Die Trainer im DFB-Pokalfinale: Wenn's am schönsten ist...

Die einen wollen ihr zwölftes Double aus Pokal und Meisterschaft gewinnen, die anderen eine starke Saison mit einem Titel und dem Einzug in den Europapokal krönen und beide ihren Trainern den bestmöglichen Abschied bereiten. Das Finale um den DFB-Pokal zwischen dem FC Bayern München und Eintracht Frankfurt am Samstag (ab 20 Uhr, live in der ARD und bei Sky) ist für beide Klubs ein gebührender Saisonabschluss und zudem eine große Chance.

Nach dem knappen Aus im Halbfinale der Königsklasse gegen Real Madrid wäre der 19. Pokalsieg bei der insgesamt 22. Finalteilnahme mehr als ein Trostpflaster. "Dann hätten wir mit dem Double und den guten Spielen in der Champions League eine tolle Saison gespielt", sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Diese soll dann bei einer großen Feier auf dem Marienplatz am Sonntag fast schon standardmäßig mit Weißbier begossen werden. Zudem soll der nun wohl endgültig in Rente gehende Erfolgstrainer Jupp Heynckes noch einen Erfolg feiern. "Wir wollen Heynckes unbedingt das Double schenken", sagte Sandro Wagner.

Niederlage gegen Stuttgart als "Weckruf"

"Jeder brennt auf den Titel", versichert Weltmeister Thomas Müller, dies habe auch nichts mit dem Abschied von Heynckes zu tun. Das Double allein sei Anreiz genug. Dafür müssten sich die Münchner im Vergleich zum 1:4 gegen den VfB Stuttgart zum Abschluss der Bundesliga-Spielzeit aber deutlich steigern. Dieser "Weckruf", wie Müller die Niederlage nannte, wird die Sinne wohl noch einmal schärfen. "In Berlin wird eine andere Bayern-Mannschaft spielen als heute", verspricht Heynckes nach dem Spiel und kündigte eine "optimale" Vorbereitung an.

Durch den Sieg des VfB und drei eigenen Niederlagen aus den vergangenen vier Ligaspielen ist Finalgegner Frankfurt noch auf Tabellenplatz acht abgerutscht und damit aus den Startplätzen für einen internationalen Wettbewerb herausgefallen. Die letzte Chance ist nun der Gewinn des DFB-Pokals, dann wären die Hessen für die Gruppenphase der Europa League gesetzt. Der Tabellensiebte Stuttgart, der am Samstagabend mit Sicherheit den Bayern die Daumen drücken wird, wäre der Leidtragende.

Russ: "Wir haben eine realistische Chance"

"Auch wenn die Bayern als übermächtig betitelt werden, haben wir eine realistische Chance. Wir trauen uns zu, zu überraschen, und sind positiv gestimmt", sagt Eintracht-Verteidiger Marco Russ. "Der VfB Stuttgart hat gezeigt, dass der FCB schlagbar ist. Wir haben ein ganzes Jahr auf dieses Spiel hingearbeitet. Außerdem haben wir die Chance, Europa noch zu erreichen. Das ist Motivation genug."

Russ stand neben Alex Meier auch schon beim bislang einzigen Finalduell im Jahr 2006 auf dem Feld, damals setzten sich die Bayern mit 1:0 durch – wie in drei von vier Pokalaufeinandertreffen. "2006 waren wir nah dran", meint Russ. "Auch im vergangenen Jahr haben wir ein sehr gutes Finale gespielt, wir hatten nur ein bisschen Pech. Es wird also Zeit für den Pokalsieg. Man steht nicht oft im Finale und bekommt diese Chance. Wir wollen sie dieses Mal unbedingt nutzen."

Bilanz spricht klar für Bayern

Im vergangenen Jahr zogen die Frankfurter beim 1:2 gegen Borussia Dortmund erst im Olympiastadion den Kürzeren – diesmal will der viermalige Pokalsieger (zuletzt 1988) nicht mit leeren Händen abreisen. Für das Duell gegen den großen Favoriten aus München hat sich Russ schon einen Matchplan zurechtgelegt: "Wir wollen auch Ballbesitz haben, aber an vorderster Stelle steht das gute Verteidigen. Dann müssen wir unsere Chancen, die wir mit Sicherheit bekommen, konsequent nutzen. Wir müssen in den Zweikämpfen aggressiv sein und den Bayern die Freude am Spiel nehmen. In Sachen Bereitschaft und Motivation braucht keiner Nachhilfe, wir sind heiß auf die Partie. Am Samstag werden wir brennen."

Zuletzt ging die Frankfurter Taktik gegen die Bayern selten auf. In den vergangenen 14 Pflichtspielen kassierten sie bei drei Remis elf Niederlagen. Der bis dato letzte Eintracht-Sieg datiert vom 20. März 2010 (2:1). Im Pokalwettbewerb hat das Team vom Main aber in dieser Saison erst einen Gegentreffer hinnehmen müssen, dagegen stehen sagenhafte 20 erzielte Treffer der Bayern, jeweils sechs in Viertel- und Halbfinale (Rekord!).

Kovac wechselt die Seiten

Ein besonderes Spiel ist das Finale natürlich für Niko Kovac, der die Eintracht als Trainer im Sommer verlässt, um Heynckes-Nachfolger in München zu werden. Der Kroate trug bereits zwischen 2001 und 2003 als Spieler das Trikot des FC Bayern, Heynckes betreute auf der anderen Seite in der Saison 1994/1995 die Frankfurter als Coach – mit mäßigem Erfolg allerdings.

Frankfurt muss im Endspiel definitiv auf Gelson Fernandes verzichten, der sich im Halbfinale einen Platzverweis einhandelte. Bei den Bayern füllte sich der Trainingsplatz unter der Woche wieder. David Alaba und Kingsley Coman konnten ebenso wie Weltmeister Manuel Neuer wieder voll mittrainieren. Im Tor der Münchner wird aber Sven Ulreich erwartet. Wie Neuer reiste auch Thomas Müller nach seinem Magen-Darm-Infekt mit in die Hauptstadt. Nicht spielen kann neben Jerome Boateng und Arturo Vidal dagegen Arjen Robben, der wegen Adduktorenproblemen fehlen wird.

[sid/bt]

Die einen wollen ihr zwölftes Double aus Pokal und Meisterschaft gewinnen, die anderen eine starke Saison mit einem Titel und dem Einzug in den Europapokal krönen und beide ihren Trainern den bestmöglichen Abschied bereiten. Das Finale um den DFB-Pokal zwischen dem FC Bayern München und Eintracht Frankfurt am Samstag (ab 20 Uhr, live in der ARD und bei Sky) ist für beide Klubs ein gebührender Saisonabschluss und zudem eine große Chance.

Nach dem knappen Aus im Halbfinale der Königsklasse gegen Real Madrid wäre der 19. Pokalsieg bei der insgesamt 22. Finalteilnahme mehr als ein Trostpflaster. "Dann hätten wir mit dem Double und den guten Spielen in der Champions League eine tolle Saison gespielt", sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Diese soll dann bei einer großen Feier auf dem Marienplatz am Sonntag fast schon standardmäßig mit Weißbier begossen werden. Zudem soll der nun wohl endgültig in Rente gehende Erfolgstrainer Jupp Heynckes noch einen Erfolg feiern. "Wir wollen Heynckes unbedingt das Double schenken", sagte Sandro Wagner.

Niederlage gegen Stuttgart als "Weckruf"

"Jeder brennt auf den Titel", versichert Weltmeister Thomas Müller, dies habe auch nichts mit dem Abschied von Heynckes zu tun. Das Double allein sei Anreiz genug. Dafür müssten sich die Münchner im Vergleich zum 1:4 gegen den VfB Stuttgart zum Abschluss der Bundesliga-Spielzeit aber deutlich steigern. Dieser "Weckruf", wie Müller die Niederlage nannte, wird die Sinne wohl noch einmal schärfen. "In Berlin wird eine andere Bayern-Mannschaft spielen als heute", verspricht Heynckes nach dem Spiel und kündigte eine "optimale" Vorbereitung an.

Durch den Sieg des VfB und drei eigenen Niederlagen aus den vergangenen vier Ligaspielen ist Finalgegner Frankfurt noch auf Tabellenplatz acht abgerutscht und damit aus den Startplätzen für einen internationalen Wettbewerb herausgefallen. Die letzte Chance ist nun der Gewinn des DFB-Pokals, dann wären die Hessen für die Gruppenphase der Europa League gesetzt. Der Tabellensiebte Stuttgart, der am Samstagabend mit Sicherheit den Bayern die Daumen drücken wird, wäre der Leidtragende.

Russ: "Wir haben eine realistische Chance"

"Auch wenn die Bayern als übermächtig betitelt werden, haben wir eine realistische Chance. Wir trauen uns zu, zu überraschen, und sind positiv gestimmt", sagt Eintracht-Verteidiger Marco Russ. "Der VfB Stuttgart hat gezeigt, dass der FCB schlagbar ist. Wir haben ein ganzes Jahr auf dieses Spiel hingearbeitet. Außerdem haben wir die Chance, Europa noch zu erreichen. Das ist Motivation genug."

Russ stand neben Alex Meier auch schon beim bislang einzigen Finalduell im Jahr 2006 auf dem Feld, damals setzten sich die Bayern mit 1:0 durch – wie in drei von vier Pokalaufeinandertreffen. "2006 waren wir nah dran", meint Russ. "Auch im vergangenen Jahr haben wir ein sehr gutes Finale gespielt, wir hatten nur ein bisschen Pech. Es wird also Zeit für den Pokalsieg. Man steht nicht oft im Finale und bekommt diese Chance. Wir wollen sie dieses Mal unbedingt nutzen."

Bilanz spricht klar für Bayern

Im vergangenen Jahr zogen die Frankfurter beim 1:2 gegen Borussia Dortmund erst im Olympiastadion den Kürzeren – diesmal will der viermalige Pokalsieger (zuletzt 1988) nicht mit leeren Händen abreisen. Für das Duell gegen den großen Favoriten aus München hat sich Russ schon einen Matchplan zurechtgelegt: "Wir wollen auch Ballbesitz haben, aber an vorderster Stelle steht das gute Verteidigen. Dann müssen wir unsere Chancen, die wir mit Sicherheit bekommen, konsequent nutzen. Wir müssen in den Zweikämpfen aggressiv sein und den Bayern die Freude am Spiel nehmen. In Sachen Bereitschaft und Motivation braucht keiner Nachhilfe, wir sind heiß auf die Partie. Am Samstag werden wir brennen."

Zuletzt ging die Frankfurter Taktik gegen die Bayern selten auf. In den vergangenen 14 Pflichtspielen kassierten sie bei drei Remis elf Niederlagen. Der bis dato letzte Eintracht-Sieg datiert vom 20. März 2010 (2:1). Im Pokalwettbewerb hat das Team vom Main aber in dieser Saison erst einen Gegentreffer hinnehmen müssen, dagegen stehen sagenhafte 20 erzielte Treffer der Bayern, jeweils sechs in Viertel- und Halbfinale (Rekord!).

Kovac wechselt die Seiten

Ein besonderes Spiel ist das Finale natürlich für Niko Kovac, der die Eintracht als Trainer im Sommer verlässt, um Heynckes-Nachfolger in München zu werden. Der Kroate trug bereits zwischen 2001 und 2003 als Spieler das Trikot des FC Bayern, Heynckes betreute auf der anderen Seite in der Saison 1994/1995 die Frankfurter als Coach – mit mäßigem Erfolg allerdings.

Frankfurt muss im Endspiel definitiv auf Gelson Fernandes verzichten, der sich im Halbfinale einen Platzverweis einhandelte. Bei den Bayern füllte sich der Trainingsplatz unter der Woche wieder. David Alaba und Kingsley Coman konnten ebenso wie Weltmeister Manuel Neuer wieder voll mittrainieren. Im Tor der Münchner wird aber Sven Ulreich erwartet. Wie Neuer reiste auch Thomas Müller nach seinem Magen-Darm-Infekt mit in die Hauptstadt. Nicht spielen kann neben Jerome Boateng und Arturo Vidal dagegen Arjen Robben, der wegen Adduktorenproblemen fehlen wird.