"Es ist bitter": Thilo Kehrer fehlt Schalkes B-Junioren

"Wir sind auch gegen die stärksten Abwehrreihen immer in Lage, ein Tor zu schießen und den Gegner zu beherrschen", betont Thilo Kehrer auch im Hinblick auf die Halbfinalpartien gegen Nord/Nordost-Meister und Titelverteidiger Hertha BSC (Mittwoch/Sonntag) mit seinem Erfolgstrainer und Ex-Nationalspieler Andreas Thom.

In eindrucksvoller Manier marschierten Kehrer und Co. durch die Liga, übernahmen am fünften Spieltag erstmals die Tabellenführung und gaben den Spitzenplatz fortan nicht mehr ab. "Schon nach den ersten Begegnungen war zu sehen, wie viel Qualität in unserer Mannschaft steckt", so der 16-Jährige.

Sprint-Vorteile dank Laufbahn als Leichthathlet

Thilo Kehrer, bis zu seiner Verletzung eine feste Größe in der Schalker Mannschaft (25 Einsätze), ist als Abwehrspieler zwar in erster Linie für das Verhindern von Gegentreffern zuständig. Wegen seiner Schnelligkeit und Kopfballstärke gilt er aber als Verteidiger mit Offensivdrang.

Bei Sprintduellen profitiert der Junior mit dem auffälligen Irokesenschnitt auch von einem früheren Hobby. Denn bis vor drei Jahren war Kehrer auch als Leichathlet aktiv und gewann im Sprint und Weitsprung mehrere Kreismeistertitel. "Das kommt mir jetzt entgegen. Vor allem die Sprungkraft hilft beim Kopfball enorm", erklärt der U 17-Nationalspieler, der vier seiner fünf Treffer per Kopf erzielt hatte.

Während seiner Zeit beim VfB Stuttgart hatte sich Thilo Kehrer aber endgültig dem Fußball verschrieben. Seit seinem Wechsel aus dem Schwabenland ins Ruhrgebiet lebt der gebürtige Tübinger im Schalker Internat und besucht die elfte Klasse der Gesamtschule Berger Feld (DFB-Eliteschule des Fußballs). Sein Vater Armin und Mutter Jeanne, die aus Burundi stammt, besuchen regelmäßig die Spiele ihres talentierten Sohnes, der wegen seiner starken Leistungen in der abgelaufenen Runde bereits dreimal für U 19-Bundesligamannschaft am Ball war.

In der kommenden Saison fest bei A-Junioren

Endgültig für die A-Junioren der "Knappen", die als Titelverteidiger in wenigen Tagen ebenfalls um die Deutsche Meisterschaft spielen, wird Thilo Kehrer aber erst zur kommenden Saison aufrücken. Vorher hofft der frühere Leichtathlet aber noch auf ein Blitzcomeback in der U 17-Endrunde - und befindet sich dabei im Wettlauf gegen die Zeit.



[bild1]

Ausgerechnet in den wichtigsten Spielen der gesamten Saison nicht mittendrin, sondern nur am Rande dabei. Tatenlos zuschauen, wenn die U 17 des FC Schalke 04 heute (ab 18 Uhr) im Halbfinalhinspiel gegen Titelverteidiger Hertha BSC erstmals seit 2003 um den Einzug in das Endspiel um die deutsche B-Junioren-Meisterschaft kämpft.

Jubel, Druck und Emotionen nur von der Bank aus spüren. Was nach einem schlechten Traum klingt, wurde für Schalkes Junioren-Nationalspieler Thilo Kehrer nach einem Bänderriss vor wenigen Tagen Realität. "Es ist bitter, sich am Saisonende nicht in großen Spielen mit den Besten messen zu dürfen", sagt der 16-Jährige im Gespräch mit DFB.de.

Wochenlang Trübsal blasen will Thilo Kehrer aber freilich nicht und richtet seinen Blick bereits nach vorne: "Eine solche Verletzung kann sechs, vier oder vielleicht noch weniger Wochen dauern. Ich arbeite in der Reha hart und versuche, so schnell wie eben möglich auf den Platz zurückzukehren." Seit Dienstag darf der Innenverteidiger zumindest wieder ohne Krücken laufen. Doch auch an das Rückspiel bei Hertha BSC am Sonntag und an das mögliche Finale am 15. Juni verschwendet er zunächst noch keine großen Gedanken.

Pokalfinale: Avdijaj widmet Kehrer das 1:0

Zu frisch sind noch die Bilder im Kopf von der schlimmen Verletzung, die sich Thilo Kehrer im Abschlusstraining vor dem Westfalenpokalfinale gegen Borussia Dortmund (6:1 am 30. Mai) zugezogen hatte. Der gebürtige Tübinger versuchte, einen Ball zu blocken und knickte dabei unglücklich um. Diagnose: Doppelter Bänderriss im rechten Knöchel. Der Traum vom Westfalenpokalendspiel und vorerst auch von der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft zerbrach. Und das fünf Minuten vor dem Trainingsende.

Zum Endspiel gegen den BVB erschien Thilo Kehrer auf Krücken und fieberte von der Bank aus mit. Als Torjäger Donis Avdijaj (44 Saisontreffer in 25 Bundesliga-Spielen) in der 21. Minute den deutlichen 6:1-Derbysieg gegen den Revierrivalen mit der 1:0-Führung einleitete, stürmte die gesamte Schalker Mannschaft zur Bank und jubelte mit dem verletzten Verteidiger. "Die Jungs haben mir gesagt, dass sie mir den Treffer widmen. Das zeigt, wie eng wir als Mannschaft zusammenstehen", beschreibt Kehrer, der vor Saisonbeginn aus der Jugend des VfB Stuttgart zu den "Knappen" gewechselt war.

"Wir sind in der Lage, jeden Gegner zu beherrschen"

Neben dem außergewöhnlichen Teamgeist stellten die "Königsblauen" gegen Dortmund einmal mehr ihren Status als "Torfabrik" unter Beweis. Deutliche Siege standen in einer Schalker Saison der Superlative in der West-Staffel der B-Junioren-Bundesliga nahezu wöchentlich an der Tagesordnung. Stolze 110 Treffer in 26 Begegnungen bedeuten nicht nur eine neue Bundesliga-Bestmarke, sondern auch einen Schnitt von satten 4,2 Toren pro Spiel.

"Wir sind auch gegen die stärksten Abwehrreihen immer in Lage, ein Tor zu schießen und den Gegner zu beherrschen", betont Thilo Kehrer auch im Hinblick auf die Halbfinalpartien gegen Nord/Nordost-Meister und Titelverteidiger Hertha BSC (Mittwoch/Sonntag) mit seinem Erfolgstrainer und Ex-Nationalspieler Andreas Thom.

In eindrucksvoller Manier marschierten Kehrer und Co. durch die Liga, übernahmen am fünften Spieltag erstmals die Tabellenführung und gaben den Spitzenplatz fortan nicht mehr ab. "Schon nach den ersten Begegnungen war zu sehen, wie viel Qualität in unserer Mannschaft steckt", so der 16-Jährige.

Sprint-Vorteile dank Laufbahn als Leichthathlet

Thilo Kehrer, bis zu seiner Verletzung eine feste Größe in der Schalker Mannschaft (25 Einsätze), ist als Abwehrspieler zwar in erster Linie für das Verhindern von Gegentreffern zuständig. Wegen seiner Schnelligkeit und Kopfballstärke gilt er aber als Verteidiger mit Offensivdrang.

Bei Sprintduellen profitiert der Junior mit dem auffälligen Irokesenschnitt auch von einem früheren Hobby. Denn bis vor drei Jahren war Kehrer auch als Leichathlet aktiv und gewann im Sprint und Weitsprung mehrere Kreismeistertitel. "Das kommt mir jetzt entgegen. Vor allem die Sprungkraft hilft beim Kopfball enorm", erklärt der U 17-Nationalspieler, der vier seiner fünf Treffer per Kopf erzielt hatte.

Während seiner Zeit beim VfB Stuttgart hatte sich Thilo Kehrer aber endgültig dem Fußball verschrieben. Seit seinem Wechsel aus dem Schwabenland ins Ruhrgebiet lebt der gebürtige Tübinger im Schalker Internat und besucht die elfte Klasse der Gesamtschule Berger Feld (DFB-Eliteschule des Fußballs). Sein Vater Armin und Mutter Jeanne, die aus Burundi stammt, besuchen regelmäßig die Spiele ihres talentierten Sohnes, der wegen seiner starken Leistungen in der abgelaufenen Runde bereits dreimal für U 19-Bundesligamannschaft am Ball war.

[bild2]

In der kommenden Saison fest bei A-Junioren

Endgültig für die A-Junioren der "Knappen", die als Titelverteidiger in wenigen Tagen ebenfalls um die Deutsche Meisterschaft spielen, wird Thilo Kehrer aber erst zur kommenden Saison aufrücken. Vorher hofft der frühere Leichtathlet aber noch auf ein Blitzcomeback in der U 17-Endrunde - und befindet sich dabei im Wettlauf gegen die Zeit.

Schließlich findet das Endspiel, in dem die Schalker bei einem Erfolg gegen Hertha BSC vor eigenem Publikum auf den Sieger der Halbfinalpartie zwischen Kehrers Ex-Klub VfB Stuttgart und Werder Bremen treffen könnten, bereits am 15. Juni und damit nur knapp zehn Tage nach dem Halbfinalhnspiel statt.

"Ich gebe in der Reha alles", sagt der Abwehrspieler. "Ein paar Tage vor dem möglichen Finale habe ich einen Arzttermin. Dann wird es sich wohl entscheiden." Sein Wunsch ist klar: Mittendrin statt nur dabei.