 des 1. FFC Frankfurt über den Nachbarn FSV Frankfurt in der Saison 2005/2006.

Mehr als ein Tor pro Spiel: In der Liste der erfolgreichsten Torschützinnen hat zur Winterpause eine Spielerin der TSG Hoffenheim die Nase vorn. Nicole Billa traf bei ihren elf Einsätzen nicht weniger als 14-mal und damit im Schnitt 1,27-mal pro Spiel. Die 24 Jahre alte Stürmerin aus Österreich kam dabei erst recht spät richtig auf Touren. In ihren ersten sieben Saisonspielen hatte Billa "nur" vier Treffer markiert. Die beachtliche Bilanz danach: Doppelpack im Spiel beim SC Sand (3:0), Doppelpack beim SC Freiburg (5:1), Viererpack gegen den MSV Duisburg (7:0) und Doppelpack gegen den 1. FFC Turbine Potsdam (5:0). Mit elf Toren liegt Laura Freigang von Eintracht Frankfurt in der Torjägerinnenliste auf Rang zwei. Es folgen Zsanett Jakabfi vom VfL Wolfsburg und Nationalspielerin Sydney Lohmann vom Ligaprimus FC Bayern München als gemeinsame Dritte. Torschützenkönigin der vergangenen Saison war für den VfL Wolfsburg Pernille Harder mit 27 Toren. Die Dänin spielt mittlerweile auf der Insel für Chelsea LFC.

Endspurt ab Februar: Der erste Spieltag nach der Winterpause ist für Anfang Februar angesetzt. Der FC Bayern München will seine Siegesserie dann im Heimspiel gegen den Aufsteiger SV Meppen am Sonntag, 7. Februar (ab 14 Uhr), fortsetzen. "Wir können stolz auf eine starke Hinrunde sein, und so machen wir weiter, wir wollen immer gewinnen", sagt FCB-Spielführerin Carina Wenninger, die vor der Winterpause beim 8:0 gegen den SC Sand ihren 200. Bundesliga-Einsatz für den FC Bayern bestritten hatte. Bereits am Freitag, 5. Februar (ab 19.15 Uhr), ist der Tabellenzweite VfL Wolfsburg im heimischen Stadion gegen den 1. FFC Turbine Potsdam im Einsatz.

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