Fan Club-Mitglied Gerd Rossignol sieht seine letzte WM

Für Gerd Rossignol wird die WM in Brasilien die letzte sein, bei der er dabei ist. Der 52-Jährige leidet an einer seltenen Erbkrankheit und verliert immer mehr sein Augenlicht. „Wenn ich nichts mehr sehe, will ich mir auch kein Fußballspiel mehr anschauen“, sagt er. Um so mehr genießt das Mitglied im Fan Club Nationalmannschaft powered by Coca-Cola derzeit die WM in Brasilien.

Fußball ist sein Ding. Im Leben von Gerd Rossignol ging es immer um Fußball. 30 Jahre hat er selbst gespielt. Für seinen Heimatverein TV Höchst im Odenwald. Auch als Schiedsrichter war er im Einsatz. Als er ein Spiel leitete fiel es ihm das erste Mal auf. Vor etwa zehn Jahren war das. Er merkte, dass er immer schlechter sah. „Die Zuschauer haben sich zunächst etwas lustig gemacht, wie das halt ist, wenn ein Schiedsrichter schlecht sieht“, sagt er. Doch er selbst und die Ärzte rätselten, warum die Sehkraft seiner Augen immer schlechter wurde. Ein Spezialist erkannte schließlich die seltene Erbkrankheit, bei der die Netzhaut nach und nach degeneriert.

Vergangene Saison mehr als 70 Spiele besucht

Vor sechs Jahren hat Gerd Rossignol noch selbst am Steuer gesessen, ist Auto gefahren. Das geht jetzt nicht mehr, denn sein Blickfeld ist stark eingeschränkt. Er hat nur noch einen kerzengeraden Blick, sieht wie durch ein kleines Loch. Lesen kann er nur noch die Schriftgröße 16 Fett. „Vor einem Jahr war es noch 14 Fett“, erzählt er.

Seine Leidenschaft für den Fußball hat das nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil. Der Südhesse ist viel auf Achse, besucht zahlreiche Bundesliga-Spiel. „Ich habe in der vergangenen Saison 70 Spiele besucht“, sagt er stolz. Auch beim Relegationsspiel zwischen Bielefeld und Darmstadt war er dabei. Der ehemalige Betriebswirt organisiert mittlerweile sogar Fahrten zu Spielen für andere Sehbehinderte und hat sich ein richtiges Netzwerk aufgebaut. „Ich habe bundesweit einen Stamm von etwa 100 Personen, die immer wieder mal Spiele mit mir anschauen.“

“Das hätte ich mir nie erträumt“

Auch nach Brasilien wollte Gerd Rossignol unbedingt. Doch seine Bekannten und Verwandten rieten ihm ab. Weil seine Sehschwäche ein Problem mit sich bringt. Seine Augen kommen mit Lichtwechseln immer weniger klar. Wenn er vom Dunklen ins Helle kommt, sieht er minutenlang gar nichts. Es dauert, bis sich seine Augen an die Verhältnisse gewöhnt haben. Doch Gerd Rossignol ließ sich nicht entmutigen.

Bislang lief auch alles gut, was nicht zuletzt an der Hilfe der anderen Fan Club-Mitglieder lag. „Ich hätte mir nie erträumt, dass es so reibungslos läuft, jeder hilft mir, da habe ich echt Tränen der Rührung in den Augen“, gesteht Gerd Rossignol, der sich aber auch schont. In Fortaleza tanzte er nach dem Spiel mit Einheimischen auf der Straße und fiel zweimal hin. „Ich bin ein Lebemann und muss immer mal etwas verrücktes machen“, sagt er. Seinen 52. Geburtstag hat er im Fan Club-Resort auf Itamaracá gefeiert, die anderen Mitglieder sangen ihm ein Ständchen, auch da war er sehr gerührt.



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Für Gerd Rossignol wird die WM in Brasilien die letzte sein, bei der er dabei ist. Der 52-Jährige leidet an einer seltenen Erbkrankheit und verliert immer mehr sein Augenlicht. „Wenn ich nichts mehr sehe, will ich mir auch kein Fußballspiel mehr anschauen“, sagt er. Um so mehr genießt das Mitglied im Fan Club Nationalmannschaft powered by Coca-Cola derzeit die WM in Brasilien.

Fußball ist sein Ding. Im Leben von Gerd Rossignol ging es immer um Fußball. 30 Jahre hat er selbst gespielt. Für seinen Heimatverein TV Höchst im Odenwald. Auch als Schiedsrichter war er im Einsatz. Als er ein Spiel leitete fiel es ihm das erste Mal auf. Vor etwa zehn Jahren war das. Er merkte, dass er immer schlechter sah. „Die Zuschauer haben sich zunächst etwas lustig gemacht, wie das halt ist, wenn ein Schiedsrichter schlecht sieht“, sagt er. Doch er selbst und die Ärzte rätselten, warum die Sehkraft seiner Augen immer schlechter wurde. Ein Spezialist erkannte schließlich die seltene Erbkrankheit, bei der die Netzhaut nach und nach degeneriert.

Vergangene Saison mehr als 70 Spiele besucht

Vor sechs Jahren hat Gerd Rossignol noch selbst am Steuer gesessen, ist Auto gefahren. Das geht jetzt nicht mehr, denn sein Blickfeld ist stark eingeschränkt. Er hat nur noch einen kerzengeraden Blick, sieht wie durch ein kleines Loch. Lesen kann er nur noch die Schriftgröße 16 Fett. „Vor einem Jahr war es noch 14 Fett“, erzählt er.

Seine Leidenschaft für den Fußball hat das nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil. Der Südhesse ist viel auf Achse, besucht zahlreiche Bundesliga-Spiel. „Ich habe in der vergangenen Saison 70 Spiele besucht“, sagt er stolz. Auch beim Relegationsspiel zwischen Bielefeld und Darmstadt war er dabei. Der ehemalige Betriebswirt organisiert mittlerweile sogar Fahrten zu Spielen für andere Sehbehinderte und hat sich ein richtiges Netzwerk aufgebaut. „Ich habe bundesweit einen Stamm von etwa 100 Personen, die immer wieder mal Spiele mit mir anschauen.“

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“Das hätte ich mir nie erträumt“

Auch nach Brasilien wollte Gerd Rossignol unbedingt. Doch seine Bekannten und Verwandten rieten ihm ab. Weil seine Sehschwäche ein Problem mit sich bringt. Seine Augen kommen mit Lichtwechseln immer weniger klar. Wenn er vom Dunklen ins Helle kommt, sieht er minutenlang gar nichts. Es dauert, bis sich seine Augen an die Verhältnisse gewöhnt haben. Doch Gerd Rossignol ließ sich nicht entmutigen.

Bislang lief auch alles gut, was nicht zuletzt an der Hilfe der anderen Fan Club-Mitglieder lag. „Ich hätte mir nie erträumt, dass es so reibungslos läuft, jeder hilft mir, da habe ich echt Tränen der Rührung in den Augen“, gesteht Gerd Rossignol, der sich aber auch schont. In Fortaleza tanzte er nach dem Spiel mit Einheimischen auf der Straße und fiel zweimal hin. „Ich bin ein Lebemann und muss immer mal etwas verrücktes machen“, sagt er. Seinen 52. Geburtstag hat er im Fan Club-Resort auf Itamaracá gefeiert, die anderen Mitglieder sangen ihm ein Ständchen, auch da war er sehr gerührt.

“Es ist wie im Paradies“

Seinen Lebensabend will der Südhesse im Übrigen in Thailand verbringen. Bereits im November fliegt er wieder für mehrere Monate hin. „Das Spiel Frankfurt gegen Bayern schaue ich mir noch an, dann geht es los“, sagt Gerd Rossignol, der natürlich schon den Spielplan für die neue Bundesliga-Saison gecheckt hat.

Doch zunächst mal ist noch WM. Gerd Rossignol hat den Umzug nach Cabo Frio mitgemacht. Bei seinem Nachtflug nach Rio und dem Transfer hat ihm Fan Club-Mitglied Johan Oltmanns geholfen, der auf dem selben Flieger war. Die Strapazen haben sich gelohnt, Gerd Rossignol ist von seiner Unterkunft und der Umgebung in Cabo Frio ganz begeistert. „Ich habe nur zehn Meter zum Pool und 50 Meter zum Strand, es ist wie im Paradies“, schwärmt er und gesteht, dass er wieder Tränen der Rührung in den Augen hat, die bald nichts mehr sehen können.