U 17-Juniorinnen

Bittere Niederlage gegen Venezuela: U 17 scheidet im WM-Achtelfinale aus

28.10.2026
Glücklos im Achtelfinale: DFB-Team scheidet gegen Venezuela aus Foto: DFB/dpa Picture-Alliance

Aus der Traum! Für die deutschen U 17-Juniorinnen ist bei der Weltmeisterschaft in Marokko schon nach dem Achtelfinale Endstation. Das Team von DFB-Trainerin Sabine Loderer unterlag in Salé vor den Toren der Hauptstadt Rabat nach drei Siegen in der Gruppenphase im Achtelfinale mit 0:1 (0:1) gegen Venezuela.

Die Europameisterinnen mussten bereits nach fünf Minuten durch Diana Bravo einen frühen Rückstand hinnehmen und mühten sich trotz teils deutlicher Überlegenheit gegen aufopferungsvoll kämpfende Gegnerinnen über die nahezu gesamte Spielzeit vergeblich.

"Wir sind total enttäuscht. Wir haben großen Druck gespürt und wussten, dass die gemeinsame Reise vorbei ist, wenn wir verlieren. Am traurigsten ist, dass sich unsere Wege jetzt trennen", sagte Loderer. "Wie werden in ein paar Wochen zurückschauen und wertvolle Schlüsse aus dem Turnier für die Zukunft der Spielerinnen gezogen haben. Gerade fühlen wir uns aber einfach leer."

Schock durch frühen Rückstand

Alles begann nach Plan: Die DFB-Auswahl setzte die Südamerikanerinnen, die als einer der besten Gruppendritten ins Achtelfinale vorgerückt waren, mit aggressivem Pressing früh unter Druck und provozierte so das eine oder andere Mal Ballverluste. Nach drei Minuten hatten die deutschen Fans schon das erste Mal den Torjubel auf den Lippen, doch nach einem Zuspiel von Eva Hell auf dem Flügel vergab Marie Kleemann freistehend aus etwa sieben Metern.

Nahezu im Gegenzug folgte dann aber die kalte Dusche: Eine gefährlich von Laura Ernst abgefälschte Hereingabe von Karla Alfonzo von der rechten Seite konnte Torhüterin Mirja Kropp noch mit einer Hand mit Mühe abwehren - allerdings nach vorne vor die Füße von Angreiferin Bravo, die aus sieben Metern zur venezolanischen Führung abstaubte (5.). Nach dem frühen Schock steckte das DFB-Team nicht auf und kam in der achten Minute zu einer guten Ausgleichschance: Ein flacher Schuss aus zehn Metern von Mia Giesen rollte nur hauchzart am langen Pfosten vorbei.

Eine leichte Verunsicherung war der deutschen Mannschaft nach dem unerwarteten Rückstand in der Folgezeit aber durchaus anzumerken, gerade im frühen Aufbauspiel unterliefen der deutschen Mannschaft viele leichte Fehler, die glücklicherweise folgenlos blieben. Auf der anderen Seite drehte Venezuela schon früh im Spiel an der Uhr, insbesondere Torhüterin Valeria Rebanales ließ sich bei ihren Aktionen stets reichlich Zeit. Mitte der ersten Halbzeit war das deutsche Team weiter um Spielkontrolle bemüht, tat sich gegen geordnet stehende Gegnerinnen aber schwer. Hinten ließen die Venezolanerinnen der deutschen Offensive kaum Räume, zudem fehlten dem DFB-Team die kreativen Momente, diesen Abwehrriegel zu durchbrechen. Nach einem rüden Einsteigen von Dariana Medina gegen Lena Martens im Strafraum wurde der Videobeweis bemüht, Schiedsrichterin Deily Gomez aus Costa Rica entschied aber, dass zuvor der Ball im Spiel gewesen sei und verwehrte einen möglichen Elfmeter (32.).

Chancen vor der Pause verpuffen

Deutschland hatte kurz vor der Halbzeit schließlich Oberwasser und kam nun vermehrt zu besten Gelegenheiten. Nach einer herausgeköpften Flanke von Martens kam Johanna Hebben von der Strafraumgrenze zum Abschluss, verzog aber (43.). Zwei Minuten später bediente Clara Choisy nach einem Dribbling im Strafraum mustergültig Fiona Itgenshorst. Die defensive Mittelfeldspielerin jagte den Ball aber freistehend aus 13 Metern ebenfalls über den Kasten (45.). Hebben kam in der Nachspielzeit zudem aus 15 Metern zum Schuss, traf den Ball aber nicht richtig (45.+2). So ging es mit einem knappen Rücks tand in die Pause.

Den Schwung konnte das DFB-Team aber nicht in die zweite Halbzeit retten, denn diese begann ereignisarm. Nach einem Ellbogenschlag aus der Bewegung heraus gegen Martens sah Venezuelas Andrea Suarez nur Gelb (51.). Das deutsche Team blieb zwar bemüht, aber glücklos: In der 55. Minute gab Choisy aus knapp 20 Metern einen ersten Warnschuss über das Tor ab.

Schlussoffensive ohne Erfolg

Mariann Noack und Mia Kuhl sollten nach ihrer Einwechslung in der 61. Minute dann für frischen Wind sorgen, doch die Uhr tickte erbarmungslos, ohne dass die DFB-Auswahl zu zwingenden Ausgleichsgelegenheiten kam.

In der Schlussviertelstunde nahm der Druck der deutschen Mannschaft wieder zu. Nach einer Flanke von Muriel Dürr kam Kleemann dem Ausgleich in der zweiten Hälfte am nächsten, doch sie lenkte die Hereingabe am langen Pfosten am Tor vorbei (78.). Ein Schuss aus 18 Metern von Kuhn streifte hauchzart links am Torpfosten vorbei (83.). Die eingewechselte Johanna Putzer verzog zudem gleich zweimal einschussbereit (87., 89.). Es sollte heute einfach nicht sein.

Kategorien: U 17-Juniorinnen

Autor: sid/bt