Historie: "Die Zeit der Damen ist gekommen"

Am Wochenende startet die Bundesliga in ihre 57. Saison - die der Männer. Aber auch die Frauen spielen dann wieder, immerhin schon die 30. Saison, was manchen überraschen mag. Das Jubiläum ist Anlass genug, die Geschichte der Frauen-Bundesliga Revue passieren zu lassen.

Noch bis 1970 war der organisierte Frauenfußball in Deutschland verboten. "Unästhetisch" und "unweiblich" waren Schlagworte, die nicht selten fielen, wenn das "schwächere Geschlecht" dem Leder nachjagte. Auch Anfang der 80er-Jahre ließen die meisten Männer wenig Positives an ihren weiblichen Kolleginnen. Die Frauen ließen sich freilich nur wenig abschrecken und genossen ihre neue Spielfreiheit. 1974 wurde mit dem TuS Wörrstadt der erste deutsche Meister gekürt und, 1982 gab es in Konstanz das erste offizielle Länderspiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft (5:1 gegen die Schweiz). 1989 gewannen sie den ersten Europameistertitel. Das war der Urknall für die Bundesliga. Nach dem Triumph des DFB-Teams hatte sich Nationaltrainer Gero Bisanz im Interview eine stärkere Würdigung des Frauenfußball gewünscht und der Kicker hatte bereits 1988 festgestellt: "Die Zeit der Damen ist gekommen." Und sie kam. Auf dem Bundestag des DFB in Trier wurde am 27. und 28. Oktober 1989 die Einführung der Bundesliga beschlossen, im September 1990 war Anpfiff – zunächst in zwei Staffeln.

Es wurden eine Nord- und eine Südgruppe mit jeweils zehn Mannschaften ins Leben gerufen. Für die Qualifikation zur Bundesliga legte der DFB fest, dass die Meister der 16 Mitgliedsverbände automatisch dabei sein sollten. Die restlichen vier Plätze ermittelten die Vizemeister in einer Ausscheidungsrunde. Folgende 20 Gründungsmitglieder stürzten sich schließlich in das Abenteuer Bundesliga, an dem bis heute 51 Klubs teilnahmen: Fortuna Sachsenross Hannover, SC Poppenbüttel, Schmalfelder SV, SV Wilhelmshaven, VfR Eintracht Wolfsburg, SSG Bergisch-Gladbach, KBC Duisburg, VfB Rheine, TSV Siegen, 1. FC Neukölln, FSV Frankfurt, SG Praunheim, SC 07 Bad Neuenahr, VfR 09 Saarbrücken, Tus Niederkirchen, SC Klinge Seckbach, Tus Binzen, VfL Sindelfingen, VfL Ulm/Neu-Ulm und der FC Bayern München.

1990: Iris Taaken erzielt das erste Tor

Nach dem 1. Spieltag, der geschlossen am 2. September 1990 ausgetragen wurde, schrieb der Kicker: "Meist gab es in den beiden Gruppen frischen Angriffsfußball zu sehen, der mehr Zuschauer verdient gehabt hätte. Aber, wie gesagt, aller Anfang ist schwer." Zu den zwölf Partien kamen insgesamt nur 4180 Zuschauer. Iris Taaken vom SV Wilhelmshaven schoss das erste Tor – nach 55 Sekunden.

Die Nordgruppe wurde anfangs vom TSV Siegen dominiert, der auch 1991 erster Bundesligameister wurde und 1992, 1994 und 1996 erneut den Titel holte. In der Südgruppe dominierten der FSV Frankfurt und Tus Niederkirchen. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurden 1991 Wismut Aue und der USV Jena aus den neuen Bundesländern aufgenommen. Statt zehn Mannschaften gab es dann für eine Saison zwei Staffeln zu je elf. Jena stieg wieder ab, während Aue seine Mannschaft aus finanziellen Gründen zurückzog.

Bei einem Blick auf die Liste der Gründungsmitglieder fällt auf, dass es etliche nicht mehr gibt, während andere Teams auch nach 30 Jahren für positive Schlagzeilen sorgen. So hat sich der FC Bayern München als Nummer zwei hinter dem VfL Wolfsburg etabliert - und der SC Bad Neuenahr ist in Rheinland-Pfalz für seine gute Jugendarbeit bekannt. Als es im Juni ein Sichtungsturnier für die U 16-Nationalmannschaft des Verbandes Rheinland gab, spielten überwiegend Spielerinnen aus Bad Neuenahr für das "Rheinland-Team".

1997: Die Bundesliga wird eingleisig

Da die Leistungsunterschiede zwischen den Vereinen zu groß waren, beschloss der DFB schließlich die Einführung einer eingleisigen Bundesliga. Seit 1997/1998 spielen stets zwölf Mannschaften im Oberhaus. Bis ins Jahr 2012 diktierten vor allem der FFC Frankfurt und Turbine Potsdam das Geschehe. Hatte zunächst noch der Lokalrivale FSV Frankfurt in der Saison 1997/1998 die Nase vorne, so begann ab der Folgesaison der Siegeszug des FFC. Von 1999 bis 2008 heimste er sieben Meisterschaften ein und ist damit Bundesligarekordmeister. 2005 stellte der FFC den gültigen Rekord von 63 Punkten auf – von 66 möglichen. Turbine kam zwischen 2004 und 2012 auf sechs Meisterschaften. Die Begegnungen zwischen diesen Rivalen waren stets brisant und nicht selten spektakulär.

2004 beispielsweise reiste Turbine Potsdam als Tabellenführer vor den Frankfurtern an den Main. Es war quasi ein Endspiel, mit einem Sieg hätte der FFC vorbei ziehen und den vierten Titel in Folge feiern können. Doch Potsdam deklassierte den ärgsten Konkurrenten auf dessen Platz mit 7:2. 2006 war Turbine gegen Frankfurt zunächst im Pokal erfolgreich, doch wenige Wochen später revanchierte sich der FFC im UEFA-Cup-Finale, das damals eine rein deutsche Angelegenheit und Ausdruck der Stärke der Bundesliga war. Mit 4:0 und 3:2 verwiesen die Frankfurterinnen Turbine in die Schranken. Dafür tröstete sich Turbine mit der Meisterschaft und dem Torrekord (115), der weiter besteht.

2012 kam es zu einem außergewöhnlich heißblütigen Duell. Die Potsdamerinnen Stefanie Mirlach und Alexandra Dinger rasselten mit den Köpfen zusammen und blieben blutüberströmt liegen. Schließlich erlitt Tabea Kemme einen Kreuzbandriss. Potsdam Bernd Schröder, mit sechs Meistertiteln der erfolgreichste Trainer in der Bundesliga, bilanzierte ernüchternd: "Der Frauenfußball hat heute seine Unschuld verloren."

Duell der Gegenwart: Wolfsburg gegen FC Bayern

Die ganz fetten Jahre von Turbine Potsdam und dem FFC Frankfurt gehören inzwischen der Vergangenheit an. Die beiden ehemaligen Champions nehmen zwar immer noch ordentliche Platzierungen in der Bundesliga ein, redeten aber im Meisterschaftskampf nur noch selten mit. Wie in vielen Ländern Europas verloren die klassischen Frauenfußball-Mannschaften an Bedeutung. Längst versuchen im Männerbereich etablierte Vereine ihre eigenen Frauenabteilungen aufzubauen. Dazu zählen der SC Freiburg oder die TSG Hoffenheim.

Und der Zweikampf zwischen Turbine Potsdam und dem FFC Frankfurt wurde abgelöst durch das Duell VfL Wolfsburg gegen den FC Bayern München. Seit 2013 machen diese beiden Mannschaften den Titelträger unter sich aus: Jüngst holte der VfL den Titelhattrick (2017 bis 2019), wobei die Damen aus der VW-Stadt bereits 2013 und 2014 die Meisterschale in die Höhe stemmen durften. Viele Leistungsträgerinnen des VfL wie Almuth Schult oder Alexandra Popp trugen bei der WM in Frankreich das DFB-Trikot. Bayern München wiederum durfte 2015 und 2016 über den Meistertitel jubeln und will in der neuen Saison wieder angreifen. So hat sich der FCB unter anderem mit dem Freiburger Shootingstar Giulia Gwinn verstärkt, ihres "beste junge Spielerin" bei der WM 2019.



Am Wochenende startet die Bundesliga in ihre 57. Saison - die der Männer. Aber auch die Frauen spielen dann wieder, immerhin schon die 30. Saison, was manchen überraschen mag. Das Jubiläum ist Anlass genug, die Geschichte der Frauen-Bundesliga Revue passieren zu lassen.

Noch bis 1970 war der organisierte Frauenfußball in Deutschland verboten. "Unästhetisch" und "unweiblich" waren Schlagworte, die nicht selten fielen, wenn das "schwächere Geschlecht" dem Leder nachjagte. Auch Anfang der 80er-Jahre ließen die meisten Männer wenig Positives an ihren weiblichen Kolleginnen. Die Frauen ließen sich freilich nur wenig abschrecken und genossen ihre neue Spielfreiheit. 1974 wurde mit dem TuS Wörrstadt der erste deutsche Meister gekürt und, 1982 gab es in Konstanz das erste offizielle Länderspiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft (5:1 gegen die Schweiz). 1989 gewannen sie den ersten Europameistertitel. Das war der Urknall für die Bundesliga. Nach dem Triumph des DFB-Teams hatte sich Nationaltrainer Gero Bisanz im Interview eine stärkere Würdigung des Frauenfußball gewünscht und der Kicker hatte bereits 1988 festgestellt: "Die Zeit der Damen ist gekommen." Und sie kam. Auf dem Bundestag des DFB in Trier wurde am 27. und 28. Oktober 1989 die Einführung der Bundesliga beschlossen, im September 1990 war Anpfiff – zunächst in zwei Staffeln.

Es wurden eine Nord- und eine Südgruppe mit jeweils zehn Mannschaften ins Leben gerufen. Für die Qualifikation zur Bundesliga legte der DFB fest, dass die Meister der 16 Mitgliedsverbände automatisch dabei sein sollten. Die restlichen vier Plätze ermittelten die Vizemeister in einer Ausscheidungsrunde. Folgende 20 Gründungsmitglieder stürzten sich schließlich in das Abenteuer Bundesliga, an dem bis heute 51 Klubs teilnahmen: Fortuna Sachsenross Hannover, SC Poppenbüttel, Schmalfelder SV, SV Wilhelmshaven, VfR Eintracht Wolfsburg, SSG Bergisch-Gladbach, KBC Duisburg, VfB Rheine, TSV Siegen, 1. FC Neukölln, FSV Frankfurt, SG Praunheim, SC 07 Bad Neuenahr, VfR 09 Saarbrücken, Tus Niederkirchen, SC Klinge Seckbach, Tus Binzen, VfL Sindelfingen, VfL Ulm/Neu-Ulm und der FC Bayern München.

1990: Iris Taaken erzielt das erste Tor

Nach dem 1. Spieltag, der geschlossen am 2. September 1990 ausgetragen wurde, schrieb der Kicker: "Meist gab es in den beiden Gruppen frischen Angriffsfußball zu sehen, der mehr Zuschauer verdient gehabt hätte. Aber, wie gesagt, aller Anfang ist schwer." Zu den zwölf Partien kamen insgesamt nur 4180 Zuschauer. Iris Taaken vom SV Wilhelmshaven schoss das erste Tor – nach 55 Sekunden.

Die Nordgruppe wurde anfangs vom TSV Siegen dominiert, der auch 1991 erster Bundesligameister wurde und 1992, 1994 und 1996 erneut den Titel holte. In der Südgruppe dominierten der FSV Frankfurt und Tus Niederkirchen. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurden 1991 Wismut Aue und der USV Jena aus den neuen Bundesländern aufgenommen. Statt zehn Mannschaften gab es dann für eine Saison zwei Staffeln zu je elf. Jena stieg wieder ab, während Aue seine Mannschaft aus finanziellen Gründen zurückzog.

Bei einem Blick auf die Liste der Gründungsmitglieder fällt auf, dass es etliche nicht mehr gibt, während andere Teams auch nach 30 Jahren für positive Schlagzeilen sorgen. So hat sich der FC Bayern München als Nummer zwei hinter dem VfL Wolfsburg etabliert - und der SC Bad Neuenahr ist in Rheinland-Pfalz für seine gute Jugendarbeit bekannt. Als es im Juni ein Sichtungsturnier für die U 16-Nationalmannschaft des Verbandes Rheinland gab, spielten überwiegend Spielerinnen aus Bad Neuenahr für das "Rheinland-Team".

1997: Die Bundesliga wird eingleisig

Da die Leistungsunterschiede zwischen den Vereinen zu groß waren, beschloss der DFB schließlich die Einführung einer eingleisigen Bundesliga. Seit 1997/1998 spielen stets zwölf Mannschaften im Oberhaus. Bis ins Jahr 2012 diktierten vor allem der FFC Frankfurt und Turbine Potsdam das Geschehe. Hatte zunächst noch der Lokalrivale FSV Frankfurt in der Saison 1997/1998 die Nase vorne, so begann ab der Folgesaison der Siegeszug des FFC. Von 1999 bis 2008 heimste er sieben Meisterschaften ein und ist damit Bundesligarekordmeister. 2005 stellte der FFC den gültigen Rekord von 63 Punkten auf – von 66 möglichen. Turbine kam zwischen 2004 und 2012 auf sechs Meisterschaften. Die Begegnungen zwischen diesen Rivalen waren stets brisant und nicht selten spektakulär.

2004 beispielsweise reiste Turbine Potsdam als Tabellenführer vor den Frankfurtern an den Main. Es war quasi ein Endspiel, mit einem Sieg hätte der FFC vorbei ziehen und den vierten Titel in Folge feiern können. Doch Potsdam deklassierte den ärgsten Konkurrenten auf dessen Platz mit 7:2. 2006 war Turbine gegen Frankfurt zunächst im Pokal erfolgreich, doch wenige Wochen später revanchierte sich der FFC im UEFA-Cup-Finale, das damals eine rein deutsche Angelegenheit und Ausdruck der Stärke der Bundesliga war. Mit 4:0 und 3:2 verwiesen die Frankfurterinnen Turbine in die Schranken. Dafür tröstete sich Turbine mit der Meisterschaft und dem Torrekord (115), der weiter besteht.

2012 kam es zu einem außergewöhnlich heißblütigen Duell. Die Potsdamerinnen Stefanie Mirlach und Alexandra Dinger rasselten mit den Köpfen zusammen und blieben blutüberströmt liegen. Schließlich erlitt Tabea Kemme einen Kreuzbandriss. Potsdam Bernd Schröder, mit sechs Meistertiteln der erfolgreichste Trainer in der Bundesliga, bilanzierte ernüchternd: "Der Frauenfußball hat heute seine Unschuld verloren."

Duell der Gegenwart: Wolfsburg gegen FC Bayern

Die ganz fetten Jahre von Turbine Potsdam und dem FFC Frankfurt gehören inzwischen der Vergangenheit an. Die beiden ehemaligen Champions nehmen zwar immer noch ordentliche Platzierungen in der Bundesliga ein, redeten aber im Meisterschaftskampf nur noch selten mit. Wie in vielen Ländern Europas verloren die klassischen Frauenfußball-Mannschaften an Bedeutung. Längst versuchen im Männerbereich etablierte Vereine ihre eigenen Frauenabteilungen aufzubauen. Dazu zählen der SC Freiburg oder die TSG Hoffenheim.

Und der Zweikampf zwischen Turbine Potsdam und dem FFC Frankfurt wurde abgelöst durch das Duell VfL Wolfsburg gegen den FC Bayern München. Seit 2013 machen diese beiden Mannschaften den Titelträger unter sich aus: Jüngst holte der VfL den Titelhattrick (2017 bis 2019), wobei die Damen aus der VW-Stadt bereits 2013 und 2014 die Meisterschale in die Höhe stemmen durften. Viele Leistungsträgerinnen des VfL wie Almuth Schult oder Alexandra Popp trugen bei der WM in Frankreich das DFB-Trikot. Bayern München wiederum durfte 2015 und 2016 über den Meistertitel jubeln und will in der neuen Saison wieder angreifen. So hat sich der FCB unter anderem mit dem Freiburger Shootingstar Giulia Gwinn verstärkt, ihres "beste junge Spielerin" bei der WM 2019.

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Von Mohr bis Garefrekes: Prägende Figuren

Birgit PrinzNur das Ende im Nationalteam 2011 verlief für Prinz etwas enttäuschend, als sie ihrer Form hinterherlief und mit dem DFB-Team im WM-Viertelfinale an Japan scheiterte. Aber die Tore der Prinz(essin) prägten den Frauenfußball in den 2000er-Jahren maßgeblich. Bei beiden WM-Triumphen stand die Spielerin des FSV und FFC Frankfurt auf dem Platz (2003 und 2007). Viermal wurde sie Torschützenkönigin der eingleisigen Bundesliga, traf dort in 269 Spielen 267 Mal. Sie war die Torgarantie in Person. Mit neun Meistertiteln ist sie immer noch Rekordhalterin in der Bundesliga. Auch nach ihrer Karriere als aktive Fußballerin blieb Prinz ihrem Sport treu und arbeitete bei der WM 2019 als Psychologin für das DFB-Team. Prinz blieb trotz aller Erfolge immer auf dem Teppich und stellte sich in den Dienst der Mannschaft.

Inka GringsKeine schoss mehr Tore in der eingleisigen Bundesliga als die Duisburgerin - und das in Zeiten einer Birgit Prinz. Für den FC Rummelhausen erzielte sie zwischen 1997 und 2011 sagenhafte 314 Treffer und wurde sechsmal Torschützenkönigin. Ihre Bestmarken von 38 Saisontoren (2000 und 2001) halten bis heute. Deutsche Meisterin wurde sie etwas seltener – nur einmal (2000). Für Deutschland traf sie in 96 Länderspielen 64-mal.

Kerstin GarefrekesWie bei den Männern kommt auch bei den Frauen die Rekordspielerin aus Frankfurt. Der weibliche Charly Körbel kam zwischen 1998 und 2016 auf 355 Einsätze, zumeist für den FFC Frankfurt, die Karriere startete sie beim FFC Heike Rheine. Dabei erzielte die Stürmerin 247 Tore (4. Platz im ewigen Ranking). Garefrekes wurde mit dem FFC dreimal Meister und war bei beiden WM-Triumphen (2003, 2007) am Ball.

Nadine Angerer: "Super-Natze", wie sie von ihren Teamkolleginnen nach ihren diversen Erfolgen genannt wurde, legte eine beispiellose Karriere hin. Und dennoch: Sie musste das Warten lernen. Erst als sich Deutschlands erste Torfrau Silke Rottenberg Anfang 2007 verletzte, schlug ihre Stunde im Nationaltrikot. Die ehemalige Spielerin von Bayern München und Turbine Potsdam (228 Bundesliga-einsätze) wurde dreimal Deutsche Meisterin und fünfmal Europameisterin, war bei den ersten drei Erfolgen aber noch die Nummer 2. Mit Turbine sicherte sie sich 2005 den Uefa-Women's Cup – und 2007 gewann sie ohne Gegentor (!) den WM-Titel. 2013 wurde sie zur Weltfußballerin gewählt.

Heidi MohrZwischen 1991 und 1995 war Mohr, die bis auf ein kurzes Intermezzo für den Tus Niederkirchen spielte, Torschützenkönigin in der zweigleisigen Bundesliga. Sie war bereits beim Gewinn der ersten Europameisterschaft 1989 dabei und stand im WM-Endspiel 1995. In 104 Länderspielen erzielte sie 83 Tore. 1999 wurde Mohr zur Fußballerin des Jahrhunderts gewählt, Anfang dieses Jahres wurde sie in die Hall of Fame aufgenommen. Kurz danach starb sie nach schwerer Krankheit viel zu früh im Alter von 51 Jahren.

Kuriositäten und Besonderheiten

  • Das schnellste Tor erzielte Lucie Vonkova vom FF USV Jena gegen die SGS Essen nach 9,9 Sekunden.
  • Den schnellsten Platzverweis gab es für Ann-Kathrin Hinken von Bayer Leverkusen beim Spiel gegen die SGS Essen am 5. Dezember 2018 nach 10 Sekunden.
  • Die erfolglosesten Mannschaften waren der 1. FC Neukölln (1990/1991) und FFC Brauweiler Pulheim (2006/2007) – sie blieben punktlos.
  • Die meisten Tore in einem Bundesligaspiel erzielte Heidi Mohr am 3. März 1991 gegen die SG Praunheim. Der inzwischen verstorbenen Fußballerin des Jahrhunderts gelangen an diesem Tag sieben Treffer für Tus Niederkirchen. 1993/1994 stellte sie ihren Rekord beim 12:2 gegen den TSV Battenberg sogar ein.
  • Den höchsten Sieg landete der FFC Frankfurt in der Saison 2005/2006 gegen den sich im Abwärtstrend befindlichen Lokalrivalen FSV mit 17:0.
  • Im Jahre 2003 sorgte eine Offerte des AC Peruggia für Aufsehen. Der Präsident unterbreitete Deutschlands Stürmerstar Birgit Prinz das Angebot, in der Männermannschaft der ersten italienischen Liga zu spielen. Daraus ist nichts geworden, und bis heute weiß keiner so richtig, wie ernsthaft sich Birgit Prinz über einen Wechsel ins sonnige Italien Gedanken gemacht hat. Dennoch: Der Sachverhalt belegt, welche Fähigkeiten ihr zugeschrieben wurden. In einem Interview resümierte sie: "Ich hatte schon etwas Bedenken, dass ich in einer Männermannschaft nur auf wenig Einsatzzeiten kommen würde. Das hat mich doch etwas abgeschreckt, dafür spiele ich zu gerne Fußball."
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