Schönweitz erklärt die drei Trainer-Typen

Experten-Kolumne auf DFB.de: Sportliche Leitung und Trainer vermitteln Hintergründe rund um den DFB-Nachwuchs und die DFB-Teams. Regelmäßig, authentisch und mit aktuellem Bezug. Heute: Meikel Schönweitz, Cheftrainer der U-Nationalmannschaften. Er erklärt, wie die Sichtung und das Scouting im U-Bereich läuft und welche Qualitäten die Juniorennationalspieler zeigen müssen.

In den vergangenen Kolumnen haben wir die strukturelle Zusammenstellung der Trainerteams beleuchtet. Wir setzen auf drei Trainertypen pro U-Nationalmannschaft: Typ Erfahrung, Typ Innovation und Typ Altersstufenspezialist. Nun möchte ich die Gelegenheit nutzen, um aufzuzeigen, wer sich alles hinter diesen Trainerteams verbirgt, die in der laufenden Saison die Toptalente Deutschlands betreuen - und wie ihre Rolle im deutschen Fußball eigentlich einzuordnen ist.

Wir unterscheiden in der Nachwuchsarbeit in drei Teams:

  • "U-Teams",

  • "Team DFB" und

  • "Team Deutschland".

Kernaufgabe aller Trainer sind die einzelnen "U-Teams". Über Spielbeobachtungen, Vereinsbesuche, Hospitationen und Kommunikation mit allen Beteiligten gilt es, die besten Spieler Deutschlands zu identifizieren, eine Mannschaft zusammenzustellen, sie als Einheit zu formen und auf die anstehenden Aufgaben vorzubereiten. Unser Fernziel lautet, Spieler für die A-Nationalmannschaft zu entwickeln, die in der Lage sind, Titel für Deutschland zu gewinnen. Hilfreich - vielleicht sogar zwingend notwendig dafür - ist es, im Jugendbereich bereits Erfahrungen in diesen Wettbewerben zu erlangen, sich somit also für Europa- und Weltmeisterschaften zu qualifizieren. Toni Kroos zum Beispiel hat mehr als 50 U-Länderspiele absolviert, Cristiano Ronaldo weit über 30 U-Partien. Heute sind sie Leistungsträger in Topvereinen und Topnationen - und müssen im Drei-Tages-Rhythmus stets Topleistung abliefern.

Darüber hinaus gibt es das "Team DFB". Ich verstehe unsere 21 Trainer unserer U-Mannschaften als Team, die allesamt ihre Spezialaufgaben haben. Ein Team profitiert natürlich von den Stärken der Einzelnen und deren Erfahrungen. So sind alle Trainerteams mit dem Typ "Erfahrung", "Innovation" und "Altersstufenspezialist" zusammengestellt. Betrachten wir mal die Erfahrung und beginnen mit einigen Zahlen, um die Stärke des Teams darzustellen. Unsere 21 Trainer verfügen zusammen über:

  • 4752 Profispiele (erste und zweite Liga sowie Pokal und internationale Partien) als Spieler.

  • Dazu kommen 120 A-Länderspiele, 190 U-Länderspiele und zahlreiche Spiele in der Junioren-Bundesliga sowie dem oberen Amateurbereich bis inklusive der 3. Liga.

  • Auf der Trainerbank blickt das gesamte Trainerteam auf 226 Trainerjahre zurück mit insgesamt 1870 Profispielen.

  • Hinzu kommen mehr als 520 U-Länderspiele, mehr als 600 Junioren Bundesliga- und Regionalligaspiele (ohne die weiteren Erfahrungen aus dem Amateur-, Verbandsauswahl- und Sichtungsbereich).

Ich finde diese Zahlen durchaus beeindruckend - mit dem positiven Nebenaspekt, dass sie auf viele verschiedene Ligen und viele unterschiedliche Bereiche verteilt sind. Hinzu kommt: Das Trainerteam in allen Mannschaften besteht zusätzlich auch immer aus weiteren Spezialisten. Neben dem Chefcoach und den beiden Co-Trainern zählen noch der Torwart- und Fitnesstrainer zum engen Kreis, die in alle Planungen und Entscheidungen einbezogen werden.

Wer sind nun diese 21 Trainer, die sich mit ihren Spezialtrainern um die deutsche Eliteförderung kümmern? Auf DFB.de haben wir die Darstellung der Trainer etwas ausführlicher gestaltet. Dort sind ihre Biografien, aber vor allem auch ihre Erfahrungen und aktuellen Schwerpunkte enthalten, die oftmals weit über das Trainieren der eigenen Mannschaft hinausgehen.

Damit sind wir beim dritten Team, dem "Team Deutschland" und dem veränderten Rollenverständnis der U-Nationalmannschaften. Die Ausbildung der Talente findet in den Förderstrukturen statt. In erster Linie sind das die Vereine - Amateure, Nachwuchsleistungszentren und Profiklubs. Darüber hinaus gibt es noch weitere Strukturen wie das DFB-Talentförderprogramm mit unter anderem den DFB-Stützpunkten, die Landesverbände und die Eliteschulen des Fußballs. Die Nationalmannschaften repräsentieren letztlich die Arbeit all dieser Förderstrukturen.

Auf Auswahlebene betreiben wir eine Eliteförderung, also eine Weiterbildung auf dem höchstmöglichen Niveau. Zusammengefasst bedeutet dies: Die Ausbildung und die Informationen über die Spieler fließen vom "Team Deutschland" (allen Förderstrukturen) zum "Team DFB" (den DFB-Trainern) und letztlich in die "U-Teams". Die Erkenntnisse aus der Arbeit mit den besten Spielern, die pro Jahrgang aus immerhin 100.000 bis 150.000 jungen Spielern ausgesucht werden, dem internationalen Vergleich aller Nationen sowie allen weiteren Erfahrungen und dem angeeigneten Wissen der U-Nationaltrainer fließt wieder zurück ins "Team Deutschland".

Somit herrscht von Förderstrukturen bis Auswahlebene ein ständiger Wissens- und Informationsaustausch. Dies geschieht durch zahlreiche Gespräche, aber auch durch Fortbildungen, Vorträgen, Besuche - es ist ein immens wichtiger Kreislauf, in dem sich alle Teams im Idealfall gegenseitig unterstützen und voneinander profitieren. Wichtig ist, dass alle Beteiligten ihre Rolle verstehen, akzeptieren und dort das maximal Mögliche tun für die Entwicklung unserer deutschen Nachwuchsspieler. Gemeinsam möchten wir Spitzentalente für Deutschland ausbilden.


Experten-Kolumne auf DFB.de: Sportliche Leitung und Trainer vermitteln Hintergründe rund um den DFB-Nachwuchs und die DFB-Teams. Regelmäßig, authentisch und mit aktuellem Bezug. Heute: Meikel Schönweitz, Cheftrainer der U-Nationalmannschaften. Er erklärt, wie die Sichtung und das Scouting im U-Bereich läuft und welche Qualitäten die Juniorennationalspieler zeigen müssen.

In den vergangenen Kolumnen haben wir die strukturelle Zusammenstellung der Trainerteams beleuchtet. Wir setzen auf drei Trainertypen pro U-Nationalmannschaft: Typ Erfahrung, Typ Innovation und Typ Altersstufenspezialist. Nun möchte ich die Gelegenheit nutzen, um aufzuzeigen, wer sich alles hinter diesen Trainerteams verbirgt, die in der laufenden Saison die Toptalente Deutschlands betreuen - und wie ihre Rolle im deutschen Fußball eigentlich einzuordnen ist.

Wir unterscheiden in der Nachwuchsarbeit in drei Teams:

  • "U-Teams",

  • "Team DFB" und

  • "Team Deutschland".

Kernaufgabe aller Trainer sind die einzelnen "U-Teams". Über Spielbeobachtungen, Vereinsbesuche, Hospitationen und Kommunikation mit allen Beteiligten gilt es, die besten Spieler Deutschlands zu identifizieren, eine Mannschaft zusammenzustellen, sie als Einheit zu formen und auf die anstehenden Aufgaben vorzubereiten. Unser Fernziel lautet, Spieler für die A-Nationalmannschaft zu entwickeln, die in der Lage sind, Titel für Deutschland zu gewinnen. Hilfreich - vielleicht sogar zwingend notwendig dafür - ist es, im Jugendbereich bereits Erfahrungen in diesen Wettbewerben zu erlangen, sich somit also für Europa- und Weltmeisterschaften zu qualifizieren. Toni Kroos zum Beispiel hat mehr als 50 U-Länderspiele absolviert, Cristiano Ronaldo weit über 30 U-Partien. Heute sind sie Leistungsträger in Topvereinen und Topnationen - und müssen im Drei-Tages-Rhythmus stets Topleistung abliefern.

Darüber hinaus gibt es das "Team DFB". Ich verstehe unsere 21 Trainer unserer U-Mannschaften als Team, die allesamt ihre Spezialaufgaben haben. Ein Team profitiert natürlich von den Stärken der Einzelnen und deren Erfahrungen. So sind alle Trainerteams mit dem Typ "Erfahrung", "Innovation" und "Altersstufenspezialist" zusammengestellt. Betrachten wir mal die Erfahrung und beginnen mit einigen Zahlen, um die Stärke des Teams darzustellen. Unsere 21 Trainer verfügen zusammen über:

  • 4752 Profispiele (erste und zweite Liga sowie Pokal und internationale Partien) als Spieler.

  • Dazu kommen 120 A-Länderspiele, 190 U-Länderspiele und zahlreiche Spiele in der Junioren-Bundesliga sowie dem oberen Amateurbereich bis inklusive der 3. Liga.

  • Auf der Trainerbank blickt das gesamte Trainerteam auf 226 Trainerjahre zurück mit insgesamt 1870 Profispielen.

  • Hinzu kommen mehr als 520 U-Länderspiele, mehr als 600 Junioren Bundesliga- und Regionalligaspiele (ohne die weiteren Erfahrungen aus dem Amateur-, Verbandsauswahl- und Sichtungsbereich).

Ich finde diese Zahlen durchaus beeindruckend - mit dem positiven Nebenaspekt, dass sie auf viele verschiedene Ligen und viele unterschiedliche Bereiche verteilt sind. Hinzu kommt: Das Trainerteam in allen Mannschaften besteht zusätzlich auch immer aus weiteren Spezialisten. Neben dem Chefcoach und den beiden Co-Trainern zählen noch der Torwart- und Fitnesstrainer zum engen Kreis, die in alle Planungen und Entscheidungen einbezogen werden.

Wer sind nun diese 21 Trainer, die sich mit ihren Spezialtrainern um die deutsche Eliteförderung kümmern? Auf DFB.de haben wir die Darstellung der Trainer etwas ausführlicher gestaltet. Dort sind ihre Biografien, aber vor allem auch ihre Erfahrungen und aktuellen Schwerpunkte enthalten, die oftmals weit über das Trainieren der eigenen Mannschaft hinausgehen.

Damit sind wir beim dritten Team, dem "Team Deutschland" und dem veränderten Rollenverständnis der U-Nationalmannschaften. Die Ausbildung der Talente findet in den Förderstrukturen statt. In erster Linie sind das die Vereine - Amateure, Nachwuchsleistungszentren und Profiklubs. Darüber hinaus gibt es noch weitere Strukturen wie das DFB-Talentförderprogramm mit unter anderem den DFB-Stützpunkten, die Landesverbände und die Eliteschulen des Fußballs. Die Nationalmannschaften repräsentieren letztlich die Arbeit all dieser Förderstrukturen.

Auf Auswahlebene betreiben wir eine Eliteförderung, also eine Weiterbildung auf dem höchstmöglichen Niveau. Zusammengefasst bedeutet dies: Die Ausbildung und die Informationen über die Spieler fließen vom "Team Deutschland" (allen Förderstrukturen) zum "Team DFB" (den DFB-Trainern) und letztlich in die "U-Teams". Die Erkenntnisse aus der Arbeit mit den besten Spielern, die pro Jahrgang aus immerhin 100.000 bis 150.000 jungen Spielern ausgesucht werden, dem internationalen Vergleich aller Nationen sowie allen weiteren Erfahrungen und dem angeeigneten Wissen der U-Nationaltrainer fließt wieder zurück ins "Team Deutschland".

Somit herrscht von Förderstrukturen bis Auswahlebene ein ständiger Wissens- und Informationsaustausch. Dies geschieht durch zahlreiche Gespräche, aber auch durch Fortbildungen, Vorträgen, Besuche - es ist ein immens wichtiger Kreislauf, in dem sich alle Teams im Idealfall gegenseitig unterstützen und voneinander profitieren. Wichtig ist, dass alle Beteiligten ihre Rolle verstehen, akzeptieren und dort das maximal Mögliche tun für die Entwicklung unserer deutschen Nachwuchsspieler. Gemeinsam möchten wir Spitzentalente für Deutschland ausbilden.

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