Dardai: "Finale im eigenen Stadion bleibt unser großer Traum"

Hertha BSC trifft in der 2. Runde des DFB-Pokals am 30. Oktober (ab 18.30 Uhr, live auf Sky) auswärts auf Zweitligist SV Darmstadt 98. Mit einem Sieg würden die Berliner ihrem großen Traum vom Finale im heimischen Olympiastadion ein Stückchen näher kommen. Im Interview auf DFB.de verrät Trainer Pal Dardai, welche Bedeutung eine Endspielteilnahme für Hertha hätte, welche Pokalerfahrungen er in seiner ungarischen Heimat gesammelt hat und wie er auf einen Vereinswechsel seiner Söhne reagieren würde.

DFB.de: Herr Dardai, auf die Frage, welchen sportlichen Wunsch Sie sich von einer Fee erfüllen lassen würden, war Ihre Antwort: das DFB-Pokalfinale. Weil Sie die Fee nicht überfordern wollen? Oder würden Sie das Erlebens Pokalfinale bzw. den Pokalsieg tatsächlich der Deutschen Meisterschaft vorziehen?

Pal Dardai: Das Pokalfinale im eigenen Stadion ist und bleibt unser großer Traum. Weil es etwas ganz Besonderes wäre. Dafür brauchst Du fünf Siege. Einen haben wir, in Darmstadt wollen wir den zweiten Schritt gehen. Aber dafür braucht eine gute Leistung.

DFB.de: Beruht Ihre große Affinität zum Pokal ausschließlich auf dem lokalen Moment mit dem Pokalfinale im Berliner Olympiastadion? Oder wäre Ihnen der Wettbewerb genauso wichtig, wenn das Finale nicht in Berlin ausgetragen würde?

Dardai: Der Pokal bietet den kürzesten Weg zum internationalen Geschäft. Deshalb ist die Bedeutung groß. Aber natürlich spielt das Olympiastadion als Endspielort eine besondere Rolle für uns alle bei Hertha BSC.

DFB.de: Kurz bevor Sie in Ihrer Heimatstadt bei Pesci MFC Profi wurden, hat der Verein seinen größten Erfolg gefeiert, den Gewinn des ungarischen Pokals. Wie populär ist der Pokal in Ungarn? Wie haben Sie diesen Erfolg damals erlebt?

Dardai: Ich war damals 14 Jahre alt. Das war schon ein riesiger Erfolg für Pesci damals. Bis heute ist es der einzige Titel.

DFB.de: Als Spieler standen Sie später mit Budapesti VSC im ungarischen Pokalfinale, gewonnen haben Sie den Titel nicht. Gibt es Pokalmomente aus Ungarn, die Ihnen besonders präsent sind?

Dardai: Ich war im Finalrückspiel damals leider verletzt und habe auf der Tribüne gesessen. Wir hatten das Hinspiel mit 1:0 gewonnen. Im Rückspiel stand es kurz vor Schluss 0:0 und ich bin mit unserem Präsidenten, der damals schon krank war und mittlerweile leider verstorben ist, nach unten gegangen, um den Pokalsieg zu feiern. Als wir unten angekommen waren, hatte Kispest-Honved innerhalb kurzer Zeit noch zwei Tore erzielt. Das war sehr bitter. Wir wollten den Pokal unbedingt für unseren Präsidenten gewinnen.

DFB.de: Wie viel Unterstützung durch eine Fee ist für Hertha 2018 notwendig? Für wie realistisch halten Sie es, dass Hertha in absehbarer Zeit ein Finale im Olympiastadion nicht lediglich als Zuschauer erlebt?

Dardai: Ich denke, das ist im Pokal keine Frage von Realismus. Es geht darum in fünf Spielen auf den Punkt da zu sein, um eine gute Tagesform und auch um etwas Losglück.

DFB.de: Sie sind mittlerweile seit dreieinhalb Jahren im Amt als Hertha-Trainer und damit nach Christian Streich dienstältester Bundesliga-Coach. Warum gilt für Sie nicht, was für viele andere Gesetz ist: dass sich Trainer früher oder später verbrauchen?

Dardai: Ich bin sehr dankbar für die Chance, die Hertha BSC mir 2015 gegeben hat. Seitdem arbeiten wir im Team sehr gut zusammen und es gibt einen sehr engen Austausch mit dem Manager. Bisher haben wir es alle zusammen geschafft, dass wir in Ruhe etwas entwickeln und tagtäglich arbeiten können.

DFB.de: Ihr Training gilt als abwechslungsreich, ein Beispiel dafür ist, dass Sie Fußballer haben Futsal spielen lassen. Welche Effekte haben Sie sich davon erhofft? Sind diese eingetreten? Wie haben Ihre Spieler auf diese Art des Fußballs reagiert?

Dardai: In Ungarn wird sehr viel Futsal gespielt. Es ist einfach eine gute Möglichkeit viele wichtige Elemente im Fußball wie beispielsweise Handlungsschnelligkeit, Raumgefühl, peripheres Sehen gleichzeitig zu schulen. Und die Spieler haben Spaß dabei.



Hertha BSC trifft in der 2. Runde des DFB-Pokals am 30. Oktober (ab 18.30 Uhr, live auf Sky) auswärts auf Zweitligist SV Darmstadt 98. Mit einem Sieg würden die Berliner ihrem großen Traum vom Finale im heimischen Olympiastadion ein Stückchen näher kommen. Im Interview auf DFB.de verrät Trainer Pal Dardai, welche Bedeutung eine Endspielteilnahme für Hertha hätte, welche Pokalerfahrungen er in seiner ungarischen Heimat gesammelt hat und wie er auf einen Vereinswechsel seiner Söhne reagieren würde.

DFB.de: Herr Dardai, auf die Frage, welchen sportlichen Wunsch Sie sich von einer Fee erfüllen lassen würden, war Ihre Antwort: das DFB-Pokalfinale. Weil Sie die Fee nicht überfordern wollen? Oder würden Sie das Erlebens Pokalfinale bzw. den Pokalsieg tatsächlich der Deutschen Meisterschaft vorziehen?

Pal Dardai: Das Pokalfinale im eigenen Stadion ist und bleibt unser großer Traum. Weil es etwas ganz Besonderes wäre. Dafür brauchst Du fünf Siege. Einen haben wir, in Darmstadt wollen wir den zweiten Schritt gehen. Aber dafür braucht eine gute Leistung.

DFB.de: Beruht Ihre große Affinität zum Pokal ausschließlich auf dem lokalen Moment mit dem Pokalfinale im Berliner Olympiastadion? Oder wäre Ihnen der Wettbewerb genauso wichtig, wenn das Finale nicht in Berlin ausgetragen würde?

Dardai: Der Pokal bietet den kürzesten Weg zum internationalen Geschäft. Deshalb ist die Bedeutung groß. Aber natürlich spielt das Olympiastadion als Endspielort eine besondere Rolle für uns alle bei Hertha BSC.

DFB.de: Kurz bevor Sie in Ihrer Heimatstadt bei Pesci MFC Profi wurden, hat der Verein seinen größten Erfolg gefeiert, den Gewinn des ungarischen Pokals. Wie populär ist der Pokal in Ungarn? Wie haben Sie diesen Erfolg damals erlebt?

Dardai: Ich war damals 14 Jahre alt. Das war schon ein riesiger Erfolg für Pesci damals. Bis heute ist es der einzige Titel.

DFB.de: Als Spieler standen Sie später mit Budapesti VSC im ungarischen Pokalfinale, gewonnen haben Sie den Titel nicht. Gibt es Pokalmomente aus Ungarn, die Ihnen besonders präsent sind?

Dardai: Ich war im Finalrückspiel damals leider verletzt und habe auf der Tribüne gesessen. Wir hatten das Hinspiel mit 1:0 gewonnen. Im Rückspiel stand es kurz vor Schluss 0:0 und ich bin mit unserem Präsidenten, der damals schon krank war und mittlerweile leider verstorben ist, nach unten gegangen, um den Pokalsieg zu feiern. Als wir unten angekommen waren, hatte Kispest-Honved innerhalb kurzer Zeit noch zwei Tore erzielt. Das war sehr bitter. Wir wollten den Pokal unbedingt für unseren Präsidenten gewinnen.

DFB.de: Wie viel Unterstützung durch eine Fee ist für Hertha 2018 notwendig? Für wie realistisch halten Sie es, dass Hertha in absehbarer Zeit ein Finale im Olympiastadion nicht lediglich als Zuschauer erlebt?

Dardai: Ich denke, das ist im Pokal keine Frage von Realismus. Es geht darum in fünf Spielen auf den Punkt da zu sein, um eine gute Tagesform und auch um etwas Losglück.

DFB.de: Sie sind mittlerweile seit dreieinhalb Jahren im Amt als Hertha-Trainer und damit nach Christian Streich dienstältester Bundesliga-Coach. Warum gilt für Sie nicht, was für viele andere Gesetz ist: dass sich Trainer früher oder später verbrauchen?

Dardai: Ich bin sehr dankbar für die Chance, die Hertha BSC mir 2015 gegeben hat. Seitdem arbeiten wir im Team sehr gut zusammen und es gibt einen sehr engen Austausch mit dem Manager. Bisher haben wir es alle zusammen geschafft, dass wir in Ruhe etwas entwickeln und tagtäglich arbeiten können.

DFB.de: Ihr Training gilt als abwechslungsreich, ein Beispiel dafür ist, dass Sie Fußballer haben Futsal spielen lassen. Welche Effekte haben Sie sich davon erhofft? Sind diese eingetreten? Wie haben Ihre Spieler auf diese Art des Fußballs reagiert?

Dardai: In Ungarn wird sehr viel Futsal gespielt. Es ist einfach eine gute Möglichkeit viele wichtige Elemente im Fußball wie beispielsweise Handlungsschnelligkeit, Raumgefühl, peripheres Sehen gleichzeitig zu schulen. Und die Spieler haben Spaß dabei.

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DFB.de: Woher rührt bei Ihnen die Verbindung zum Futsal. Als Spieler waren Sie eher der Typ Arbeiter und weniger der Edeltechniker. Sie haben Ihre Ausbildung zum Fußballlehrer in Ungarn absolviert. Gibt es Elemente der ungarischen Trainerschule, die sich von dem unterscheiden, was an der Hennes-Weisweiler-Akademie in Hennef gelehrt wird? Kommt es vor, dass Rainer Widmayer zu Ihnen sagt: „Das wurde uns anders beigebracht“? Haben Sie ein Beispiel für eine solche Situation?

Dardai: Dadurch, dass die Ausbildung zum größten Teil durch die UEFA vorgegeben ist, man dasselbe Spiel spielt und man den Fußball auch nicht wirklich neu erfinden kann, denke ich, dass die Ausbildung sehr ähnlich ist. Teil der Ausbildung war auch ein Pflichtpraktikum bei einem Europapokalteilnehmer im Ausland.

DFB.de: Hertha hat sich einen Namen gemacht als gute Adresse für junge Spieler. Wie sehr würde eine erfolgreiche Pokalsaison helfen, diesen Ruf zu festigen?

Dardai: Es gehört zu unserer Philosophie, dass wir jungen Toptalenten aus unserer Akademie oder auch jungen, entwicklungsfähigen Spielern von außerhalb eine Chance auf Profifußball geben. Das geht aber nur mit einer guten Mischung mit älteren, erfahrenen Spielern. Unabhängig vom jeweiligen Wettbewerb.

DFB.de: Mit der Kategorisierung als Ausbildungsverein ist der Status quo beschrieben. Und die Zukunft? Haben Sie die Vision, dass die ausgebildeten Spieler langfristig in Berlin bleiben. Welche Räder müssen ineinandergreifen, damit Hertha eines Tages mehr ist als ein Ausbildungsverein?

Dardai: Wir sehen uns nicht nur als Ausbildungs-, sondern auch als Weiterbildungsverein für Spieler, die bei uns den nächsten Schritt machen wollen. Siehe beispielsweise Marvin Plattenhardt, Niklas Stark, Mitchel Weiser, Tino Lazaro oder Davie Selke. Und es ist ja nicht so, dass wir jedes Jahr einen Ausverkauf hätten. Wir haben in den vergangenen zwei Jahren lediglich mit Jay Brooks und Mitch Weiser zwei solcher Spieler bei entsprechenden Angeboten abgegeben.

DFB.de: Wie reagieren Sie, wenn es einen Ihrer Söhne eines Tages zu einem anderen Verein ziehen würde?

Dardai: Das werden wir dann sehen, wenn es soweit ist. Aber ich glaube, die Mama hätte damit größere Probleme. (lacht)

DFB.de: Was haben Sie gedacht, als das Los für Ihre Mannschaft in der zweiten Runde des DFB-Pokals die Partie in Darmstadt ergeben hat. Machbar? Schon wieder auswärts? Schön, Fabian Holland und Terrence Boyd wieder zu sehen?

Dardai: Ich habe mich über das Los gefreut. Denn bisher waren es immer faire Duelle vor einer guten Kulisse. Darmstadt 98 ist ein Club mit einer tollen Fankultur.

DFB.de: Für Sie ist ein DFB-Pokalspiel mit Hertha im Stadion am Böllenfalltor keine Premiere. 2007 haben Sie mit Hertha dort in der ersten Runde gespielt. Die Stimmung im Stadion, besondere Situationen auf dem Platz - was aus den 120 Minuten ist ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?

Dardai: Das war ein hartes Stück Arbeit damals. Yildiray Bastürk hat uns mit seinem Tor in der Verlängerung dann schließlich erlöst.

DFB.de: Was erwarten Sie für das Spiel in der 2. Runde. Wie stark schätzen Sie Darmstadt ein?

Dardai: Darmstadt ist gut in die Saison gekommen. Dirk Schuster macht da mit seinem Team einen guten Job. Ich gehe davon aus, dass es ähnlich wie 2007 ein hartes Stück Arbeit wird.

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