Kathrin Längert: "Wir lassen uns nicht verrückt machen"

Der FC Bayern München hat in der Frauen-Bundesliga bisher mit einer starken Hinrunde für Furore gesorgt, kam zuletzt jedoch außer Tritt. Erst gab es nur ein enttäuschendes Remis beim zuvor punktlosen VfL Sindelfingen, danach setzte es bei Zweitligist 1. FC Köln im Achtelfinale gar den K.o. im DFB-Pokal.

Vor dem Duell mit ihrem Ex-Verein FCR 2001 Duisburg am Samstag (ab 13 Uhr live auf Eurosport und DFB-TV) spricht Bayern Münchens Spielführerin Kathrin Längert im exklusiven Interview mit DFB.de über die Gründe für die Rückschläge, ihre besondere Beziehung zu Duisburg und warum sie ihr Team noch nicht unter den Top drei sieht.

DFB.de: Frau Längert, ein Remis in Sindelfingen und das Pokal-Aus beim 1. FC Köln - ist der FC Bayern München in einer kleinen Krise?

Kathrin Längert: Auf gar keinen Fall. Aber natürlich ist uns bewusst, dass Fußball ein Ergebnissport ist. Wir hätten beide Spiele niemals verlieren dürfen, auch das Unentschieden in Sindelfingen war eine gefühlte Niederlage. Wir waren in beiden Spielen die bessere Mannschaft und haben guten Fußball gespielt. In Sindelfingen konnten wir allerdings auch wegen der schwierigen Platzverhältnisse unsere individuelle Qualität nicht so ausspielen. Aber wir hatten in beiden Spielen zusammen sicherlich 30 richtig gute Torchancen. Deswegen war es doppelt ärgerlich.

DFB.de: Gut gespielt, viele Chancen gehabt und dennoch nicht gewonnen. Woran lag es denn dann?

Längert: Die Mannschaft ist intakt, aber solche Phasen gibt es im Fußball immer wieder, auch im Profifußball. Manchmal gewinnt man, obwohl man grottenschlecht spielt, manchmal zaubert man und verliert. Das muss man einordnen können, ruhig bleiben und weiterarbeiten, weil es dann auch wieder kippen wird. Darüber hinaus haben uns in Amber Brooks in Sindelfingen und in Katharina Baunach in beiden Spielen wertvolle Vorlagengeberinnen gefehlt. Wir sind seit Wochen personell durch Verletzungen und Krankheit dünn besetzt. Und uns fehlt auch noch ein bisschen die Coolness.

DFB.de: Ist die mangelnde Kaltschnäuzigkeit eine Frage der Erfahrung, die das junge Team noch nicht besitzt?

Längert: Wir müssen lernen, auf unsere Fähigkeiten zu vertrauen und dann auch im Spiel die Geduld aufzubringen, unsere Linie durchzuziehen und daran zu glauben, dass wir damit Erfolg haben werden. In den beiden Spielen wurden wir gegen Ende hin ein bisschen kopflos. Wir haben gemerkt, dass es nicht so läuft und dann sind wir drauf los gestürmt und wollten es erzwingen. Aber dann verkrampft man und es funktioniert erst recht nicht, weil man dann die taktische Disziplin verliert und dem Gegner Räume zum Kontern bietet. Wir wollen aber schon am Wochenende gegen Duisburg die Trendwende hinkriegen, ich mache mir keine Sorgen.



Der FC Bayern München hat in der Frauen-Bundesliga bisher mit einer starken Hinrunde für Furore gesorgt, kam zuletzt jedoch außer Tritt. Erst gab es nur ein enttäuschendes Remis beim zuvor punktlosen VfL Sindelfingen, danach setzte es bei Zweitligist 1. FC Köln im Achtelfinale gar den K.o. im DFB-Pokal.

Vor dem Duell mit ihrem Ex-Verein FCR 2001 Duisburg am Samstag (ab 13 Uhr live auf Eurosport und DFB-TV) spricht Bayern Münchens Spielführerin Kathrin Längert im exklusiven Interview mit DFB.de über die Gründe für die Rückschläge, ihre besondere Beziehung zu Duisburg und warum sie ihr Team noch nicht unter den Top drei sieht.

DFB.de: Frau Längert, ein Remis in Sindelfingen und das Pokal-Aus beim 1. FC Köln - ist der FC Bayern München in einer kleinen Krise?

Kathrin Längert: Auf gar keinen Fall. Aber natürlich ist uns bewusst, dass Fußball ein Ergebnissport ist. Wir hätten beide Spiele niemals verlieren dürfen, auch das Unentschieden in Sindelfingen war eine gefühlte Niederlage. Wir waren in beiden Spielen die bessere Mannschaft und haben guten Fußball gespielt. In Sindelfingen konnten wir allerdings auch wegen der schwierigen Platzverhältnisse unsere individuelle Qualität nicht so ausspielen. Aber wir hatten in beiden Spielen zusammen sicherlich 30 richtig gute Torchancen. Deswegen war es doppelt ärgerlich.

DFB.de: Gut gespielt, viele Chancen gehabt und dennoch nicht gewonnen. Woran lag es denn dann?

Längert: Die Mannschaft ist intakt, aber solche Phasen gibt es im Fußball immer wieder, auch im Profifußball. Manchmal gewinnt man, obwohl man grottenschlecht spielt, manchmal zaubert man und verliert. Das muss man einordnen können, ruhig bleiben und weiterarbeiten, weil es dann auch wieder kippen wird. Darüber hinaus haben uns in Amber Brooks in Sindelfingen und in Katharina Baunach in beiden Spielen wertvolle Vorlagengeberinnen gefehlt. Wir sind seit Wochen personell durch Verletzungen und Krankheit dünn besetzt. Und uns fehlt auch noch ein bisschen die Coolness.

DFB.de: Ist die mangelnde Kaltschnäuzigkeit eine Frage der Erfahrung, die das junge Team noch nicht besitzt?

Längert: Wir müssen lernen, auf unsere Fähigkeiten zu vertrauen und dann auch im Spiel die Geduld aufzubringen, unsere Linie durchzuziehen und daran zu glauben, dass wir damit Erfolg haben werden. In den beiden Spielen wurden wir gegen Ende hin ein bisschen kopflos. Wir haben gemerkt, dass es nicht so läuft und dann sind wir drauf los gestürmt und wollten es erzwingen. Aber dann verkrampft man und es funktioniert erst recht nicht, weil man dann die taktische Disziplin verliert und dem Gegner Räume zum Kontern bietet. Wir wollen aber schon am Wochenende gegen Duisburg die Trendwende hinkriegen, ich mache mir keine Sorgen.

DFB.de: Duisburg ist im Pokal ebenfalls unter die Räder gekommen. Ist das nun der richtige Aufbaugegner oder besonders gefährlich?

Längert: Es ist ein richtungweisendes Spiel, denn es geht darum, wieder ein bisschen zurück in die Spur zu kommen. Wir werden Duisburg definitiv nicht unterschätzen, denn sie haben keine Punkte zu verschenken. Es ist eine Mannschaft, die immer für eine Überraschung gut ist, immer noch Qualität besitzt und uns in der Vergangenheit nicht immer gut gelegen hat. Im Grünwalder Stadion sind wir aber noch ungeschlagen und wir müssen sowieso auf unsere Stärken fokussieren. Wir haben in den Besprechungen die richtigen Sachen angesprochen und wissen, worauf wir achten und welche kleinen Fehler wir abstellen müssen. Wir tun gut daran, uns nicht verrückt machen zu lassen.

DFB.de: Besteht dabei nicht die Gefahr, sich selbst zu sehr unter Druck zu setzen?

Längert: Das wäre ein Fehler. Genau das hat uns in den letzten beiden Spielen das Genick gebrochen, dass wir es erzwingen wollten und den Überblick verloren haben. Wir müssen niemandem etwas beweisen und wir sind punktemäßig immer noch voll im Soll, denn wir stehen in der Liga immer noch gut da. Ich habe nie gesagt, dass wir einen Durchmarsch machen oder Deutscher Meister werden. Man braucht nicht verrückt spielen, wenn zwei Spiele nicht toll gelaufen sind, genauso wenig wie wir abheben, wenn wir drei Mal hintereinander gewinnen.

DFB.de: Ist ein Spiel gegen Duisburg immer noch etwas Spezielles für Sie?

Längert: Es ist immer noch ein besonderes Spiel, weil Duisburg der Verein ist, der mich ausgebildet hat und ich habe bisher in keinem anderen Verein so lange gespielt und verbinde mit dem Namen Duisburg unglaublich schöne Erinnerungen. Jennifer Oster, eine gute Freundin von mir, spielt immer noch dort. Allerdings kenne ich dort kaum noch eine Spielerin persönlich und alles, was ich mit Duisburg assoziiere, hat mit der Gegenwart nichts zu tun.

DFB.de: Der FC Bayern München wird von den Fachleuten immer häufiger in einem Atemzug mit dem VfL Wolfsburg, dem 1. FFC Turbine Potsdam oder dem 1. FFC Frankfurt genannt. Ehrt Sie das oder ist das übertrieben?

Längert: In erster Linie ehrt es uns, weil es eine schöne Wertschätzung für unsere Arbeit und eine tolle Anerkennung ist. Das ist ja nicht vom Himmel gefallen, sondern wir haben uns über einen längeren Zeitraum weiterentwickelt. Aber es ist natürlich nur eine Momentaufnahme. Wir haben bisher eine gute Hinrunde und relativ konstant gespielt, daran müssen wir anknüpfen. Das ist der wichtigste Fortschritt, den wir gemacht haben. Unser Anspruch ist es, jedes Mal, wenn wir auf den Platz gehen, so gut zu spielen, wie wir können. Das gelingt manchmal besser, manchmal schlechter. Ob wir dann Dritter, Vierter oder Sechster werden, ist nicht entscheidend.

DFB.de: Liegt der größte Unterschied zu den anderen drei Topteams darin, in der Breite noch nicht so gut besetzt zu sein?

Längert: Da haben wir sicherlich einen Nachteil, das kann in manchen Spielen entscheidend sein. Glück spielt auch eine Rolle, denn manchmal kann man eine gesamte Spielzeit mit der ersten Elf bestreiten, doch in dieser Hinrunde ist für uns schon viel zusammengekommen. Dadurch musste auch mal jemand spielen, der Grippe hatte, weil kein gleichwertiger Ersatz da war. Auch die Trainingsbelastung verteilt sich dann auf nur 12 oder 13 Spielerinnen. Aber es war uns schon vor der Saison klar, dass wir finanziell und personell nicht die Mittel anderer Vereine haben.