Schalke gegen Frankfurt: Wiederholungsspiel und Torspektakel

28. August 1987, 1. DFB-Pokalrunde: Eintracht Frankfurt - Schalke 04 3:2

Beide standen am Anfang einer besonderen Saison, was noch keiner ahnte. Für die Eintracht war diese Partie der erste Schritt zum bis dato letzten DFB-Pokalgewinn. Schalke stieg am Saisonende zum dritten Mal aus der Bundesliga ab. Anpfiff an diesem Freitagabend war 20 Uhr, im Waldstadion verloren sich nur 18.000 Zuschauer, die begeistert den Heimweg antraten. "Torschüsse en masse, überragende Strafraumszenen bis zum Abpfiff und zwei ausgezeichnete Torhüter würzten eine Partie, in der alle Spieler weit über Durchschnitt agierten", lobte der kicker überschwänglich.

Es war fast wie 1977. Wieder legte die Eintracht einen Doppelschlag vor, der 19-jährige Andreas Möller (16.) und Frank Schulz (29.) stellten die Weichen auf Heimsieg. Doch auch Schalke hatte seinen Wunderknaben. Olaf Thon (21) und schon Nationalspieler, sorgte ganz allein für Gleichstand (43., 63.). Da wechselte Eintracht-Coach Kalli Feldkamp seinen Joker Ralf Balzis ein, der mit seiner ersten Aktion nach 28 Sekunden Einsatzzeit den Ball aufs Tor köpfte (72.). Ob auch ins Tor, das sahen die Schalker anders – Torwart Toni Schumacher kratzte den Ball mit den Füßen wieder heraus. Schiedsrichter Mierswa hatte ihn aber hinter der Linie gesehen. "Beschiss! Jetzt verlieren wir schon durch Tore, die nicht reingehen", schimpfte der Toni, selbst Smolarek und Balzis haben gesagt, dass der Ball nicht drin war." Das Fernsehen widerlegte ihn, das Siegtor war regulär und Schumacher machte das Beste aus der Niederlage: "Vielleicht war der Pokal-K.o. der richtige Schuss vor dem Bug."

10. November 2004, DFB-Pokalachtelfinale: Eintracht Frankfurt - Schalke 04 0:2

Während die Eintracht 2004/2005 in der 2. Bundesliga spielte, war Schalke unter seinem neuen Trainer Ralf Rangnick nach sechs Siegen in Serien auf den zweiten Platz der Bundesliga vorgeprescht. Die Siegeserie hielt auch an jenem Mittwochabend im November, als das Waldstadion eine Baustelle war und bereits 37.000 Zuschauer für ein ausverkauftes Haus sorgten.

Die Schalker, bei denen Stareinkauf Ailton 90 Minuten auf der Bank blieb, machten es spannender als nötig. Denn Eintracht-Keeper Markus Pröll hielt nach 17 Minuten einen Lincol-Elfmeter, den er selbst mit einem Foul an Asamoah verursacht hatte. So mussten die Frankfurter Schalke noch einmal helfen, Verteidiger Husterer schoss eine Varela-Flanke ins eigene Tor (32.). Für die Entscheidung sorgte ein 21-Jähriger, der seine Joker-Qualitäten schon mehrmals bewiesen hatte. Mike Hanke brauchte elf Minuten Eingewöhnungszeit, um wieder sein Tor zu machen. Danach ließ Schalke nichts mehr anbrennen. Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel nahm es gelassen: "Der Pokal ist toll, wichtiger ist die Meisterschaft."

25. Oktober 2005, 2. DFB-Pokalrunde: Eintracht Frankfurt - Schalke 04 6:0

In der Saison 2005/2006 sah man sich wieder, nun war es wieder ein Duell zweier Bundesligisten. Funkel und Rangnick saßen immer noch auf den Trainerbänken, Letzterer allerdings nicht mehr lange. Das Debakel, das Schalke an diesem Tag erlebte, hatte auch seinen Anteil an der Entlassung des Fußball-Professors im folgenden Dezember. 33.150 Zuschauer konnten kaum glauben, was sie da zu sehen bekamen. Zum dritten Mal in Frankfurt ging Eintracht in diesem Duell vor der Pause 2:0 in Führung. Alex Meier (28.) und Benjamin Huggel (30.) bestraften Schalkes Einstellung. "Womöglich haben uns die Schalke unterschätzt", sagte Eintracht-Verteidiger Patrick Ochs. Der Schweizer Christoph Spycher (64.) erhöhte zum vorentscheidenden 3:0, und wieder kam ein Gegentor nicht allein für Schalke: Meiers 4:0 folgte prompt (68.). Den letzten Knacks gab den Schalkern Varelas verschossener Foulelfmeter, der Ball ging am Tor vorbei (72.). Vorher hatte er sich mit Hamit Altintop um den Ball gestritten, da ging die letzte Konzentration flöten. Rangnick: "Das hat mit Professionalität nichts zu tun."

Dagegen schien jeder Eintracht-Schuss zu sitzen. Francisco Copado (79.) und Patrick Ochs (85.) machten das halbe Dutzend voll und das Ergebnis, über das ganz Fußball-Deutschland noch tagelang sprach, perfekt. Überraschungsgäste Auf der Tribüne waren Bundestrainer Jürgen Klinsmann und Assistent Joachim Löw, die Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen bescheinigten, "wir hätten etwas Erfrischendes!" Die Frankfurter erreichten, obwohl Aufsteiger, schließlich sogar das Finale (0:1 gegen Bayern), eine Konstellation, die 2018 wieder möglich ist.

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Zum neunten Mal hat das Pokallos den FC Schalke 04 und Eintracht Frankfurt zusammengeführt. Weil es gleich bei der Premiere ein Wiederholungsspiel gab, hat es aber schon zehn Partien gegeben. Die Bilanz ist ausgeglichen (4-1-4) und spricht für ein Spektakel, im Schnitt fielen mehr als vier Tore. Vor dem DFB-Pokalhalbfinale heute (ab 20.45 Uhr, live in der ARD und bei Sky) blickt DFB.de auf die bisherigen Duelle zurück.

9. August 1942, 2. Runde Tschammerpokal: Eintracht Frankfurt – Schalke 04 0:6

Im ersten Pokalduell ging es noch um den Tschammerpokal und Heimrecht war relativ. Die Partie fand in Kassel statt, kurzfristige Verlegungen waren im dritten Kriegsjahr keine Seltenheit. Nicht zuletzt wegen den Folgen der Bombenangriffe. Wichtig war nur, dass beide Gegner keine allzu langen Reisen antreten mussten. 18.000 Zuschauer interessierten sich für diese Partie der Eintracht gegen den amtierenden Meister, der seiner Favoritenrolle gerecht wurde. "Schalkes Leistung war wirklich meisterhaft. Zeitweilig lief seine Zusammenarbeit so gut, daß man Szepan gar nicht vermißte", stand am nächsten Tag im Frankfurter Generalanzeiger. Dafür war Ernst Kuzorra, Fritz Szepans Schwager und mit der größte Star jener Tage im deutschen Fußball, mit von der Partie. Er sorgte für das einzige Tor vor der Pause (33.), nach Ecken führte die Eintracht mit 4:1. Nichts deutet auf ein Schützenfest hin.

Wie es weiter ging, skizzierte der kicker so: "Noch können die Frankfurter ausgleichen, noch droht eine Verlängerung, ehe nun die letzte Viertelstunde angeht mit fünf weiteren Toren. Nr. 2: Eppenhoff erhält in freier Position den Paß zum kurzen Lauf und Einschuß, sofort flutete wieder ein Angriff gegen das Eintracht-Tor, Kalwitzki vollendet die Kombination zum 3:0, ums Haar wäre auch Nr. 4 geschossen, ehe During wieder prächtig pariert und Burdenski dann doch Nr. 4 schießt. Nur noch fünf Minuten zu spielen, sie genügen für Kuzorra, der 30 Meter mit dem Ball läuft — 5:0 — und Kempen, der über seine Stürmer hinweg den Ball ins Netz setzt. 6:0!" Die Schalker kämpften sich bis ins Finale durch, unterlagen dann aber 1860 München.

20. Mai 1964, DFB-Pokalviertelfinale: Eintracht Frankfurt – Schalke 04 2:1

Die erste Bundesligasaison war gerade beendet, die Eintracht fünf Plätze vor den in der Rückrunde eingebrochenen Schalkern (8. Rang) eingelaufen. Zudem mit Heimvorteil, war sie klarer Favorit an diesem Mittwochabend. Ins Waldstadion kamen 20.000 Zuschauer und die jubelten schon vor dem Anpfiff, als das Ergebnis aus Berlin bekannt gegeben wurde: Hertha BSC schlug Meister 1. FC Köln 4:2. Das erhöhte die Chancen auf den Pokalsieg für beide und Eintracht-Präsident Rudi Gramlich sagte nach dem Spiel: "Nun sollten wir eigentlich auch das Endspiel erreichen." 

In den 90 Flutlicht-Minuten davor setzte sich die Eintracht an diesem kühlen Mai-Mittwoch verdient durch. Trotz überlegen geführter Anfangsphase der Gäste gingen die Hessen mit einer Führung in die Pause. Der Österreicher Wilhelm Huberts, erster ausländischer Torschütze der Bundesligahistorie, staubte nach einem Schämer-Freistoß, den Mühlmann nicht festhalten konnte, ab. Nun verdienten sich die Hessen nachträglich ihre Führung, Chancen und Eckbälle (sieben in Folge) häuften sich. Aber aus heiterem Frankfurter Himmel fiel nach 77 Minuten der Ausgleich durch Waldemar Gerhardt, der Egon Loy mit einem Schuss ins lange Eck überwand. Die Freude beeinträchtigte die Konzentration wohl allzu sehr und währte auch nicht lange – schon im Gegenzug stellte Huberts die Führung wieder her. Auf Linksflanke von Wolfgang Solz verwandelte von der Strafraumgrenze, die Unterkante der Latte war behilflich – 2:1. Die Schalker konnten es verkraften und waren gute Verlierer. Präsident Dr. König war geradezu aufgedreht: "Können meine Jungens jetzt wieder kämpfen? Haben sie wieder Kondition für 90 Minuten? Diese Feststellung ist für uns wichtiger als die knappe Niederlage." Kurios: Wieder kam der Sieger dieses Duells ins Finale, wieder gegen 1860 München, und verlor wieder mit 0:2.

6. Februar 1965, DFB-Pokalachtelfinale: Eintracht Frankfurt – Schalke 04 1:2

Ein Heimspiel gegen den Tabellenletzten, das müsste doch zu schaffen sein. So dachten sie am Main, das Publikumsinteresse hielt sich an diesem Samstag auch in Grenzen. 10.000 Zuschauer wurden Zeuge der Eintracht-Blamage, nach der Trainer Ivica Horvath sagte: "Wir hätten noch höher verlieren können, offensichtlich steckt unsere Elf im Tief." Schon nach sieben Minuten traf Nationalspieler Günter Herrmann unter den Augen des neuen Bundestrainers Helmut Schön zum 0:1. Ein 20-Meter-Schuss genau in den Winkel, ein Sonntagsschuss am Samstag. Später traf Verteidiger Hans Nowak die Latte, es wäre das verdiente 0:2 gewesen. Stattdessen konnte Dieter Stinka noch vor der Pause per Kopf egalisieren (36.) und holte nach, was Kollege Huberts eine Minute zuvor unterließ. Der Österreicher scheiterte mit einem Foulelfmeter an Gästekeeper Toth.

Schalke erkannte, dass an diesem Tag mehr drin war für seine Farben und spielte, wie von Trainer Fritz Langner angekündigt "auf Sieg". Dass es so kam, war wieder Gerhardts Werk. Loy packte bei einer Koslowski-Flanke, die dicht vor sein Tor gesegelt kam, nicht entschlossen genug zu und der Linksaußen war erneut zur Stelle (56.). Zeit war noch genug, für die Eintracht, aber sie "hat altmodisch gespielt", lästerte Fritz Langner über den Gegner, "ein 4:1 für uns hätte dem Spielverlauf eher entsprochen."

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8. Januar 1977, DFB-Pokalachtelfinale: Schalke 04 – Eintracht Frankfurt 2:2 n.V.

Im Achtelfinale war der Gastgeber Favorit, nicht nur wegen des Heimvorteils. Schalke stand in der Bundesliga auf Platz sechs, die Hessen hatten in der Vorrunde im unerwarteten Abstiegskampf schon den Trainer gewechselt und sich unter Gyula Lorant auf Platz 13 hochgekämpft. Allerdings musste Schalke auf Rolf Rüssmann, Klaus Fischer, Jürgen Sobieray und Herbert Lütkebohmert verzichten. Zunächst machte sich das nicht bemerkbar, die Schalker zogen schon bis zur Pause auf 2:0 davon durch Tore von Vorstopper Klaus Fichtel (11.) und Rüdiger Abramczik (44.). Der Eintracht dagegen attestierte der kicker "60 Minuten Schlafwagenfußball".

So richteten sich 11.000 Zuschauer im Parkstadion auf eine planmäßige Heimkehr ein. Doch dann drehte die Eintracht auf, Roland Weidle (63.) und Gert Trinklein (74.), beides keine Torjäger, sorgten für den Ausgleich und eine Verlängerung. In der schien das Spiel zugunsten der Hessen zu kippen, Schalke musste es mit zwei eingewechselten A-Jugendspielern beenden. Hinterher endeten auch die Kommentare Unentschieden, Vertreter beider Seiten stellten fest, dass man zwar den Sieg verdient gehabt hätte, aber auch hätte verlieren können. Da musste es ja ein Wiederholungsspiel geben. Jürgen Grabowski war sich schon sicher: "Zu Hause müssten wir die Schalker eigentlich schlagen."

25. Januar 1977, Wiederholungsspiel im DFB-Pokalachtelfinale: Eintracht Frankfurt - Schalke 04 4:3

An einem Dienstagabend im Winter kamen 27.000 Zuschauer ins Waldstadion zum ersten Frankfurter Heimspiel des Jahres 1977. Die Leute hungerten nach Fußballunterhaltung und wurden nicht enttäuscht. Für die Eintracht fing es optimal an, schon nach 17 Minuten führte sie 2:0. Bernd Hölzenbein traf per Foulelfmeter, Bernd Nickel mit einem Flachschuss nach Grabowskis Rückpass. Schalke schien unter die Räder zu geraten und als Weltmeister Hölzenbein nach 52 Minuten auf 3:0 erhöhte, schien das Spiel gelaufen zu sein.

"Wir haben viel zu verhalten angefangen. Erst als alles schon entschieden schien, spielten wir das, was uns liegt" sagte Gäste-Trainer Friedel Rausch. Plötzlich nämlich wurde es spannend: Branko Oblak (62.) und Rolf Rüssmann (68.) verkürzten binnen sechs Minuten auf 3:2. Da schwang sich der überragende Spieler auf dem Platz dazu auf, für Klarheit zu sorgen: Kapitän Jürgen Grabowski schoss weitere drei Minuten später das 4:2 (71.) und verdiente sich die kicker-Schlagzeile "‘Grabi‘ gehörte der ganze Platz". Schalke gab sich immer noch nicht geschlagen, Klaus Fischer konnte sich endlich mal von Charly Körbel lösen und auf 4:3 zu verkürzen (78.). So musste die Eintracht bis zuletzt zittern und froh sein, dass Fischer in vorletzter Minute frei vor Torwart Koitka "Kontrolle über Ball und Gegner verlor", wie der kicker feststellte. Weil es noch mal so spannend wurde, war der Trainer des Siegers durchaus ungehalten. Gyula Lorant drohte auf der Pressekonferenz: "Bei überheblichem Spiel werde ich jetzt gar nichts mehr sagen, sondern nur noch bestrafen."

15. Oktober 1977, 3. DFB-Pokal-Hauptrunde: Schalke 04 - Eintracht Frankfurt 1:0

Auch das sechste Duell fiel ins Jahr 1977, Trainer und Spieler waren weitgehend identisch. Bloß waren die Mannschaften nicht wieder zu erkennen. Während den Schalkern vor 35.000 Zuschauern das beste Heimspiel des Jahres attestiert wurden, schlitterte Eintracht in eine Krise. Manager Wolf, der Trainer Lorant auf der Pressekonferenz vertrat, sagte allen Ernstes: "Einige von uns brauchen einen Kuraufenthalt, auch psychologischer Art." Was ein Debakel mutmaßen lässt. Das war es nicht, hätte es aber werden können. Allein vier Mal traf Schalke Pfosten und Latte und es bedurfte eines Glückstreffers in der 82. Minute, um die Eintracht hoch verdient zu schlagen. Offiziell war Fischer, der bis dahin besonders viel Pech hatte, der Torschütze. Dabei fälschte er nur einen Verzweiflungsschuss von Manfred Ritschel ab, konnte gar nicht viel für das Tor des Tages.

Trainer Rausch war stolz und glücklich: "Alle haben phantastisch gekämpft! Doch was mich besonders freut, ist die Tatsache, dass unsere jungen Burschen Schipper, Thiele, Dubski und Demange so großartig Fuß gefasst haben." Grabowski versprach den Gäste-Fans: "Auch wir kommen wieder."

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28. August 1987, 1. DFB-Pokalrunde: Eintracht Frankfurt - Schalke 04 3:2

Beide standen am Anfang einer besonderen Saison, was noch keiner ahnte. Für die Eintracht war diese Partie der erste Schritt zum bis dato letzten DFB-Pokalgewinn. Schalke stieg am Saisonende zum dritten Mal aus der Bundesliga ab. Anpfiff an diesem Freitagabend war 20 Uhr, im Waldstadion verloren sich nur 18.000 Zuschauer, die begeistert den Heimweg antraten. "Torschüsse en masse, überragende Strafraumszenen bis zum Abpfiff und zwei ausgezeichnete Torhüter würzten eine Partie, in der alle Spieler weit über Durchschnitt agierten", lobte der kicker überschwänglich.

Es war fast wie 1977. Wieder legte die Eintracht einen Doppelschlag vor, der 19-jährige Andreas Möller (16.) und Frank Schulz (29.) stellten die Weichen auf Heimsieg. Doch auch Schalke hatte seinen Wunderknaben. Olaf Thon (21) und schon Nationalspieler, sorgte ganz allein für Gleichstand (43., 63.). Da wechselte Eintracht-Coach Kalli Feldkamp seinen Joker Ralf Balzis ein, der mit seiner ersten Aktion nach 28 Sekunden Einsatzzeit den Ball aufs Tor köpfte (72.). Ob auch ins Tor, das sahen die Schalker anders – Torwart Toni Schumacher kratzte den Ball mit den Füßen wieder heraus. Schiedsrichter Mierswa hatte ihn aber hinter der Linie gesehen. "Beschiss! Jetzt verlieren wir schon durch Tore, die nicht reingehen", schimpfte der Toni, selbst Smolarek und Balzis haben gesagt, dass der Ball nicht drin war." Das Fernsehen widerlegte ihn, das Siegtor war regulär und Schumacher machte das Beste aus der Niederlage: "Vielleicht war der Pokal-K.o. der richtige Schuss vor dem Bug."

10. November 2004, DFB-Pokalachtelfinale: Eintracht Frankfurt - Schalke 04 0:2

Während die Eintracht 2004/2005 in der 2. Bundesliga spielte, war Schalke unter seinem neuen Trainer Ralf Rangnick nach sechs Siegen in Serien auf den zweiten Platz der Bundesliga vorgeprescht. Die Siegeserie hielt auch an jenem Mittwochabend im November, als das Waldstadion eine Baustelle war und bereits 37.000 Zuschauer für ein ausverkauftes Haus sorgten.

Die Schalker, bei denen Stareinkauf Ailton 90 Minuten auf der Bank blieb, machten es spannender als nötig. Denn Eintracht-Keeper Markus Pröll hielt nach 17 Minuten einen Lincol-Elfmeter, den er selbst mit einem Foul an Asamoah verursacht hatte. So mussten die Frankfurter Schalke noch einmal helfen, Verteidiger Husterer schoss eine Varela-Flanke ins eigene Tor (32.). Für die Entscheidung sorgte ein 21-Jähriger, der seine Joker-Qualitäten schon mehrmals bewiesen hatte. Mike Hanke brauchte elf Minuten Eingewöhnungszeit, um wieder sein Tor zu machen. Danach ließ Schalke nichts mehr anbrennen. Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel nahm es gelassen: "Der Pokal ist toll, wichtiger ist die Meisterschaft."

25. Oktober 2005, 2. DFB-Pokalrunde: Eintracht Frankfurt - Schalke 04 6:0

In der Saison 2005/2006 sah man sich wieder, nun war es wieder ein Duell zweier Bundesligisten. Funkel und Rangnick saßen immer noch auf den Trainerbänken, Letzterer allerdings nicht mehr lange. Das Debakel, das Schalke an diesem Tag erlebte, hatte auch seinen Anteil an der Entlassung des Fußball-Professors im folgenden Dezember. 33.150 Zuschauer konnten kaum glauben, was sie da zu sehen bekamen. Zum dritten Mal in Frankfurt ging Eintracht in diesem Duell vor der Pause 2:0 in Führung. Alex Meier (28.) und Benjamin Huggel (30.) bestraften Schalkes Einstellung. "Womöglich haben uns die Schalke unterschätzt", sagte Eintracht-Verteidiger Patrick Ochs. Der Schweizer Christoph Spycher (64.) erhöhte zum vorentscheidenden 3:0, und wieder kam ein Gegentor nicht allein für Schalke: Meiers 4:0 folgte prompt (68.). Den letzten Knacks gab den Schalkern Varelas verschossener Foulelfmeter, der Ball ging am Tor vorbei (72.). Vorher hatte er sich mit Hamit Altintop um den Ball gestritten, da ging die letzte Konzentration flöten. Rangnick: "Das hat mit Professionalität nichts zu tun."

Dagegen schien jeder Eintracht-Schuss zu sitzen. Francisco Copado (79.) und Patrick Ochs (85.) machten das halbe Dutzend voll und das Ergebnis, über das ganz Fußball-Deutschland noch tagelang sprach, perfekt. Überraschungsgäste Auf der Tribüne waren Bundestrainer Jürgen Klinsmann und Assistent Joachim Löw, die Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen bescheinigten, "wir hätten etwas Erfrischendes!" Die Frankfurter erreichten, obwohl Aufsteiger, schließlich sogar das Finale (0:1 gegen Bayern), eine Konstellation, die 2018 wieder möglich ist.

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