Stellungnahme des DFB zum Meldesystem bei Dopingkontrollen

In einem aktuellen Radio-Beitrag der ARD wurde mit Bezug auf einen Spieler des FC Bayern München über das Meldesystem bei Dopingkontrollen berichtet. Dabei wurde angemerkt, dass der DFB in "angemessener Frist" keine konkrete Erklärung zu den Regeln und Abläufen abgegeben habe. Tatsächlich wurde auf die Anfrage vom DFB folgende ‎umfassende Antwort verschickt, die aber nicht in die Berichterstattung eingeflossen ist:

Der im Oktober 2014 in einer Klinik in Barcelona für die Dopingkontrolleure der NADA nicht erreichbare Spieler eines deutschen Bundesliga-Vereins ist spanischer Nationalität. Er gehörte auf Grund seiner spanischen Nationalität nicht dem Nationalen Testpool (NTP) der NADA an und unterlag deshalb auch nicht den ausschließlich für die Angehörigen des Nationalen Testpool geltenden individuellen Meldepflichten des ADAMS-Systems. Nur im Rahmen des ADAMS-Systems sind die Sportler persönlich verpflichtet, Angaben zu ihrem Aufenthaltsort so genau zu gestalten, dass sie von Dopingkontrolleuren auch tatsächlich aufgefunden werden können. Nur bei Verstößen gegen die sich aus dem ADAMS-System ergebenden individuellen Mitwirkungspflichten und einem damit ursächlich verbundenen Nichtantreffen zu einer Dopingkontrolle wird seitens der NADA (und niemals seitens des DFB) ein Strike verhängt. Ein sportgerichtliches Verfahren wird durch den DFB erst, aber auch nur dann, eröffnet, wenn seitens der NADA ein dritter Strike innerhalb von 18 Monaten verhängt worden ist. Vorliegend wurde allerdings auch seitens der NADA kein Strike gegen den betreffenden Fußballspieler verhängt, weil dieser auf Grund von Nichtvorliegen einer Meldepflicht nach ADAMS auch keinen Meldepflichtverstoß begangen haben kann.

Tatsächlich handelte es sich also nicht um eine Trainingskontrolle aufgrund individueller Meldepflichten für Spieler aus dem Nationalen Testpool (NTP) der NADA (ADAMS), sondern um eine allgemeine Trainingskontrolle beim Verein des Spielers. Für alle nicht dem Nationalen Testpool angehörenden Spieler, so also auch für den betreffenden Spieler eines deutschen Bundesliga-Vereins spanischer Nationalität, ist bei einer Trainingskontrolle der NADA folglich kein schuldhafter individueller Meldepflichtverstoß eines Spielers möglich.

Zu prüfen war im konkreten Fall seitens DFB und NADA daher nur, ob auf Grund Nichtantreffens des betreffenden Spielers ein schuldhafter Meldepflichtverstoß des Vereins vorlag. Die seiner Zeit erfolgten juristischen Prüfungen von DFB und NADA haben übereinstimmend und zweifelsfrei ergeben, dass ein schuldhafter Meldepflichtverstoß des Vereins nicht vorlag. Wie bereits in unserer Stellungnahme unter 1 a) dargestellt, ist der Verein des Spielers im Rahmen der ihm obliegenden Verpflichtung zur Mitteilung des Aufenthalts der Mannschaft, sog. "Mannschafts-Whereabouts", nachgekommen, im dem er der NADA die Abwesenheit eines Spielers von den angegebenen Trainingsmaßnahmen mit Begründung sowie dessen Erreichbarkeit, soweit diese dem Verein bekannt war, mitgeteilt hat. Der Verein hat zutreffend mitgeteilt, dass sich der Spieler im Krankenhaus befand. Es gab und gibt für DFB und NADA keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass dem Verein angelastet werden könnte, dass der Spieler "dann nicht getestet werden konnte, weil der Dopingkontrolleur am Eingang der Klinik trotz mehrmaliger Versuche keine ausreichenden Informationen darüber erhalten haben soll, ob der Spieler sich in der Klinik aufhält oder nicht".

[dfb]

In einem aktuellen Radio-Beitrag der ARD wurde mit Bezug auf einen Spieler des FC Bayern München über das Meldesystem bei Dopingkontrollen berichtet. Dabei wurde angemerkt, dass der DFB in "angemessener Frist" keine konkrete Erklärung zu den Regeln und Abläufen abgegeben habe. Tatsächlich wurde auf die Anfrage vom DFB folgende ‎umfassende Antwort verschickt, die aber nicht in die Berichterstattung eingeflossen ist:

Der im Oktober 2014 in einer Klinik in Barcelona für die Dopingkontrolleure der NADA nicht erreichbare Spieler eines deutschen Bundesliga-Vereins ist spanischer Nationalität. Er gehörte auf Grund seiner spanischen Nationalität nicht dem Nationalen Testpool (NTP) der NADA an und unterlag deshalb auch nicht den ausschließlich für die Angehörigen des Nationalen Testpool geltenden individuellen Meldepflichten des ADAMS-Systems. Nur im Rahmen des ADAMS-Systems sind die Sportler persönlich verpflichtet, Angaben zu ihrem Aufenthaltsort so genau zu gestalten, dass sie von Dopingkontrolleuren auch tatsächlich aufgefunden werden können. Nur bei Verstößen gegen die sich aus dem ADAMS-System ergebenden individuellen Mitwirkungspflichten und einem damit ursächlich verbundenen Nichtantreffen zu einer Dopingkontrolle wird seitens der NADA (und niemals seitens des DFB) ein Strike verhängt. Ein sportgerichtliches Verfahren wird durch den DFB erst, aber auch nur dann, eröffnet, wenn seitens der NADA ein dritter Strike innerhalb von 18 Monaten verhängt worden ist. Vorliegend wurde allerdings auch seitens der NADA kein Strike gegen den betreffenden Fußballspieler verhängt, weil dieser auf Grund von Nichtvorliegen einer Meldepflicht nach ADAMS auch keinen Meldepflichtverstoß begangen haben kann.

Tatsächlich handelte es sich also nicht um eine Trainingskontrolle aufgrund individueller Meldepflichten für Spieler aus dem Nationalen Testpool (NTP) der NADA (ADAMS), sondern um eine allgemeine Trainingskontrolle beim Verein des Spielers. Für alle nicht dem Nationalen Testpool angehörenden Spieler, so also auch für den betreffenden Spieler eines deutschen Bundesliga-Vereins spanischer Nationalität, ist bei einer Trainingskontrolle der NADA folglich kein schuldhafter individueller Meldepflichtverstoß eines Spielers möglich.

Zu prüfen war im konkreten Fall seitens DFB und NADA daher nur, ob auf Grund Nichtantreffens des betreffenden Spielers ein schuldhafter Meldepflichtverstoß des Vereins vorlag. Die seiner Zeit erfolgten juristischen Prüfungen von DFB und NADA haben übereinstimmend und zweifelsfrei ergeben, dass ein schuldhafter Meldepflichtverstoß des Vereins nicht vorlag. Wie bereits in unserer Stellungnahme unter 1 a) dargestellt, ist der Verein des Spielers im Rahmen der ihm obliegenden Verpflichtung zur Mitteilung des Aufenthalts der Mannschaft, sog. "Mannschafts-Whereabouts", nachgekommen, im dem er der NADA die Abwesenheit eines Spielers von den angegebenen Trainingsmaßnahmen mit Begründung sowie dessen Erreichbarkeit, soweit diese dem Verein bekannt war, mitgeteilt hat. Der Verein hat zutreffend mitgeteilt, dass sich der Spieler im Krankenhaus befand. Es gab und gibt für DFB und NADA keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass dem Verein angelastet werden könnte, dass der Spieler "dann nicht getestet werden konnte, weil der Dopingkontrolleur am Eingang der Klinik trotz mehrmaliger Versuche keine ausreichenden Informationen darüber erhalten haben soll, ob der Spieler sich in der Klinik aufhält oder nicht".