Kroos: "Wir haben eine große Verantwortung"

Auf Toni Kroos ruhen die Hoffnungen vieler Fans der deutschen Nationalmannschaft bei der Heim-Europameisterschaft. Am Freitag (ab 21 Uhr, live im ZDF und bei MagentaTV) geht die EURO 2024 los - und der Champions-League-Sieger von Real Madrid gibt sich versprüht vor dem Auftakt gegen Schottland zuversichtlich.

Toni Kroos über...

... das Auftaktspiel gegen Schottland: Das erste Spiel ist sehr, sehr wichtig, teilweise entscheidend. Das haben die letzten Turniere im Negativen gezeigt. Das letzte Turnier, bei dem wir das Auftaktspiel gewonnen haben, war 2016. Das Schottland-Spiel ist wichtig, aber nicht entscheidend. Für die Stimmung bei uns und im Land wäre es schön, wenn wir das Eröffnungsspiel erfolgreich bestreiten. Wir wissen, welche Art Gegner uns erwartet. Er kann unangenehm sein, ist physisch stark, verteidigt kompakt und spielt gute Konter. Wir sind mehr als gewarnt. Denn Schottland ist die Kategorie Gegner, mit der sich die Nationalmannschaft in den letzten Jahren sehr schwer getan hat. Es braucht uns niemand zu sensibilisieren, dass es ein sehr, sehr schweres Eröffnungsspiel wird. Ich will, dass das Turnier losgeht. Wir haben uns vorbereitet, uns besprochen. Wir fiebern darauf hin. Wir sind auf Freitag sehr gut vorbereitet. Das ist erstmal die Voraussetzung, um ein gutes Spiel zu machen.

... die deutschen Chancen: Wenn man die Qualität in unserem Kader sieht, weiß man, was möglich ist. Das haben wir in den letzten Spielen auch aufblitzen lassen. Das stimmt einen positiv. Wir sehen aber auch in Spielphasen, dass es Raum zu Verbesserungen gibt. Es gibt keine bessere Möglichkeit, als bei einem Turnier zu zeigen, dass wir gut spielen, eine gute Rolle spielen können. Es wird unausweichlich sein, dass wir die Phasen, in denen es nicht so gut funktioniert, auf ein Minimum reduzieren. Denn wir treffen auf Mannschaften, speziell wenn es Richtung K.o.-Runde geht, die einen mit einer Aktion aus dem Turnier werfen können. Dann ist das Turnier schneller vorbei, als wir wollen. Wir müssen einen Tick konstanter werden. Es gibt noch Steigerungspotenzial. Man muss nicht direkt fliegen und uns zu den Favoriten zählen. Aber wir wissen um das Potenzial, das wir haben, und dass wir in der Lage sind, jede Mannschaft zu schlagen.

... die richtige Balance nach der erfolgreichen Saison: Nach den vergangenen Wochen ist es wichtig umzuswitchen, den Kopf hierher zu bringen. Jetzt liegt der Fokus ganz klar auf dem Turnier. Spätestens nach unserer Anreise gestern. Jetzt ist nur noch Schottland im Kopf. Alles andere wird ins Hinterstübchen verschoben und irgendwann wieder herausgeholt.

... Druck beim Heimturnier: Ein Heimturnier ist immer spezieller. Man bekommt direktes Feedback vor der Haustür - egal ob positiv oder negativ. Deutschland ist ein begeisterungsfähiges Land, dementprechend haben wir eine große Verantwortung für die Stimmung im Land. Wir wissen, worum es geht. Es ist eine große Ehre, eine große Freude. Ich weiß nicht, wie viele Spieler Heimturniere spielen durften. Mit dem Wissen um diesen Druck ist es wichtig, diesen zu genießen, weil man privilegiert ist, ein solches Turnier spielen zu dürfen. Mit dem, was wir auf dem Platz machen, können wir die Stimmung positiv beeinflussen. Nach den letzten Turnieren haben wir etwas gut zu machen. Wichtig ist, das Ereignis zu genießen. Das ist eine gute Voraussetzung, um gut zu spielen.

... seine Führungsrolle: Es ist eine Gruppe, die nicht unbedingt geführt werden muss. Ich merke bei allen eine Riesenlust, den Eifer, Spiele zu gewinnen. Das ist die Basis, die da ist. Da muss man niemanden hinpushen. Richtung Spiel ist es eine besondere Situation, weil viele Spieler noch kein Turnier gespielt haben, was nach den letzten Turnieren aber kein Nachteil sein muss. Sie brauchen einen gewissen Halt, eine Sicherheit, die ich mit meinem Auftreten auf dem Platz geben kann. Am Ende brauchen wir genügend Spieler, um erfolgreich zu sein. Je mehr Spieler sich wohl fühlen, umso wichtiger. Es wird schwierige Situationen auf dem Platz geben, da müssen wir dann da sein. Es geht um die gewisse Ausstrahlung. Wichtig ist, dass das Gefühl auf dem Platz vermittelt wird, dass nichts dramatisches passiert ist, dass man in schwierigen Situationen da ist. Diese Situationen wird es im Laufe des Turniers geben. Dass sich die Mitspieler auf dem Platz wohl fühlen - so definiere ich Führung. Dass sie das spielen, was sie können. Und wenn es Zweifel gibt, "was mache ich mit dem Ball", - gib ihn mir. Wenn wir von elf Spielern auf dem Platz drei haben, die Zweifel haben, dann wird es nicht funktionieren. Aber ich bin überzeugt, dass wir das nicht haben werden.

... seinen Titelhunger: Natürlich bin ich hungrig, das ging mit der Rückkehr einher. Ich habe richtig Lust auf Erfolg. Ich habe im Kopf, das Turnier im Sommer zu gewinnen. Wenn ich diese Fantasie nicht hätte, hätte ich es nicht gemacht. Mit dem Champions-League-Sieg und der EM wäre das Ende fast schon zu kitschig. Ich würde es trotzdem nehmen. Ich bin hungrig genug. Ich möchte das Turnier spielen, weil ich es gewinnen möchte.

... Florian Wirtz und Jamal Musiala: Flo und Jamal sind sehr, sehr schwer zu greifen, im Eins-gegen-Eins überragend. Es sind Spieler, bei denen man als Verteidiger zweifelt. Ich glaube, dass es für beide wenige Limits gibt - wenn sie gesund bleiben und die Mentalität entwickeln, alles gewinnen zu wollen, und konstant performen. Weltklasse ist es nämlich erst, wenn du das über zehn Jahre machst. Beide bringen alles mit, um zehn, 15 Jahre oben mitzuspielen. Und da spreche ich nicht nur vom fußballerischen Können, sondern auch von der Einstellung und Mentalität. 

... das Sommermärchen 2006: Ich war wie das ganze Land auch im WM-Fieber. Es ist unser aller Ziel, mit unserem Fußball etwas auszulösen. Die Fans und Deutschland sind bereit für ein gutes Turnier. Jetzt liegt es ein ganzes Stück an uns.

[dfb]

Auf Toni Kroos ruhen die Hoffnungen vieler Fans der deutschen Nationalmannschaft bei der Heim-Europameisterschaft. Am Freitag (ab 21 Uhr, live im ZDF und bei MagentaTV) geht die EURO 2024 los - und der Champions-League-Sieger von Real Madrid gibt sich versprüht vor dem Auftakt gegen Schottland zuversichtlich.

Toni Kroos über...

... das Auftaktspiel gegen Schottland: Das erste Spiel ist sehr, sehr wichtig, teilweise entscheidend. Das haben die letzten Turniere im Negativen gezeigt. Das letzte Turnier, bei dem wir das Auftaktspiel gewonnen haben, war 2016. Das Schottland-Spiel ist wichtig, aber nicht entscheidend. Für die Stimmung bei uns und im Land wäre es schön, wenn wir das Eröffnungsspiel erfolgreich bestreiten. Wir wissen, welche Art Gegner uns erwartet. Er kann unangenehm sein, ist physisch stark, verteidigt kompakt und spielt gute Konter. Wir sind mehr als gewarnt. Denn Schottland ist die Kategorie Gegner, mit der sich die Nationalmannschaft in den letzten Jahren sehr schwer getan hat. Es braucht uns niemand zu sensibilisieren, dass es ein sehr, sehr schweres Eröffnungsspiel wird. Ich will, dass das Turnier losgeht. Wir haben uns vorbereitet, uns besprochen. Wir fiebern darauf hin. Wir sind auf Freitag sehr gut vorbereitet. Das ist erstmal die Voraussetzung, um ein gutes Spiel zu machen.

... die deutschen Chancen: Wenn man die Qualität in unserem Kader sieht, weiß man, was möglich ist. Das haben wir in den letzten Spielen auch aufblitzen lassen. Das stimmt einen positiv. Wir sehen aber auch in Spielphasen, dass es Raum zu Verbesserungen gibt. Es gibt keine bessere Möglichkeit, als bei einem Turnier zu zeigen, dass wir gut spielen, eine gute Rolle spielen können. Es wird unausweichlich sein, dass wir die Phasen, in denen es nicht so gut funktioniert, auf ein Minimum reduzieren. Denn wir treffen auf Mannschaften, speziell wenn es Richtung K.o.-Runde geht, die einen mit einer Aktion aus dem Turnier werfen können. Dann ist das Turnier schneller vorbei, als wir wollen. Wir müssen einen Tick konstanter werden. Es gibt noch Steigerungspotenzial. Man muss nicht direkt fliegen und uns zu den Favoriten zählen. Aber wir wissen um das Potenzial, das wir haben, und dass wir in der Lage sind, jede Mannschaft zu schlagen.

... die richtige Balance nach der erfolgreichen Saison: Nach den vergangenen Wochen ist es wichtig umzuswitchen, den Kopf hierher zu bringen. Jetzt liegt der Fokus ganz klar auf dem Turnier. Spätestens nach unserer Anreise gestern. Jetzt ist nur noch Schottland im Kopf. Alles andere wird ins Hinterstübchen verschoben und irgendwann wieder herausgeholt.

... Druck beim Heimturnier: Ein Heimturnier ist immer spezieller. Man bekommt direktes Feedback vor der Haustür - egal ob positiv oder negativ. Deutschland ist ein begeisterungsfähiges Land, dementprechend haben wir eine große Verantwortung für die Stimmung im Land. Wir wissen, worum es geht. Es ist eine große Ehre, eine große Freude. Ich weiß nicht, wie viele Spieler Heimturniere spielen durften. Mit dem Wissen um diesen Druck ist es wichtig, diesen zu genießen, weil man privilegiert ist, ein solches Turnier spielen zu dürfen. Mit dem, was wir auf dem Platz machen, können wir die Stimmung positiv beeinflussen. Nach den letzten Turnieren haben wir etwas gut zu machen. Wichtig ist, das Ereignis zu genießen. Das ist eine gute Voraussetzung, um gut zu spielen.

... seine Führungsrolle: Es ist eine Gruppe, die nicht unbedingt geführt werden muss. Ich merke bei allen eine Riesenlust, den Eifer, Spiele zu gewinnen. Das ist die Basis, die da ist. Da muss man niemanden hinpushen. Richtung Spiel ist es eine besondere Situation, weil viele Spieler noch kein Turnier gespielt haben, was nach den letzten Turnieren aber kein Nachteil sein muss. Sie brauchen einen gewissen Halt, eine Sicherheit, die ich mit meinem Auftreten auf dem Platz geben kann. Am Ende brauchen wir genügend Spieler, um erfolgreich zu sein. Je mehr Spieler sich wohl fühlen, umso wichtiger. Es wird schwierige Situationen auf dem Platz geben, da müssen wir dann da sein. Es geht um die gewisse Ausstrahlung. Wichtig ist, dass das Gefühl auf dem Platz vermittelt wird, dass nichts dramatisches passiert ist, dass man in schwierigen Situationen da ist. Diese Situationen wird es im Laufe des Turniers geben. Dass sich die Mitspieler auf dem Platz wohl fühlen - so definiere ich Führung. Dass sie das spielen, was sie können. Und wenn es Zweifel gibt, "was mache ich mit dem Ball", - gib ihn mir. Wenn wir von elf Spielern auf dem Platz drei haben, die Zweifel haben, dann wird es nicht funktionieren. Aber ich bin überzeugt, dass wir das nicht haben werden.

... seinen Titelhunger: Natürlich bin ich hungrig, das ging mit der Rückkehr einher. Ich habe richtig Lust auf Erfolg. Ich habe im Kopf, das Turnier im Sommer zu gewinnen. Wenn ich diese Fantasie nicht hätte, hätte ich es nicht gemacht. Mit dem Champions-League-Sieg und der EM wäre das Ende fast schon zu kitschig. Ich würde es trotzdem nehmen. Ich bin hungrig genug. Ich möchte das Turnier spielen, weil ich es gewinnen möchte.

... Florian Wirtz und Jamal Musiala: Flo und Jamal sind sehr, sehr schwer zu greifen, im Eins-gegen-Eins überragend. Es sind Spieler, bei denen man als Verteidiger zweifelt. Ich glaube, dass es für beide wenige Limits gibt - wenn sie gesund bleiben und die Mentalität entwickeln, alles gewinnen zu wollen, und konstant performen. Weltklasse ist es nämlich erst, wenn du das über zehn Jahre machst. Beide bringen alles mit, um zehn, 15 Jahre oben mitzuspielen. Und da spreche ich nicht nur vom fußballerischen Können, sondern auch von der Einstellung und Mentalität. 

... das Sommermärchen 2006: Ich war wie das ganze Land auch im WM-Fieber. Es ist unser aller Ziel, mit unserem Fußball etwas auszulösen. Die Fans und Deutschland sind bereit für ein gutes Turnier. Jetzt liegt es ein ganzes Stück an uns.

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