Kadah: Bewerbungsschreiben mit Viererpack

Der größte Unterschied zwischen der 1. und der 4. Liga ist für Kadah das Tempo. "Im Bereich Schnelligkeit trennen die Bundes- und die Regionalliga fast schon Welten", erklärt der Angreifer. "Man darf sich keinen Fehler erlauben, sonst ist der Ball weg."

Mit viel Ehrgeiz zur Regionalliga-Mannschaft

Trainieren bei den Profis, Praxis sammeln bei der U 23: So sahen die meisten Wochen für Deniz Kadah bisher aus. Von den Vorteilen, die ihm das Training und die Einsätze unter Bundesliga-Bedingungen bringen, profitiert der Stürmer in der 4. Liga ganz besonders. "Ich bin meinen Gegenspielern häufig einen Schritt voraus", so der Torjäger, der in der abgelaufenen Regionalliga-Saison bei 18 Einsätzen 18 Treffer erzielt, dann aber die Rückrunde verletzungsbedingt (Schambeinentzündung) fast komplett verpasst hatte.

Aktuell ist für Kadah die Nord-Staffel auch das Sprungbrett auf dem Weg zu weiteren Einsätzen in der Bundesliga: "Ich bin selbstverständlich enttäuscht, wenn ich nach dem Abschlusstraining nicht für das Profi-Aufgebot nominiert werde. Ich gehe dann aber immer mit großem Ehrgeiz zur U 23. Ich weiß, dass meine Leistungen dort beobachtet und bewertet werden und ich möchte mich schließlich für oben anbieten."

Schwierige Zeit ohne Verein hat geprägt

Noch vor knapp drei Jahren hätte Kadah wohl selbst nicht daran geglaubt, dass er mehr als nur einen Fuß bei einer Erstliga-Mannschaft in der Tür haben würde. Beim jetzigen Zweitligisten Fortuna Düsseldorf war es für den Angreifer nicht nach Wunsch gelaufen. Obwohl Kadah damals in 22 Drittliga-Partien für die NRW-Landeshauptstädter drei Treffer zum Zweitliga-Aufstieg beigesteuert hatte, fand der gebürtige Türke in seiner zweiten Saison kaum noch Berücksichtigung in der Mannschaft von Trainer Norbert Meier. "In meinem zweiten Jahr bei der Fortuna verlor ich nach einer Verletzung den Anschluss, kam kaum noch zum Zug und konnte mich nicht für einen weiteren Vertrag empfehlen", so Kadah, der nach einem steilen Aufstieg plötzlich ohne Verein dastand.

"Das war die schlimmste Zeit in meiner Laufbahn", erinnert sich Deniz Kadah nur ungern zurück. "Ich war plötzlich raus aus der Fußballwelt und hatte vor allem mental damit zu kämpfen. Freunde und Familie haben mir jedoch geholfen, aus diesem Loch herauszukommen. Rückblickend hat mich die Zeit als Mensch weitergebracht. Mich haut so schnell nichts mehr um." Im Februar 2011 fand Kadah mit dem FC Oberneuland einen neuen Verein. Anschließend kehrte er zum VfB Lübeck zurück und machte schließlich mit guten Leistungen die Hannoveraner auf sich aufmerksam.

Cocktail- und Sports-Bar in der Heimatstadt Vreden

Aktuell ordnet Kadah seiner sportlichen Karriere alles unter. Die Leitung einer Cocktail- und Sports-Bar in seiner Heimatstadt Vreden überlässt er seinem Bruder Metin (25). "Ich liebe den Fußball, darum investiere ich alles in den Sport. Das Private muss zurückstecken. Mein Umfeld hat dafür Verständnis. Ich möchte mich in Hannover zu einem reifen Spieler entwickeln und am Ende des Tages mit meinen Leistungen zufrieden sein."

Darauf hoffen nicht zuletzt auch die Mitspieler von Kadah, die im Viererpack des Stürmers einen psychologischen Vorteil für die Bremen-Partie sehen. "Der Flachs kam nicht zu kurz", sagt Kadah mit einem Lächeln. "Viele haben gewitzelt, dass ich mich für Werder warmgeschossen habe und am Sonntag garantiert mein erstes Erstliga-Tor erziele."

[mspw]


Geht es nach Deniz Kadah von Hannover 96, dann ist nach dem Bremen-Spiel vor dem Bremen-Spiel. Der 27 Jahre alte Stürmer, der aktuell zwischen der Regionalliga Nord-Reserve und der Bundesliga-Mannschaft von Trainer Mirko Slomka pendelt, hat zumindest ein hervorragendes Bewerbungsschreiben für seinen insgesamt siebten Bundesliga-Einsatz abgegeben. Beim sensationellen 9:2 der U 23 gegen den SV Werder Bremen II erzielte Stürmer Kadah innerhalb von nur 40 Minuten in der ersten Halbzeit vier Tore.

Am Sonntag (ab 17.30 Uhr) kommt es nun in Bremen zum "Rückspiel" zwischen dem SV Werder und Hannover 96 in der Bundesliga. "Ich gebe bei jeder Trainingseinheit alles und kämpfe Woche für Woche um meine Chance", sagt Kadah im Gespräch mit DFB.de. In dieser Saison reichte es für den in Urfa (Türkei) geborenen Deutsch-Türken immerhin schon zu zwei Kurzeinsätzen.

Insgesamt kann Kadah sechs Partien im Oberhaus vorweisen. Ein Treffer gelang ihm dabei noch nicht. "Ich hoffe, dass bald auch oben der Knoten platzt", so Kadah, der 2012 vom VfB Lübeck zunächst zu Hannovers U 23 der Niedersachsen gewechselt war und sich mit guten Leistungen für einen Profi-Vertrag empfehlen konnte.

Im Training für weitere Profi-Einsätze anbieten

Wegen der Gelb-Rot-Sperre von Angreifer Mame Diouf und der Verletzung von Sturmkollege Didier Ya Konan sollten die Chancen von Kadah, am Sonntag zumindest wieder zum Profi-Aufgebot zu zählen, nicht so schlecht stehen. "Ich kenne die Situation, mache mir aber überhaupt keinen Druck. Entscheidend ist, dass ich mich im Training mit meiner Leistung anbiete. Schließlich will jeder gegen Werder Bremen dabei sein."

Das Selbstbewusstsein von Kadah ist spätestens nach dem überragenden Auftritt gegen die Bremer Reserve ein ganzes Stück gewachsen. Vier Tore in einer Halbzeit waren dem 1,86 Meter langen Stürmer zuvor noch nie gelungen. "Ich hatte schon vor dem Spiel ein gutes Gefühl", erinnert sich der Torjäger, der in der aktuellen Regionalliga-Saison bei elf Einsätzen beachtliche zehn Treffer erzielte. Gegen Bremen köpfte Kadah bereits nach vier Minuten das 1:0. "Danach ging alles sehr schnell. Es ist uns gelungen, zielstrebig nach vorne zu spielen. Wir waren konzentriert und phasenweise hat vorne nahezu alles geklappt", so Kadah.

Neuer Torrekord im Norden: Elf Treffer in einem Spiel

Mit dem 9:2 sorgten Hannover und Bremen gleichzeitig auch für einen Torrekord in der Regionalliga Nord. Die vorherige Bestmarke lag bei zehn Treffern (4:6 im Aufsteigerduell zwischen dem SV Eichede und dem FC Eintracht Norderstedt am Wochenende zuvor). "So ein Spiel erlebt man nicht alle Tage", sagt Kadah.

Dank der sieben Zähler aus den vergangenen drei Begegnungen hat sich die von Sören Osterland trainierte 96-Reserve, die am Sonntag (ab 14 Uhr) zum Derby beim TSV Havelse antritt, wieder in das Mittelfeld vorgeschoben. Ein Abstiegsplatz ist trotzdem nur vier Zähler entfernt. Kadah: "Die Mannschaft musste vor der Saison einen großen personellen Umbruch verkraften und ist extrem jung. Die Formkurve zeigt jedoch nach oben, zumal sich die Spieler immer mehr an die Regionalliga gewöhnen und in jeder Partie neue Erfahrungen sammeln. Ich versuche, ihnen dabei zu helfen, so gut es geht. Mittlerweile tritt die Mannschaft schon ganz anders auf als noch am Anfang."

Tempo der größte Unterschied zwischen Liga eins und vier

Bei der ersten Trainingseinheit in dieser Woche unter Cheftrainer Slomka traf ein nach seinem Viererpack mit großem Rückenwind ausgestatteter Kadah auf zumeist niedergeschlagene Kollegen. Das 1:4 gegen 1899 Hoffenheim steckte den meisten Profis noch in den Beiden und in den Köpfen. "Wir konzentrieren uns jetzt voll auf Bremen und wollen dort etwas holen", ist Kadah guter Dinge, dass im Nordduell der fünfte Saisonsieg nach zuvor vier vergeblichen Anläufen gelingt.

Der größte Unterschied zwischen der 1. und der 4. Liga ist für Kadah das Tempo. "Im Bereich Schnelligkeit trennen die Bundes- und die Regionalliga fast schon Welten", erklärt der Angreifer. "Man darf sich keinen Fehler erlauben, sonst ist der Ball weg."

Mit viel Ehrgeiz zur Regionalliga-Mannschaft

Trainieren bei den Profis, Praxis sammeln bei der U 23: So sahen die meisten Wochen für Deniz Kadah bisher aus. Von den Vorteilen, die ihm das Training und die Einsätze unter Bundesliga-Bedingungen bringen, profitiert der Stürmer in der 4. Liga ganz besonders. "Ich bin meinen Gegenspielern häufig einen Schritt voraus", so der Torjäger, der in der abgelaufenen Regionalliga-Saison bei 18 Einsätzen 18 Treffer erzielt, dann aber die Rückrunde verletzungsbedingt (Schambeinentzündung) fast komplett verpasst hatte.

Aktuell ist für Kadah die Nord-Staffel auch das Sprungbrett auf dem Weg zu weiteren Einsätzen in der Bundesliga: "Ich bin selbstverständlich enttäuscht, wenn ich nach dem Abschlusstraining nicht für das Profi-Aufgebot nominiert werde. Ich gehe dann aber immer mit großem Ehrgeiz zur U 23. Ich weiß, dass meine Leistungen dort beobachtet und bewertet werden und ich möchte mich schließlich für oben anbieten."

Schwierige Zeit ohne Verein hat geprägt

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Noch vor knapp drei Jahren hätte Kadah wohl selbst nicht daran geglaubt, dass er mehr als nur einen Fuß bei einer Erstliga-Mannschaft in der Tür haben würde. Beim jetzigen Zweitligisten Fortuna Düsseldorf war es für den Angreifer nicht nach Wunsch gelaufen. Obwohl Kadah damals in 22 Drittliga-Partien für die NRW-Landeshauptstädter drei Treffer zum Zweitliga-Aufstieg beigesteuert hatte, fand der gebürtige Türke in seiner zweiten Saison kaum noch Berücksichtigung in der Mannschaft von Trainer Norbert Meier. "In meinem zweiten Jahr bei der Fortuna verlor ich nach einer Verletzung den Anschluss, kam kaum noch zum Zug und konnte mich nicht für einen weiteren Vertrag empfehlen", so Kadah, der nach einem steilen Aufstieg plötzlich ohne Verein dastand.

"Das war die schlimmste Zeit in meiner Laufbahn", erinnert sich Deniz Kadah nur ungern zurück. "Ich war plötzlich raus aus der Fußballwelt und hatte vor allem mental damit zu kämpfen. Freunde und Familie haben mir jedoch geholfen, aus diesem Loch herauszukommen. Rückblickend hat mich die Zeit als Mensch weitergebracht. Mich haut so schnell nichts mehr um." Im Februar 2011 fand Kadah mit dem FC Oberneuland einen neuen Verein. Anschließend kehrte er zum VfB Lübeck zurück und machte schließlich mit guten Leistungen die Hannoveraner auf sich aufmerksam.

Cocktail- und Sports-Bar in der Heimatstadt Vreden

Aktuell ordnet Kadah seiner sportlichen Karriere alles unter. Die Leitung einer Cocktail- und Sports-Bar in seiner Heimatstadt Vreden überlässt er seinem Bruder Metin (25). "Ich liebe den Fußball, darum investiere ich alles in den Sport. Das Private muss zurückstecken. Mein Umfeld hat dafür Verständnis. Ich möchte mich in Hannover zu einem reifen Spieler entwickeln und am Ende des Tages mit meinen Leistungen zufrieden sein."

Darauf hoffen nicht zuletzt auch die Mitspieler von Kadah, die im Viererpack des Stürmers einen psychologischen Vorteil für die Bremen-Partie sehen. "Der Flachs kam nicht zu kurz", sagt Kadah mit einem Lächeln. "Viele haben gewitzelt, dass ich mich für Werder warmgeschossen habe und am Sonntag garantiert mein erstes Erstliga-Tor erziele."