Saisonbilanz: Video-Assistent verhindert 82 Fehlentscheidungen

Nach einer einjährigen Testphase wurde der Video-Assistent zu Beginn der Spielzeit 2018/2019 offiziell in der Bundesliga eingeführt. Nach der Premierensaison zieht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ein positives Fazit. Insgesamt konnten 82 Fehlentscheidungen durch den Einsatz des Video-Assistent-Referees (VAR) verhindert werden - in der Saison 2017/2018 waren es 64 korrigierte Fehlentscheidungen. Diese Steigerung zeigt, dass der Fußball in der höchsten deutschen Spielklasse durch das technische Hilfsmittel kontinuierlich gerechter wird.

Dr. Jochen Drees, fachlicher Projektleiter für den Bereich Video-Assistent beim DFB, sagt: "Nach der Analyse der zurückliegenden Saison können wir festhalten, dass 82 Fehlentscheidungen mithilfe des Video-Assistenten verhindert werden konnten. Diese Situationen wären ohne zusätzliche Unterstützung aus dem Kölner Video-Assist-Center falsch bewertet worden und hätten in den meisten Fällen vermutlich zu einem anderen Spielverlauf sowie einem anderen Ergebnis geführt. Dadurch lässt sich erneut zweifelsfrei belegen, dass der Fußball in der Bundesliga durch die Arbeit der Video-Assistenten gerechter und fairer geworden ist."

Drees: "Deutsche Video-Assistenten international sehr gefragt"

Mit Blick auf die Saisonbilanz und die 19 darin festgehaltenen "falschen Eingriffe" der Video-Assistenten macht Drees deutlich: "Die in der Statistik als falsch definierten Eingriffe durch die Video-Assistenten müssen unbedingt differenziert betrachtet werden, da es letztlich nur in zwei Fällen zu einer regeltechnisch falschen Entscheidung durch den Schiedsrichter im Stadion gekommen ist. Diese wenigen falschen Entscheidungen gilt es, künftig natürlich zu vermeiden. In 17 übrigen Fällen, die zumeist in die Hinrunde fielen, war zwar der Eingriff des Video-Assistenten falsch beziehungsweise unnötig, die finale Entscheidung des Schiedsrichters nach dem On-Field-Review aber korrekt."

Auch im internationalen Vergleich sieht Jochen Drees den Video-Assistenten nach zwei Jahren in der Bundesliga auf einem guten Weg: "Die deutschen Video-Assistenten sind bei internationalen Topwettbewerben und Turnieren sehr gefragt, das unterstreicht ihre Qualität und die internationale Wertschätzung unserer Arbeit in Deutschland."

Zuletzt kamen bei den Halbfinalrückspielen in der Champions League ausschließlich deutsche Video-Assistenten-Teams zum Einsatz, im Finale unterstützten anschließend zwei DFB-Vertreter den Schiedsrichter Damir Skomina. Bei der Frauen-Weltmeisterschaft in Frankreich kommen aktuell drei von 15 Video-Assistenten aus Deutschland - keine andere Nation ist im Aufgebot der FIFA stärker vertreten.

"Mit Entwicklung der Entscheidungsqualität zufrieden"

Projektleiter Drees ergänzt: "Dass durchschnittlich nur in jedem dritten Bundesligaspiel ein Eingriff durch den Video-Assistenten erfolgte, ist mit dem Niveau der Vorsaison vergleichbar und entspricht den internationalen Vergleichswerten der europäischen Topligen. Im Bereich der Entscheidungsqualität sind wir mit der Entwicklung zufrieden und sehen uns insgesamt auf einem guten Weg. Gleichwohl werden wir weiterhin daran arbeiten, die Überprüfungsprozesse zu optimieren, da wir uns - wie jeder andere Leistungssportler auch - kontinuierlich verbessern wollen."

In den 306 Spielen der vergangenen Saison gab es insgesamt 1728 durch den Video-Assistenten überprüfte Situationen, das sind 5,7 "Checks" pro Spiel. 1198-mal waren dies so genannte "Silent Checks", bei denen keine Kommunikation zwischen den Video-Assistenten und den Schiedsrichtern in den Bundesligastadien bestand. Die übrigen 419 Checks führten zu einer Kommunikation zwischen den Schiedsrichtern und den Video-Assistenten. Sie unterteilen sich in 308 Bestätigungen der jeweiligen Schiedsrichter-Entscheidung und 111 Interventionen der Video-Assistenten mit der Empfehlung zur Entscheidungsumkehr. Das entspricht durchschnittlich 0,36 Interventionen pro Spiel beziehungsweise einem aktiven Eingriff durch Video-Assistenten alle zwei bis drei Spiele.

111 Interventionen, 92 korrekte Entscheidungen

In Folge der 111 Interventionen wurden im Zusammenspiel zwischen Schiedsrichter und Video-Assistent - und teilweise nach Inanspruchnahme des Monitors am Spielfeldrand in der Review-Area durch den Schiedsrichter - 92 korrekte Entscheidungen getroffen. Lediglich zwei von den Schiedsrichterverantwortlichen als falsch bewertete Interventionen zogen zwei falsche Schiedsrichterentscheidungen nach sich. In 17 Fällen kam es fälschlicherweise zu Interventionen, ohne dass die finale Entscheidung falsch war. Dem stehen 82 durch die Video-Assistenten verhinderte Fehlentscheidungen gegenüber. Zehnmal blieben Interventionen der Video-Assistenten aus, obwohl ein Eingreifen richtig gewesen wäre.

Die Interventionen des Video-Assistenten nahmen inklusive Prüfvorgang und Kommunikation zwischen Schiedsrichter und Video-Assistent durchschnittlich circa 61 Sekunden in Anspruch, Checks ohne Nutzung der Review-Area wurden in circa 45 Sekunden abgeschlossen. Die Nettospielzeit stieg im Vergleich zur Vorsaison um durchschnittlich mehr als 45 Sekunden von 57:03 auf 57:50 Minuten weiter an.

[ar]

Nach einer einjährigen Testphase wurde der Video-Assistent zu Beginn der Spielzeit 2018/2019 offiziell in der Bundesliga eingeführt. Nach der Premierensaison zieht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ein positives Fazit. Insgesamt konnten 82 Fehlentscheidungen durch den Einsatz des Video-Assistent-Referees (VAR) verhindert werden - in der Saison 2017/2018 waren es 64 korrigierte Fehlentscheidungen. Diese Steigerung zeigt, dass der Fußball in der höchsten deutschen Spielklasse durch das technische Hilfsmittel kontinuierlich gerechter wird.

Dr. Jochen Drees, fachlicher Projektleiter für den Bereich Video-Assistent beim DFB, sagt: "Nach der Analyse der zurückliegenden Saison können wir festhalten, dass 82 Fehlentscheidungen mithilfe des Video-Assistenten verhindert werden konnten. Diese Situationen wären ohne zusätzliche Unterstützung aus dem Kölner Video-Assist-Center falsch bewertet worden und hätten in den meisten Fällen vermutlich zu einem anderen Spielverlauf sowie einem anderen Ergebnis geführt. Dadurch lässt sich erneut zweifelsfrei belegen, dass der Fußball in der Bundesliga durch die Arbeit der Video-Assistenten gerechter und fairer geworden ist."

Drees: "Deutsche Video-Assistenten international sehr gefragt"

Mit Blick auf die Saisonbilanz und die 19 darin festgehaltenen "falschen Eingriffe" der Video-Assistenten macht Drees deutlich: "Die in der Statistik als falsch definierten Eingriffe durch die Video-Assistenten müssen unbedingt differenziert betrachtet werden, da es letztlich nur in zwei Fällen zu einer regeltechnisch falschen Entscheidung durch den Schiedsrichter im Stadion gekommen ist. Diese wenigen falschen Entscheidungen gilt es, künftig natürlich zu vermeiden. In 17 übrigen Fällen, die zumeist in die Hinrunde fielen, war zwar der Eingriff des Video-Assistenten falsch beziehungsweise unnötig, die finale Entscheidung des Schiedsrichters nach dem On-Field-Review aber korrekt."

Auch im internationalen Vergleich sieht Jochen Drees den Video-Assistenten nach zwei Jahren in der Bundesliga auf einem guten Weg: "Die deutschen Video-Assistenten sind bei internationalen Topwettbewerben und Turnieren sehr gefragt, das unterstreicht ihre Qualität und die internationale Wertschätzung unserer Arbeit in Deutschland."

Zuletzt kamen bei den Halbfinalrückspielen in der Champions League ausschließlich deutsche Video-Assistenten-Teams zum Einsatz, im Finale unterstützten anschließend zwei DFB-Vertreter den Schiedsrichter Damir Skomina. Bei der Frauen-Weltmeisterschaft in Frankreich kommen aktuell drei von 15 Video-Assistenten aus Deutschland - keine andere Nation ist im Aufgebot der FIFA stärker vertreten.

"Mit Entwicklung der Entscheidungsqualität zufrieden"

Projektleiter Drees ergänzt: "Dass durchschnittlich nur in jedem dritten Bundesligaspiel ein Eingriff durch den Video-Assistenten erfolgte, ist mit dem Niveau der Vorsaison vergleichbar und entspricht den internationalen Vergleichswerten der europäischen Topligen. Im Bereich der Entscheidungsqualität sind wir mit der Entwicklung zufrieden und sehen uns insgesamt auf einem guten Weg. Gleichwohl werden wir weiterhin daran arbeiten, die Überprüfungsprozesse zu optimieren, da wir uns - wie jeder andere Leistungssportler auch - kontinuierlich verbessern wollen."

In den 306 Spielen der vergangenen Saison gab es insgesamt 1728 durch den Video-Assistenten überprüfte Situationen, das sind 5,7 "Checks" pro Spiel. 1198-mal waren dies so genannte "Silent Checks", bei denen keine Kommunikation zwischen den Video-Assistenten und den Schiedsrichtern in den Bundesligastadien bestand. Die übrigen 419 Checks führten zu einer Kommunikation zwischen den Schiedsrichtern und den Video-Assistenten. Sie unterteilen sich in 308 Bestätigungen der jeweiligen Schiedsrichter-Entscheidung und 111 Interventionen der Video-Assistenten mit der Empfehlung zur Entscheidungsumkehr. Das entspricht durchschnittlich 0,36 Interventionen pro Spiel beziehungsweise einem aktiven Eingriff durch Video-Assistenten alle zwei bis drei Spiele.

111 Interventionen, 92 korrekte Entscheidungen

In Folge der 111 Interventionen wurden im Zusammenspiel zwischen Schiedsrichter und Video-Assistent - und teilweise nach Inanspruchnahme des Monitors am Spielfeldrand in der Review-Area durch den Schiedsrichter - 92 korrekte Entscheidungen getroffen. Lediglich zwei von den Schiedsrichterverantwortlichen als falsch bewertete Interventionen zogen zwei falsche Schiedsrichterentscheidungen nach sich. In 17 Fällen kam es fälschlicherweise zu Interventionen, ohne dass die finale Entscheidung falsch war. Dem stehen 82 durch die Video-Assistenten verhinderte Fehlentscheidungen gegenüber. Zehnmal blieben Interventionen der Video-Assistenten aus, obwohl ein Eingreifen richtig gewesen wäre.

Die Interventionen des Video-Assistenten nahmen inklusive Prüfvorgang und Kommunikation zwischen Schiedsrichter und Video-Assistent durchschnittlich circa 61 Sekunden in Anspruch, Checks ohne Nutzung der Review-Area wurden in circa 45 Sekunden abgeschlossen. Die Nettospielzeit stieg im Vergleich zur Vorsaison um durchschnittlich mehr als 45 Sekunden von 57:03 auf 57:50 Minuten weiter an.

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