Das ist der Nachwuchsfördertopf 3. Liga

Im Herbst 2018 beschloss das DFB-Präsidium den Nachwuchsfördertopf 3. Liga. Die Fördermaßnahme läuft aktuell bis Sommer 2023. Was hat es mit dem Nachwuchsfördertopf auf sich? Wie wird der Topf verteilt? Um welche Summen geht es? Was ist bei der Mittelverwendung zu beachten? DFB.de gibt die wichtigsten Antworten.

Was ist der Nachwuchsfördertopf 3. Liga?

Die finanzielle Förderung der Nachwuchsarbeit durch den DFB speist sich aus zwei separaten Quellen:

1. Nachwuchsfördertopf 3. Liga

2. Finanzielle Förderung der zertifizierten Leistungszentren unterhalb der Bundesliga und 2. Bundesliga.

Beide Töpfe sind unabhängig voneinander zu betrachten.

Der Nachwuchsfördertopf enthält 2,95 Millionen (brutto). Das sind 2,0 Millionen Euro mehr als vor der Saison 2018/2019, als über eine allgemeine Nachwuchsförderung pauschal 50.000 Euro pro Jahr an jeden Verein der 3. Liga (ausgenommen zweite Mannschaften) zum Aufbau oder der Weiterentwicklung eines Leistungszentrums ausgeschüttet wurden. Das jetzige Modell ist anders aufgebaut und berücksichtigt neben dem Kriterium Leistungszentrum auch die Einsatzzeiten von Spielern mit deutscher Staatsangehörigkeit im U 21-Alter in der 3. Liga. Erstes Kriterium ist das Leistungszentrum. Nach Abzug dieser Zuschüsse wird der verbliebene Restbetrag im Nachwuchsfördertopf komplett für Einsatzzeiten junger Spieler ausbezahlt.

Die bereits bestehende Förderung der Leistungszentren läuft unabhängig davon weiter. Deren Höhe richtet sich unter anderem danach, in welche Kategorie (1 - 3) das Leistungszentrum eingestuft ist. Diese Ausschüttungen fließen zusätzlich zum Nachwuchsfördertopf, sie werden nicht aus den genannten 2,95 Millionen (brutto) generiert.

Welche Gründe haben zur Einführung des Nachwuchsfördertopfes geführt?

Die Klubs der 3. Liga und insbesondere die Leistungszentren leisten einen wichtigen Beitrag zur Talentförderung im deutschen Fußball. Diese Arbeit soll durch den Nachwuchsfördertopf gestärkt werden. Es wird sowohl die Arbeit in den Leistungszentren bezuschusst als auch die Wettkampfpraxis junger Spieler gefördert, die für Auswahlmannschaften des Deutschen Fußball-Bundes spielberechtigt sind bzw. wären. Ziel des Nachwuchsfördertopfes ist eine Optimierung der Talentförderung in den Klubs der 3. Liga, von der sowohl die Vereine als auch die Spieler sowie der gesamte deutsche Fußball profitieren.

Können die Zuschüsse aus dem Nachwuchsfördertopf von den Vereinen für alles genutzt werden?

Nein. Die Zuschüsse fließen in den gemeinnützigen Bereich der jeweiligen Vereine und dürfen nur zweckgebunden für die gemeinnützige Nachwuchsförderung verwendet werden.

Verändert sich für die Saison 2022/2023 etwas?

Ja. Das DFB-Präsidium hat auf Vorschlag der Task Force „Wirtschaftliche Stabilität 3. Liga" zur Saison 2022/2023 Änderungen in zwei wesentliche Aspekten des Nachwuchsfördertopfs 3. Liga beschlossen. Zum einen wird der Fixbetrag von 50.000 Euro für ein „Leistungszentrum im Aufbau“ nicht mehr auf Basis der bisher definierten Kriterien ausgezahlt. Stattdessen erhalten Klubs ohne anerkanntes Leistungszentrum diesen Betrag künftig nur noch dann, wenn sie bereits vor der Saison einen Antrag auf Anerkennung eines Leistungszentrums gestellt haben und dieser Antrag im Laufe der Saison nicht negativ beschieden wurde.

Zum anderen wird in der Perspektive Einsatzzahlen ein zusätzlicher Faktor für das Alter der Spieler eingeführt. Dadurch werden absolvierte Einsatzminuten von jüngeren Spielern zukünftig noch stärker gewichtet. Ausschlaggebend ist das Alter jedes Spielers zu Saisonbeginn. Die Einsatzminuten von Spielern unter 18 Jahren werden mit dem Faktor 3, die von Spielern im Alter von 18 oder 19 Jahren mit dem Faktor 2 und jene von Spielern im Alter von 20 Jahren mit dem Faktor 1 multipliziert.

Wie errechnet sich die Förderung für das Kriterium Leistungszentrum im Nachwuchsfördertopf?

Jeder Klub der 3. Liga mit einem Leistungszentrum erhält aus dem Nachwuchsfördertopf 100.000 Euro – unabhängig von der Kategorie. Rechnet man den separaten Zuschuss aus der Förderung der Leistungszentren hinzu, dürfen sich Klubs mit einem Leistungszentrum der Kategorie 1 also über 250.000 Euro freuen (Leistungszentren der 3. Liga mit der Kategorie 2: 200.000 Euro).

Vereine, die sich im Aufbau eines Leistungszentrums befinden, werden aus dem Nachwuchsfördertopf jeweils mit 50.000 Euro gefördert. Diese Klubs erhalten den Betrag ab der Saison 2022/2023 nur dann, wenn sie bereits vor der Saison einen Antrag auf Anerkennung eines Leistungszentrums gestellt haben und dieser Antrag im Laufe der Spielzeit nicht negativ beschieden wurde.

Wie funktioniert die finanzielle Förderung der Einsatzzeiten von jungen Spielern?

Relevant sind die Einsatzzeiten von U 21-Spielern mit deutscher Staatsangehörigkeit (Stichtag der Geburt für Saison 2022/2023: 1. Juli 2001). Die Einsatzminuten dieser Spieler in der 3. Liga werden bis einschließlich des 33. Spieltages einer Saison erfasst. Die einzelnen Zahlen werden anschließend mit folgenden Faktoren multipliziert:

1. Zugehörigkeit des Spielers zum Verein:

  • Spieler in der 1./2. Saison: Einsatzminuten x 1
  • Spieler in 3./4. Saison: Minuten x 2
  • Spieler mehr als 4 Jahre im Klub: Minuten x 3

2. Leistungszentrum:

  • Kein Leistungszentrum: Einsatzminuten x 1
  • Leistungszentrum der Kategorie 3: Minuten x 2
  • Leistungszentrum der Kategorie 2 oder 1: Minuten x 4

3. Alter des Spielers:

  • Spieler im Alter von 20 und 21 Jahren (Stichtag der Geburt für 2022/2023: 1. Juli 2001): Einsatzminuten x 1
  • Spieler im Alter von 18 und 19 Jahren: Minuten x 2
  • Spieler unter 18 Jahren: Minuten x 3

Ein Beispiel: Ein Klub hat drei deutsche U 21-Spieler während der Saison in Meisterschaftsspielen der 3. Liga zum Einsatz gebracht. Alle haben jeweils 300 Minuten gespielt. Spieler A spielt das erste Jahr im Verein (300 Minuten x 1), Spieler B im dritten Jahr (300 x 2), Spieler C bereits seit sechs Jahren (300 x 3) – ergibt 1800 anrechenbare Minuten. Der betreffende Klub verfügt über ein Leistungszentrum der Kategorie 2 – also werden die 1800 Minuten nochmal mit 4 multipliziert. Resultat: 7200 Minuten. Alle 3 Spieler sind 18 oder 19 Jahre alt - dadurch werden diese Minuten nochmals verdoppelt. Ergebnis: Für den Verein werden letztlich 14.400 Minuten angerechnet.

Wie viel wird aus dem Nachwuchsfördertopf für die Einsatzminuten von U 21-Spielern mit deutscher Staatsangehörigkeit gezahlt?

Das ist abhängig von der Summe, die nach Abzug der Zuschüsse für das Kriterium Leistungszentrum im Topf übrig bleibt. Dieser Restbetrag wird durch die Zahl der anrechenbaren Gesamteinsatzminuten aller deutschen U 21-Spieler in der 3. Liga dividiert, hieraus ergibt sich dann der fällige Förderbetrag pro Einsatzminute.

Warum werden nur Einsatzminuten bis zum 33. Spieltag angerechnet?

Hierdurch soll einer möglichen Wettbewerbsverzerrung vorgebeugt werden. Sonst wäre es denkbar, dass Vereine, die schon einige Wochen vor Saisonende nicht mehr für Auf- oder Abstieg in Frage kommen, an den letzten Spieltagen bewusst vermehrt U 21-Spieler einsetzen, allein des Zweckes wegen, höhere Zuwendungen aus dem Nachwuchsfördertopf zu erhalten.

Seit wann gelten die neuen Regelungen und wann werden die Fördergelder ausgezahlt?

Der Nachwuchsfördertopf mit 2,95 Millionen Euro (brutto) wird seit der Saison 2018/2019 angewendet. Die Ausschüttung erfolgt nach Ende einer Saison bis zum 30. September und fließt in den gemeinnützigen Bereich der jeweiligen Vereine. Es handelt sich dabei um einen zweckgebundenen Zuschuss zur Nachwuchsförderung.

[dfb]

Im Herbst 2018 beschloss das DFB-Präsidium den Nachwuchsfördertopf 3. Liga. Die Fördermaßnahme läuft aktuell bis Sommer 2023. Was hat es mit dem Nachwuchsfördertopf auf sich? Wie wird der Topf verteilt? Um welche Summen geht es? Was ist bei der Mittelverwendung zu beachten? DFB.de gibt die wichtigsten Antworten.

Was ist der Nachwuchsfördertopf 3. Liga?

Die finanzielle Förderung der Nachwuchsarbeit durch den DFB speist sich aus zwei separaten Quellen:

1. Nachwuchsfördertopf 3. Liga

2. Finanzielle Förderung der zertifizierten Leistungszentren unterhalb der Bundesliga und 2. Bundesliga.

Beide Töpfe sind unabhängig voneinander zu betrachten.

Der Nachwuchsfördertopf enthält 2,95 Millionen (brutto). Das sind 2,0 Millionen Euro mehr als vor der Saison 2018/2019, als über eine allgemeine Nachwuchsförderung pauschal 50.000 Euro pro Jahr an jeden Verein der 3. Liga (ausgenommen zweite Mannschaften) zum Aufbau oder der Weiterentwicklung eines Leistungszentrums ausgeschüttet wurden. Das jetzige Modell ist anders aufgebaut und berücksichtigt neben dem Kriterium Leistungszentrum auch die Einsatzzeiten von Spielern mit deutscher Staatsangehörigkeit im U 21-Alter in der 3. Liga. Erstes Kriterium ist das Leistungszentrum. Nach Abzug dieser Zuschüsse wird der verbliebene Restbetrag im Nachwuchsfördertopf komplett für Einsatzzeiten junger Spieler ausbezahlt.

Die bereits bestehende Förderung der Leistungszentren läuft unabhängig davon weiter. Deren Höhe richtet sich unter anderem danach, in welche Kategorie (1 - 3) das Leistungszentrum eingestuft ist. Diese Ausschüttungen fließen zusätzlich zum Nachwuchsfördertopf, sie werden nicht aus den genannten 2,95 Millionen (brutto) generiert.

Welche Gründe haben zur Einführung des Nachwuchsfördertopfes geführt?

Die Klubs der 3. Liga und insbesondere die Leistungszentren leisten einen wichtigen Beitrag zur Talentförderung im deutschen Fußball. Diese Arbeit soll durch den Nachwuchsfördertopf gestärkt werden. Es wird sowohl die Arbeit in den Leistungszentren bezuschusst als auch die Wettkampfpraxis junger Spieler gefördert, die für Auswahlmannschaften des Deutschen Fußball-Bundes spielberechtigt sind bzw. wären. Ziel des Nachwuchsfördertopfes ist eine Optimierung der Talentförderung in den Klubs der 3. Liga, von der sowohl die Vereine als auch die Spieler sowie der gesamte deutsche Fußball profitieren.

Können die Zuschüsse aus dem Nachwuchsfördertopf von den Vereinen für alles genutzt werden?

Nein. Die Zuschüsse fließen in den gemeinnützigen Bereich der jeweiligen Vereine und dürfen nur zweckgebunden für die gemeinnützige Nachwuchsförderung verwendet werden.

Verändert sich für die Saison 2022/2023 etwas?

Ja. Das DFB-Präsidium hat auf Vorschlag der Task Force „Wirtschaftliche Stabilität 3. Liga" zur Saison 2022/2023 Änderungen in zwei wesentliche Aspekten des Nachwuchsfördertopfs 3. Liga beschlossen. Zum einen wird der Fixbetrag von 50.000 Euro für ein „Leistungszentrum im Aufbau“ nicht mehr auf Basis der bisher definierten Kriterien ausgezahlt. Stattdessen erhalten Klubs ohne anerkanntes Leistungszentrum diesen Betrag künftig nur noch dann, wenn sie bereits vor der Saison einen Antrag auf Anerkennung eines Leistungszentrums gestellt haben und dieser Antrag im Laufe der Saison nicht negativ beschieden wurde.

Zum anderen wird in der Perspektive Einsatzzahlen ein zusätzlicher Faktor für das Alter der Spieler eingeführt. Dadurch werden absolvierte Einsatzminuten von jüngeren Spielern zukünftig noch stärker gewichtet. Ausschlaggebend ist das Alter jedes Spielers zu Saisonbeginn. Die Einsatzminuten von Spielern unter 18 Jahren werden mit dem Faktor 3, die von Spielern im Alter von 18 oder 19 Jahren mit dem Faktor 2 und jene von Spielern im Alter von 20 Jahren mit dem Faktor 1 multipliziert.

Wie errechnet sich die Förderung für das Kriterium Leistungszentrum im Nachwuchsfördertopf?

Jeder Klub der 3. Liga mit einem Leistungszentrum erhält aus dem Nachwuchsfördertopf 100.000 Euro – unabhängig von der Kategorie. Rechnet man den separaten Zuschuss aus der Förderung der Leistungszentren hinzu, dürfen sich Klubs mit einem Leistungszentrum der Kategorie 1 also über 250.000 Euro freuen (Leistungszentren der 3. Liga mit der Kategorie 2: 200.000 Euro).

Vereine, die sich im Aufbau eines Leistungszentrums befinden, werden aus dem Nachwuchsfördertopf jeweils mit 50.000 Euro gefördert. Diese Klubs erhalten den Betrag ab der Saison 2022/2023 nur dann, wenn sie bereits vor der Saison einen Antrag auf Anerkennung eines Leistungszentrums gestellt haben und dieser Antrag im Laufe der Spielzeit nicht negativ beschieden wurde.

Wie funktioniert die finanzielle Förderung der Einsatzzeiten von jungen Spielern?

Relevant sind die Einsatzzeiten von U 21-Spielern mit deutscher Staatsangehörigkeit (Stichtag der Geburt für Saison 2022/2023: 1. Juli 2001). Die Einsatzminuten dieser Spieler in der 3. Liga werden bis einschließlich des 33. Spieltages einer Saison erfasst. Die einzelnen Zahlen werden anschließend mit folgenden Faktoren multipliziert:

1. Zugehörigkeit des Spielers zum Verein:

  • Spieler in der 1./2. Saison: Einsatzminuten x 1
  • Spieler in 3./4. Saison: Minuten x 2
  • Spieler mehr als 4 Jahre im Klub: Minuten x 3

2. Leistungszentrum:

  • Kein Leistungszentrum: Einsatzminuten x 1
  • Leistungszentrum der Kategorie 3: Minuten x 2
  • Leistungszentrum der Kategorie 2 oder 1: Minuten x 4

3. Alter des Spielers:

  • Spieler im Alter von 20 und 21 Jahren (Stichtag der Geburt für 2022/2023: 1. Juli 2001): Einsatzminuten x 1
  • Spieler im Alter von 18 und 19 Jahren: Minuten x 2
  • Spieler unter 18 Jahren: Minuten x 3

Ein Beispiel: Ein Klub hat drei deutsche U 21-Spieler während der Saison in Meisterschaftsspielen der 3. Liga zum Einsatz gebracht. Alle haben jeweils 300 Minuten gespielt. Spieler A spielt das erste Jahr im Verein (300 Minuten x 1), Spieler B im dritten Jahr (300 x 2), Spieler C bereits seit sechs Jahren (300 x 3) – ergibt 1800 anrechenbare Minuten. Der betreffende Klub verfügt über ein Leistungszentrum der Kategorie 2 – also werden die 1800 Minuten nochmal mit 4 multipliziert. Resultat: 7200 Minuten. Alle 3 Spieler sind 18 oder 19 Jahre alt - dadurch werden diese Minuten nochmals verdoppelt. Ergebnis: Für den Verein werden letztlich 14.400 Minuten angerechnet.

Wie viel wird aus dem Nachwuchsfördertopf für die Einsatzminuten von U 21-Spielern mit deutscher Staatsangehörigkeit gezahlt?

Das ist abhängig von der Summe, die nach Abzug der Zuschüsse für das Kriterium Leistungszentrum im Topf übrig bleibt. Dieser Restbetrag wird durch die Zahl der anrechenbaren Gesamteinsatzminuten aller deutschen U 21-Spieler in der 3. Liga dividiert, hieraus ergibt sich dann der fällige Förderbetrag pro Einsatzminute.

Warum werden nur Einsatzminuten bis zum 33. Spieltag angerechnet?

Hierdurch soll einer möglichen Wettbewerbsverzerrung vorgebeugt werden. Sonst wäre es denkbar, dass Vereine, die schon einige Wochen vor Saisonende nicht mehr für Auf- oder Abstieg in Frage kommen, an den letzten Spieltagen bewusst vermehrt U 21-Spieler einsetzen, allein des Zweckes wegen, höhere Zuwendungen aus dem Nachwuchsfördertopf zu erhalten.

Seit wann gelten die neuen Regelungen und wann werden die Fördergelder ausgezahlt?

Der Nachwuchsfördertopf mit 2,95 Millionen Euro (brutto) wird seit der Saison 2018/2019 angewendet. Die Ausschüttung erfolgt nach Ende einer Saison bis zum 30. September und fließt in den gemeinnützigen Bereich der jeweiligen Vereine. Es handelt sich dabei um einen zweckgebundenen Zuschuss zur Nachwuchsförderung.

###more###