Hoffenheims Fühner: "Königsklasse i-Tüpfelchen auf Entwicklung"

Die Fußballerinnen der TSG Hoffenheim stehen vor der spannendsten Saison der Vereinsgeschichte. Erstmals ist die Mannschaft in der Champions-League-Qualifikation dabei. Anne Fühner steht seit 2012 bei der TSG unter Vertrag und ist zu Zweitligazeiten gekommen. Im DFB.de-Interview blickt die 26-Jährige auf die Entwicklung in den vergangenen neun Jahren zurück und erklärt, warum die anstehende Saison in vielerlei Hinsicht eine besondere sein wird.

DFB.de: Bereits vor dem Start in die Vorbereitung wurde Ihnen mit Valur Reykjavik der erste Gegner in der Champions-League-Qualifikation zugelost. Wie groß ist Ihre Vorfreude?

Anne Fühner: Tatsächlich fühlt sich in dieser Saison alles etwas anders an. Unsere Vorfreude ist riesig. Wir haben unheimlich viel investiert, um dieses Ziel zu erreichen. Alles, was jetzt kommt, ist verdient und ein Bonus für uns.

DFB.de: Ist es schon greifbar, dass Sie mit Ihrer besonderen Vita Teil der Champions League sein werden?

Fühner: Noch nicht wirklich. Als ich 2012 nach Hoffenheim kam, haben wir noch in der 2. Bundesliga gespielt. Wir sind dann aufgestiegen, haben danach gegen den Abstieg gekämpft und uns dann Schritt für Schritt und kontinuierlich nach oben gearbeitet. Dass wir es jetzt wirklich in die Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League geschafft haben, ist einfach nur das i-Tüpfelchen auf diese Entwicklung. Das ist schon ein riesiger Erfolg.

DFB.de: Wie bitter ist es, dass gerade jetzt mit Maximiliane Rall, Tabea Waßmuth und Lena Lattwein drei deutsche Nationalspielerinnen den Verein verlassen haben?

Fühner: Das ist natürlich schade, und trotz der riesigen Freude über den dritten Rang war am Ende der vergangenen Saison auch Wehmut zu spüren, der Abschied ist allen schwergefallen. Aber so ist das Fußballgeschäft, und in jedem Ende steckt auch ein Anfang. Es sind neue Spielerinnen gekommen, die wir nun in unsere Gemeinschaft integrieren werden und die sicherlich in jeglicher Hinsicht ein Gewinn für uns sein werden.

DFB.de: Wird die Qualität innerhalb der Mannschaft nicht dennoch leiden?

Fühner: Uns haben ohne Frage super Spielerinnen verlassen. Aber ich bin mir sicher, dass wir stark genug sind, um diese Abgänge im Kollektiv aufzufangen. Bei uns ist der Charakter ein ganz wichtiges Kriterium und es wird somit auch darauf ankommen, dass wir wieder als eine Einheit zusammenwachsen.

DFB.de: Sie gehen jetzt in Ihr zehntes Jahr bei der TSG und haben die ganze Entwicklung auch persönlich mitgemacht. Wie stolz sind Sie darauf?

Fühner: Sehr stolz natürlich. Ich glaube, ich bin die Spielerin im aktuellen Kader, die am längsten in Hoffenheim dabei ist.

DFB.de: Warum ist das so?

Fühner: Das Umfeld ist einfach überragend. Ich fühle mich hier total wohl. Ich bin hier keine unumstrittene Stammspielerin, arbeite aber immer weiter daran, mir möglichst viel Spielzeit zu verdienen – gerade natürlich auch im Hinblick auf die Champions League. Auch für mich persönlich ist es ein Highlight, auf internationalem Niveau Erfahrungen sammeln zu können. Ich bin sehr gespannt, was da auf uns und mich zukommt.

DFB.de: Zunächst geht es gegen Reykjavik. Danach könnte der AC Mailand oder der FC Zürich der Gegner sein.

Fühner: Das hört sich definitiv spannend an, denn das sind sehr interessante Gegner. Die Isländerinnen werden einen sehr körperbetonten Fußball spielen. Wir sollten uns auf jeden Fall nicht kleiner machen, als wir sind. Wir sind zuletzt zweimal hintereinander Dritter in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga geworden, und wenn wir unsere Leistung auf den Platz bringen, haben wir definitiv die Qualität, diese Aufgaben zu lösen und in die Playoffs einzuziehen. Das ist unser großes Ziel. Wir haben jetzt noch etwa sechs Wochen Zeit, um uns vorzubereiten und die neuen Spielerinnen zu integrieren.

DFB.de: Wie stark schätzen Sie die neue Mannschaft aufgrund Ihrer langjährigen Erfahrung ein?

Fühner: Es ist kaum möglich, das jetzt schon zu beurteilen. Die ersten Einheiten liegen hinter uns und alle sind mit großem Ehrgeiz dabei, alle sind supermotiviert. Dieser Umbruch, den wir gerade erleben, ist ja schließlich auch für alle eine Chance, sich im Team neu zu positionieren. Das Niveau im Training ist entsprechend richtig gut. Wir haben schnellen Fußball gespielt – so, wie es der Trainer immer verlangt. Wir haben sehr gute Voraussetzungen, wieder mit einer richtig starken Mannschaft in die Saison zu gehen.

DFB.de: Die erneut um Platz drei mitspielen kann?

Fühner: Ja, das denke ich schon. Das sollte unser Anspruch sein – trotz der Abgänge. Wir haben aber starke Konkurrenten im Nacken.

DFB.de: Ist auch mehr möglich?

Fühner: Wenn bei uns alles passt, können wir auch in den direkten Begegnungen gegen Wolfsburg und Bayern bestehen. Das zeigt unser 3:2-Erfolg in München in der Rückrunde der abgelaufenen Saison. Über das gesamte Jahr gesehen, haben diese beiden Klubs aber eine unglaubliche Konstanz. Und genau die fehlt uns noch, um ganz oben angreifen zu können. Aber für uns ist ganz klar, dass wir in Zukunft immer weiter an dieses Duo heranrücken wollen. Wie viel dann am Ende für uns möglich ist, wird sich zeigen.   

[sw]

Die Fußballerinnen der TSG Hoffenheim stehen vor der spannendsten Saison der Vereinsgeschichte. Erstmals ist die Mannschaft in der Champions-League-Qualifikation dabei. Anne Fühner steht seit 2012 bei der TSG unter Vertrag und ist zu Zweitligazeiten gekommen. Im DFB.de-Interview blickt die 26-Jährige auf die Entwicklung in den vergangenen neun Jahren zurück und erklärt, warum die anstehende Saison in vielerlei Hinsicht eine besondere sein wird.

DFB.de: Bereits vor dem Start in die Vorbereitung wurde Ihnen mit Valur Reykjavik der erste Gegner in der Champions-League-Qualifikation zugelost. Wie groß ist Ihre Vorfreude?

Anne Fühner: Tatsächlich fühlt sich in dieser Saison alles etwas anders an. Unsere Vorfreude ist riesig. Wir haben unheimlich viel investiert, um dieses Ziel zu erreichen. Alles, was jetzt kommt, ist verdient und ein Bonus für uns.

DFB.de: Ist es schon greifbar, dass Sie mit Ihrer besonderen Vita Teil der Champions League sein werden?

Fühner: Noch nicht wirklich. Als ich 2012 nach Hoffenheim kam, haben wir noch in der 2. Bundesliga gespielt. Wir sind dann aufgestiegen, haben danach gegen den Abstieg gekämpft und uns dann Schritt für Schritt und kontinuierlich nach oben gearbeitet. Dass wir es jetzt wirklich in die Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League geschafft haben, ist einfach nur das i-Tüpfelchen auf diese Entwicklung. Das ist schon ein riesiger Erfolg.

DFB.de: Wie bitter ist es, dass gerade jetzt mit Maximiliane Rall, Tabea Waßmuth und Lena Lattwein drei deutsche Nationalspielerinnen den Verein verlassen haben?

Fühner: Das ist natürlich schade, und trotz der riesigen Freude über den dritten Rang war am Ende der vergangenen Saison auch Wehmut zu spüren, der Abschied ist allen schwergefallen. Aber so ist das Fußballgeschäft, und in jedem Ende steckt auch ein Anfang. Es sind neue Spielerinnen gekommen, die wir nun in unsere Gemeinschaft integrieren werden und die sicherlich in jeglicher Hinsicht ein Gewinn für uns sein werden.

DFB.de: Wird die Qualität innerhalb der Mannschaft nicht dennoch leiden?

Fühner: Uns haben ohne Frage super Spielerinnen verlassen. Aber ich bin mir sicher, dass wir stark genug sind, um diese Abgänge im Kollektiv aufzufangen. Bei uns ist der Charakter ein ganz wichtiges Kriterium und es wird somit auch darauf ankommen, dass wir wieder als eine Einheit zusammenwachsen.

DFB.de: Sie gehen jetzt in Ihr zehntes Jahr bei der TSG und haben die ganze Entwicklung auch persönlich mitgemacht. Wie stolz sind Sie darauf?

Fühner: Sehr stolz natürlich. Ich glaube, ich bin die Spielerin im aktuellen Kader, die am längsten in Hoffenheim dabei ist.

DFB.de: Warum ist das so?

Fühner: Das Umfeld ist einfach überragend. Ich fühle mich hier total wohl. Ich bin hier keine unumstrittene Stammspielerin, arbeite aber immer weiter daran, mir möglichst viel Spielzeit zu verdienen – gerade natürlich auch im Hinblick auf die Champions League. Auch für mich persönlich ist es ein Highlight, auf internationalem Niveau Erfahrungen sammeln zu können. Ich bin sehr gespannt, was da auf uns und mich zukommt.

DFB.de: Zunächst geht es gegen Reykjavik. Danach könnte der AC Mailand oder der FC Zürich der Gegner sein.

Fühner: Das hört sich definitiv spannend an, denn das sind sehr interessante Gegner. Die Isländerinnen werden einen sehr körperbetonten Fußball spielen. Wir sollten uns auf jeden Fall nicht kleiner machen, als wir sind. Wir sind zuletzt zweimal hintereinander Dritter in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga geworden, und wenn wir unsere Leistung auf den Platz bringen, haben wir definitiv die Qualität, diese Aufgaben zu lösen und in die Playoffs einzuziehen. Das ist unser großes Ziel. Wir haben jetzt noch etwa sechs Wochen Zeit, um uns vorzubereiten und die neuen Spielerinnen zu integrieren.

DFB.de: Wie stark schätzen Sie die neue Mannschaft aufgrund Ihrer langjährigen Erfahrung ein?

Fühner: Es ist kaum möglich, das jetzt schon zu beurteilen. Die ersten Einheiten liegen hinter uns und alle sind mit großem Ehrgeiz dabei, alle sind supermotiviert. Dieser Umbruch, den wir gerade erleben, ist ja schließlich auch für alle eine Chance, sich im Team neu zu positionieren. Das Niveau im Training ist entsprechend richtig gut. Wir haben schnellen Fußball gespielt – so, wie es der Trainer immer verlangt. Wir haben sehr gute Voraussetzungen, wieder mit einer richtig starken Mannschaft in die Saison zu gehen.

DFB.de: Die erneut um Platz drei mitspielen kann?

Fühner: Ja, das denke ich schon. Das sollte unser Anspruch sein – trotz der Abgänge. Wir haben aber starke Konkurrenten im Nacken.

DFB.de: Ist auch mehr möglich?

Fühner: Wenn bei uns alles passt, können wir auch in den direkten Begegnungen gegen Wolfsburg und Bayern bestehen. Das zeigt unser 3:2-Erfolg in München in der Rückrunde der abgelaufenen Saison. Über das gesamte Jahr gesehen, haben diese beiden Klubs aber eine unglaubliche Konstanz. Und genau die fehlt uns noch, um ganz oben angreifen zu können. Aber für uns ist ganz klar, dass wir in Zukunft immer weiter an dieses Duo heranrücken wollen. Wie viel dann am Ende für uns möglich ist, wird sich zeigen.   

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