Freiburgs Frohms: "Wir wollen wieder die Großen ärgern"

Es geht wieder los in der Allianz Frauen-Bundesliga. Täglich bis zum Saisonstart beleuchtet DFB.de einen anderen Klub. Heute: Merle Frohms und den SC Freiburg. Im DFB.de-Interview spricht die 23 Jahre alte Torhüterin über den Saisonstart beim SC Sand am Sonntag (ab 14 Uhr), die Gründe für ihren Wechsel von Wolfsburg nach Freiburg und die Chancen auf die Qualifikation für die Champions League.

DFB.de: Frau Frohms, von der Wolfsburger Bank ins Freiburger Tor. Wie gehen Sie mit dieser Entwicklung um?

Merle Frohms: Das ist eine große Chance für mich und eine tolle Geschichte. Ob ich dann zukünftig auch regelmäßig spielen werde, steht ja noch nicht ganz fest. Aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist in Freiburg definitiv höher als in Wolfsburg. Sieben Jahre war ich jetzt beim VfL. So sehr ich mich auch angestrengt habe, eine echte Möglichkeit hatte ich nie, die Nummer eins zu werden. Dafür war die Konkurrenz einfach zu groß. Und jetzt wollte ich eben den nächsten Schritt machen.

DFB.de: Wie lehrreich waren dennoch die vergangenen Jahre als Nummer zwei hinter Almuth Schult?

Frohms: Ich habe jeden Tag auf höchstem Niveau trainiert und konnte mir viel von Almuth abschauen. Ich bin ja schon mit 16 Jahren nach Wolfsburg gekommen. Am Ende ging es vor allem darum, möglichst viel aufzunehmen und diese Eindrücke in die eigene Entwicklung zu investieren. Irgendwann ist aber auch der Zeitpunkt gekommen, an dem man das Gelernte in der Praxis im Wettkampf umsetzen möchte. Deshalb war es für mich klar, dass ich das Angebot aus Freiburg annehmen werde.

DFB.de: Welche Dinge haben Sie aus Wolfsburg jetzt mitgebracht?

Frohms: Wir haben zahlreiche Titel geholt. Es ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit, dass ich das alles miterleben konnte. Wir haben die Champions League gewonnen, den DFB-Pokal und die Allianz Frauen-Bundesliga – und das teilweise mehrfach. Viele schaffen das in ihrer gesamten Karriere nicht. Mich hat das in jungen Jahren schon geprägt. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich das alles erleben durfte. Aber zuletzt habe ich deutlich gespürt, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen war, um etwas anderes zu machen.

DFB.de: Wie sind Sie in Freiburg aufgenommen worden?

Frohms: Sehr gut. Alle haben mir die Integration sehr einfach gemacht. Ich bin gerade dabei, mich an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen und mich den Bedingungen hier anzupassen. Ohne dass das überheblich klingen soll, hoffe ich, dass ich meinen Erfahrungsschatz hier einbringen kann und dass davon auch meine neuen Mitspielerinnen profitieren werden.

DFB.de: Zusammen mit Ihnen sind noch einige weitere neue Spielerinnen gekommen.

Frohms: Einige wichtige Spielerinnen sind gegangen, dafür sind andere gekommen. Es gab einen kleinen Umbruch im Kader. Deshalb stand vor allem bei den Verantwortlichen im Fokus, die Neuen zu integrieren. Das hat es mir deutlich erleichtert. Es war alles sehr problemlos und unkompliziert.

DFB.de: Mit welchen persönlichen Erwartungen sind Sie nach Freiburg gekommen?

Frohms: Für mich persönlich geht es darum, jetzt dauerhaft die Nummer eins zu werden. Das war der entscheidende Grund für meinen Wechsel. Es wäre für mich überhaupt nicht zufriedenstellend, wenn ich von der einen Bank auf die andere wandern würde.

DFB.de: Freiburg war in der vergangenen Saison sehr stark und hat am Ende Platz drei belegt. Was ist in dieser Serie möglich?

Frohms: Wir wollen wieder die Großen wie Bayern und Wolfsburg ärgern. Das wäre auch für mich persönlich eine schöne Geschichte, wenn wir Wolfsburg etwas kitzeln könnten. Insgesamt halte ich Platz drei wieder für realistisch. Ich habe direkt gemerkt, dass wir große Qualitäten im Kader haben. Wenn wir dieses Potenzial auf den Rasen bringen und von größeren Verletzungen verschont bleiben, können wir eine gute Rolle spielen.

DFB.de: Geht es womöglich auch um die Qualifikation für die Champions League, um Platz zwei also?

Frohms: Da muss schon alles perfekt laufen. Vor der vergangenen Saison hatte auch niemand damit gerechnet, dass Freiburg wirklich so konstant eine so gute Rolle wird spielen können und bis zum Schluss im Rennen um die Champions League dabei war. Am Ende hat sich dann doch eben die Qualität des FC Bayern beim Kampf um Platz zwei durchgesetzt. Aber warum sollten wir das in dieser Spielzeit nicht umdrehen können? Die Champions League ist nicht unser ausgegebenes Ziel. Aber nichts ist unmöglich… Wir brauchen natürlich einen guten Start.

DFB.de: Sie starten in Sand, dann kommt Mönchengladbach und danach geht es nach Leverkusen.

Frohms: Vom Papier her ist das ein machbares Auftaktprogramm. In Sand sollten wir drei Punkte holen, damit wir direkt oben dabei sind. Wir müssen sofort ein Selbstverständnis dafür entwickeln, dass wir oben mitspielen können. Danach geht es gegen die beiden Aufsteiger. Da wollen wir nachlegen. Aber ganz klar ist auch: Die ersten Spiele klingen lösbar, aber sie sind keine Selbstläufer. Die jüngere Vergangenheit in der Allianz Frauen-Bundesliga hat gezeigt, dass die Leistungsdichte wächst. Freiburg hat davon in der vergangenen Saison profitiert. Jetzt möchte ich meinen Teil dazu beitragen, dass wir diesen Weg fortsetzen können. Ich freue mich riesig auf die Herausforderungen, die nun auf uns warten. Wir sind alle heiß. Es kann jetzt endlich losgehen.

[sw]

Es geht wieder los in der Allianz Frauen-Bundesliga. Täglich bis zum Saisonstart beleuchtet DFB.de einen anderen Klub. Heute: Merle Frohms und den SC Freiburg. Im DFB.de-Interview spricht die 23 Jahre alte Torhüterin über den Saisonstart beim SC Sand am Sonntag (ab 14 Uhr), die Gründe für ihren Wechsel von Wolfsburg nach Freiburg und die Chancen auf die Qualifikation für die Champions League.

DFB.de: Frau Frohms, von der Wolfsburger Bank ins Freiburger Tor. Wie gehen Sie mit dieser Entwicklung um?

Merle Frohms: Das ist eine große Chance für mich und eine tolle Geschichte. Ob ich dann zukünftig auch regelmäßig spielen werde, steht ja noch nicht ganz fest. Aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist in Freiburg definitiv höher als in Wolfsburg. Sieben Jahre war ich jetzt beim VfL. So sehr ich mich auch angestrengt habe, eine echte Möglichkeit hatte ich nie, die Nummer eins zu werden. Dafür war die Konkurrenz einfach zu groß. Und jetzt wollte ich eben den nächsten Schritt machen.

DFB.de: Wie lehrreich waren dennoch die vergangenen Jahre als Nummer zwei hinter Almuth Schult?

Frohms: Ich habe jeden Tag auf höchstem Niveau trainiert und konnte mir viel von Almuth abschauen. Ich bin ja schon mit 16 Jahren nach Wolfsburg gekommen. Am Ende ging es vor allem darum, möglichst viel aufzunehmen und diese Eindrücke in die eigene Entwicklung zu investieren. Irgendwann ist aber auch der Zeitpunkt gekommen, an dem man das Gelernte in der Praxis im Wettkampf umsetzen möchte. Deshalb war es für mich klar, dass ich das Angebot aus Freiburg annehmen werde.

DFB.de: Welche Dinge haben Sie aus Wolfsburg jetzt mitgebracht?

Frohms: Wir haben zahlreiche Titel geholt. Es ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit, dass ich das alles miterleben konnte. Wir haben die Champions League gewonnen, den DFB-Pokal und die Allianz Frauen-Bundesliga – und das teilweise mehrfach. Viele schaffen das in ihrer gesamten Karriere nicht. Mich hat das in jungen Jahren schon geprägt. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich das alles erleben durfte. Aber zuletzt habe ich deutlich gespürt, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen war, um etwas anderes zu machen.

DFB.de: Wie sind Sie in Freiburg aufgenommen worden?

Frohms: Sehr gut. Alle haben mir die Integration sehr einfach gemacht. Ich bin gerade dabei, mich an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen und mich den Bedingungen hier anzupassen. Ohne dass das überheblich klingen soll, hoffe ich, dass ich meinen Erfahrungsschatz hier einbringen kann und dass davon auch meine neuen Mitspielerinnen profitieren werden.

DFB.de: Zusammen mit Ihnen sind noch einige weitere neue Spielerinnen gekommen.

Frohms: Einige wichtige Spielerinnen sind gegangen, dafür sind andere gekommen. Es gab einen kleinen Umbruch im Kader. Deshalb stand vor allem bei den Verantwortlichen im Fokus, die Neuen zu integrieren. Das hat es mir deutlich erleichtert. Es war alles sehr problemlos und unkompliziert.

DFB.de: Mit welchen persönlichen Erwartungen sind Sie nach Freiburg gekommen?

Frohms: Für mich persönlich geht es darum, jetzt dauerhaft die Nummer eins zu werden. Das war der entscheidende Grund für meinen Wechsel. Es wäre für mich überhaupt nicht zufriedenstellend, wenn ich von der einen Bank auf die andere wandern würde.

DFB.de: Freiburg war in der vergangenen Saison sehr stark und hat am Ende Platz drei belegt. Was ist in dieser Serie möglich?

Frohms: Wir wollen wieder die Großen wie Bayern und Wolfsburg ärgern. Das wäre auch für mich persönlich eine schöne Geschichte, wenn wir Wolfsburg etwas kitzeln könnten. Insgesamt halte ich Platz drei wieder für realistisch. Ich habe direkt gemerkt, dass wir große Qualitäten im Kader haben. Wenn wir dieses Potenzial auf den Rasen bringen und von größeren Verletzungen verschont bleiben, können wir eine gute Rolle spielen.

DFB.de: Geht es womöglich auch um die Qualifikation für die Champions League, um Platz zwei also?

Frohms: Da muss schon alles perfekt laufen. Vor der vergangenen Saison hatte auch niemand damit gerechnet, dass Freiburg wirklich so konstant eine so gute Rolle wird spielen können und bis zum Schluss im Rennen um die Champions League dabei war. Am Ende hat sich dann doch eben die Qualität des FC Bayern beim Kampf um Platz zwei durchgesetzt. Aber warum sollten wir das in dieser Spielzeit nicht umdrehen können? Die Champions League ist nicht unser ausgegebenes Ziel. Aber nichts ist unmöglich… Wir brauchen natürlich einen guten Start.

DFB.de: Sie starten in Sand, dann kommt Mönchengladbach und danach geht es nach Leverkusen.

Frohms: Vom Papier her ist das ein machbares Auftaktprogramm. In Sand sollten wir drei Punkte holen, damit wir direkt oben dabei sind. Wir müssen sofort ein Selbstverständnis dafür entwickeln, dass wir oben mitspielen können. Danach geht es gegen die beiden Aufsteiger. Da wollen wir nachlegen. Aber ganz klar ist auch: Die ersten Spiele klingen lösbar, aber sie sind keine Selbstläufer. Die jüngere Vergangenheit in der Allianz Frauen-Bundesliga hat gezeigt, dass die Leistungsdichte wächst. Freiburg hat davon in der vergangenen Saison profitiert. Jetzt möchte ich meinen Teil dazu beitragen, dass wir diesen Weg fortsetzen können. Ich freue mich riesig auf die Herausforderungen, die nun auf uns warten. Wir sind alle heiß. Es kann jetzt endlich losgehen.

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