Dietrich: "Wir müssen uns international wirklich nicht verstecken"

Es bewegt sich gerade einiges im Frauenfußball und speziell in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga. Stets mittendrin statt nur dabei: Siggi Dietrich, Sportdirektor Frauenfußball und Generalbevollmächtigter der Eintracht Frankfurt Fußball AG. Der Vorsitzende des DFB-Ausschusses Frauen-Bundesligen spricht über die Entwicklung der Liga und Eintracht Frankfurt. Und der 64-Jährige sagt, welche Aspekte für die Stärke der Frauen-Bundesliga im internationalen Konkurrenzkampf sprechen.

DFB.de: Die zweite Saisonhälfte der FLYERALARM Frauen-Bundesliga beginnt - worauf freut sich Siggi Dietrich am meisten?

Siggi Dietrich: Ganz ehrlich: Nach den vielen Homeofficetagen auf die frische Luft bei unseren Bundesligaspielen und natürlich auf die eine oder andere Fanbegegnung im vorgeschriebenen FFP2-Masken-Look mit reichlich Abstand - immerhin sind bei uns am 6. Februar gegen Freiburg 1000 Zuschauer zugelassen. Endlich geht es nach intensiven Vorbereitungen wieder los, wir fiebern auf das erste Pflichtspiel des Jahres 2022 hin. Und nach unserer sehr ordentlichen Hinrunde gibt es allen Grund, sich auf die zweite Saisonhälfte vor dem EM-Sommer zu freuen.

DFB.de: Mit welchen Erwartungen geht der Vorsitzende des Ausschuss Frauen-Bundesligen in den zweiten Teil der Spielzeit 2021/2022, mit welchen der Generalbevollmächtige von Eintracht Frankfurt?

Dietrich: Für die Wahrnehmung unserer zwölf Ligaklubs wünsche ich mir, dass der Spannungsfaktor in der breit aufgestellten Spitze der FLYERALARM Frauen-Bundesliga möglichst bis zum letzten Spieltag Programm bleibt. Als Adler-Verantwortlicher wäre ich natürlich sehr glücklich, wenn wir uns mit einer starken Rückrunde den Traum von der Champions League-Qualifikation erfüllen könnten. Und wenn ich für alle sprechen darf: Für unsere Fans, die Stimmung im Stadion und natürlich für unsere Zuschauereinnahmen, wäre es von großer Bedeutung, wenn wir sehr bald wieder ohne Einschränkungen und Vorgaben die Stadiontore öffnen dürften. Die Sehnsucht nach Normalität ist groß.

DFB.de: Wir würden Sie die Entwicklung der FLYERALARM Frauen-Bundesliga in den vergangenen Jahren beschreiben, und welche Rolle spielt die Liga mit ihren Klubs aktuell und künftig in Europa?

Dietrich: Auch wenn wir im Vergleich zu den anderen Topligen in Europa den früheren Vorsprung teilweise eingebüßt haben und einige Klubs in verschiedenen Ligen vor allem wirtschaftlich und strukturell durch Investoren eine gewisse Pole Position einnehmen: Wir müssen uns aktuell mit unserer FLYERALARM Frauen-Bundesliga - vor allem was die obere Tabellenhälfte angeht - in Sachen Spielqualität, Ausgeglichenheit und Spannung international wirklich nicht verstecken. Fünf Vereine spielen um die begehrten drei Plätze in der Königsklasse, und wenn man die Qualität in der Breite in Anbetracht der geringen Punktabstände und nach den Ergebnissen einiger Spitzenspiele bewertet, möchte ich behaupten, dass wir in dieser Saison - Stand jetzt - die spannendste, wenn nicht gar die stärkste Liga Europas sind. Bester Beweis ist auch das Abschneiden unserer drei Champions League-Teilnehmer, die sich in der erstmals ausgespielten Hauptrunde wirklich stark präsentiert haben. Bayern und Wolfsburg stehen im Viertelfinale und werden dieses jeweils im großen Stadion austragen. Sehr cool! Und am Ende der Saison vor der EM wie 2006 zwischen Frankfurt und Potsdam wieder ein deutsch-deutsches Finale - das wäre natürlich ein grandioses Signal für unsere Nationalmannschaft auf dem Weg nach England.

DFB.de: Sehen wir auch Eintracht Frankfurt bald in der Champions League?

Dietrich: Wir geben der Mannschaft Zeit, sich zu entwickeln. Und dass wir mittlerweile zur Spitzengruppe der Liga zählen, ist die Bestätigung unserer Arbeit. Wir haben herausragende Spielerinnen und eine tolle Mischung im Team. Natürlich ist das Ziel, uns dauerhaft als Topteam zu etablieren. Unsere Strategie ist darauf ausgerichtet, aus dieser selbst entwickelten Qualität und punktuellen Verstärkungen von außen in die Zukunft zu gehen. Auch die Vertragsverlängerungen zahlreicher Nationalspielerinnen sprechen eine eindeutige Sprache: Wir sind in der Lage, unsere Topspielerinnen bei Eintracht Frankfurt und damit in der Liga zu halten. Das spricht für unser Gesamtpaket, aber auch für die Stärke und Attraktivität der Bundesliga. England ist eben doch nicht für alle die Endstation Sehnsucht.

DFB.de: In Folge des Antrags auf Ausgliederung des Fußball-Verbandes Rheinland ist ein Änderungsantrag von den Vereinen der FLYERALARM Frauen-Bundesliga und 2. Frauen-Bundesliga ausgearbeitet worden. Welche Bedeutung hat dieser Antrag für die weitere Entwicklung der Liga?

Dietrich: Der Änderungsantrag, der vom Ausschuss Frauen-Bundesligen erarbeitet wurde und zum DFB-Bundestag eingereicht werden soll, hat zum Ziel, mit nachhaltigen Maßnahmen eine deutliche Stärkung der beiden Frauen-Bundesligen unter dem Dach des DFB beziehungsweise der neuen DFB GmbH & Co. KG zu realisieren. Für die Verantwortlichen unserer Vereine stellt sich aktuell nicht die Frage der Ausgliederung - dafür gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine wirklichen Grundlagen. Es geht vielmehr dabei vor allem um die generelle Professionalisierung unserer beiden Spielklassen - für die Bundesliga letztlich auch im Wettbewerb mit den anderen europäischen Ligen und Klubs. Dabei stehen die Wahrnehmung und Sichtbarkeit unserer Ligen, die Entwicklung der Strukturen, nachhaltige Investments unseres Lizenzgebers - beispielsweise in personelle Ressourcen für das zu erweiternde Ligamanagement - und damit unterm Strich mehr wirtschaftliche Stabilität für unsere Vereine, auch durch bessere TV-Präsenz und Vermarktung, im Blickpunkt.

DFB.de: Wir ordnen Sie in diesem Zusammenhang die Rolle der 2. Bundesliga ein?

Dietrich: Wir denken für die 2. Bundesliga bei allen wichtigen Punkten mit. Sie spielt in unseren grundsätzlichen Überlegungen zur Stärkung der Strukturen und Weiterentwicklung eine wesentliche Rolle. Ganz klar: Ohne eine starke zweite Liga keine starke FLYERALARM Frauen-Bundesliga. Sie ist wichtiger Unterbau und gleichzeitig Antreiber unserer höchsten Spielklasse, sie ist Talentschmiede und Sprungbrett auf dem Weg in die Spitze. Unser Anspruch ist auch in dieser Liga, die Strukturen zu optimieren und die Sichtbarkeit - Seite an Seite mit der ersten Liga - zu steigern.

DFB.de: Seit dem 21. Januar ist die DFB GmbH & Co. KG im Handelsregister eingetragen. Welchen Einfluss hat der KG-Prozess dabei auf die FLYERALARM Frauen-Bundesliga sowie die 2. Frauen-Bundesliga?

Dietrich: Ich sehe große Chancen für unsere Ligen, durch den engen Schulterschluss von Spielbetrieb und den Bereichen Marketing und Vertrieb in der GmbH & Co. KG die nächsten wirklich nachhaltigen Schritte in der Professionalisierung des wachsenden Profifrauenfußballs zu gehen. Durch die Vernetzung dieser Geschäftsbereiche erhoffe ich mir vor allem auf wirtschaftlicher und organisatorischer Ebene eine deutliche Weiterentwicklung der Frauen-Bundesligen: beispielsweise was die TV- und Zentral-Vermarktung angeht und daher einhergehend auch die Steigerung unserer öffentlichen Präsenz. Wir haben große Potenziale, und die neue Konstellation sollte uns alle Möglichkeiten bieten, diese auch auszuschöpfen. Natürlich wird uns dabei auch helfen, dass die Zusammenarbeit zwischen DFB e.V. und der GmbH & Co. KG weiterhin eng verknüpft bleibt und viele der bisherigen Erfahrungen und Werte, die Grundlage für die künftigen Orientierungen bleiben.

DFB.de: Welche Auswirkungen hat die Tatsache, dass ab dieser Saison alle Bundesligaspiele live übertragen werden?

Dietrich: Die Liveübertragung aller Bundesligaspiele auf Magenta Sport und davon viele Topspiele im Free-TV bei Eurosport sowie Berichte in der ARD-Sportschau - das war in der aktuellen Situation der wichtigste Schritt für mehr Wahrnehmung und Sichtbarkeit. Zudem gewinnt man durch die deutlich höhere Livepräsenz auf immer mehr Plattformen natürlich auch neue Fans, die nach der Pandemie zu potenziellen Stadionbesucher*innen werden. Die höheren Einschaltquoten und Marktanteile sind natürlich auch Garanten für bessere Erlöse in der Vermarktung. Alles in allem hat der DFB mit der Produktion aller Spiele genau zum richtigen Zeitpunkt das entscheidende Investment getätigt. Klar ist aber auch, dass hier noch mit optimierten Sendeformaten und Inhalten sowie vor allem besseren Sendezeiten die Attraktivität der Übertragungen gesteigert werden sollte.

DFB.de: Der DFB-Ausschuss der Frauen-Bundesligen geht nach dem im März stattfindenden Bundestag in seine zweite Legislaturperiode. Wie sehen Sie ab diesem Zeitpunkt die Entwicklung der Liga? Und planen Sie, wieder als Ausschuss-Vorsitzender zu kandidieren?

Dietrich: Gerade weil wir in den beiden vergangenen Jahren vor allem mit den Herausforderungen und Konsequenzen der Pandemie beschäftigt waren, werden die nächsten drei Jahre zu einem richtungsweisenden Zeitraum für unseren Ausschuss werden, in dem die generelle Entwicklung und weitere Etablierung unserer Frauen-Bundesligen mit Hochdruck auf dem Plan steht. Als besondere Aufgabe sehe ich, bis zur WM 2027 - die wir dann hoffentlich gemeinsam mit den Niederlanden und Belgien ausrichten dürfen -  den Bekanntheitsgrad und Stellenwert unserer Frauen-Bundesliga in der Welt des Sports ganz weit oben zu positionieren. Das ist ambitioniert, aber aufgrund unserer auf der Hand liegenden Wachstumspotenziale und der Power unserer Klubs auch in Sachen Digitalisierung sowie einer noch nachhaltigeren Nutzung der sozialen Medien realistisch. Als Vereine sind wir hier mehr denn je aufgerufen, diesen Prozess in verantwortlichen Positionen zu begleiten. Wie bisher werden wir uns mit sieben direkt von den beiden Ligen benannten Vereinsvertreter*innen in die Ausschussarbeit einbringen wollen. Und wenn ich vom Bundestag erneut als Vorsitzender gewählt werden sollte, werde ich mich weiter in den Dienst unseres wichtigen Ligagremiums stellen. 

[as/lys]

Es bewegt sich gerade einiges im Frauenfußball und speziell in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga. Stets mittendrin statt nur dabei: Siggi Dietrich, Sportdirektor Frauenfußball und Generalbevollmächtigter der Eintracht Frankfurt Fußball AG. Der Vorsitzende des DFB-Ausschusses Frauen-Bundesligen spricht über die Entwicklung der Liga und Eintracht Frankfurt. Und der 64-Jährige sagt, welche Aspekte für die Stärke der Frauen-Bundesliga im internationalen Konkurrenzkampf sprechen.

DFB.de: Die zweite Saisonhälfte der FLYERALARM Frauen-Bundesliga beginnt - worauf freut sich Siggi Dietrich am meisten?

Siggi Dietrich: Ganz ehrlich: Nach den vielen Homeofficetagen auf die frische Luft bei unseren Bundesligaspielen und natürlich auf die eine oder andere Fanbegegnung im vorgeschriebenen FFP2-Masken-Look mit reichlich Abstand - immerhin sind bei uns am 6. Februar gegen Freiburg 1000 Zuschauer zugelassen. Endlich geht es nach intensiven Vorbereitungen wieder los, wir fiebern auf das erste Pflichtspiel des Jahres 2022 hin. Und nach unserer sehr ordentlichen Hinrunde gibt es allen Grund, sich auf die zweite Saisonhälfte vor dem EM-Sommer zu freuen.

DFB.de: Mit welchen Erwartungen geht der Vorsitzende des Ausschuss Frauen-Bundesligen in den zweiten Teil der Spielzeit 2021/2022, mit welchen der Generalbevollmächtige von Eintracht Frankfurt?

Dietrich: Für die Wahrnehmung unserer zwölf Ligaklubs wünsche ich mir, dass der Spannungsfaktor in der breit aufgestellten Spitze der FLYERALARM Frauen-Bundesliga möglichst bis zum letzten Spieltag Programm bleibt. Als Adler-Verantwortlicher wäre ich natürlich sehr glücklich, wenn wir uns mit einer starken Rückrunde den Traum von der Champions League-Qualifikation erfüllen könnten. Und wenn ich für alle sprechen darf: Für unsere Fans, die Stimmung im Stadion und natürlich für unsere Zuschauereinnahmen, wäre es von großer Bedeutung, wenn wir sehr bald wieder ohne Einschränkungen und Vorgaben die Stadiontore öffnen dürften. Die Sehnsucht nach Normalität ist groß.

DFB.de: Wir würden Sie die Entwicklung der FLYERALARM Frauen-Bundesliga in den vergangenen Jahren beschreiben, und welche Rolle spielt die Liga mit ihren Klubs aktuell und künftig in Europa?

Dietrich: Auch wenn wir im Vergleich zu den anderen Topligen in Europa den früheren Vorsprung teilweise eingebüßt haben und einige Klubs in verschiedenen Ligen vor allem wirtschaftlich und strukturell durch Investoren eine gewisse Pole Position einnehmen: Wir müssen uns aktuell mit unserer FLYERALARM Frauen-Bundesliga - vor allem was die obere Tabellenhälfte angeht - in Sachen Spielqualität, Ausgeglichenheit und Spannung international wirklich nicht verstecken. Fünf Vereine spielen um die begehrten drei Plätze in der Königsklasse, und wenn man die Qualität in der Breite in Anbetracht der geringen Punktabstände und nach den Ergebnissen einiger Spitzenspiele bewertet, möchte ich behaupten, dass wir in dieser Saison - Stand jetzt - die spannendste, wenn nicht gar die stärkste Liga Europas sind. Bester Beweis ist auch das Abschneiden unserer drei Champions League-Teilnehmer, die sich in der erstmals ausgespielten Hauptrunde wirklich stark präsentiert haben. Bayern und Wolfsburg stehen im Viertelfinale und werden dieses jeweils im großen Stadion austragen. Sehr cool! Und am Ende der Saison vor der EM wie 2006 zwischen Frankfurt und Potsdam wieder ein deutsch-deutsches Finale - das wäre natürlich ein grandioses Signal für unsere Nationalmannschaft auf dem Weg nach England.

DFB.de: Sehen wir auch Eintracht Frankfurt bald in der Champions League?

Dietrich: Wir geben der Mannschaft Zeit, sich zu entwickeln. Und dass wir mittlerweile zur Spitzengruppe der Liga zählen, ist die Bestätigung unserer Arbeit. Wir haben herausragende Spielerinnen und eine tolle Mischung im Team. Natürlich ist das Ziel, uns dauerhaft als Topteam zu etablieren. Unsere Strategie ist darauf ausgerichtet, aus dieser selbst entwickelten Qualität und punktuellen Verstärkungen von außen in die Zukunft zu gehen. Auch die Vertragsverlängerungen zahlreicher Nationalspielerinnen sprechen eine eindeutige Sprache: Wir sind in der Lage, unsere Topspielerinnen bei Eintracht Frankfurt und damit in der Liga zu halten. Das spricht für unser Gesamtpaket, aber auch für die Stärke und Attraktivität der Bundesliga. England ist eben doch nicht für alle die Endstation Sehnsucht.

DFB.de: In Folge des Antrags auf Ausgliederung des Fußball-Verbandes Rheinland ist ein Änderungsantrag von den Vereinen der FLYERALARM Frauen-Bundesliga und 2. Frauen-Bundesliga ausgearbeitet worden. Welche Bedeutung hat dieser Antrag für die weitere Entwicklung der Liga?

Dietrich: Der Änderungsantrag, der vom Ausschuss Frauen-Bundesligen erarbeitet wurde und zum DFB-Bundestag eingereicht werden soll, hat zum Ziel, mit nachhaltigen Maßnahmen eine deutliche Stärkung der beiden Frauen-Bundesligen unter dem Dach des DFB beziehungsweise der neuen DFB GmbH & Co. KG zu realisieren. Für die Verantwortlichen unserer Vereine stellt sich aktuell nicht die Frage der Ausgliederung - dafür gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine wirklichen Grundlagen. Es geht vielmehr dabei vor allem um die generelle Professionalisierung unserer beiden Spielklassen - für die Bundesliga letztlich auch im Wettbewerb mit den anderen europäischen Ligen und Klubs. Dabei stehen die Wahrnehmung und Sichtbarkeit unserer Ligen, die Entwicklung der Strukturen, nachhaltige Investments unseres Lizenzgebers - beispielsweise in personelle Ressourcen für das zu erweiternde Ligamanagement - und damit unterm Strich mehr wirtschaftliche Stabilität für unsere Vereine, auch durch bessere TV-Präsenz und Vermarktung, im Blickpunkt.

DFB.de: Wir ordnen Sie in diesem Zusammenhang die Rolle der 2. Bundesliga ein?

Dietrich: Wir denken für die 2. Bundesliga bei allen wichtigen Punkten mit. Sie spielt in unseren grundsätzlichen Überlegungen zur Stärkung der Strukturen und Weiterentwicklung eine wesentliche Rolle. Ganz klar: Ohne eine starke zweite Liga keine starke FLYERALARM Frauen-Bundesliga. Sie ist wichtiger Unterbau und gleichzeitig Antreiber unserer höchsten Spielklasse, sie ist Talentschmiede und Sprungbrett auf dem Weg in die Spitze. Unser Anspruch ist auch in dieser Liga, die Strukturen zu optimieren und die Sichtbarkeit - Seite an Seite mit der ersten Liga - zu steigern.

DFB.de: Seit dem 21. Januar ist die DFB GmbH & Co. KG im Handelsregister eingetragen. Welchen Einfluss hat der KG-Prozess dabei auf die FLYERALARM Frauen-Bundesliga sowie die 2. Frauen-Bundesliga?

Dietrich: Ich sehe große Chancen für unsere Ligen, durch den engen Schulterschluss von Spielbetrieb und den Bereichen Marketing und Vertrieb in der GmbH & Co. KG die nächsten wirklich nachhaltigen Schritte in der Professionalisierung des wachsenden Profifrauenfußballs zu gehen. Durch die Vernetzung dieser Geschäftsbereiche erhoffe ich mir vor allem auf wirtschaftlicher und organisatorischer Ebene eine deutliche Weiterentwicklung der Frauen-Bundesligen: beispielsweise was die TV- und Zentral-Vermarktung angeht und daher einhergehend auch die Steigerung unserer öffentlichen Präsenz. Wir haben große Potenziale, und die neue Konstellation sollte uns alle Möglichkeiten bieten, diese auch auszuschöpfen. Natürlich wird uns dabei auch helfen, dass die Zusammenarbeit zwischen DFB e.V. und der GmbH & Co. KG weiterhin eng verknüpft bleibt und viele der bisherigen Erfahrungen und Werte, die Grundlage für die künftigen Orientierungen bleiben.

DFB.de: Welche Auswirkungen hat die Tatsache, dass ab dieser Saison alle Bundesligaspiele live übertragen werden?

Dietrich: Die Liveübertragung aller Bundesligaspiele auf Magenta Sport und davon viele Topspiele im Free-TV bei Eurosport sowie Berichte in der ARD-Sportschau - das war in der aktuellen Situation der wichtigste Schritt für mehr Wahrnehmung und Sichtbarkeit. Zudem gewinnt man durch die deutlich höhere Livepräsenz auf immer mehr Plattformen natürlich auch neue Fans, die nach der Pandemie zu potenziellen Stadionbesucher*innen werden. Die höheren Einschaltquoten und Marktanteile sind natürlich auch Garanten für bessere Erlöse in der Vermarktung. Alles in allem hat der DFB mit der Produktion aller Spiele genau zum richtigen Zeitpunkt das entscheidende Investment getätigt. Klar ist aber auch, dass hier noch mit optimierten Sendeformaten und Inhalten sowie vor allem besseren Sendezeiten die Attraktivität der Übertragungen gesteigert werden sollte.

DFB.de: Der DFB-Ausschuss der Frauen-Bundesligen geht nach dem im März stattfindenden Bundestag in seine zweite Legislaturperiode. Wie sehen Sie ab diesem Zeitpunkt die Entwicklung der Liga? Und planen Sie, wieder als Ausschuss-Vorsitzender zu kandidieren?

Dietrich: Gerade weil wir in den beiden vergangenen Jahren vor allem mit den Herausforderungen und Konsequenzen der Pandemie beschäftigt waren, werden die nächsten drei Jahre zu einem richtungsweisenden Zeitraum für unseren Ausschuss werden, in dem die generelle Entwicklung und weitere Etablierung unserer Frauen-Bundesligen mit Hochdruck auf dem Plan steht. Als besondere Aufgabe sehe ich, bis zur WM 2027 - die wir dann hoffentlich gemeinsam mit den Niederlanden und Belgien ausrichten dürfen -  den Bekanntheitsgrad und Stellenwert unserer Frauen-Bundesliga in der Welt des Sports ganz weit oben zu positionieren. Das ist ambitioniert, aber aufgrund unserer auf der Hand liegenden Wachstumspotenziale und der Power unserer Klubs auch in Sachen Digitalisierung sowie einer noch nachhaltigeren Nutzung der sozialen Medien realistisch. Als Vereine sind wir hier mehr denn je aufgerufen, diesen Prozess in verantwortlichen Positionen zu begleiten. Wie bisher werden wir uns mit sieben direkt von den beiden Ligen benannten Vereinsvertreter*innen in die Ausschussarbeit einbringen wollen. Und wenn ich vom Bundestag erneut als Vorsitzender gewählt werden sollte, werde ich mich weiter in den Dienst unseres wichtigen Ligagremiums stellen. 

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