Die ideale Lösung

Ermittelt wurde drittens, dass die Auswirkungen auf die Auslastungen der Sportschulen der Regional- und Landesverbände weitgehend unproblematisch sind. Das betrifft insbesondere die Nutzung für Lehrgänge der Junioren-Nationalmannschaften des DFB. Aufgrund der Vielzahl der parallelen Abstellungszeiträume werden nicht alle Aktivitäten in der neuen DFB-Akademie gleichermaßen Berücksichtigung finden können. Für die Sportschulen der Landesverbände bedeutet dies, dass im Junioren-Bereich weiterhin DFB-Veranstaltungen dezentral stattfinden werden.

Mit der Entscheidung für die DFB-Akademie wird eine Vision konkretisiert, die im DFB seit Jahrzehnten mit unterschiedlicher Intensität verfolgt wird. Zum Rahmen im Frankfurter Römer passt, dass es ein Kaiser war, der die Idee erstmals formulierte. Nach seinem Amtsantritt als Teamchef der deutschen Nationalmannschaft hinterlegte Franz Beckenbauer den Gedanken, alle sportlichen Spitzenkräfte des Verbandes in einem Zentrum zusammenzuziehen. Der damalige DFB-Präsident Hermann Neuberger war von diesem Ansatz überzeugt, Horst R. Schmidt wurde als Projektleiter eingesetzt. Die politischen Entwicklungen in den späten 80er-Jahren mit dem Fall der Mauer und der deutschen Einheit bremsten das Vorhaben. Priorität hatte im DFB nun, die Wiedervereinigung des Fußballs zu organisieren.

Nach dem Großprojekt mit der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland wurden die Überlegungen hinsichtlich eines Kompetenzzentrums wieder intensiver. Im Jahr 2009 hat Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff die Initiative ergriffen und seine Überzeugung zum Ausdruck gebracht, dass der DFB langfristig nur zukunftsfähig sein werde, wenn er seine Kompetenzen an der Spitze bündele. Aus heutiger Sicht sind seine Worte vom August 2009 aktueller denn je: "Frankfurt wäre als Standort ideal. Ich sehe es wie ein Kompetenzzentrum, eine Basis für die Profis, die Jugendteams, die Schiedsrichter, Scouts und Trainer", sagte Bierhoff vor fünf Jahren. Diese Vision wurde im DFB-Präsidium seither mehrfach diskutiert. Bis das Präsidium im Januar 2013 einen Trendbeschluss fasste und die Idee eines Kompetenzzentrums mit einem Projektauftrag an den DFB-Generalsekretär konkretisierte. "Unser Anspruch als DFB muss es sein, uns ständig weiterzuentwickeln und höchste Leistungen zu fordern und zu erreichen. Die DFB-Akademie wird entscheidende Beiträge hierzu liefern", sagt Bierhoff.

Mit der Entscheidung, die Akademie des DFB am Standort Frankfurt-Niederrad errichten zu wollen, wird die ideale Lösung angestrebt. Das Raumangebot ist so umfangreich, dass der Verband weder in Bezug auf die Anzahl der Sportplätze noch in Bezug auf die Büro- und Funktionsräume oder hinsichtlich der Übernachtungsmöglichkeiten Kompromisse eingehen muss. In der DFB-Akademie in Niederrad könnten zentral sämtliche relevanten Akteure der drei Tätigkeitsbereiche "Aus- und Fortbildung", "Entwicklung und Innovation" und "Spitzenleistung Fußball" untergebracht werden.