Gladbachs Jonas Hofmann: "Dortmund wird ein harter Brocken"

Jonas Hofmann von Borussia Mönchengladbach trifft heute (ab 20.45 Uhr, live in der ARD und bei Sky) in der 2. Runde des DFB-Pokals auf seinen Ex-Verein Borussia Dortmund. Im DFB.de-Interview spricht der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler mit Mitarbeiter Oliver Jensen über die Gladbacher Titelchance, seine Zeit in Dortmund und Jürgen Klopp.

DFB.de: Herr Hofmann, hätten Sie sich in der 2. Runde ein einfacheres Los gewünscht als Borussia Dortmund?

Jonas Hofmann: Wir wissen, dass das ein harter Brocken wird. Wir haben bei unserem Aufeinandertreffen in der Bundesliga beim 1:0 von Dortmund gegen uns aber gesehen, dass wir in Dortmund gewinnen können. Ein Sieg oder zumindest ein Unentschieden wäre nicht unverdient gewesen. Das stimmt uns positiv. Im DFB-Pokal kommt früher oder später immer ein harter Brocken. Nun müssen wir Dortmund eben bereits in der 2. Runde besiegen.

DFB.de: Der letzte Titelgewinn von Borussia Mönchengladbach datiert aus dem Jahre 1995 und war der DFB-Pokal. Bietet der Pokal auch diese Saison die größte Titelchance?

Hofmann: Grundsätzlich schon. Man muss sechs Spiele gewinnen, um den Titel zu holen - schneller geht’s nicht. Daher sollte man einen großen Fokus auf diesen Wettbewerb legen.

DFB.de: Sie haben eine Vergangenheit bei Borussia Dortmund und wechselten mit 19 Jahren aus dem Nachwuchs der TSG Hoffenheim zum BVB. Warum haben Sie sich damals für "Schwarzgelb" entschieden?

Hofmann: Eigentlich hat bei der TSG Hoffenheim alles gepasst. Ich kam aus der Region, hatte fast meine gesamte Jugendzeit dort verbracht und durfte später ein paar Trainingseinheiten und Testspiele bei den Profis mitmachen. Ich hatte allerdings das Gefühl, dass mir nach dem letzten Jahr in der U 19 der nächste Schritt nicht zugetraut wird. In Dortmund hingegen war die Konstellation sehr positiv. Schalkes heutiger Coach David Wagner war Trainer der zweiten Mannschaft und hatte einen sehr engen Draht zu Jürgen Klopp. Zudem ist David Wagner bereits in Hoffenheim mein Jugendtrainer gewesen.

DFB.de: Welche Erinnerungen haben Sie an Jürgen Klopp, unter dem Sie im Dezember 2012 Ihr Bundesliga-Debüt für Borussia Dortmund gaben?

Hofmann: Als ich zu den Profis befördert wurde, hatte Borussia Dortmund gerade die zweite Meisterschaft in Folge gewonnen und war zudem DFB-Pokal-Sieger. Rund um Jürgen Klopp brach ein riesengroßer Hype aus. Er war auf dem besten Wege, Welttrainer zu werden. Nun ist er das ja auch geworden. Für mich als jungen Kerl war es eine große Sache, dort überhaupt mittrainieren zu dürfen. Klopp ist jemand, der einem jungen Spieler klipp und klar sagt, was er von dir erwartet.

DFB.de: Und was hat er von Ihnen erwartet?

Hofmann: Da muss ich etwas weiter ausholen: Als ich in der Saison 2011/2012 für Borussia Dortmund II in der Regionalliga gespielt habe, kam David Wagner zu mir und sagte: "Du, ich habe mit Kloppo gesprochen. Ein Spieler wird für ihn erst dann interessant, wenn er in der zweiten Mannschaft eine zweistellige Anzahl an Toren und Vorlagen hat".

DFB.de: Somit wussten Sie, was Sie zu tun haben…

Hofmann: Genau. Das habe ich dann in der Regionalliga geschafft, und ich wurde tatsächlich interessant für den Kloppo. Er hat mich dann mittrainieren lassen und an die Mannschaft herangeführt. Jürgen Klopp ist ein Trainer, der sehr viel von einem fordert, aber auch sehr viel zurückgibt. Er ist einfach ein super Mensch und ein super Trainer, geht mit den Spielern super um und entwickelt sie. Mit seiner ganzen Euphorie zieht er jeden Spieler mit und macht ihn besser. Das haben wir damals in Dortmund gesehen und nun auch beim FC Liverpool.

DFB.de: In der Saison 2013/2014 waren Sie zumindest als Einwechselspieler ein fester Bestandteil von Borussia Dortmund, hatten 26 Bundesligaeinsätze und acht Einsätze in der Champions League. Trotzdem wechselten Sie in der Saison darauf leihweise zum 1. FSV Mainz 05. Sahen Sie in Dortmund keine Perspektive mehr?

Hofmann: Der Grund war, dass Shinji Kagawa damals zu Borussia Dortmund zurückkehrte. Klopp hat mir damals gesagt: "Wir möchten eigentlich nicht, dass du gehst. Aber es kann gut sein, dass deine Einsätze weniger werden." Der Verein hatte mir freigestellt, ob ich mich an einen anderen Verein ausleihen lassen möchte oder nicht. Klopp und ich sind dann mehrere Vereine durchgegangen. Dabei kann der 1. FSV Mainz ins Spiel. Es war aber klar, dass ich nach der Saison wieder nach Dortmund zurückkomme. Als ich dann 2015 zurückkehrte, war allerdings Jürgen Klopp nicht mehr da.

DFB.de: Bevor Sie in der Winterpause 2015/2016 zu Borussia Mönchengladbach gewechselt sind, haben Sie noch die Hinrunde bei Borussia Dortmund unter Thomas Tuchel bestritten. Welche Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?

Hofmann: Eigentlich war die Konstellation für mich sehr positiv. Als ich mich bei Borussia Dortmund auf dem Übergang von der zweite in die erste Mannschaft befand, wollte Thomas Tuchel mich bereits nach Mainz holen. Ich wusste also, dass er ein Trainer ist, der meine Spielweise mag. Ich stand dann auch beim ersten Spiel in der Europa-League-Quali in der Startelf. In der Woche vor dem Bundesligastart war meine Trainingsleistung allerdings nicht so, wie sich das Thomas Tuchel vorgestellt hatte. Dadurch landete ich auf der Bank und habe es nicht mehr dauerhaft in die Startelf geschafft. Manchmal stand ich gar nicht erst im Kader. Daher war die Zeit für den nächsten Schritt gekommen. Gladbach war dafür eine gute Wahl. Es hat zwar ein wenig gedauert, bis ich mich durchsetzen konnte. Letztendlich aber war das die richtige Entscheidung.

DFB.de: Borussia Mönchengladbach ist genauso wie Borussia Dortmund ein Verein mit viel Tradition und vielen Erfolgen. Inwiefern unterscheiden sich die beiden Vereine dennoch?

Hofmann: Borussia Dortmund hat aufgrund der Meisterschaften, der Pokalsiege und dem Champions-League-Finale von 2013 einen großen Hype entfacht und zählt zu den großen Vereinen von Europa. Der BVB ist eine größere Hausnummer als wir. Aber was die Fans und das Umfeld betrifft, sehe ich keine großen Unterschiede. Beide Vereine haben ein super Stadion mit einer tollen Atmosphäre und bekommen viel Unterstützung von den Fans.

DFB.de: Haben Sie noch Kontakt nach Dortmund?

Hofmann: Es gibt nicht mehr so viele Spieler, die zu meiner Zeit bereits da waren. Mir fallen jetzt Marco Reus, Mario Götze, Marcel Schmelzer, Mats Hummels, Roman Bürki, Julian Weigl und Lukasz Piszczek ein, dann natürlich noch einige Mitarbeiter aus dem Staff-Bereich. Zu denen besteht auch noch Kontakt. Nach dem letzten Bundesligaspiel war ich auch noch einmal in deren Kabine.

DFB.de: Borussia Dortmund hat in dieser Saison die Meisterschaft als Ziel ausgerufen. Wie schätzen Sie den BVB momentan ein?

Hofmann: Vor der Saison hat man gedacht, Borussia Dortmund würde zusammen mit Bayern München und vielleicht RB Leipzig vorneweg marschieren. Nun ist die Liga allerdings eng zusammengerückt. Trotzdem denke ich, dass Dortmund sich im Sommer sehr gut verstärkt und in Lucien Favre einen sehr guten Trainer hat. Hier in Gladbach wird noch immer sehr positiv von ihm gesprochen. Dortmund hat eine insgesamt gute Mannschaft. Vielleicht bringen sie das noch nicht komplett auf den Platz. Aber es gibt momentan ja mehrere Vereine, die noch nicht da sind, wo sie gerne wären - sogar die Bayern. Von daher ist für Borussia Dortmund noch alles möglich.

[oj]

Jonas Hofmann von Borussia Mönchengladbach trifft heute (ab 20.45 Uhr, live in der ARD und bei Sky) in der 2. Runde des DFB-Pokals auf seinen Ex-Verein Borussia Dortmund. Im DFB.de-Interview spricht der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler mit Mitarbeiter Oliver Jensen über die Gladbacher Titelchance, seine Zeit in Dortmund und Jürgen Klopp.

DFB.de: Herr Hofmann, hätten Sie sich in der 2. Runde ein einfacheres Los gewünscht als Borussia Dortmund?

Jonas Hofmann: Wir wissen, dass das ein harter Brocken wird. Wir haben bei unserem Aufeinandertreffen in der Bundesliga beim 1:0 von Dortmund gegen uns aber gesehen, dass wir in Dortmund gewinnen können. Ein Sieg oder zumindest ein Unentschieden wäre nicht unverdient gewesen. Das stimmt uns positiv. Im DFB-Pokal kommt früher oder später immer ein harter Brocken. Nun müssen wir Dortmund eben bereits in der 2. Runde besiegen.

DFB.de: Der letzte Titelgewinn von Borussia Mönchengladbach datiert aus dem Jahre 1995 und war der DFB-Pokal. Bietet der Pokal auch diese Saison die größte Titelchance?

Hofmann: Grundsätzlich schon. Man muss sechs Spiele gewinnen, um den Titel zu holen - schneller geht’s nicht. Daher sollte man einen großen Fokus auf diesen Wettbewerb legen.

DFB.de: Sie haben eine Vergangenheit bei Borussia Dortmund und wechselten mit 19 Jahren aus dem Nachwuchs der TSG Hoffenheim zum BVB. Warum haben Sie sich damals für "Schwarzgelb" entschieden?

Hofmann: Eigentlich hat bei der TSG Hoffenheim alles gepasst. Ich kam aus der Region, hatte fast meine gesamte Jugendzeit dort verbracht und durfte später ein paar Trainingseinheiten und Testspiele bei den Profis mitmachen. Ich hatte allerdings das Gefühl, dass mir nach dem letzten Jahr in der U 19 der nächste Schritt nicht zugetraut wird. In Dortmund hingegen war die Konstellation sehr positiv. Schalkes heutiger Coach David Wagner war Trainer der zweiten Mannschaft und hatte einen sehr engen Draht zu Jürgen Klopp. Zudem ist David Wagner bereits in Hoffenheim mein Jugendtrainer gewesen.

DFB.de: Welche Erinnerungen haben Sie an Jürgen Klopp, unter dem Sie im Dezember 2012 Ihr Bundesliga-Debüt für Borussia Dortmund gaben?

Hofmann: Als ich zu den Profis befördert wurde, hatte Borussia Dortmund gerade die zweite Meisterschaft in Folge gewonnen und war zudem DFB-Pokal-Sieger. Rund um Jürgen Klopp brach ein riesengroßer Hype aus. Er war auf dem besten Wege, Welttrainer zu werden. Nun ist er das ja auch geworden. Für mich als jungen Kerl war es eine große Sache, dort überhaupt mittrainieren zu dürfen. Klopp ist jemand, der einem jungen Spieler klipp und klar sagt, was er von dir erwartet.

DFB.de: Und was hat er von Ihnen erwartet?

Hofmann: Da muss ich etwas weiter ausholen: Als ich in der Saison 2011/2012 für Borussia Dortmund II in der Regionalliga gespielt habe, kam David Wagner zu mir und sagte: "Du, ich habe mit Kloppo gesprochen. Ein Spieler wird für ihn erst dann interessant, wenn er in der zweiten Mannschaft eine zweistellige Anzahl an Toren und Vorlagen hat".

DFB.de: Somit wussten Sie, was Sie zu tun haben…

Hofmann: Genau. Das habe ich dann in der Regionalliga geschafft, und ich wurde tatsächlich interessant für den Kloppo. Er hat mich dann mittrainieren lassen und an die Mannschaft herangeführt. Jürgen Klopp ist ein Trainer, der sehr viel von einem fordert, aber auch sehr viel zurückgibt. Er ist einfach ein super Mensch und ein super Trainer, geht mit den Spielern super um und entwickelt sie. Mit seiner ganzen Euphorie zieht er jeden Spieler mit und macht ihn besser. Das haben wir damals in Dortmund gesehen und nun auch beim FC Liverpool.

DFB.de: In der Saison 2013/2014 waren Sie zumindest als Einwechselspieler ein fester Bestandteil von Borussia Dortmund, hatten 26 Bundesligaeinsätze und acht Einsätze in der Champions League. Trotzdem wechselten Sie in der Saison darauf leihweise zum 1. FSV Mainz 05. Sahen Sie in Dortmund keine Perspektive mehr?

Hofmann: Der Grund war, dass Shinji Kagawa damals zu Borussia Dortmund zurückkehrte. Klopp hat mir damals gesagt: "Wir möchten eigentlich nicht, dass du gehst. Aber es kann gut sein, dass deine Einsätze weniger werden." Der Verein hatte mir freigestellt, ob ich mich an einen anderen Verein ausleihen lassen möchte oder nicht. Klopp und ich sind dann mehrere Vereine durchgegangen. Dabei kann der 1. FSV Mainz ins Spiel. Es war aber klar, dass ich nach der Saison wieder nach Dortmund zurückkomme. Als ich dann 2015 zurückkehrte, war allerdings Jürgen Klopp nicht mehr da.

DFB.de: Bevor Sie in der Winterpause 2015/2016 zu Borussia Mönchengladbach gewechselt sind, haben Sie noch die Hinrunde bei Borussia Dortmund unter Thomas Tuchel bestritten. Welche Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?

Hofmann: Eigentlich war die Konstellation für mich sehr positiv. Als ich mich bei Borussia Dortmund auf dem Übergang von der zweite in die erste Mannschaft befand, wollte Thomas Tuchel mich bereits nach Mainz holen. Ich wusste also, dass er ein Trainer ist, der meine Spielweise mag. Ich stand dann auch beim ersten Spiel in der Europa-League-Quali in der Startelf. In der Woche vor dem Bundesligastart war meine Trainingsleistung allerdings nicht so, wie sich das Thomas Tuchel vorgestellt hatte. Dadurch landete ich auf der Bank und habe es nicht mehr dauerhaft in die Startelf geschafft. Manchmal stand ich gar nicht erst im Kader. Daher war die Zeit für den nächsten Schritt gekommen. Gladbach war dafür eine gute Wahl. Es hat zwar ein wenig gedauert, bis ich mich durchsetzen konnte. Letztendlich aber war das die richtige Entscheidung.

DFB.de: Borussia Mönchengladbach ist genauso wie Borussia Dortmund ein Verein mit viel Tradition und vielen Erfolgen. Inwiefern unterscheiden sich die beiden Vereine dennoch?

Hofmann: Borussia Dortmund hat aufgrund der Meisterschaften, der Pokalsiege und dem Champions-League-Finale von 2013 einen großen Hype entfacht und zählt zu den großen Vereinen von Europa. Der BVB ist eine größere Hausnummer als wir. Aber was die Fans und das Umfeld betrifft, sehe ich keine großen Unterschiede. Beide Vereine haben ein super Stadion mit einer tollen Atmosphäre und bekommen viel Unterstützung von den Fans.

DFB.de: Haben Sie noch Kontakt nach Dortmund?

Hofmann: Es gibt nicht mehr so viele Spieler, die zu meiner Zeit bereits da waren. Mir fallen jetzt Marco Reus, Mario Götze, Marcel Schmelzer, Mats Hummels, Roman Bürki, Julian Weigl und Lukasz Piszczek ein, dann natürlich noch einige Mitarbeiter aus dem Staff-Bereich. Zu denen besteht auch noch Kontakt. Nach dem letzten Bundesligaspiel war ich auch noch einmal in deren Kabine.

DFB.de: Borussia Dortmund hat in dieser Saison die Meisterschaft als Ziel ausgerufen. Wie schätzen Sie den BVB momentan ein?

Hofmann: Vor der Saison hat man gedacht, Borussia Dortmund würde zusammen mit Bayern München und vielleicht RB Leipzig vorneweg marschieren. Nun ist die Liga allerdings eng zusammengerückt. Trotzdem denke ich, dass Dortmund sich im Sommer sehr gut verstärkt und in Lucien Favre einen sehr guten Trainer hat. Hier in Gladbach wird noch immer sehr positiv von ihm gesprochen. Dortmund hat eine insgesamt gute Mannschaft. Vielleicht bringen sie das noch nicht komplett auf den Platz. Aber es gibt momentan ja mehrere Vereine, die noch nicht da sind, wo sie gerne wären - sogar die Bayern. Von daher ist für Borussia Dortmund noch alles möglich.

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