Fußball für alle: Was der DFB gegen Rassismus unternimmt

"Wir Demokraten müssen heute aufstehen, wir dürfen nicht mehr den Mund halten". Gesagt hatte dies Fritz Keller. Nicht nach dem Pokalspiel am Dienstagabend, sondern am 18. November im Gesellschaftshaus des Frankfurter Palmengartens bei der Verleihung des Julius Hirsch Preises. Der DFB-Präsident hatte aufgerufen, gegen Alltags-Rassismus, ob im Stadion oder anderswo, aufzubegehren.

Was genau beim Pokalachtelfinale sich zugetragen hat, ermittelt nun der Kontrollausschuss. Unabhängig von seiner juristischen Instanz, hatte der DFB am Mittwochvormittag auf Social Media die eigene Position kommuniziert. Direkt am Morgen nach dem Spiel hatte der DFB ein Spielfoto des Hertha-Profis Jordan Torunarigha samt der Zeile #notoracism auf Instagram und Twitter veröffentlicht, später teilte man ein Video von Jimmy Hartwig. An diesem Sonntag ist DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius Ziehungsleiter für das Pokal-Viertelfinale, der DFB-Integrationsbeauftragte Cacau soll die Paarungen auslosen und beide werden in der ARD-Sportschau zu dem Vorfall in Gelsenkirchen Stellung beziehen.

Hier die wichtigsten Maßnahmen des DFB gegen Rassismus und Diskriminierung: 

Verleihung des Julius Hirsch Preises: Die Auszeichnung für anti-rassistische Fußballprojekte wird seit 2005 im Namen des in Auschwitz ermordeten deutschen Nationalspielers verliehen.

Benennung von Botschaftern für Integration und Vielfalt: Cacau als Integrationsbeauftragter (seit 2016) und Thomas Hitzlsperger als Botschafter für Vielfalt (seit 2017); sowie Jimmy Hartwig, Célia Šašić und Fatmire "Lira" Alushi als Integrations-Botschafter.

Jährliche Fahrt der U 18-Nationalmannschaft nach Israel: Immer mit einem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem; im Dezember 2019 bereits zum elften Mal.

"!Nie wieder": Der DFB unterstützt den Erinnerungstag im deutschen Fußball, der jährlich rund um den 27. Januar, dem Tag der Auschwitz-Befreiung, begangen wird.

Integrationspreis: Der DFB beteiligte sich mit zehn Selbstverpflichtungen am Nationalen Integrationsplan der Bundesregierung, darunter die Verleihung eines Integrationspreises, bei der Bundeskanzlerin Angela Merkel 2012 die Eröffnungsrede hielt.

Anlaufstellen für Diskriminierung: Sind seit 2019 durch einen Präsidiumsbeschluss und die Nennung im Masterplan in jedem Landesverband verpflichtend.

In ihrem Videoaufruf anlässlich des diesjährigen Erinnerungstages sagten die Nationalspieler, darunter Manuel Neuer, Serge Gnabry und Jonathan Tah: "Für eine wehrhafte und demokratische Gesellschaft. Denn ein Angriff auf diese Werte ist ein Angriff auf unseren Fußball."

Doch auch wenn die Zahl der mittels des jährlichen Lagebildes gemessenen Diskriminierungen bei weit unter einem Prozent der Spiele im Amateurfußball liegt, ist Rassismus auch in Deutschland spürbar. Jeder zweite schwarze Mensch sagt laut einer Studie der Europäischen Grundrechte-Agentur, dass er oder sie bereits einmal rassistisch beleidigt wurde. Einen der Gründe, warum das so unfassbar absurd ist, hatte der französische Schriftsteller Albert Camus einmal so formuliert: "Jede einem Menschen zugefügte Beleidigung, gleichgültig welcher Rasse er angehört, ist eine Herabwürdigung der ganzen Menschheit."

[th]

"Wir Demokraten müssen heute aufstehen, wir dürfen nicht mehr den Mund halten". Gesagt hatte dies Fritz Keller. Nicht nach dem Pokalspiel am Dienstagabend, sondern am 18. November im Gesellschaftshaus des Frankfurter Palmengartens bei der Verleihung des Julius Hirsch Preises. Der DFB-Präsident hatte aufgerufen, gegen Alltags-Rassismus, ob im Stadion oder anderswo, aufzubegehren.

Was genau beim Pokalachtelfinale sich zugetragen hat, ermittelt nun der Kontrollausschuss. Unabhängig von seiner juristischen Instanz, hatte der DFB am Mittwochvormittag auf Social Media die eigene Position kommuniziert. Direkt am Morgen nach dem Spiel hatte der DFB ein Spielfoto des Hertha-Profis Jordan Torunarigha samt der Zeile #notoracism auf Instagram und Twitter veröffentlicht, später teilte man ein Video von Jimmy Hartwig. An diesem Sonntag ist DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius Ziehungsleiter für das Pokal-Viertelfinale, der DFB-Integrationsbeauftragte Cacau soll die Paarungen auslosen und beide werden in der ARD-Sportschau zu dem Vorfall in Gelsenkirchen Stellung beziehen.

Hier die wichtigsten Maßnahmen des DFB gegen Rassismus und Diskriminierung: 

Verleihung des Julius Hirsch Preises: Die Auszeichnung für anti-rassistische Fußballprojekte wird seit 2005 im Namen des in Auschwitz ermordeten deutschen Nationalspielers verliehen.

Benennung von Botschaftern für Integration und Vielfalt: Cacau als Integrationsbeauftragter (seit 2016) und Thomas Hitzlsperger als Botschafter für Vielfalt (seit 2017); sowie Jimmy Hartwig, Célia Šašić und Fatmire "Lira" Alushi als Integrations-Botschafter.

Jährliche Fahrt der U 18-Nationalmannschaft nach Israel: Immer mit einem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem; im Dezember 2019 bereits zum elften Mal.

"!Nie wieder": Der DFB unterstützt den Erinnerungstag im deutschen Fußball, der jährlich rund um den 27. Januar, dem Tag der Auschwitz-Befreiung, begangen wird.

Integrationspreis: Der DFB beteiligte sich mit zehn Selbstverpflichtungen am Nationalen Integrationsplan der Bundesregierung, darunter die Verleihung eines Integrationspreises, bei der Bundeskanzlerin Angela Merkel 2012 die Eröffnungsrede hielt.

Anlaufstellen für Diskriminierung: Sind seit 2019 durch einen Präsidiumsbeschluss und die Nennung im Masterplan in jedem Landesverband verpflichtend.

In ihrem Videoaufruf anlässlich des diesjährigen Erinnerungstages sagten die Nationalspieler, darunter Manuel Neuer, Serge Gnabry und Jonathan Tah: "Für eine wehrhafte und demokratische Gesellschaft. Denn ein Angriff auf diese Werte ist ein Angriff auf unseren Fußball."

Doch auch wenn die Zahl der mittels des jährlichen Lagebildes gemessenen Diskriminierungen bei weit unter einem Prozent der Spiele im Amateurfußball liegt, ist Rassismus auch in Deutschland spürbar. Jeder zweite schwarze Mensch sagt laut einer Studie der Europäischen Grundrechte-Agentur, dass er oder sie bereits einmal rassistisch beleidigt wurde. Einen der Gründe, warum das so unfassbar absurd ist, hatte der französische Schriftsteller Albert Camus einmal so formuliert: "Jede einem Menschen zugefügte Beleidigung, gleichgültig welcher Rasse er angehört, ist eine Herabwürdigung der ganzen Menschheit."

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